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    Samstag, 9. Februar 2013
    Blogging November - 467

    Das Projekt "Erholung" läuft auf Hochtouren. Heute erholte ich mich vorzüglich im Hause Herzbruch. Das geht so: man wird am Bahnhof abgeholt und sofort auf dem Barhocker am freistehenden Herd installiert, um dem Kochen der Hausherrin durch Anwesenheit Glanz zu verleihen. Ich meine nicht den Fieberglanz auf der Stirn, sondern den Glanz geistig wendiger Unterhaltung. Die Hausherrin reicht dazu Sekt, Orangensaft, Kaffee, Wasser, Fassbrause und Coca-Cola. Man muss viel trinken, wenn man krank ist. Aber wussten Sie, dass Cola echt schlecht schmeckt, wenn man gar nichts schmecken/riechen kann? Tatsächlich rieche ich momentan noch nichtmals Katzenklo, Autoabgase oder Plastikperücken. Also auch keinen Schokopudding, Bolognese oder eben Cola. Von Cola bleibt dann wenig, nur etwas flaches, süß-blubberiges. Sekt ist da viel besser, feinperlig und fast blumig. Fassbrause ist auch ganz wunderbar, hat eine fruchtig-weiche Note. Kaffee geht natürlich immer - ich war jetzt zwei Wochen lang auf Kaffee-Entzug. Es hat mich nicht zu einem besseren Menschen gemacht, auch wenn es nicht so schlimm war, wie befürchtet. Mit dem heutigen Tage habe ich dieses Projekt aber aufgegeben, es hatte sowieso keinen Grund oder Sinn und entstand nur aus Neugier. Nun kommt aber bald der Nasenspray-Entzug, klingt lustig aber ich scherze ja so gut wie nie. Eigentlich wollte ich aber auch nur wissen lassen, dass Bolognese auch ohne Geschmack ein hervorragendes Mundgefühl ergibt, Pesto auch gut ist, weil es sich im Mund wie frische Kräuter anfühlt, man also erkältet auch ein Fertigpesto als ein frisch selbst gemörsertes erleben kann, Schokopudding aber eher nicht geht und ganz, ganz schlimm ist Leberkäs, ohne Geschmack ist der nämlich im Mund exakt wie eine matschige Birne. Gab es aber bei Herzbruchs nicht, den Leberkäs, es gab aber ein wollig-warmes schwarzes Wolltuch-Ponchoartiges-Überwurfdings und eine Voltareneinreibung der kaputten Schulter und einen bequemen Liegestuhl und nochmal Kaffee und Wasser und Fassbrause und es hätte sicher auch nochmal Sekt gegeben, aber man darf nicht übertreiben, ich bin ja krank rekonvaleszent nur fast ganz gesund morgen auf dem Karnevalszug und möchte dann vom gustatorisch herausgeforderten Erleben von Altbier, Killepitsch und Berlinern berichten.




    Heute vor zig Jahren:

    Wir haben erst um 9 Uhr Schule, fahren also mit der Straßenbahn. Um 16:30 Uhr holt Pe mich ab und wir gehen ins Buchgeschäft und dann zu ihr. Danach mache ich ein paar Marktforschungssachen, dann gehe ich nach Hause.

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