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    Sonntag, 16. Juni 2019

    An beiden Wochenendtagen bis kurz vor 11 Uhr geschlafen, ja, so gefällt mir das. Nur blöd, dass der Tag dann so schnell um ist.

    Am Samstag musste ich quasi gleich nach dem Frühstück (also. 14:30 Uhr) zu einer Hochzeit (nur zum Singen), danach Kino mit Herrn N (auch da wurde gesungen: der Film war Rocketman, über Elton John). Danach war ich auch schon wieder angenehm müde.

    Heute war nach dem Frühstück immerhin noch ausreichend Zeit, auf dem Balkon zu gärtnern. Die Feige bekommt tatsächlich noch Blätter, ich kann es gar nicht glauben. Den Apfelbaum habe ich wieder mit dem Spanngurt befestigt. Die beiden Pflanzen, die sich selbst angesiedelt hatten - Strand-Silberkraut und Veilchen - sind glaube ich langsam durch, aber ein wenig geht es noch. Die Melone hat sich einen Weg durchs Katzennetz gesucht und einen sehr, sehr langen Arm mit drei Fruchtansätzen produziert. Es ist ganz gut, dass das innerhalb des Katzennetzes stattfindet, wer weiß, wie groß diese Melonen werden. So kann ich notfalls einen Tisch unter den Melonenarm schieben. Die Chili wächst ebenfalls hervorragend und hat schon zig kleine Früchte, der Knaller ist aber weiterhin die Physalis, ein richtiger Buch, der auch an verschiedenen Stellen durch das Netz rankt. Was gibt es noch, achja, die drei Rosentagsrosen, denen geht es auch gut, die Walderdbeere hat nun die ersten Früchte, die Tomate - ebenfalls durchs Netzt gekommen, hat viele kleine Minitomaten. Bei den Geranien und Margeriten mussten die verblüten Blüten entfernt werden, der Lavendel fängt glaube ich bald an zu blühen, überall dazwischen Kapuzinerkresse, aber noch ohne Blüten. Es gefällt mir sehr gut.

    Dann war Chorkonzert, auch das war sehr schön, nur dieses ständige Stehen (nicht beim Singen, da ist es okay, dazwischen) treibt mich in den Wahnsinn. Also in Schuhen jedenfalls. Ob man auch barfuß kann? Oder in Barfußschuhen?

    Gegen 21 Uhr war ich zu Hause und wenn ich eins wirklich hasse, dann ist es, nach Hause zu kommen, "Hallo!" zu rufen und als Antwort "Ich hab Hunger!" zu hören. Oder eigentlich auch jegliches sonstiges Anliegen, das völlig ohne mein Zutun zu lösen wäre. Konkret in Bezug auf Hunger: die Wohnung ist ja voll mit Essen. Sogar heute, am letzten Tag der Woche, für die Eingekauft wurde, sind noch mehrere Sorten Obst da, Toast, Knäckebrot, Müsli, Cornflakes, Milch, Joghurt, einiges an Rohkost, Käse und Brotaufstriche und natürlich auch ganz viele haltbare Lebensmittel. Und Süßigkeiten zuhauf. Was habe ich also mit Hunger zu schaffen? Ich wünsche mir sehr eine Lebensphase, in der ich für überhaupt gar keine Belange anderer Menschen mehr zuständig bin, jedenfalls nicht ohne (sehr gute) Bezahlung. Es soll ja Menschen geben, die ein großes Glück daraus ziehen, gebraucht zu werden, auch wenn es nur ein Fake-Brauchen ist wie eben bei "Hunger!". Ich garantiert nicht, am Liebsten wäre mir, mich bräuchte einfach gar keiner und alle, die bei mir sind, sind da nur aus Vergnügen. Boah, wäre das entspannend!

    Jetzt wieder angenehm müde. Und Fußschmerzen.

    Freitag, 14. Juni 2019

    Mir läuft schon wieder die Zeit davon, wann kann ich denn mal stundenlang auf der Couch sitzen und einfach nur lesen?

    Heute Morgen jedenfalls schonmal nicht, zunächst einmal versorgte ich M kurz einem Zettel der besagt, dass mir bekannt ist, dass sie an einer Fridays for Future-Demonstration teilnehmen wird - es ist nicht das erste Mal, aber die Schule möchte plötzlich einen Zettel, keine Entschuldigung sondern nur einen Zettel auf dem steht, dass man es weiß. Verstehe die Hintergründe nicht, muss ich aber ja auch nicht. M freut sich schon, dass ihr Zeugnis möglicherweise später mal ein historisches Dokument ist im Sinne von "hier seht, im Jahr 2019, da hatten so gut wie alle Jugendlichen x Fehlstunden wegen der Klima-Demos".

    Danach ging holte ich im Bürgerbüro einen neuen Reisepass ab, das ging sehr schnell, ehrlich gesagt hatte ich auf Zeit zum Lesen dort spekuliert aber das war nichts.

    Dann Büro ein weiteres gutes Bewerbungsgespräch, ein Personalgespräch mit einer, wie ich finde, befremdlichen Anspruchshaltung, ein bisschen Zahlen, viele Informationen hin- und hermailen, nicht das Gefühl, wirklich etwas geschafft zu haben. Gut war das Gespräch mit einer relativ neuen Mitarbeiterin, in dem wir überlegt haben, wie man vorhandene System so tweaken kann, dass sie uns nützen und gemeinsam beschlossen, dass wir mit ihrem Projekt nie auch nur einen Schritt in die richtige Richtung kommen wenn wir uns bemühen, alle historischen Zusammenhänge zu erfassen und zu berücksichtigen. Der bessere Weg wird sein, einfach nur nach vorne zu denken, eben ab jetzt alles richtig zu machen, dann haben wir in einigen Jahren ja auch schon einige Jahre "richtige" Vergangenheit und das ist allemal mehr, als wen wir noch einige Jahre brauchen um überhaupt einen Weg zu finden, die jetzige Vergangenheit geradezuziehen. Man kann nicht alles retten. In dieser Sache wird jetzt jedenfalls etwas weitergehen, das ist gut!

    Zu Hause keinerlei Familie vorgefunden, also nur die Katzen gestreichelt und dann zum Chor aufgebrochen die Probe begann heute früher, also auch wieder keine Zeit zum Lesen. Und hinterher auch nicht da die Probe trotz frühem Beginn zur selben späten Zeit wie immer endete.

    Am Nachmittag ärgerte ich mich über das neue Urteil zu § 219a - dass das Urteil im Sinne der Gesetzeslage ist, kann ich natürlich nachvollziehen aber die Gesetzeslage ist eben ein Skandal und gehört dringend geändert. Wobei es halt auch irgendwie wurscht ist, Frauen sind schon immer in den wesentlichen Angelegenheiten auch ohne die Billigung der Gesellschaft ausgekommen, schöner wäre es natürlich, wenn es sichere, saubere, würdige Wege gäbe aber notfalls geht es eben auch anders, dann ist es eben ein Guerilla-Krieg der Selbstbestimmung über den eigenen Körper.

    Schön war noch: der Feigenbaum auf dem Balkon hat sich wohl doch noch entschlossen, Blätter zu bekommen. Also noch nicht jetzt sofort, aber möglicherweise in ein paar Wochen, jedenfalls hat er jetzt Knospen. Keine Eile natürlich, Feigenbaum, andere haben ja halt auch gerade erst die ersten Früchte!

    Donnerstag, 13. Juni 2019

    Von der Katze aufgeweckt worden, die aber gar nicht fressen wollte sondern auf dem Balkon, dort Gras fressen, sehr viel Gras und dann die Wohnung vollkotzen, dann wieder auf den Balkon, dann wieder kotzen, das Ganze mehrfach bis ich das Katzengras unerreichbar an einer Stange aufhängte. Meine Güte. Ich ging etwas besorgt zur Arbeit, das Tier hatte ja letztes Jahr etwa zur selben Zeit eine schlimme Krankheit, die mit übermäßigem Kotzen begann und zwar ohne Diagnose, aber mit einer vierstelligen Summe in der Tierklinik und einem halben Jahr Medikamente auf Verdacht endete. Die Putzfrau versprach, ein Auge auf sie zu haben und sich zu melden, falls es weiterem Kotzen kommt. Vorabinfo: kam es nicht, alles ist gut.

    Im Büro zunächst ein Vorstellungsgespräch, auf das ich mich nach sehr angenehmem Telefonat vor ein paar Tagen schon gefreut hatte. Es passte menschlich hervorragend, fachlich sehr wahrscheinlich auch, das Interesse ist auf beiden Seiten groß, die Vorstellungen liegen im Budget. Aber, aber, aber. Seufz, seufz, seufz. Ich kann nicht ins Detail gehen, aber um mit Frau Fragmente zu sprechen: es gibt konservative Arbeitsplätze, dann gibt es sehr konservative und dann gibt es, ein sehr, sehr gutes Stück weiter im konservativen Bereich, meinen Arbeitsplatz. Und nunja. Wenn ich mich dazu entschließe, diese Platzierung durchzusetzen, werde ich das irgendwie anmoderieren müssen. Und, falls es dann doch nicht so gut passt, mein Leben lang hören "na das hätte man ja auch auf den ersten Blick wissen können!". Kann es mir nicht mal leicht gemacht werden? Ich muss darüber schlafen.

    Ansonsten ein merkwürdiger Tag, einmal musste ich jemandem sozusagen die Himmelsrichtungen erklären, ein andermal bot ich jemandem an, eine länger schwelende und immer weitere Kreise ziehende Problematik mit einer versäumten Frist (aber nur intern - also eine ausgedachte Frist, auf der nicht aus logischen Gründen beharrt wird sondern wegen isso) doch einfach dadurch zu beenden, dass ich sage "oh, das lag leider bei mir, der Herr xy hat es mir rechtzeitig gegeben aber ich habe es verpeilt." Dann wäre schon sofort alles vom Tisch und ganz wunderbar, niemand müsste sich länger damit befassen. Herr XY wollte das aber nicht. Warum konnte er mir nicht sagen, vermutlich aus Prinzip. Oder möglicherweise auch, weil ich dann natürlich unausgesprochen was gut hätte bei ihm und da geht er dann doch lieber den langen Weg. Nicht ganz dumm, aber ich habe es angeboten, falls ihm der lange Weg zu lang wird, kann er darauf zurückkommen. Hehe.

    Dann weiter in die Finanzen vertieft, auf ganz grundsätzliche Fragen dazu gestoßen (ich habe ja keine Ausbildung in diesem Bereich) und die Oberbuchhalterin in Übersee angerufen, um diese Fragen zu stellen. Die Oberbuchhalterin und ich sind seit ganz kurzem beste Freundinnen, ungefähr seit sie festgestellt hat, dass mich das Thema wirklich unglaublich begeistert. Die Oberbuchhalterin sagte, dass sie lustigerweise festgestellt hätte, dass ganz viele Kollegen eben mit diesen Fragen, die ich ihr gerade stelle, Probleme haben und daher würde sie beim nächsten monatlichen Finanzcall dazu eine Präsentation halten. Die Rohfassung dieser Präsentation schickte sie mir dann zu, so dass ich sofort meine Antworten hatte und sie im Austausch von mir hörte, wo für Laien etwas noch nicht ganz verständlich ist oder eine leicht andere Problematik im Vordergrund steht. Sehr bereichernd für beide Seiten, glaube ich, für mich aber besonders, ich würde behaupten, ich bin jetzt in der Organisation europaweit auf Platz 4 der Buchhaltungschecker und habe fest vor, noch bis auf Platz 2 vorzurücken (Platz 1 nicht, der bringt ein Aufgabenfeld mit sich, das ich nicht ausüben möchte). Damit habe ich dann HR und Buchhaltung komplett unter Kontrolle und überlege nun, ob ich eher mit IT oder eher mit dem Einkauf/Operations weitermache. Mal sehen, was sich ergibt. Nochmal hehe.

    Ich machte einen sehr pünktlichen Feierabend wegen Gesangsstunde um 17:30 - da haben wir heute einen Schalter zum Umlegen gefunden. Danach bereitete ich ein Abendessen zu, das eigentlich superschnell gehen sollte aber in Wirklichkeit 100 Jahre dauerte, weshalb ich es letztendlich auch beim Lesedings verzehren musste. Das Lesedings befasste sich mit dem Buch "Eleanor Oliphant is completely fine", das uns allen sehr gut gefallen hatte, mehr möchte ich darüber aber nicht mehr sagen, weil gefühlt alle Welt gerade davon spricht, ich habe nichts Neues beizutragen.

    Dann noch eine kurze Aufregung am Abend wegen verschwundenem Kind, es handelte sich aber nur um eine schiefgelaufene Kommunikation, ein Glück.

    Mittwoch, 12. Juni 2019

    Heute bessere Laune und besseres Körpergefühl und im Büro konnte ich den Großteil der Zeit an meinen Safe Place abtauchen, der - lustigerweise, wenn man bedenkt, dass ich nicht geradeaus rechnen kann - die Finanzen sind. Alles so schön ordentlich, man sortiert es ein nach verschiedenen Schlüsseln und kann dann ganz unterschiedliche Informationen wieder auswerfen, umsortieren und bunte Linien und Diagramme machen, es ist ganz wunderbar.

    Später war noch eine Schulung, Pflichtveranstaltung und leider sehr, sehr langweilig

    Und dann eine Abschiedsfeier, die nicht traurig war.

    Dienstag, 11. Juni 2019

    Schlecht gelaunt schlafen gegangen, schlecht gelaunt aufgewacht. Es passte nichts, noch nichtmal der eigene Körper, auf dem Weg zur Arbeit knickte ich gleich mehrfach um, weil mir alles mir unzugehörig erschien und die Brille wirkte beschmiert, die Haare struppig und nach Auftragen von Glanzgel fettig, die Kleidung zu eng (war sie nicht), die Schuhe zu hoch (waren sie nicht), der Kopf ziepte und der Magen rumpelte. Was weiß denn ich.

    Im Büro arbeitete ich die dringenden Dinge ab und wurde mit ihnen tatsächlich komplett fertig, ich hätte mich nun freuen können, noch einen halben Tag für die nicht dringenden Dinge übrig zu haben aber statt dessen starrte ich stumpf auf die Tischplatte und befand das Leben für schwierig.

    Um 15:30 Uhr erkannte ich an, das mich keine Inspiration mehr befallen würde und beschloss, nach Hause zu gehen. Bis es mir gelang, das Vorhaben umzusetzen - also den Blick von der Schreibtischplatte zu lösen, die zähen Gliedmaßen ausreichend zu bewegen um die Tasche zupacken, das Gehirn ausreichend zu aktivieren um Schlüssel und Zugangskarte zu zu lokalisieren - war es eine Stunde später.

    Zu Hause war dann plötzlich und schlagartig alles gut. Vielleicht habe ich eine Büro-Allergie. Ich bereitete das Essen für abends vor und ging dann zum Sport, das war auch gut, außer, dass ich seitliche Sit-ups nur mit einer Körperhälfte kann, auf der anderen Seite weiß ich einfach nicht, welche Muskeln angesteuert werden müssen, damit das funktioniert.

    Wieder zu Hause gab es Abendessen - diesmal schmeckte es allen, auch mir, und alles wurde komplett aufgegessen. Dabei war es einfach nur eine simple Tomatensoße mit Mais, Thunfisch und Sahne.

    November seit 4832 Tagen

    Letzter Regen: 16. Juni 2019, 23:05 Uhr