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    Montag, 25. März 2019

    Ich will gar nicht mehr wissen, was der Plan für heute eigentlich war, das allermeiste davon wird aufgrund von Laune nämlich nicht stattgefunden haben.

    Die Laune ergab sich am Morgen, als ich in den Zug zur Arbeit einstieg und am Boden eine zusammengebrochene Frau vorfand, sehr viele Leute standen und knieten besorgt um sie herum und redeten viel, in dem "ach Du meine Güte" und "ohje" vorkam und auch die neu Einsteigenden gingen entweder betreten vorbei oder schauten sich hilflos um. Meine Frage "hat jemand den Notruf gewählt?" fand ich absolut naheliegend, sie traf aber nur auf Stille und schafartige Blicke. Ich weiß wirklich nicht, wo das Problem ist, drei Tasten auf dem Handy zu drücken, ein motorisches oder intellektuelles kann es kaum sein, alle Anwesenden wirkten mehr oder weniger fit und waren wohl auf dem Weg in ein Büro, in dem sie komplexere Aufgaben verrichten. Willig waren sie an sich auch, jedenfalls schickte ich einen den Zugführer suchen, einen anderen in die Lichtschranke, damit der Zug nicht abfährt, und so weiter, sie waren alle motiviert dabei. Aber dieses ganze schafherdenartige Verhalten, glotzen und jammern und ein Problem erkennen, ohne dass daraus eine Handlung erwächst, hat mir nachhaltig die Laune verdorben. Ich verfüge an sich über eine große Menschenliebe, aber so ein bisschen sich selbst regulieren, ein bisschen spontan auf eine Situation reagieren und das Notwendige tun, ein bisschen Handlung aus sich selbst heraus, das muss schon sein. Ansonsten fällt es mir sehr schwer, in dieser ganzen Veranstaltung Menschheit einen Sinn zu sehen.

    (Der Frau geht es glaube ich gut, sie konnte später selbst aus dem Zug aussteigen.)

    Sonntag, 24. März 2019

    Neue Woche, hurra hurra, sehr aufregend. Ich bin am Sonntagabend, also vor dem Anfang einer neuen Woche, schon immer latent freudig-aufgeregt, wird vermutlich auch immer so bleiben. Nunja.

    Die Woche wird voll, wenn nichts dazwischen kommt, passiert das Folgende:

    Montag Geschäftstermin in einem Hotel und ein paar Kooperationspartner kennenlernen in einem Bereich, in dem ich mich null auskenne. Ist (zum Glück) nur vorübergehend, ich habe einen Profi für diesen Bereich eingestellt, die ihn mir dann in ein paar Wochen wieder abnimmt. Bis dahin muss ich versuchen, keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen und nicht allzu viel Mist zu bauen. Nachmittags dann M zum Sport fahren, vor der Sporthalle auf dem Parkplatz Conference Call (habe alle meine Calls auf Montag zwischen 17:30 und 19:30 gelegt, weil das so furchtbar praktisch ist, wenn ich eh auf dem Parkplatz herumhänge). Dann nach Hause und Abendessen und wie ein super organisierter Mensch habe ich das Abendessen heute schon vorbereitet (Nudelsalat).

    Dienstag habe ich gleich morgens um 8 einen Zahnarzttermin, es geht aber nur um die Anpassung der Knirschschiene. Danach Büro, das Kind hat einen Kieferorthopädentermin am frühen Nachmittag, geht da aber (hoffentlich - oh, das hab ich noch gar nicht abgesprochen) alleine hin, abends ein höchst nerviges Telefonat aber das letzte seiner Art. Das schaffen wir auch noch.

    Mittwoch, was war Mittwoch, ich glaube ausnahmsweise mal nichts Besonderes.

    Donnerstag Rückkehr des Nachfolgers vom Oberchef und wir müssen was ernsthaftes besprechen und einen Plan fassen, am besten Donnerstag, notfalls Freitag. Das Thema liegt bei mir, Initiative und Input müssen von mir kommen, alles nicht schön aber es ist halt, wie es ist. Abends gehe ich mit einem Kollegen was Trinken, wobei ich unbedingt vorhabe, so gut wie nichts zu trinken denn auch da brauche ich - beruflich bedingt - einen klaren Kopf.

    Freitag morgens um 8 Kinderarzttermin (nicht für mich, aber ich bin als Begleitung erwünscht), dann ganz normal arbeiten, abends zum Chor.

    Samstag ausschlafen, vielleicht Gesangsstunde, vielleicht auch eine doppelte, vom erkrankten Gesangslehrer habe ich noch nicht wieder gehört, mal sehen. Am späteren Nachmittag mit einer befreundeten Familie verabredet.

    Und Sonntag mache ich gar nichts, ganz bestimmt.

    Zwischnedurch muss ich unbedingt einen kleinen Stapel Rechnungen bezahlen, schön wäre auch, wenn ich die Mappe, auf der "wichtiges Zeug, endlich machen!" steht angehe, unbedingt auch die Geldbörse umräume und nun, wo ich entdeckt habe, dass TÜV gar nicht im März ansteht sondern erst im Juni, einen Termin für Reifenwechsel und Ölwechsel und das kleine fehlerhafte Birnchen hinten mache. Schön wäre auch, wenn die Leuchtstoffröhre geliefert wird, so dass ich sie in der Küche einbauen kann und über dem Herd wieder Licht habe, schön wäre auch, wenn die Mischbatterie aufhört, von oben hinten in den Schrank zu tropfen, aber das wird wohl ohne Zutun eines Klempners nicht geschehen und für den ist nächste Woche bei aller Liebe kein Platz. Dann habe ich heute ein Buch zu Ende gelesen und hoffe, das neue kommt bald an, weil ich genau dieses jetzt als nächstes lesen will, ich habe es aber gebraucht gekauft (weil ich ja eigentlich gar nichts mehr kaufen will und wenn, dann wenigstens nichts neu produziertes), das dauert manchmal etwas länger. Außerdem habe ich letzte Woche noch einen Schwung Kleidung gekauft - neu, nicht gebraucht also gegen alle Prinzipien, ist halt manchmal so - und die will ich waschen und in den Kleiderschrank einhegen, den dabei auch sortieren. Schön wäre es auch, die Steuererklärung zu machen, vielleicht, vielleicht. Was noch? Niemand hat mich heute daran erinnert, meine Eltern anzurufen, also mache ich das auch morgen noch, spätestens übermorgen. Eventuell noch das zweite Katzenklo grundreinigen (das erste habe ich gestern). Putzen wird notwendig sein, die Putzfrau ist im Urlaub (Flitterwochen, auch das noch, bestimmt wird sie bald schwanger, jammerjammer). Sachen aussortieren wäre klasse, aber wann soll das noch stattfinden, ich setze mir lieber als Ziel, die zwei Farbeimer, die seit ähm, neulich, im Schlafzimmer stehen, endlich in den Keller zu tragen und dann könnte ich schauen, ob die Schreibtischplatte (auf der sie nämlich stehen) auf den Schreibtisch im Büro passt und das dann austauschen oder eben auch nicht, also jedenfalls eine Platte endgültig aus der Wohnung entfernen, egal welche. Und dann wurde mir noch eine Einladung angekündigt, wenn sie eintrifft und mir die Details verrät, möchte ich die Reise organisieren. Achja und ein Seminar muss ich noch endgültig bestätigen. Achja und den neuen Sportkurs in den Kalender eintragen und aufpassen, dass er nicht mit irgendwelchen Calls kollidiert.

    Ich glaube, das war es erstmal.

    Samstag, 23. März 2019

    Irritierenderweise hatte ich den Tag vor dem ersten Kaffee schon dreimal wieder umgeplant - als ich aufwachte, dachte ich noch, ich mache halt nur meinen Kram, als ich nur einen Raum weiter war hatte es sich schon dahingegend verändert, dass ich zwei bis drei Programmpunkte mit dem Kind im Tag unterbringen würde, deren Anordnung veränderte sich dann, als ich im nächsten Raum ankam und die Nachricht vorfand, dass der Gesangslehrer krank ist und aus irgendeinem Grund warfen wir dann alles nochmal komplett um.

    Insgesamt geschah nicht Spezielles, überall um mich herum jammerten und ächzten die ganzen Leute aber. Im Supermarkt an den Regalen, in der Kassenschlange, oh jetzt ist der Gouda aus, da ist wer mit vollem Wagen vor mir, der Schuh nicht in meiner Größe da und ähnliche unglaubliche Widrigkeiten des Schicksals, die Leute schienen samt und sonders ihr Leben heute ganz besonders mühsam zu finden und sie wirkten dadurch auf mich alle ganz besonders unattraktiv und uninteressant. Gejammere ist nicht so mein Ding.

    Egal, ich muss mich ja nicht mit den Jammerlappen abgeben, ich habe jetzt jedenfalls den Wocheneinkauf gemacht plus alles mögliche erledigt und morgen, morgen mache ich wirklich Wochenende mit Nichtstun. Ganz bestimmt!

    Freitag, 22. März 2019

    Hurra, Hurra, ein in weiten Teilen unverplantes Wochenende und das heißt in jedem Fall: 2x ausschlafen ohne Wecker (na gut, morgen wegen Gesangsstunde Pro-Forma-Wecker auf 10 Uhr, aber nur, damit ich entspannter ausschlafen kann, um 10 Uhr bin ich im Normalfall dann doch auch von selbst wach.)

    Viele Dinge will ich erledigen am Wochenende, aber nichts davon zeitkritisch. Viele Dinge will ich auch nächste Woche tun. Vielleicht schreibe ich sie alle auf.

    Aber erstmal schlafe ich.

    Donnerstag, 21. März 2019

    Die Erziehungsversuche der Katze - also an der Katze, von meiner Seite aus, damit sie mich nachts nicht mehr wegen Fressen weckt - laufen mittel. Bis letzte Nacht liefen sie sogar recht gut, aber letzte Nacht beschnurrte die kleine Katze mich wieder eifrig in der Hoffnung, ich möge mir ihr aufstehen, ich wollte mich natürlich schlafend stellen aber dann musste ich aufs Klo. Da nützt es auch nichts, sich schlafend zu stellen.

    Und als ich dann aufstand brach die kleine Katze in Begeisterungsstürme aus, sprang an mir hoch, hüpfte um mich herum und schnurrte wie ein Traktor. Was soll man da machen, das können doch nur hartherzige Monster ignorieren und nicht mal kurz über das Fell streicheln oder kurz ein Leckerchen geben oder kurz mal was mit "gutes Tier" murmeln. Oder alles drei.

    November seit 4749 Tagen

    Letzter Regen: 26. März 2019, 08:30 Uhr