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    Dienstag, 23. August 2016
    Urlaubsspirale

    Ich will mich nicht beklagen, aber mir scheint es fast so, als ob man Urlaub braucht, um in Ruhe den nächsten Urlaub planen zu können.

    Montag, 22. August 2016
    Die Senioren und die Pokémon

    Ich muss immer noch darüber schmunzeln, wie ich am Samstag mit vier Senioren zwischen 70 und 80 Jahren beim Frühstück saß und eine davon - meine Mutter - plötzlich herausplatzte: "Ja hast du denn gar nicht die Pokemons??"

    Zum Glück musste ich sie nicht enttäuschen, ich habe ja die Pokemons. Fasziniert betrachteten drei der vier meinen Avatar, der auf der Landkarte stand, stellten Fragen, wo die Karte herkommt, ob die Pokestops (zwei waren am Rheinufer vor der Tür des Restaurants sichtbar) zufällig oder reglmäßig oder wie auch immer verteilt sind und wonach es sich richtet, ob ein Pokemon vorbeikommt. "Es wäre ja schon schön, wenn jetzt mal eins käme und bei uns am Tisch säße!", sagte meine Mutter.

    Wenig später tat uns ein Safcon den Gefallen. Es saß genau im Brötchenkorb. Mein Handy wurde umhergereicht und fasziniert betrachtet, wie das Pokemon an derselben Stelle sitzen blieb, obwohl jemand den Korb wegzog. Und dass es woanders saß, wenn man das Handy etwas anders hielt.

    "Wenn die Thermine hier an lauter Sehenswürdigkeiten vorbeifährt, sind dann da auch im Handy diese Bälledinger?, fragt meine Tante später während der Stadtrundfahrt. Wir schauen nach und ja, es gibt einige Pokestops an den Sehenswürdigkeiten, die erwähnt werden. Alle sind zufrieden. Tipp für Wiesbaden-Touristen: die Thermine fährt in einem Tempo, das es zulässt, Eier auszubrüten. Auf dem Neroberg werde ich wieder aufgefordert nachzuschauen, ob nun vielleicht andere Pokemon anwesend sind. "Schließlich sind wir nicht mehr am Fluss sondern auf einem Berg", sagt mein Onkel. Mittlerweile ist aber mein Akku leer, der Spaß ist also erstmal vorbei.

    Sie habe aber schon ein paar gute Pokemonplätze um ihre Wohnung herum gefunden, sagte meine Mutter. Da säßen nämlich am frühen abend neuerdings immer junge Leute und da habe sie nachgefragt, damit sie diese Plätze dann nächste Woche mit Mademosielle aufsuchen kann.

    Ich finde, von "steck nicht dauernd die Nase in ein Buch" über "du hast jemanden im Internet kennengelernt??" haben wir wirklich ein gutes Stück Weg zurückgelegt.

    Sonntag, 21. August 2016
    Gestern in der S-Bahn

    2 Frauen steigen ein, setzten sich mir im Vierersitz gegenüber

    Frau 1: Kann es denn eigentlich richtige, echte Liebe sein, wenn man den anderen nicht zu 100% so akzeptiert, wie er ist?

    Frau N: (schläft sofort tief und fest ein und wacht erst an der Endestation wieder auf)


    Mist, jetzt weiß ich die Lösung nicht.

    Samstag, 20. August 2016
    Müde

    Wie ich dachte, ich würde heute sicher noch was backen, zualllermindestens aber was kochen und zig Sachen aussortieren und so weiter aber jetzt kann ich vor Müdigkeit kaum einen Finger rühren.

    Freitag, 19. August 2016
    Die kleine Katze ruft zum Essen

    Schon länger kommt die kleine Katze häufig abends zu mir, schreit mich an und erwartet, dass ich sofort aufstehe, sie zum Futternapf begleite, mich dort neben sie setze und ihr beim Fressen Gesellschaft leiste.

    Natürlich klappt das so gut wie nie. Die kleine Katze hat schon vieles ausprobiert. Erst steht sie schreiend mitten im Raum, dann komme sie und steht schreiend direkt vor der Couch, dann sitzt sie auf der Lehne und schreit mir ins Ohr und manchmal tatzt sie auch nach mir. Aber da bin ich stur.

    Irgendwann stehe ich allerdings sowieso einmal auf, um irgendwas zu holen oder wegzubringen oder nachzuschauen oder was auch immer, und nun schlägt die Stunde der kleinen Katze, die derweil in Pose auf dem Parkett oder der Klavierbank lag. Begeistert springt sie hoch, läuft auf mich zu. Streicht gurrend und schnurrend um meine Beine und plappert mit kätzischen Lauten auf mich ein, während wir uns vorsichtig, um nicht über das Tier zu stolpern (ich) bzw. zunehmend enthusiastisch, weil es Richtung Futter geht (die Katze) durch den Flur bewegen. Die Katze ist überglücklich: endlich hat der Mensch verstanden! Der ganze kleine Katzenkörper strahlt Zufriedenheit und Freude aus, es ist absolut unmöglich, sie jetzt zu enttäuschen. Ich gehe also mit in die Küche, die Katze steuert auf den Napf zu, schaut mich erwartungsvoll an, ich nähere mich, sie hält mir ihr Köpfchen zum Kraulen hin und beginnt zu fressen. Ich denke nur daran, mich wegzubewegen und schon ertönt ein Klagelaut wie von einem einsamen winzigen Baby.

    Es geht gar nicht anders, natürlich setze ich mich neben die Katze und schaue ihr beim Essen zu. Sie schnurrt und schmatzt. Alle paar Bissen hält sie mir wieder ihr Köpfchen hin, frisst dann weiter. Nach wenigen Minuten kommt der Kater aus irgendeiner Ecke der Wohnung angelaufen. Er macht ein Geräusch, das einem "hm??" ähnelt, streift mich kurz mit einer Körperlänge und macht sich dann über den anderen Napf her. Ich sitze zwischen zwei schnurrenden und schmatzenden Katzen auf dem Fußboden.

    Jemand ist hier sehr gut erzogen.

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    Letzter Regen: 24. August 2016, 06:33 Uhr