• Privatbloggen an: novemberregen @ gmail.com
  • | Twitter: @novemberregen
    Mittwoch, 31. August 2016
    Regeln

    Ich habe heute die aktualisierte Schulordnung von Mademoiselles Schule gelesen, genau gesagt hab ich sie gegen die alte Fassung gelesen. Ich interessiere mich bekanntlich enorm für Regeln. Eigentlich war der Vergleich Mademoiselles Hausaufgabe, aber ich war so mitgerissen, dass ich das einfach für sie gemacht habe (mit pinkfarbenem Textmarker). Dann wollte ich das Ergebnis am Abendbrottisch zur Diskussion stellen, hat aber keinen interessiert. Daher nun hier!

    Neu ist folgende Passage: Für Fehltage direkt vor oder nach den Ferien braucht man in jedem Fall ein ärztliches Attest. Das finde ich verwirrend gerade mit Bezug auf den Eintrag von gestern, da die Kinder ja, qed, an diesen Tagen unmittelbar vor/nach den Ferien offenbar eher sowieso nicht benötigt werden. Also ich würde jedenfalls die Schultage vor/nach den Ferien ernster nehmen, wenn da etwas stattfände.

    Auch neu in der Schulordnung ist eine Ergänzung zum Thema Handys: Handys und verwandte Geräte (das ist schlau formuliert, finde ich), müssen auf dem gesamten Schulgelände ausgeschaltet sein, sonst werden sie eingezogen und am Ende des Schultages zurückgegeben. Jetzt die neue Passage: Das Ende des Schultages wird für diese Fälle allgemein auf 15:30 Uhr festgesetzt. Hach, mich interessieren ja immer die Geschichten hinter solchen Zusätzen.

    Ähnlich beschäftigt hat mich schon im letzten Jahr der Zusatz zum Verbot von Rollschuhen, Skateboards, Inlinern und Heelys: Diese müssen auf dem Schulgelände in Taschen transportiert werden. Man sieht es regelrecht vor sich, das dieser Formulierung vorangegangene Streitgespräch auf dem Schulhof ("Ich bin aber nicht gefahren, ich habe das Skateboard nur getragen und es war mir gerade aus der Hand gefallen und weggerollt und damit es niemanden verletzt, hab ich es mit dem Fuß gestoppt!").

    Der Geschichtslehrer hat noch eigene FAQ zu seinem Unterricht ausgeteilt. Ein Punkt: ob die Verwendung von Handys im Unterricht zur Recherche erlaubt ist. Nein, ist sie nicht. Auch da weiß man ziemlich genau, was wohl vorgefallen ist.

    Sonst keine Neuerungen. Man darf sich weiterhin nicht im Fahrradkeller aufhalten, dazu hätte ich noch gern die Story, und Ballspielen darf man zwar in der Osthälfte des Hofes, aber muss dennoch vorsichtig sein (ich denke, das wird in den nächsten Jahren konkretisiert). Und harte Gegenstände darf man nicht werfen. Als Beispiel sind hier ausgerechnet Eicheln genannt. Auf dem Schulgelände sind aber, wenn ich es richtig im Kopf habe, nur Ahornbäume. Es ist also anzunehmen, dass auch diese Regel auf einer konkreten Begebenheit beruht, bei der jemand eine Eichel mit auf das Schulgelände brachte und dann kam es zu einem Zwischenfall. Schade, dass diese Geschichten nicht mitüberliefert wurden.

    Dienstag, 30. August 2016
    Erledigt

    Oberchef: Sie dürfen mir übrigens gratulieren, gestern war ein besonderer Tag für mich.

    Frau N: Oh. Rente?

    OC: Noch nicht ganz. Das war der erste Tag meines letzten Schuljahres.

    Frau N: Als Helikoptervater!

    OC: Jaja. Noch 9 Monate und der Irrsinn hat ein Ende!

    Frau N: Herzlichen Glückwunsch! Ich habe gestern auch wieder was über Schule gelernt.

    OC: Erzählen Sie!

    Frau N: Meine Tochter rief um 10:20 Uhr an und sagte: "Schule ist aus für heute!"

    OC: Klar, erster Schultag nach den Ferien. Ist wie letzter Schultag vor den Ferien. Kennen Sie nicht? Wo haben Sie denn die letzten Jahre verbracht??

    Frau N: Da war Ganztagsschule, das war anders.

    OC: (lacht spöttisch)

    Frau N: Aber warten Sie, sie sagte ja noch mehr. Und zwar: "Morgen hab ich ...

    OC: "...schulfrei!". Einschulung des nächsten Jahrgangs. Das wussten Sie auch nicht? Anfängerfehler, Frau N., Anfängerfehler!

    Frau N: Hmpf. Aber ich hab noch was!

    OC: Lassen Sie mich raten, lassen Sie mich raten!

    Frau N: Nee, kommen Sie nicht drauf. Morgen erst zur dritten Stunde.

    OC: Wegen Nachprüfungen!

    Frau N: Ha! Falsch! Gottesdienst!!

    OC: Gottesdienst! (schlägt lachend auf die Tischplatte)

    Frau N: (sinkt hysterisch lachend in den Stuhl)

    OC: 9 Monate noch! Also ich. Sie ein paar Jahre!

    Frau N: Ich will nichts mehr hören.

    OC: Und, haben Sie schon Kuchen gebacken für die Einschulungsfeier?

    Frau N: Ich geh jetzt!

    OC: (in Singsang) Bald ist El-tern-a-bend!

    Frau N: (ergreift die Flucht)

    Montag, 29. August 2016
    Der Tag im Büro

    Frau Fragmente sagte heute, sie hofft sehr, dass ich über meinen Tag im Büro blogge. Warum ist mir unklar, es war kein besonders spannender Tag, es war ein typischer erster Arbeitstag nach dem Urlaub.

    Ich war früh im Büro und holte als erstes meine Post, die aus einem erschreckend hohem Stapel bestand - bei genauerem Hinsehen war aber alles ganz harmlos, der Stapel war nur so groß, weil sich ein paar Handbücher zum ins Regal stellen darin befanden.

    Dann kamen die Mails. Ich hatte während des Urlaub schon grob über den Posteingang geschaut und es fanden sich keine Dramen darin, die es gerechtfertigt hätten, mich in einem Catsuit und angeseilt an einem Helikopter direkt im 25. Stock des Rapunzelturms durch den 20cm-Fensterspalt zu zwängen schwingen. Aber schon ein paar Dinge, die vom Abwarten nicht besser werden. Ein halbstündiges Durchscrollen, verschieben, weiterleiten, speichern, drucken und terminieren von E-Mails ergab eine Liste von 44 Aufgaben für den heutigen Tag, plus die 16, die ich vor dem Urlaub locker aus dem Handgelenk für heute eingeplant hatte. Völlig unmöglich natürlich, das alles zu schaffen. Was ich in dem Fall mache ist folgendes: mal alle gefühlten Wichtigkeiten und Befindlichkeiten und Vorstellungen beisiete legen und ganz im Ernst gucken, wo wirklich durch Aufschub Schaden entsteht.

    Es blieben genau drei Aufgaben übrig. Die erste war die wichtigste, nämlich: anderen Leuten sagen, was sie tun sollen. Ich kann ja nicht die ganze Welt allein retten.

    Die zweite war die unangenehmste. Und zwar fehlte an einer Stelle ein Betrag von ein paar Tausend Euro und ich war dafür verantwortlich, dass der Betrag da komplett ankommt. Was ich eigentlich auch so arrangiert hatte, vor meinem Urlaub, jedenfalls in meiner Erinnerung. Aber Zahlen sind ja nicht gerade meine Freunde und vor dem Urlaub ist lange her, ich hatte also den Verdacht, die Sache möglicherweise falsch oder vielleicht auch gar nicht gemacht zu haben. Als ich mich endlich dazu durchringen konnte, in die Tiefen der Mails von vor dem Urlaub hinabzutauchen, fand ich immerhin sehr schnell genau das Gesuchte - es war da und es war auch alles richtig. Die Schlamperei lag also schon einmal nicht bei mir. Ein Anruf beim Empfänger der Mail enthüllte dann sogar eine Doppeldusseligkeit, nämlich war zum einen meine Mail "nicht angekommen" (das gibt es bei Mails ja so gut wie nicht. Es gibt "im Spamordner gelandet", "übersehen", "versehentlich gelöscht", "an die falsche Adresse geschickt" und so weiter, aber dass eine Mail einfach so nicht ankommmt, nunja). Im zweiten Schritt hatte sich darüber sogar jemand gewundert und sich erinnert, dass da diese eilige Sache mit dem vielen Geld war und dass man vielleicht nachfragen sollte, warum da keine Mail von mir kam. Aber ich hatte ja Urlaub, und diese Person traf die Entscheidung, dass es besser sei, jemand anderem fehlen ein paar Tausend Euro, als dass man mich in meinem Urlaub mit einem Telefonanruf belästigt. Das fand ich dann schon wieder sehr charmant. Es gibt also doch auch das Richtige im Falschen. Die Sache an sich wurde dann auch schnell behoben.

    Die dritte Aufgabe war, mit einer Behörde einen Sachverhalt zu klären, der sehr einfach, aber auch sehr kompliziert sein könnte. Der Mitarbeiter der Behörde hätte es gerne einfach gehabt, mein Sachverhalt gab das aber leider nicht her. "Wenn Sie aber jetzt einfach sagen würden...", begann der Behördenmensch immer wieder. Und ja, wenn ich einfach gesagt hätte, dann wäre alles erstmal viel einfacher geworden. Aber halt vielleicht auch falsch. Und ich habe es mir komplett abgewöhnt, Sachverhalte zu biegen und zu dehnen oder zu stauchen, damit sie in irgendeine einfache Form passen. Die Sachen sind, wie sie sind, man möge eben eine Form dafür finden. Das halte ich mir immer wieder vor Augen: dass ich für meine Arbeitszeit bezahlt werde und dafür, Sachen richtig zu machen. Nicht für Tricksen und Hintertüren und Schleichwege und vor allen Dingen nicht für meinen Seelenfrieden. Und damit musste sich dann eben auch die Behörde begnügen und hatte folglich etwas mehr Arbeit (und ich auch). Aber dafür eine gerade Linie.

    Als die drei großen und wirklich eiligen Brocken weg waren, erledigte ich von den zig anderen Dingen noch rund ein Drittel. Dann waren fast 7 Stunden um und ich habe festgestellt, dass das ungefähr mein Limit ist. 6 bis 7 Stunden lang geht alles schnell und konzentriert und präzise und dann ist das Streichholz abgebrannt. Danach weiterzumachen bringt wenig - alles, was ich anfasse, dauert unglaublich lang, ist uninspiriert und oft auch fehlerhaft. Und da ich mir meine Arbeitszeit so legen kann, wie ich will, bin ich dann einfach nach Hause gegangen.

    Sonntag, 28. August 2016
    Das Gute heute:

    Das Internet funktionierte überwiegend.

    Die gesamte Wäsche war nach 2 Stunden auf dem Balkon trocken. Außer den Teilen, die gerade in Gebrauch sind, gibt es nun in der Wohnung ausschließlich saubere Wäsche.

    Die neue Solar-Dekolampe konnte sich gut aufladen und leuchtet jetzt hübsch.

    Ich kam durch "alles zu warm nichts geht mehr" dazu, eine Folge einer Serie anzuschauen, die ich schon seit genau einem Jahr sehen möchte, aber ich habe halt in den letzten 12 Monaten immer gerade lieber etwas anderes gemacht.

    Ähm... keiner musste frieren.

    Samstag, 27. August 2016
    Alles bestens.

    Um 20:45 Uhr kamen Mademoiselle und ich zu Hause an. Als erstes ließ ich die Katzen auf den Balkon, die warfen sofort den Apfelbaum um. Wie sie das schafften, ist unklar, der Baum ist schon recht schwer und groß und steht normalerweise sicher auf einer Kiste. Heute fiel er aber um, der Übertopf zerbrach in zig Teile und als ich den Balkonstuhl (aus Holz) wegschob, um die Teile aufzufegen, zerbrach der Stuhl auch (3 Teile).

    Ich wollte meine Eltern von unserer guten und sicheren Ankunft unterrichten, aber das Telefon funktlionierte auch nicht, ebenso wenig das Internet. Ich rief die Wotanfon-Hotline an und beschloss, die Warteschleifenzeit mit Aufräumen zu überbrücken. Aus dem Koffer nahm ich eine zerbrochene Tupperdose. Seit wann können die denn eigentlich zerbrechen? Egal. Der Koffer war schnell gereinigt aber mir wurde mittlerweile doch ziemlich warm. Erstmal den Ventilator einschalten. Das Ventilatorkabel hatte sich mit dem Kabel einer kleinen Lampe verwickelt, die Lampe fiel vom Schrank und ging zumindest auf Anhieb nicht mehr an.

    Lieber erstmal ausruhen, achja, aber das Internet geht ja nicht. Nebenher natürlich immer die Warteschleifenmusik von Wotanfon. Ich habe aber noch einen Alditalk-Surfstick, also doch Internet. Nur ist das Guthaben fast aufgebraucht, man kann das online aufladen, aber muss sich dafür registrieren. Hab ich mich dafür wohl schon einmal registriert? Was weiß denn ich. Vielleicht, vielleicht nicht. Neu registrieren ging nicht, ich sollte die Hotline anrufen. Das Telefon geht aber ja nicht und das Handy ruft gerade die Wotanfon-Hotline an. Also klickte ich "Passwort vergessen", bekam per Mail die Nachricht, mein Passowort sei auf ein Einmalpasswort zurückgesetzt (also war ich wohl tatsächlich schon registriert). Als ich dem Link in der Mail mit Passwort folgte, erschien allerdings die Meldung, mein Konto sei vorübergehend gesperrt, ich möge abwarten oder die Hotline anrufen.

    Ich beschloss, erstmal Duschen zu gehen und drückte Mademoiselle das Warteschleifenhandy in die Hand. Natürlich wurde ein Mitarbeiter frei, als ich unter der Dusche stand. Mademoiselle löste alles ganz allein (Großstörung, man kann da jetzt nix machen aber 5 Euro Rabatt auf die nächste Rechnung).

    Das Alditalk-Problem ist weiterhin ungelöst, aber dafür kam eine Mail, dass der Portierungsantrag meiner Handynummer auf einen neuen Anbieter, mit dem ich mich seit drei Tagen zunehmend verwundert befasse, nun bearbeitet wird. Verwundert war ich, weil ich schon in den letzten Tagen zweimal Mail bekommen habe mit der Nachricht "Ein Problem ist aufgetreten - Ihre Nummer ist beim Anbieter nicht bekannt!". Ich hatte halt angenommen, mein Anbieter sei der, bei dem ich vor 2 Jahren den Vertrag abgeschlossen hatte. Als der das offenbar nicht war dachte ich gut, vielleicht ist es der, in dessen Portal ich mich einlogge wenn ich irgendwas nachschauen will. Der war es aber auch nicht. Es war ein dritter, der einen der anderen irgendwann in den letzten 24 Monaten gekauft hat, aber warum sollte ich mich damit befassen, ich will doch nur telefonieren bzw. noch nicht einmal das, eigentlich will ich nur Internet. Das muss doch auch einfacher gehen. Aber auch egal, jetzt ist es ja erledigt.

    Die Tupperschüssel ist im Müll. Einen neuen Übertopf muss ich kaufen aber der Baum ist ja heile. Beim Stuhl mal sehen, aber erst, wenn es kühler ist, ich hab ja noch einen. Bei der Lampe auch mal sehen, aber erst, wenn es kühler ist, die wird sowieso nie genutzt. Besser die Lampe kaputt als der Ventilator und besser die Störung bei Wotanfon als bei mir persönlich. Und das Alditalk-Guthaben reicht notfalls noch bis Montag.

    Alles ist gut.

    November seit 3813 Tagen

    Letzter Regen: 31. August 2016, 23:43 Uhr