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    Mittwoch, 22. März 2017
    Gute Neuigkeiten

    Gute Neuigkeiten: der Kampfsporttrainer weiß zu berichten, dass bei Straßenkeilereien Tritte gegen den Kopf rapide abgenommen haben. Grund: Skinnny Jeans. Darin kriegt man das Bein nicht so hoch. Diese Mode hat also nicht nur Nachteile.

    Aber Vorsicht vor Leuten in Jogginghosen.

    Dienstag, 21. März 2017
    Speiseplan

    Wie Sie wissen, möchte ich mich seit ungefähr Herbst nicht mehr allzu sehr anstrengen. Als weiteres Stück der Vereinfachung des Alltags habe ich jetzt einen Speiseplan eingeführt, damit ich nicht mehr jeden Tag mühsam überlegen muss, was es wohl zu Essen geben könnte.

    Es gibt jetzt immer das Folgende:

    Dienstag (die Woche beginnt Dienstag, weil Mittwochabend die neue Gemüsekiste kommt): Restgemüse der Woche aus der Pfanne mit irgendwas dazu.

    Mittwoch: Rotes Thai-Curry vom besten Asiaten oder - sollte ich dem je überdrüssig werden - irgendwas Bestelltes (wegen Sport am Abend ist es zu anstrengend, selbst zu kochen)

    Donnerstag: der Salat aus der neuen Gemüsekiste (dann ist er frisch) mit belegten Broten (Brot ist auch in der Kiste)

    Freitag: Suppenartiges (kann man ggf. am Wochenende gut aufwärmen, je nachdem was für Pläne anstehen)

    Samstag & Sonntag: freies Kochen vorwiegend aus Gemüsekisteninhalt oder Essen gehen

    Montag: Nudeln mit irgendwas


    Ich denke, das erspart mir täglich etwa 15 Minuten Entscheidungsfindungszeit.

    Montag, 20. März 2017
    Atmen

    Atmen üben soll ich, sagt der Gesangslehrer, Atmen üben. Also richtig atmen. Nicht hektisch flach mit Schultern hoch ziehen, wie man das eben so macht, wenn man angespannt ist. Und angespannt bin ich natürlich immer, wenn ein schwieriger Ton droht, und wenn der dann nicht durchgestützt ist sondern irgendwo aus der Schulter kommt wird es so schrill, dass ich vor Schreck gar nicht mehr atme sondern mich verschlucke.

    Also übe ich Atmen. Morgens wenn der Wecker klingelt versuche ich, das genervte Einatmen nicht in den Nacken sondern in den Bauch zu ziehen. Und an der Bus- oder Bahnhaltestelle stehe ich und schaue nicht auf die heruntertickenden Minuten sondern atme ein - durch die Nase in den Bauch, Bauchmuskeln ganz locker lassen - und durch die Nase aus, ganz langsam. Eeeeeeeeiiiiiiiiiiin - aaaaauuuuuuuuussssss. Eeeeeeeeiiiiiiiiiiin - aaaaauuuuuuuuussssss. Fast schlafe ich wieder ein.

    Wenn im Rapunzelturm der Aufzug kommt, atme ich einmal besonders tief ein. Und dann versuche ich, während der gesamten Fahrt absolut gleichmäßig durch den Mund, mit einem leichten schhhhhhhhhh auszuatmen. Versuchen Sie das mal über 24 Stockwerke. Wenn alle um Sie herum Sie anstarren!

    Im Rapunzelturm klingelt das Telefon. Ich atme tief ein, hole die Stimme von ganz unten, kein bisschen nasal und sage schwingend-sonor "Novemberregen?" "Wer spricht da??!!" fragt der Oberchef genervt. Ich japse schnell in die Schultern und quieke "Ich bin es nur!" Der Oberchef brummelt etwas von nur keine Krankheiten ins Büro tragen. Als er aufgelegt hat hechele ich kurz vor mich hin. Mit offenem Mund, ganz schnell und kurz, aber in den Bauch, die Schultern dürfen sich nicht bewegen. Kurz bevor mir schwindlig wird japse ich einmal tief - auch in den Bauch. Das kann ich noch nicht so gut. Das Hecheln ja, das Japsen nicht. Ich probiere es nochmal, während ich eine Mail im Takt tippe.

    Auf dem Heimweg beim Einkaufen - warten an der Kasse - übe ich das langsame Ausamten wie im Fahrstuhl, nur auf mmmmm. mmmmmmmm. mmmmmmmmmmmmmm. Die Lippen müssen vibrieren dabei, so dass es kitzelt, sonst liegen sie zu fest aufeinander. Die Füße müssen beide fest auf dem Boden stehen, wie dort festgeklebt. Mmmmmmmm. Ich muss lachen. Der Mann vor mir dreht sich um und lässt mich vor. Ich stolpere kurz, weil ich mir so sehr eingebildet hatte, dass meine Füße festkleben.

    So geht es den ganzen Tag. Aus jedem orrr wird ein pfffffffffffff, es hat etwas von Geburstsvorbereitungskurs. Und glauben Sie mir: ich habe einiges zu veratmen derzeit.

    Sonntag, 19. März 2017

    Den ganzen Tag die verschiedensten Dinge gelesen - nichts davon hat überzeugt.

    Samstag, 18. März 2017
    Lösungen

    Vielleicht haben Wotanfon und ich eine Lösung gefunden, nicht für das ständig auftretende Internetproblem aber für die Unannehmlichkeiten, die mir damit entstehen (und eigentlich nur darum geht es ja). Nämlich schicken sie mir nun einen MiFi-Router mit SIM-Karte und 50 GB Volumen, die sie dann immer, wenn ich eine Störung melde, neu draufbuchen. So richtig glaube ich an die Lösung zwar erst, wenn sie installiert ist und auch wie besprochen funktioniert, aber das ist schonmal ein guter Ansatz.

    Den Song vom Gesangslehrer habe ich mittlerweile auch erfolgreich über GooglePlay gekauft - endlich weiß ich etwas mit meinem Guthaben dort anzufangen. Guthaben dort hab ich, weil ich ab und an zwei Fragen zu meinem Einkaufserlebnis im Rewe-Markt beantworte, nämlich "waren Sie da?" (ja) und "wie war es auf einer Skala von 1-5" (3). Damit habe ich schon um die 15 Euro verdient, mit denen ich aber nichts anzufangen weiß. Jetzt sind es immerhin 99 Cent weniger.

    Den größten Teil des Tages saß ich aber sowieso in einer Sporthalle und las dort meine Papierzeitung. Die Papierzeitung sorgte für Aufsehen, niemand außer mir hatte eine dabei. Ob sie interessant sei wurde ich gefragt (ja). Und ob ich verstehen würde, was da so steht (JA??!!). Bei solchen nicht-kommerzialisierten Sportveranstaltungen gibt es übrigens meiner Kenntnis nach immer hervorragenden hausgemachten Kuchen zu Spottpreisen. Es wundert mich, dass es noch nicht allgemein üblich ist, am Wochenende einfach auf gut Glück Sporthallen aufzusuchen, um sich dort an Tortenstücken für 1 Euro satt zu essen. Vielleicht, weil der Kaffee so grauenhaft ist. Profisportlerinnenmutter die ich bin hatte ich aber selbstverständlich (neben der Papierzeitung) meinen eigenen gut gefüllten Thermobecher dabei.

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    Letzter Regen: 22. März 2017, 21:47 Uhr