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    Montag, 24. Juni 2019

    Wieso jucken denn Mückenstiche eigentlich immer abends am meisten?

    Der Tag hatte Verbesserungspotenzial. Ich wachte auf und es war warm, das finde ich immer generell schon schlecht, ich erwarte, morgens zu frösteln, sonst kann ich nicht richtig aufwachen. Ich taumelte umher, entschied mich, die Haare einfach so trocknen zu lassen ohne Föhn (wegen zu warm), taumelte weiter, zog irgendwas an, taumelte zum Büro. Es dauerte alles unglaublich lang, als ich am Bürogebäude ankam, war ich so erleichtert, es mit der richtigen Kleidung und Ausrüstung und zum richtigen Zeitpunkt hierher geschafft zu haben, dass ich erst einmal eine in meinen Augen wohlverdiente Pause an einem schattigen Plätzchen einlegte. Das dauerklingelnde Handy ignorierte ich genervt und als ich dann 20 Minuten später als üblich im Büro eintraf, wartete eine Besucherin dann eben auch schon seit 20 Minuten auf mich, denn ich hatte den Termin vergessen. Und auch noch die falschen Schuhe an, ungeföhnte Haare und keine Unterlagen.

    Auch das ging aber natürlich vorbei, von diesem Termin hastete ich zum nächsten. Dieser handelte von einer schiefgelaufenen Angelegenheit, als Verursacher des Fehlers wird - vermutlich ungerechtfertigt, aber man wird es nicht genau herausfinden - Team A benannt, ich hatte Team A am Freitag drei Möglichkeiten der Reaktion vorgestellt (erstens: sich entschuldigen, es als Einzelfall betrachten, runterschlucken und vergessen, zweitens: entschuldigen, es als generelles Problem betrachten und für die Zukunft defensive Prozesse einführen, drittens: eskalieren) und erbeten, man möge sich bis heute für eine entscheiden, die ich dann umsetze (oder mir natürlich auch gerne weitere Vorschläge machen). Wir machen jetzt die erste Möglichkeit und zusätzlich einem kleinen persönlichen Touch vor dem "vergessen".

    Dritter Termin, Vorstellungsgespräch, alles gut, Angebot gemacht, Angebot wurde angenommen, Handschlag, morgen Papierform.

    Vierter Termin, ein paar grundlegende Dinge geklärt und erklärt und geübt, wie man eine andere Perspektive einnimmt.

    Fünfter Termin mit dem Nachfolger vom Oberchef.

    Sechster Termin Planungsgespräch mit einem Mitarbeiter.

    Dazwischen 1 Stunde und 28 Minuten telefoniert in 28 einzelnen Gesprächen - ich habe ein neues Tool, das das misst, das finde ich spannend. Ich dachte, ich hätte heute kaum telefoniert. Werde das beobachten - ohne Grund oder Ziel.

    Die Abreise aus dem Büro erfolgte später als geplant oder erhofft, ich schaffte es gerade noch zu Öffnungszeiten zum Optiker, dann gepflegtes Zusammensacken auf der Couch. Später kochte ich noch eine Lauch-Fenchel-Apfel-Suppe, die schön grün war aber äußerst langweilig schmeckte. Ich konnte sie aber mit Joghurt und karamellisierten Walnüssen zufriedenstellend aufwerten.

    Noch Eis, noch Himbeeren, mit M noch Karamellbonbons herstellen, erforschen, was für Käfer der Kater mit Begeisterung auf dem Balkon frisst (Junikäfer), jetzt gleich nochmal Pflanzen wässern, dann reicht es auch.

    Sonntag, 23. Juni 2019

    Irgendwann muss doch auch mal wieder was weitergehen, was erledigt, was abgearbeitet und abgehakt werden! Aber halt nicht heute.

    Heute erwachte ich vom Wecker um 9:30, weil wir um 11 Uhr zum Frühstück verabredet waren und das schafften wir dann auch so gerade. Das Frühstück war "mal woanders" und es war echt gut, ein bisschen orientalisch, was genau weiß ich nicht. Ich hatte einen Frühstücksteller mit mehreren Dingen, deren Namen mir nichts sagte, aber die Bedienung versprach, es wäre nichts mit Fisch oder Fleisch, so war es dann auch und es war alles lecker. Leider konnte man nicht mit Karte zahlen (auch nicht mit Paypal, fragen kann man ja mal), das finde ich immer sehr anstrengend.

    Ich weiß nicht, wann wir wieder zu Hause waren, vielleicht gegen 14 Uhr? Oder 15 Uhr? Es war jedenfalls auf dem Rückweg sehr warm, daher musste ich dringend auf der Couch ausruhen. Eigentlich wollte ich heute ein ganzes Buch lesen, aber dazu kam es nicht. Ohne speziellen Grund.

    Es kam zu ein bisschen Wäscheplanung (das Kind verreist in einer Woche), Burger-Buns wurden selbst gemacht (das Wetter ist ja immerhin sehr hefeteigfreundlich), der Kauf von weiterer Kleidung für das Kind abgelehnt, der (zukünftige) Kauf von Haarwaschzeug in Stückform, die (zukünftige) Verwendung von Seife in der Dusch und die (zukünftige) Auswahl von Zahnpasta von einer Liste, die mir vom Kind per Whatsapp zugestellt wurde, jedoch approved.

    Ein Telefonat mit den Eltern, Papa N. fragt, ob ich ihm in etwa 10 Tagen nochmal Getränke bei der Flaschenpost bestellen könne. Natürlich kann ich das - dass mir das mit 10 Tagen Vorlaufzeit angekündigt wird, macht mich zwar etwas nervös, aber wir werden sehen.

    Später grillte Herr N Burger auf dem Balkon, unter anderem wurden die veganen von Mühle irgendwas verkostet. Ich fand sie eklig aber dem Kind schmeckten sie, das ist ja die Hauptsache.

    Danach kam das Highlight des Tages: Blumengießen auf dem Balkon und zwar wegen Hitze nun mit dem im April gekauften Schlauch! Um den Schlauch anzubringen, muss ich den Duschschlauch abschrauben und dann bleibt natürlich auch immer ein ziemlicher Wasserrest im Schlauch nach Beendigung des Gießvorgangs, so dass ich bisher trotz Schlaucherwerbs noch mit Kanne gegossen hatte. Heute war aber absehrbar, dass mindestens 8, besser 10 Kannen benötigt würden, das war mir zu anstrengend. Tatsächlich war die gesamte Schlauchaktion auch in etwa 10 Minuten abgeschlossen (mit Kanne dauert es deutlich länger, halbe Stunde etwa) und das Restwasser im Schlauch benutzte ich, um die Badewannenränder von Staub zu befreien.

    Das mache ich jetzt öfters so.

    Samstag, 22. Juni 2019

    Der Tag wurde nicht so warm wie befürchtet und es regnete angenehm viel.

    Am Morgen hatte ich, naja, keine Gesangsstunde, eher betreutes Üben. Der Gesangslehrer scheint etwas ungeduldig zu werden was meinen Fleiß betrifft, sicher zu recht, es gelingt mir gerade wirklich nicht gut, das Üben unterzubringen. Genau gesagt gar nicht. Die Gesangsstunde unterzubringen gelingt mir aber immer, bekanntlich sage ich ja nie Termine ab. Weshalb der Gesangslehrer sagte, Samstagvormittag sei doch eine gute Zeit zum üben, ich solle Skype nebenher laufen lassen und ihn nicht beachten, er habe eh zu tun und würde nur ein wenig mithören. Anfangs kam es mir sehr affig vor, nach einiger Zeit hatte ich ihn aber völlig vergessen. Also von mir aus.

    Anschließend stellte ich den Essensplan für eine Hitzewoche mit vielen Verabredungen zusammen, dann gab es Frühstück, dann fuhr ich zum Einkaufen. Weil ich keine Lust hatte, dort einzukaufen, wo ich immer kaufe (ich bin wirklich keine treue Kundin, dazu langweilie ich mich viel zu schnell) fuhr ich nicht in die Innenstadt, was naheliegend gewesen wäre, sondern zum Kino, dort gibt es auch zwei Supermärkte. Mit schweren Taschen kam ich zurück, immerhin hatte ich daran gedacht, die Fahrradreifen vorher richtig aufzupumpen (das war seit längerem nötig), so dass die Fahrt nicht unangemessen beschwerlich war.

    Ich hätte heute große Lust gehabt, einfach alle Gerichte der gesamten Woche vorzubereiten, aber dazu reicht der Kühlschrankplatz natürlich nicht aus. Also kochte ich nur das Essen für heute (Mangold-Schafskäse-Quiche) und zwei Salate, von denen einer für morgen geplant ist (Coleslaw) und einer einfach so, weil man ihn immer brauchen kann (Kartoffelsalat).

    Eigentlich wollte ich noch zig andere Dinge tun, nämlich: Decken aussortieren, aussortierte Kleidung vom Kind sichten, das Kind dazu anhalten, auch noch Schuhe und Jacken durchzuschauen, Papierkram, ein Buch lesen. Dazu kam es dann aber nicht mehr, nur ein paar Maschinen Wäsche liefen noch durch und immerhin schafften M und ich es endlich, ihren Englischtest für die Sprachreise zu erledigen (natürlich musste nur M ihn erledigen aber ich musste ihn auswerten und die Punkte melden, naja eigentlich hat auch das M dann gemacht aber sie wollte, dass ich daneben sitze. Ich war beeindruckt, das Kind kann einfach so gut wie fehlerfrei Englisch.) Vielleicht das andere morgen, vielleicht auch nicht.

    Jetzt schaue ich mir erst einmal "Wizards Unite" an, ob mir das Spaß machen könnte.

    Freitag, 21. Juni 2019

    Keine Erinnerungen an die Nacht, um 6 vom Wecker aufgewacht und ihn nochmal auf 7 weitergestellt. Festgestellt, dass das Kind schulfrei hat. Nunja.

    Auf dem Weg zum Büro begegneten mir überreife Erdbeeren, die für 1 Euro pro Kilo verkauft wurden. Nach meiner Beobachtung auf dem Erdbeerfeld neulich sehe ich mich da ehrlich gesagt zumindest in diesem Jahr nicht unters Volk mischen und schon gar nicht, wenn ich Erdbeeren für 1 Euro pro Kilo kaufen kann. Ich kaufte also drei Kilo und nahm sie mit ins Büro, denn eine weitere Schleife über zu Hause hätte mir zu lang gedauert.

    Im Büro dies und das, wieder ein paar Dinge generell geändert, bisher läuft das gut.

    Am Nachmittag wurde es etwas hektisch, ich hatte zwar die ganze Zeit im Kopf gehabt, das heute der Tag ist, an dem ich gemeinsam mit der Mutter, mit der ich die Kinder abwechselnd dahin transportiere, die Reise vor die Turnhalle antrete, damit wir mal gemeinsam einen Kaffee trinken könnnen. Ich hatte aber nicht ausreichend antizipiert, was das für die Handlungsstränge "Aufbruch aus dem Büro", "Abendessen" und "Erdbeeren" bedeuten würde. Also ging plötzlich alles sehr schnell und beim Thai vorbei und M und mir blieben dann noch 17 Minuten, um die 3 kg Erdbeeren vorzubereiten und mit Gelierzucker in einen Topf zu bringen, in dem sie bis zu unserer Rückkehr durchziehen sollten. Das ging gerade so auf.

    Wir setzten die Kinder ab und gingen dann ins Eiscafé, in dem sich nach und nach zwar nicht die ganze Familie der anderen Mutter, aber immerhin rund 15 Person daraus zu uns gesellten. Himmel, wie anstrengend muss es sein, mit der gesamten Sippe in einer Stadt zu leben! Oder auch nur mit 15. Babys wurden herumgereicht und gefüttert, Krankheiten besprochen, viel geraucht. M, ihre Freundin und ein weiteres Kind kamen schon nach einer Stunde aus der Sporthalle ins Café gelaufen, das Training war abgebrochen worden, weil sie nur zu dritt und - wenn ich das richtig verstanden habe - unmotiviert waren.

    Gegen 21:30 Uhr waren wir wieder zu Hause, es gab das aufgewärmte Essen vom Thai während die Erdbeermarmelade köchelte.

    Donnerstag, 20. Juni 2019

    Die Nacht von Freitag auf Samstag war ganz wunderbar, geradezu perfekt. Zuerst war ich nämlich, am Abend, mit Frau Fragmente Steak essen und das Steak war ganz ausgezeichnet, das Dessert auch und ich war danach sehr satt aber hatte nicht das unangenehme Gefühl, nie wieder etwas essen zu können. Außerdem besprachen wir große Themen. Zum Beispiel wie es gelingen kann, dass Personen ein Verantwortungsgefühl verspüren für, zum Beispiel, ihren Arbeitsbereich. Was braucht es dazu, was muss ich liefern, irgendeine Art von Autorisierung? Oder ist das etwas, das man mitbringt oder eben auch nicht? Und falls nicht, kann man sie dann doch irgendwie erwerben, erlernen, diese Haltung? Und natürlich sprachen wir auch über das Internet. Und darüber, wie unangenehm zur Schau gestellte moralische Überlegenheit auf uns wirkt. Und über vieles andere.

    Dann ging ich nach Hause und war dort allein, das mag ich sehr. Ich finde es schön, nach einem vollen Tag/Abend nach Hause zu kommen und nicht zu sprechen und keinen weiteren Input vorzufinden. So saß ich also einfach herum bis es an der Zeit war, das Kind von einer Party abzuholen. Dann war es zu Hause auch wieder schön, weil das Kind da war, in seinem Zimmer, im Bett, in Sicherheit sozusagen. Sehr angenehm, ich saß noch eine Weile im Dunkeln auf dem Balkon und freute mich, dass das Techniktagebuch einen Grimme Online Award gewonnen hatte. Später kam dann auch Herr N von einer Party, dann war es perfekt. Alle waren erst weg und dann da, Tür von innen zu und schlafen. Also ich erstmal nicht, ich hatte nämlich Fenster und Balkontür aufgelassen und mir daher die Aufgabe mit in den Schlaf gegeben, bei Gewitter aufzuwachen. Und es war halt ständig Gewitter. Ich tat also in der Nacht so dies und das. Hier mal ein Fenster schließen, dann kam auf der wetterabgewandten Seite aber frische Luft, also da das Fenster auf. Alle Mückenstiche nochmal mit diesem komischen Gerät elektronisch verbrennen, damit sie nicht so jucken. Pflanzen auf dem Balkon nochmal hochbinden, damit Regen/Wind sie nicht abnicken. Mich umziehen, weil selbst patschnass geworden. Nochmal kurz raus, um die Füße im Regen abzukühlen. Andere Fenster auf und zu. Katzen durchzählen. Die Taschenlampe suchen, etwas trinken. Haare nass machen wegen zu warm. Nochmal Zähne putzen aus Verwirrung. Zwischendurch schlief ich auch ab und an, ab kurz vor Sonnenaufgang dann auch tief und fest bis 11 Uhr. Passt schon.

    Heute habe ich dann gefühlt gar nichts gemacht, wobei das so richtig nicht stimmt. Ich habe auf jeden Fall zwei Ladungen Wäsche gewaschen, Muffins gebacken, Zucchini-Walnuss-Minz-Nudeln gekocht, Gesangsstunde gehabt und alle beweglichen Teile des Kühlschranks durch die Spülmaschine gejagt, ihn grundlegend aufgeräumt und von innen ausgewischt, die Betten frisch bezogen und die Wäsche der Woche bisher zusammengelegt. Das ist ja nicht nichts, es fühlt sich dennoch so an, als hätte ich den ganzen Tag nur auf dem Sofa gesessen. Vielleicht, weil ich eigentlich so viel mehr machen wollte, hunderttausend Dinge, aber keins davon konkret, sie schwirrten alle nur in meinem Kopf - vielleicht Steuererklärung oder Ebay-Kleinanzeigen oder Schleichtiere sortieren oder eine Kiste ausräumen oder den Keller oder die Garage oder länger ausstehende Nachrichten beantworten oder die Kochbücher sortieren oder den Gläserschrank oder die Ersatzbettdecken sichten, die viel mehr sind als ich je brauchen werde. Aber es war warm und es war alles unkonkret, vielleicht müsste ich mir eine Liste machen. Jedenfalls, wenn ich an einem Tag solche Dinge wirklich tun will. Ich glaube, ich wollte das heute gar nicht.

    November seit 4841 Tagen

    Letzter Regen: 24. Juni 2019, 23:09 Uhr