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    Montag, 20. April 2026
    20. April 2026 - 4. Arbeitstag vor Urlaub

    Heute wurde ich zum zweiten Mal gefragt, ob ich es in Erwägung ziehen würde, den Urlaub zu verschieben.. Beim ersten Mal hatte ich nur gelacht. Dieses Mal wurde die Sorge geäußert, dass eine bestimmte Sache schief gehen könnte, wenn sie nicht meiner Aufmerksamkeit unterliegt. Nun, dann wird sie schief gehen. Es würden viel, viel mehr Dinge schief gehen, wenn ich den Urlaub jetzt nicht nehme. Das erklärte ich aber so nicht, ich sagte nur "Nein".

    Ich bin für den Urlaub gut im Zeitplan. Ein paar wirklich wichtige Dinge gibt es noch, für die es aber zu früh ist, sie müssen bis Donnerstag warten. Heute befasste ich mich mit lange Aufgeschobenem. Es gibt ja viele Dinge, die durch Zeitablauf irrelevant werden. Es gibt aber auch Dinge, die durch Zeitablauf einfach dringlicher werden. Um solche handelte es sich. Dann gab es noch eine Kategorie Dinge, für die andere involviert werden müssen. Die können das aber nicht routinemäßig bearbeiten, denn es sind alles irgendwelche erklärungsbedürftigen Sonderfälle. Und für Erklärungen braucht man eben Zeit, wenn man mündlich erklären will, sogar gemeinsame Zeit und auch Energie, um nicht auszurasten, wenn das Gegenüber die Sache dann nicht im angemessenen Zeitrahmen durchdringt oder abzublocken versucht oder sonstwie komplizierter macht, als sie ist oder bisher schien. Letzte Wooche hatte ich diese Ernergie nicht, heute schon, also sind all diese Themen jetzt unterwegs.

    So ging der Tag gut herum, das hatte ich morgens gar nicht erwartet, denn die Nacht war zerrüttet, ich schätze, ich bin nur auf gut 4 Stunden Schlaf gekommen.

    Morgen steht ein ganzer Tag Konferenz an, Mittwoch noch zwei längere Termine und Donnerstag die letzten Aufräumarbeiten und Übergaben. Das große Projekt ist momentan gut eingetaktet, also so, dass in den nächsten drei Wochen nicht allzu viel passiert.

    Ich freue mich sehr!

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    Sonntag, 19. April 2026
    19. April 2026

    Lose Gedanken beim Runterkommen:

    Ich hatte schon wieder eine gute Kleinanzeigenerfahrung. Und zwar holte Christoph einen riesigen Stapel alter Handtücher bei mir ab, die mir seit über einem Jahr einen Wäschekorb blockieren und den Zugang zur Wäschekiste. Ich fürchte, für Christoph war die Erfahrung nur mittel (obwohl er mir 5 Sterne gab), denn im ersten Anlauf habe ich ihn vergessen und mich nicht wie vereinbart gemeldet. Der Arme. Dann war er beruflich in Limburg und nun hat es nach über eine Woche geklappt, für mich kam es darauf nach über einem Jahr jetzt natürlich nicht mehr an und doch fragte ich mich, was er mit meinen Handtüchern macht, das sich nicht mit weniger Aufwand auch anders machen lässt. Die Antwort ist: Autos polieren. Und er braucht alle Handtücher, die er bekommen kann.

    Mehr als dieser Umstand beschäftigt mich, dass ich ihn vergessen hatte. Das ist untypisch für mich und geht gleichzeitig in einen Bereich, der mir an mir seit längerem negativ auffällt. Ich bin nämlich unpünktlich geworden. Viele Jahrzehnte meines Lebens war ich immer zu früh, eine Viertelstunde halt, das habe ich genossen. Ich konnte vor allem, was vereinbart war, noch kurz runterkommen, mich sammeln ging in alle Termine und Verabredungen sortiert und entspannt. Das ist verloren gegangen. Ich bin jetzt im Normalfall wenige Minuten zu spät, mein Handy ist voll von Nachrichten (von mir geschrieben) mit "Ich bin im Aufzug!!", "Nur noch 1 Haltestelle!!!", "Biege gleich um die Ecke!". Ich überlege, wie das kommt. Es ist nicht so, dass mir das gut tut, auch wenn ich zwischenzeitlich gelernt habe, das runterkommen und mich sammeln und sortieren und entspannen in einem Wimpernschlag zu erlernen, einem etwas längeren und bewussteren als dem üblichen Wimpernschlag, also so ca. 4 Sekunden, doch ich glaube, alle meine Verabredungen, beruflich wie privat, nehmen mich nach diesen 4 Sekunden nicht anders wahr als sie es vor Beginn meiner unpünktlichen Phase getan hätten.

    Trotzdem möchte ich unbedingt zurück in das leicht überpünktliche Leben. Ich könnte gleichzeitig bei meinem 4-Sekunden-Wimpiernschlag bleiben und die restlichen 14 Minuten 56 Sekunden nutzen, um herumzuschauen oder in einem Buch zu lesen oder den Meldodien in meinem Kopf zu lauschen, mal ganz abgesehen davon, dass es ein anderer Status ist, für einen Termin gelassen lächelnd bereitzustehen als kurzfristig derangiert um die Ecke zu stürmen.

    Ich glaube, der Grund ist, dass meine Pläne und Tätigkeiten zu sehr auf Kante gemacht sind, weil es in der letzten Zeit zum einen sehr viele Dinge gab, die ich erledigen "musste" (also jedenfalls, wenn ich nicht noch lästigere und zeitraubendere Konsequenzen auf mich nehmen wollte) und gleichzeitig nicht bereit war, auf eins der vielen Dinge, die ich wollte zu verzichten. Ich brauche ja das Gewollte als Ausgleich zum Gemussten, sonst ist das Leben nicht so richtig gut.

    Wenn meine These stimmt, dann habe ich jetzt wieder eine gute Chance auf ein Leben in Pünktlichkeit!

    Nur für Christoph kommt das zu spät.

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    18. April 2026

    Heute haben wir die Schlüssel zur Wohnung von Papa N an den Vermieter zurückgegeben. Alle, denen ich in der Woche zuvor von diesem anstehenden Ereignis erzählte, machten ein ernstes Gesicht und sagten Dinge wie „Ohje“ und „Das ist sicher schwierig“. So wie auch schon in den letzten 8 Wochen, in den wir alles sichteten, sortierten und ausräumten.

    Für mich war es bisher nicht schwierig, ich war aber natürlich auf der Hut, ob es heute schwierig sein könnte und forschte in mich hinein. Ich hatte die Wohnung, nachdem viele Möbel in Ms Umzugswagen verschwunden waren, noch nicht dementsprechend leer geräumt gesehen. Das hätte komisch sein können. Und ich stellte es mir komisch vor, zum letzten Mal die Tür zu schließen. Dann andererseits auch nicht, man schließt ständig irgendwelche Türen zum letzten Mal, macht es sich nur nicht bewusst und kann natürlich alles mit Bedeutung aufladen, wenn man dazu neigt. Ich neige dazu nicht. Aber die Tür zum Elternhaus ist dann ja vielleicht doch, naja, wir werden sehen, dachte ich mir.

    Die leer geräumte Wohnung war nicht komisch, nur noch ein Stück fremder als sowieso schon. Es war alles ganz einfach. Ich weiß gar nicht, wer die Tür letztendlich ins Schloss zog, meine Schwester oder der Vermieter oder ich. Es war egal.

    Das Wetter war auch sehr sanft zu uns, kein strahlender Sonnenschein, aus dem man irgendwie in Aufbruchstimmung „Break Forth, O Beauteous Heavenly Light“ angestimmt hätte und auch kein strömender Regen, quasi der Himmel weint, all das nicht, es war leicht bewölt, ab und zu Sonne, einmal ein paar Minuten Nieselregen doch da saßen wir schon unter dem Dach der Pizzeria und stießen an.

    Auf dem Rückweg machte ich noch einen Stopp auf dem Autobahnparkplatz Pfaffenbach West, um eine halbe Stunde im Sitzen zu schlafen.

    Ist das also erledigt. Ich war seit dem Jahreswechsel, also in den letzten 16 Wochen, 22 Mal dort, rund 11.000 Autokilometer, erst in verschiedenen Krankenhäusern, dann häufige Besuche zum Einleben im Pflegeheim, dann zum Wohnungsauflösen. Wenn ich mir überlege, dass es in den letzten Jahren mein größtes Überforderungsszenario war, dass Papa N. nicht mehr in seiner Wohnung bleiben kann, bin ich überrascht, wie smooth das gelaufen ist. Ich habe keinen Schwimmtermin und kein Chorkonzert ausfallen lassen und nur sehr wenige Verabredungen verschoben.

    Das haben wir echt gut hinbekommen! Und ich hoffe, meine Lebensphase des Schlafens auf Autobahnparkplätzen ist damit auch beendet.

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    Freitag, 17. April 2026
    17. April - 5. Arbeitstag vor Urlaub

    Am Vormittag 4 Stunden Mietvertragsverhandlungen. Wir sind ein Stück weiter, aber auch erst maximal auf der Hälfte des Weges würde ich sagen.

    Mittags kündigte ich den bevorstehenden Urlaub büroweit an und begann, ein paar Abläufe in die richtigen Bahnen für meine Abwesenheit zu lenken.

    Nachmittags war Zeugs. Zwei Verträge machen, ein paar Leute anrufen und Dinge besprechen, Fragen stellen und Fragen beantworten, was man so macht.

    Dann eine Idee, die das eine große Projekt einfach mal 1,5 Jahre vorziehen würde. Finde ich super, mal sehen, ob das klappt. Wenn ja werde ich eine Zeit lang unendlich genervt sein, weil alle, die ich dazu brauche, über die Änderung des Zeitplans jammern. Da muss ich mir vorher was ausdenken, entweder wegen des Jammerns oder wegen des Genervtseins, mal sehen, wozu mir eher etwas einfällt.

    Sehr schön war der Heimweg per Rad. Ich fahre momentan nämlich immer mal andere Wege, das begann, weil auf dem kürzesten Weg eine sehr unangenehme Kurve ist. Da fährt man erst längere Zeit ein wenig bergauf und muss dann mit dem Radweg an einer großen und sehr belebten Kreuzung eine Rechtskurve nehmen, die aber so eng ist, dass man eigentlich absteigen muss, das Rad hochheben und um 45 Grad drehen und dann weiterfahren. Das machte man natürlich in der Regel nicht, man fährt einen weiteren Bogen. Das ist, wenn die Ampel grün ist, wegen der Leute, die zu Fuß gehen, nicht möglich. Und wenn die Ampel rot ist, ist es ja erstens verboten und geht zweitens auch wegen der Autos nicht. Man macht es also "irgendwie, wie es gerade passt" und meistens passt es nicht so ganz. Und danach geht es nochmal ein Stück eine Brücke hoch.

    Weil kürzlich Eichensprozessionsspinnermaßnahmen (glaube ich) zu einer Sperrung eines Uferabschnitts führten, fuhr ich über eine andere Brücke und das war viel besser. Bei der nächsten Fahrt wollte ich das wieder tun, nahm aber eine Brücke zu früh und das war wieder schlecht, wegen Trambahnschienen. Heute nahm ich absichtlich noch eine frühere Brücke, um mal zu schauen. Das war erst sehr gut und dann sehr schlecht, der Weg führte mich nämlich direkt über die Zeil und da sind morgens unendlich viele Lieferfahrzeuge.

    Auf dem Rückweg fuhr ich heute auch anders, weil im Sommer so viele Leute sinnlos am Flussufer herumlatschen und mir im Weg sind. Der neue Weg war erst ganz wunderbar, dann traf ich eine falsche Entscheidung und er wurde etwas blöd. Ich werde das weiter austüfteln, der Sommer beginnt ja erst und sowieso werde ich im Sommer neu austüfteln müssen, denn dann ist natürlich Schatten unterwegs besonders wichtig.

    Übrigens stießen heute vor mir ein Rollerfahrer und ein E-Bike-Rennfahrer zusammen. Es sah wild aus. Beide standen auf und posteten als erstes ihre Verletzungen auf Instagram. Daher fuhr ich weiter in der Annahme, dass sie ohne meine Hilfe zurechtkommen. Mit Instagram kenne ich mich sowieso auch nicht so richtig aus, ich habe heute da Nachrichten von vor 4 Wochen entdeckt.

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    16. April - 6. Arbeitstag vor Urlaub

    Am sechstletzten Arbeitstag vor dem Urlaub sah es für einen kleinen Moment so aus, als würde ich doch noch die Contenance verlieren. Aber ich konnte den kleinen Moment zwischen Reiz und Reaktion, der uns Freiheit gibt – im Wesentlichen natürlich Freiheit von uns selbst – noch ein wenig ausdehnen und dann noch ein bisschen und dann hatte ich den Impuls wieder unter Kontrolle.

    Morgens war der Architekt da und dann der Vermieter und alles dauerte viel länger als geplant, dadurch verpasste ich den verabredeten Anruf vom Möbelhändler, der mir skizzieren wollte (bzw. sollte), wie die Logistik funktioniert je nachdem, ob die Rechnungsstellung für eine Möbellieferung aus der Schweiz in die USA an eine deutsche oder an eine amerikanische Rechnungsadresse erfolgt bzw. wie es bei einer Zwischenvariante mit Weiterverkauf von D nach USA aussieht, also die Knackpunkte EU-Umsatzsteuer und unsere Rolle im Importprozess.

    Und dann waren noch drei Verträge zu unterzeichnen, die ich vorher lesen musste, weil ich leider noch mit keiner Person zusammenarbeite, bei der ich blind unterzeichnen kann. Im Gegensatz zu meinem Chef, der Glückliche.

    Dann war Mittag und ein Willkommenslunch. Ich hätte mich gerne unterhalten lassen doch so ging es sich nicht aus und ich musste für den Gesprächsfluss sorgen. Ächz.

    Am Nachmittag ein kleines Pasta-Tief, das ich mit der Beschäftigung mit Zahlen (Gehaltsabrechnung) überwand. Und damit, mittlerweile routiniert Unterstützung abzulehnen, bei Fragen nämlich, die auch jemand anders beantworten kann. Das gehört zur Urlaubsvorbereitung. Es muss (wieder) eingeübt werden, andere Personen als mich zu fragen, denn es handelte sich sämtlich um Themen, mit denen ich gar nichts zu tun habe, bei denen zwischen zwei Personen keine ordentliche Absprache stattfand und nun eine von beiden erhoffte, diese Absprache statt dessen mit mir treffen zu können. Alles keine dramatischen Themen, nichts wird wirklich schief gehen, es ist nur (möglicherweise) unangenehm für die Fragenden, dass sie die Aufgabe nicht erledigen können, ohne nochmal zurück ins Gespräch zu gehen. Vielleicht auch erst morgen, weil die betreffende Person nicht mehr erreichbar ist. Ich will die Unannehmlichkeit nicht ersparen, denn ich halte sie für wichtig.

    Auf dem Heimweg kurzer Stopp zum Tulpenkauf, dann zunächst einmal im Sessel eine Runde eingeschlafen. Die kleien Katze und Herr N schliefen auch, es war sehr harmonisch.


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    Mittwoch, 15. April 2026
    15. April 2026 - 7. Arbeitstag vor dem Urlaub

    Alle Pläne für heute scheiterten, denn ein ganzes Team wurde von "Magendarm" dahingerafft. Fast ein ganzes Team. Last Woman Standing ist "Neue Mitarbeiterin 2". Da sie ja am Anfang des Monats krank war, war heute gerade erst ihre erste Arbeitswoche um, so dass ich etwas Hemmungen hatte, sie gleich ein ganzes Team vertreten zu lassen. Ich setzte mich also zu ihr - nachdem ich alle Türklinken und sonstige Touchpoints desinfiziert hatte.

    Wir hatten dann viel Spaß und einen recht wilden, aber auch zufriedenstellenden Tag. Ich war bei vielen ihrer Fragen zu Arbeitsabläufen überrascht, dass ihre dazu noch niemand eine unkomplizierte Lösung verraten hatte. Sie war überrascht, wie viel ich telefoniere.

    Am Vormittag hatte ich noch zwei Termine, der erste war mit einem Versicherungsmakler, den ich einbestellt hatte, weil mir die Versicherung an einem einzigen Tag über 60 Briefumschläge mit insgesamt mehr als 20 cm Post zugestellt hatte. Das möchte ich nicht und hatte keinerlei Absicht, das alles durchzulesen und zu sortieren, das hatte ich dem Makler - telefonisch natürlich! - mitgeteilt und dass er dafür eine Lösung finden möge. Seine Lösung war, dass er vorbeikommt und das alles durchsieht und sortiert und eine Zusammenstellung macht. Was ich für eine hervorragende Idee halte, denn niemand hier wird 60 Rechnungen/Gutschriften für einen einzigen Sachverhalt bearbeiten.

    Das Treffen war mittelmäßig erfolgreich, was nicht am Makler lag und nicht an meiner Unterstützung durch zur Verfügung stellen von Textmarkern, Büroklammern und Kaffee. Es lag daran, dass noch ungefähr ein Drittel der zugehörigen Unterlagen fehlte, also nochmal 20 Briefe. Der Makler wird sich kümmern, dass ich nicht weiter behelligt werde.

    Der zweite Termin war ein Vortrag zu Transaktionen im Verteidigungssektor, das war sehr, sehr interessant.

    Am Abend ging ich schwimmen. Es war ein hervorragendes Schwimmerlebnis. Zunächst schwamm ich ohne die Kurzflossen, das war schon supergeschmeidig und als ich dann nicht mehr so viel Lust hatte, nahm ich die Flossen dazu und hatte das Gefühl, durch das Becken zu fliegen.

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    14. April 2026 - 8. Arbeitstag vor Urlaub

    Ein sehr ruhiger Tag. Wir mussten uns alle noch von gestern erholen.

    Bei mir kam nichts so richtig in Fluss. Die erste Tageshälfte ging, dann war mir zu warm, ich war hungrig und würde sehr, sehr müde. Also brach ich am späteren MIttag zu einem Spaziergang auf, der jedoch auch nichts besser machte. Ab 16 Uhr war ich damit befasst, „gleich zu gehen“. Es ist gar nicht so einfach, die Sachen zusammenzuräumen und alle Programme zuschließen, wenn man unkonzentriert ist, ständig beginnt man doch wieder etwas, verfranst sic hier und verzettelt sich dort, dann ruft wieder jemand an oder es kommt eine Mail und man kann ja nochmal kurz. Und so weiter. Gegen 18 Uhr schaffte ich es, das Büro zu verlassen.

    Der Heimweg weckte mich auch nicht auf. Die erste Hälfte legte ich mit der Bahn zurück, die zweite mit dem Rad, dabei suchte ich noch drei Geschäfte auf für dringend benötigte Sachen, nämlich zum einen Bargeld (für Papa N), zum zweiten Leckerli (für die Katze) und drittens Tulpen, für mich, die gab es aber nicht mehr bzw. nur noch in einem Entwicklungsstatium, in dem der Kauf nicht mehr lohnend ist.

    Neben immer noch viel Müdigkeit stellten sich auf dem Rückweg Ganzkörperschmerzen ein. Dieses Symptomatik habe ich auf meinem Notizzettel unter „Migräne!“ vermerkt. Es fühlt sich aber kein bisschen nach Migräne an. Es fühlt sich auch nicht nach Magendarm an, das im Büro umgeht (4 Betroffene) und auch nicht nach grippalem Infekt, der ebenfalls im Büro umgeht (3 Betroffene). Es fühlt sich an wie Müdigkeit und Schmerzen nach einem körperlich sehr anstrengenden Tag. Den hatte ich aber keineswegs, ich hatte einen reinen Rumsitztag. Und immer, wenn ich überlege, was mir jetzt wirklich gut tun würde, dann ist das nicht etwa Bett oder heiße Dusche oder sowas, sondern: schwimmem.

    Ich bin gespannt, was daraus wird. Schwimmen gehen werde ich morgen.

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    13. April 2026 - 9. Arbeitstag vor Urlaub

    Am 9. Arbeitstag vor dem Urlaub dachte ich morgens, achja, es löst sich alles gut auf, ich werde in den nächsten Tagen alle mittleren Themen abschließen und alle großen Themen in die richtige Richtung schubsen und alle kleinen Themen umleiten, alles sehr entspannt. Und ging mit Fragmente zum Lunch.

    Als ich zurückkehrte, ging es jemandem nicht gut, die Person wollte sich ein wenig hinlegen und dachte dann – wohl weil es ihr ja nicht gut ging – auch wirklich nicht gut nach, schloss die Tür von innen ab und ließ den Schlüssel stecken. Als die beauftragte Person eine halbe Stunde später die Lage evaluieren wollte, fiel das auf. Auf Anrufe, Rufen und Klopfen (später: gegen die Tür hämmern) keine Reaktion. Also wurde ich involviert und beschloss Dinge, es wurde erst sehr hektisch und dann sehr laut und dann sehr professionell. Dann war alles unter Kontrolle. „So lernt man sich kennen“, sagte die neue Mitarbeiterin, die zum Kreise der unmittelbar Involvierten gehörte. Sie sah nicht abgeschreckt aus.

    Viel mehr war dann nicht. Nach so einer Aktion funktioniert mein Gehirn nicht zum Abarbeiten mittlerer und kleiner Themen, das muss ich hinnehmen und habe auch Verständnis dafür. Wir saße also zusammen, tranken Kaffee und freuten uns, als der benachrichtigte Notfallkontakt aus dem Krankenhaus berichtete, dass die Situation stabil ist und nichts dagegen spricht, dass sich alles wieder zum Guten wendet.

    So ist es auch hier bei einem kleinen Abenteuer geblieben. Ich schätze das sehr. Wie gesagt, nur kleine Abenteuer dieses Jahr!

    Ich fuhr Uber nach Hause, weil ich mir nicht vorstellen konnte, noch mehr Zeit unter vielen Menschen (also in der Bahn) zu verbringen, erwischte allerdings einen Fahrer, der noch bevor ich angeschnallt war „Und, wie geht es dir?“ fragte. Mein Gehirn war überfordert, die Situation einzuordnen, also fragte ich nach ob jetzt einfach eine gesellschaftliche Konvention erwünscht sei oder ein längeres Gespräch, woraufhin der Fahrer anbot, Musik anzumachen. Er schaltete spanischen Rap ein, Morad, das hatte ich neulich schonmal, da hatte ich den Fahrer gefragt, ob er spanisch spricht, worauf er antwortete, er käme aus Afghanistan. Der Fahrer heute kam aus Osnabrück, also frage ich, ob er eventuell Struwen kennt (ok, Osnabrück ist schon Niedersachsen aber ja doch noch recht nah an Münster dran), kannte er aber nicht. Er sei wegen der Arbeit hier, sagte er, man habe ihm das Angebot gemacht und es würde ihm in Frankfurt besser gefallen als in Osnabrück, er würde vermutlich bleiben. Spanisch spricht auch er nicht.

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    Sonntag, 12. April 2026
    12. April 2026

    Die ersten paar Taschen sind ausgepackt. Eine enthielt Haushaltsverbrauchsgegenstände wie Gefrierbeutel, Backpapier, Müllbeutel. Das kann man ja weiterverwenden. Die weiterne beiden enthielten Geschirr, das nun gerade durch die Spülmaschine läuft und Geschirrtücher, die durch die Waschmaschine liefen. Irgendwo zwischendrin bog ich falsch ab und sortierte meinen Kleiderschrank aus, obwohl ich von Papa N gar keine Kleidung übernommen habe. Nein, das stimmt nicht. Ich habe einen Wollmantel in Fischgrät aus den 50ern übernommen. Der wurde aber nur ausgepackt und an eine Kleiderstange gehängt, bei Gelegenheit wird er in die Reinigung gehen. Er ist von Papa N und steht mir hervorragend.

    Jedenfalls, der Kleiderschrank. Es hatten sich ein paar Kleidungsstücke in den unteren Enden der Stapel verstetigt, so, wie es halt passiert, wenn man es jeweils wieder zurücklegt und doch lieber zu einem anderen Kleidungsstück greift. Teilweise hatte sich entweder die Kleidung oder mein Körper verformt, jedenfalls passte es nicht mehr zusammen, insbesondere stellte ich vermehrt unangemessen angewachsene Ausschnitte und bei Hosen Schlackern hinten an den Oberschenkeln fest, beides nicht kleidsam. Die allermeisten Shirts mit Muster mussten auch gehen. Ich bin da irgendwann in den letzten Jahren mal einem Irrtum unterlegen. Und es gab ein Problem mit der Farbe blau: eine Serie an blauen Shirts hatte sich über einige Wäschen hinweg in ein strahlendes royalblau verwandelt, was mir leider gar nicht steht und auch nicht zum Rest der Garderobe passt, ich brauche geämpftes Blau. Ich hatte mich an einer Umfärbung versucht, nur um damit bei einem kalten blaulila zu landen, was ebensowenig geht. Und natürlich der Jeans-Gamechanger: nachdem ich mich mühsam an Skinny-Jeans gewöhnt hatte, gibt es jetzt wieder Bootcut und damit wirklich keinerlei Anlass, die mitterweile recht ausgeblichenen schwarzen Skinny-Jeans nochmal nachzufärben. Halleluja. Kein Clownsfüßealarm mehr!

    Mehr geschah nicht, denn einen Mittagsschlaf gab es auch noch, das lag am Gesangslehrer, der mir einen Link zu seinem neuen Podcast geschickt hatte. Der Link führte zu meiner Verwirrung zu einem Video, und während ich darüber nachdachte, wo genau die Linien zwischen Podcast, Interview, Talkshow etc verlaufen, war ich auch schon eingeschlafen. So wie immer bei Podcasts, außer ich sitze im Auto, dann rege ich mich auf, oder außer die Stimmen sind unangenehm. Es ist also eigentlich ein Qualitätsmerkmal, wenn ich beim Podcast einschlafe.


    11. April 2026

    Heute habe ich mal was ganz anderes gemacht. Man möchte sich schließlich nicht mit repetitiven Tätigkeiten langweilen. Heute habe ich mich daher von 6 Uhr bis 23 im weitesten Sinne damit befasst, dass Dinge aus Papa Ns Wohnung zu M, zu meiner Schwester und zu mir gelangen.

    Zu diesem Zweck holte ich morgens zwei Freunde von M ab und fuhr mit ihnen im Auto zu einer Autobahnraststätte, wo wir uns mit M und drei weiteren Personen trafen. Es gab Kaffee und Snacks. Wir wechselten die Autobesetzungen und fuhren 250 km. Es gab mehr Snacks. Dann wurden Dinge in einen der beiden PKW gepackt, während M mit Begleitung einen Transporter bei einem Autovermieter abholte. Dort hinein wurde schließlich alles andere geladen, das mitsollte. Dann gab es erst einmal Pizza.

    Anschließend wurde der PKW mit den Sachen drin zu meiner Schwester gefahren, dort Dinge in den Keller und in die Wohnung geräumt und andere Dinge aus dem Keller in den PKW geräumt. Es gab nun Eis.

    Wir fuhren nun mit drei Fahrzeugen 250 km zurück, ich musste zwischendrin ein 15-Minuten-Schläfchen an einem Rasthof machen. Bei mir zu Hause trafen wir wieder zusammen, 1/3 der Dinge aus dem Transporter wurden hier in die Wohnung gebracht. Dann fuhren wir nochmal 40 Minuten zu Ms Wohnung, der Rest der Dinge wurde dorthin gebracht.

    Der Transporter wurde zurückgebracht, dann noch die beiden PKW ausgeladen, einen davon fuhr ich dann wieder nach Hause. Während ich das aufschreibe, habe ich mich kurz erschreckt, dass ich offensichtlich zwei Personen unterwegs vergessen habe. Doch dann erinnerte ich mich sofort, dass sie morgens gesagt hatten, das sie nicht mit zurückfahren. Ich habe auch nur eine Nachricht bekommen, dass nochmal für alle Essen bestellt wurde.

    Jetzt sitze ich im Sessel und bin sehr, sehr, sehr müde. Und freue mich auf morgen, da werde ich die „Beute“ auspacken und in meinen Haushalt integrieren!

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    Donnerstag, 9. April 2026
    9. April 2026 - 12. Arbeitstag vor Urlaub

    Mein erster ausgehender Anruf des Tages ging gleich morgens an Hausverwaltung und Vermieter des Büroturms. Das war so, weil meine vier letzten Eingehenden Anrufe vom Sicherheitsleitstand kamen um irgendwas mit 0 Uhr, 2 Uhr, 4 Uhr und 5 Uhr. Wir haben alle großes Glück, dass ich einen gesegneten Schlaf habe und nach so einem Anruf in wenigen Minuten wieder tief und fest schlafe. Ansonsten läge die Welt heute in Schutt und Asche. Unfassbar genervt war ich trotzdem, zumal der Anrufer sich noch bizarre Gründe herbeiformulierte.

    Es ist so, dass die Türen im Turm seit Monaten nicht korrekt schließen. Meiner Ansicht nach liegt das zum einen an zahlreichen Baustellen in anderen Etagen, in denen Türen aufgekeilt werden (Verstoß gegen die Brandschutzordnung) und zum anderen an versäumter Pflege von Türschließern, Dichtungen etc. Laut Auskunft der Hausverwaltung können das keinesfalls die Gründe für das anhaltende Problem sein, was die wirklichen Gründe sind, ist jedoch unbekannt.

    Ich verlangte jedenfalls bei meinem ausgehenden Anruf des Tages, dass das Problem jetzt sofort ohne weitere Verzögerung gelöst werden muss bzw. alternativ vor jeder Tür eine Wachperson stehen muss, die sie immer, wenn jemand durchgegangen ist, fest zuzieht. Das ist für mich auch okay. Wenn ich heute Nacht wieder einen Anruf (oder mehrere) bekommen sollte, ließ ich wissen, würden wir morgen wieder sprechen und dann ganz sicher nicht so freundlich wie heute. Wobei es natürlich nicht die Lösung ist, dass mich einfach niemand mehr anruft bei einem Sicherheitsvorfall. Die Lösung ist, dass keiner passiert.

    Ich bin gespannt!

    Die neue Mitarbeiterin, die Torte und alkoholfreien Sekt mitbrachte, sagte heute, sie würde gerne mal zum Karaoke gehen. Ob irgendwann die versteckte Kamera um die Ecke kommt?

    Eine andere Mitarbeiterin rief mich an, um sich zu beklagen, dass andere so viele Tippfehler machen die sie dann ausräumen muss. Ich empfahl ihr, mit diesen Personen zu sprechen statt mir mir. Das tat sie wohl, denn etwas später riefen mich Personen an, die sich gekränkt fühlten, weil man ihnen gesagt habe, sie sollten auf ihre Orthografie achten. Ächz. Dann gab es noch einen Anruf einer Mitarbeiterin die sagte, der Handwerker (der an den Türen schraubte) würde gar nicht gut riechen, es sei außerordentlich belastend und wie sie damit umgehen solle. Hier konnte ich wieder meinen bewährten Satz „Ich habe darauf keine Antwort“ sagen.

    Am Abend war ich ermattet, ließ das Rad stehen und fuhr mit der Bahn nach Hause. Unterwegs wurde ich etwas schüttelfrostig, zu Hause nach einem halben Liter Wasser und mit einer Wärmflasche im Rücken war aber alles wieder bestens, so dass ich mit Herrn N noch den neuen Balkontisch zusammenbaute und am Geländer befestigte. Es fehlten zwei kleine Muttern. Die fand ich aber in der Dose mit Eisenwaren, die Papa N mir zum Auszug geschenkt hatte. Ich war sehr froh und beschloss in diesem Moment, aus Papa Ns Keller, den wir nächstes Wochenende ausräumen werden, entgegen meiner bisherigen Absicht nun doch alle Dosen mit Nägeln, Schrauben, Muttern, Dübeln etc mitzunehmen. Ich werde mein ganzes, hoffentlich noch langes Leben, dann so etwas nicht mehr einkaufen müssen. Und M vermutlich auch nicht.

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    8. April 2026 - 13. Arbeitstag vor Urlaub

    Der Vormittag war von Nasenbluten geprägt, am Mittag kam Migräne hinzu. Die meiste Zeit lag ich im Büro irgendwo herum – also nicht im Gang oder so, auf dem einen oder auf dem anderen Sofa und später, weil mir die ständigen Fragen nach meinem Befinden auf die Nerven gingen, in meinem eigenen Raum auf dem Fußboden, und wartete, dass Mittel wirkten. Ich dachte, ich könne nicht nach Hause fahren weil ich mit dem Auto dort war. Ich war auch wirklich nicht fahrtauglich, doch hätte ich das Auto natürlich stehen lassen können und per Bahn oder Uber nach Hause fahren, auf diese Idee kam ich aber nicht. Das ist das Problem, wenn die zentrale Steuereinheit betroffen ist. Sie kann dann keine Lösungen mehr finden, die zu ihrer zeitnahen Wiederherstellung führen.

    Gegen 18 Uhr wirkte endlich alles und ich war wieder fit, also fuhr ich ins Schwimmbad. Erstmalig hatte ich heute beim Kraulschimmen das Gefühl, dass es ohne Kurzflossen doch ein bisschen schöner ist als mit. Zwar ist die Gleitphase mit den Kurzflossen natürlich super, doch es ist halt dann immer was am Fuß und das Wasser gleitet nicht um die Zehen. Ich habe den Bewegungsablauf mittlerweile so verinnerlicht, dass ich auch ohne die Flossen eine gute Wasserlage und Gleitphase habe. Also schwamm ich erst eine halbe Stunde ohne Flossen, dann ein paar Bahnen mit und dann für den Abschluss nochmal ein paar Bahnen ohne.

    In der Umkleidekabine war dann eine unfreundliche Frau. Normalerweise sind da alle Frauen immer sehr nett, wir grüßen uns, wünschen schönes Schwimmen oder schönen Abend oder was auch immer, machen uns Platz an den Schränken oder im Vorbeigehen und helfen uns mit Creme, Haarentwirrspray und so weiter aus. Wenn verschiedene Menschen sich auf relativ beengtem Raum mit wenig Abstellfläche halbnackt und häufig nass auf rutschigem Boden begegnen, halte ich die freundliche Haltung generell für eine vorausschauende Wahl.

    Die unfreundliche Frau schien das anders zu sehen. Sie machte zu allem Möglichen Geräusche. Einer anderen viel etwas herunter, sie seufzte genervt. Jemand musste vorbei, sie schnalzte angestrengt mit der Zunge. Eine weitere hatte ihre Haarbürste vergessen und fragte, ob jemand ausreichend unempfindlich wäre, ihr mit der eigenen auszuhelfen, sie murmelte „man muss halte seinen Kopf auch mal anstrengen“. Darüber musste ich sehr lachen, verlor dabei (ich zog gerade einen Socken hat) ein wenig das Gleichgewicht und warf ein paar Dinge von der schmalen Bank, was die unfreundliche Frau zu weiterem abschätzigen Grunzen bewog. Dabei beließen wir es.

    Vielleicht übte die Frau auch. Es gibt diesen Rat, sich in schwierigen Gesprächen oder Prüfungen vorzustellen, das Gegenüber sei nackt. Ich habe nie verstanden, weshalb das beruhigen sollte; es erzeugt vor allem eine neue Form der Irritation, und zwar bei einem selbst. In meinem Umfeld kursierte eine andere Variante: sich selbst unerwartet nackt denken und prüfen, ob die eigene Rede dann noch sitzt. Wenn ja, ist sie belastbar. Es könnte sein, dass die unfreundliche Frau überprüfte, ob sie in einem Haufen halbnackter freundlicher Frauen unbeirrt bei ihrer Haltung bleiben kann. Für größere Aufgaben. Weltherrschaft oder so.

    Morgen werde ich keinerlei Migräne haben, das spüre ich bereits und ich werde heute Nacht sehr gut schlafen, das weiß ich auch schon. Auf beides freue ich mich!

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    Dienstag, 7. April 2026
    7. April 2026 - 14. Arbeitstag vor Urlaub

    Die neue Mitarbeiterin 2 war heute gesund und hatte eine Autoladung voll mit Kuchen und Torte und (alkoholfreiem) Sekt zum Einstand mitgebracht. Soweit ein gelunger Start. Dann sah ich sie wegen diverser Schulungen und Rundgänge und Einführungen nicht mehr viel, doch als ich zum Feierabend fragte, wie der erste Tag war und ob sie morgen wiederkommen würde, sagte sie, sie habe noch nie in ihrem Leben am Arbeitsplatz so viel Wertschätzung erfahren wie heute. Ich dachte erst, sie nimmt mich auf den Arm. Ich sage in Vorstellungsgesprächen, wenn das Thema auf „Wertschätzung“ kommt – und das kommt es zu 90% – dass man sich bei uns schon selbst wertschätzen muss, wir sind darin ansonsten nicht gut. Wobei mir auch die allerwenigsten sagen können, was sie unter Wertschätzung eigentlich verstehen. Ich frage immer nach. Vielleicht haben wir das ja doch irgendwo. Neue Mitarbeiterin 3, die im Sommer anfängt, sagte „naja, wenn Sie so fragen… eigentlich ist das so ein totgetretenes Tier, zig mal drübergegangen und man kann nicht mehr erkennen, was das eigentlich mal war“. Dann mussten wir alle gemeinsam sehr lachen und sie sagte, das sei für sie Wertschätzung, wenn man zusammen lacht und nicht übereinander. Okay.

    Viel Zeit verbrachte ich mit Mitarbeiterin 1, die die Trainingsprogramme absolviert hat und nun fachlich eingearbeitet wird, also von mir. Es wird alles ein wenig dauern. Es gibt eine Checkliste und heute kamen wir bis zur Hälfte von Punkt 2. Vor 50 oder so. Das ist aber nicht schlimm, ich habe mir vorgennommen, alles wirklich ausführlich durchzugehen und zu erklären, wie alles mit allem zusammenhängt. Gerade deshalb gehe ich davon aus, ab Punkt 10 wird das Verfahren viel schneller, denn das hängt dann wieder mit dem vorher zusammen, das ja dann bereits bekannt ist. Es ist mir jedenfalls gelungten, aus einem ziemlich großen Bereich ein schönes, klar definitiertes Tortenstück an Tätigkeiten herauszuschneiden, die Mitarbeiterin 1 dann zukünftig selbständig übernehmen kann und es gibt links und rechts noch je ein weiteres Tortenstück, die das erste gut ergänzen, das eine dann etwas schwieriger, das nächste nochmal deutlich mehr, so wie es ja auch bei Torte ist: das erste Stück flutscht wie nix, beim zweiten wird man etwas langsamer, am dritten hat man ordentlich zu knabbern. Wir werden sehen.

    Am Abend zu Hause entdeckte ich im privaten Mailpostfach eine Problemlage, die mir sofort Nasenbluten bescherte. Nach Konsultation mit Cucinacasalinga und ein wenig herumklicken wirkt die Situation jetzt aber schon handhabbarer und ich hoffe, wir können sie in den nächsten Tagen in komplett geordnete Bahnen lenken. Alles wird gut. Gefälligst.



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    6. April 2026

    Sieh an, ebay Kleinanzeigen heißt jetzt gar nicht mehr so, und weil ich bei der Umstellung irgendeinem Sachverhalt wohl nicht zugestimmt habe, ist mein Konto nicht mehr da. Das hat mich heute jedoch nicht davon abgehalten, diverse Packungen Katzenfutter zu verschenken, denn Madame hat ihren Geschmack geändert. Ich habe ein neues Konto angelegt. Von Einstellen bis Abhoung vergingen 38 Minuten, ich bin zufrieden.

    Dazu habe ich noch Dinge vor die Wohnungstür gestellt - unter anderem diverse Dinge, die mir für Spenden zugeschickt wurden. Ohrringe, Stifte, Postkarten. Ich würde mir wirklich sehr wünschen, keine Gegenstände zugeschickt zu bekommen, die mir dann doch nur beim Loswerden Mühe bereiten. Trägt denn wirklich irgendwer mit solidem, spendenfähigem Einkommen kleine handgewickelte Püppchen als Ohrring? Ich verstehe schon, dass die Organisationen möglichst nachhaltig im Gedächtnis bleiben möchten. Gleichzeitig habe ich noch nie "oh, die haben mir einen minderwertigen Bleistift geschickt, da spende ich wieder hin!" gedacht. Und hätte hier wirklich gedacht, mich in einer sicheren Mehrheit zu befinden.

    Die Wintermäntel, Schals, Handschuhe und Mützen sind vakuumiert und die Garderobe von Gerümpel befreit. Als ich den vorletzen Karton Weihnachtsdeko in den Keller trug, nahm ich von da ein Wurfzelt und eine Isomatte mit und stellte beides an die Straße. Eine halbe Stunde später hatte jemand das Zelt mitgenommen. Bei der Matte warte ich noch bis morgen früh ab, wenn sie dann noch da steht, werfe ich sie in den Müll. Mein Platzschaffen hat strategische Gründe: am nächsten Wochenende kommt - wenn alles gut geht, wenn es dann noch Benzin gibt zum Beispiel - eine umfangreiche Wagenladung mit Gegenständen aus Papa Ns Wohnung, die ich in meinen Haushalt integrieren möchte. Ich habe also schon Urlaubspläne!

    Aber bis zum Urlaub sind es noch 14 Arbeitstage. Morgen der nächste - ich bin gespannt, ob NeueMitarbeiterin2 tatsächlich kommt und ob die Woche durch Urlaubsabwesenheit vieler Personen so ruhig wird, wie ich es mir gerade vorstelle.


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    Montag, 6. April 2026
    5. April 2026 - WmdedgT

    (Alles zu WmdedgT wie immer bei Frau Brüllen)

    Um 6 Uhr klingelte der Wecker, 15 Stunden von Haus verlassen bis Rückkehr, dazwischen haben wir Papa N. besucht und mit ihm Ostereier gefärbt, ein Fahrrad aus einem verwinkelten Keller ohne Licht und mit diversen Baustellen darin getragen und an der frischen Luft aufgepumpt, diverses Werkzeug und Geschirr Treppen hinunterge- und im Auto verladen, einen Sessel und einen kleinen Tisch ebenfalls.

    Dann ging es zurück zu Papa N ins Pflegeheim, er schlief mittlerweile tief und fest und wachte kein bisschen davon auf, dass wir Stuhl und Tisch aus dem Zimmer trugen und durch die mitgebrachten ersetzten, zwei Bilder aufhängten (einmal mit Hämmern), einen Blumenkasten vor dem Fenster anbrachten, einen Krug mit Frühlingszweigen auf den Tisch stellten und einen Keramikhasen auf den Boden fallen ließen. Es gibt doch so Sendungen (oder Serien?), wo Leute kurz von zu Hause weggehen und wenn sie zurückkommen, ist alles generalüberholt. So kam ich mir vor. Also wie die Einheit, die das umsetzt.

    Auf den Tischen im Speisesaal, ein paar Regalen im Allgemeinbereich und hier und da sonst verteilten wir auch noch guerillahaft Osterdekoration aus der Haushaltsauflösung von Papa N. Von uns möchte das niemand haben, also jedenfalls nicht alles, nur ausgewählte Teile. Die Personen, die es bemerkten (bei weitem nicht alle Anwesenden, es ist eben ein Pflegeheim) freuten sich, ein Herr fragte, ob er etwas für sein Zimmer haben dürfe und nahme ich ein ca. 30 cm hohes geringeltes Ei mit.

    Anschließend speisten wir zum Osterfest sehr umfangreich an einem Asia-Buffet. Das kam uns allen sehr entgegen, denn sowohl vegane wie vegetarische Wünsche als auch Verlangen nach Fleisch und Fisch konnten gut abgebildet werden. Und es gab viel zu sehen. Ich sah eine Person, die Götterspeisewürfel als Topping für Sushi verwendete. Ich war irritiert und zugleich neugierig, hätte das auch probiert - das ist ja das Schöne an Buffets, dass man absolute Miniportionen nehmen kann zum Probieren! - doch war leider schon satt.

    Wenn alles gut geht, wird die Haushaltsauflösung am kommenden Samstag beendet. Dann fahre ich eine Woche später nochmal zur Schlüsselübergabe und nach 22 Fahrten zu Papa N seit Weihnachten wird es dann hoffentlich ruhiger. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie ich das überhaupt hinbekommen habe.

    Im Auto hörten wir - unter anderem einen Podcast, in dem Giovanni di Lorenzo sagt, dass natürlich jeder Mensch gebraucht werden will. Ich widerspreche dem ganz klar und denke hier wird "gebraucht werden" fälschlicherweise gleichgesetzt mit sozialer Eingebundenheit. Dabei kann man natürlich auch ohne asymmetrische Abhängigkeit, die ein "gebraucht werden" nun einmal mit sich bringt, in Resonanz gehen oder wirksam sein. Mir ist Resonanz wichtig, mir ist gleichzeitig zu jedem Zeitpunkt Selbstbestimmung wichtig und "gebraucht werden" komplett unwichtig. Ich musste die Fahrt kurz unterbrechen und auf einen Parkplatz fahren, um Herrn N und M dies in einem mehrminutigen Monolog mit viel Gestik zu erläutern.

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    Samstag, 4. April 2026
    4. April 2026 - Einkaufssamstag

    Schon vor dem Frühstück war Gesangsstunde, wir befassten uns heute viel mit Bildern und stellten fest, wenig überraschend natürlich, dass für uns unterschiedliche Bilder funktionieren. Wo der Gesangslehrer gerne von "Stütze" spricht, von unten gedacht, sehe ich ein Luftpolster, auf dem meine Stimme obendrauf liegt. Wo er einen "umarmenden" Klang sieht, ist mein Bild ein "Heiligenschein". Und so weiter.

    Er fragte, ob ich mich jetzt für einen Song für den Termin Ende des Monats entschieden hätten. Ende des Monats reisen Violinista und ich nämlich als Teilnehmerinnen zu etwas, das ich "DSDS" nenne, obwohl es das natürlich nicht ist, das wäre ja ein großes Abenteuer und ich mache dieses Jahr nur kleine Abenteuer. Es heißt aber so ähnlich, nicht klanglich sondern semantisch, also sage ich jetzt so.

    Und weil wir darüber sprachen, erinnerte ich mich, dass ich vorher noch einen Frisiertermin machen wollte, es wäre auch eine Woche später noch vertretbar, doch verreise ich lieber mit einfachen Haaren, zumal ich las, dass die Zimmer nicht als Standardausstattung über einen Fön verfügen. Und zapp, schon das nächste kleine Abenteuer, ich klicke immer auf "beliebiger freier Termin" und werde dieses Mal bei L. landen, die ich noch nicht kenne, laut Website sind Kurzhaarfrisuren ihre Spezialität, das passt ja, allerdings auch Expertin für Farbe, ich hoffe, das geht gut, ich hörte von einer Freundin, die den Salon anzündete, nein, nein, nur verließ, als ihr die postmenopausale lila Strähne in der Kurzhaarfrisur angeboten wurde.

    Danach rauschte der Tag erstaunlich schnell vorbei. Ich hatte gerade kurz Scones gebacken, da war Cucinacasalinga online und ich wollte ja sowieso noch Schreibtischdinge erledigen. Doch gerade, als wir einander auf den aktuellen Stand gebracht hatten - und selbst das nur so halbwegs - rief schon M an. Wenige Minuten später stand sie vor der Tür und wir machten gemeinsam noch ein paar Erledigungen. Jetzt ist hier für die nächsten zwei Feiertage auch ausreichend Klopapier im Haus!

    Und dann war auch schon wieder Abendessen. Diese Sache mit dem Essen finde ich wirklich etwas stressig an Tagen, die ich zu Hause verbringe, immer muss man schon nach wenigen Stunden wieder nachdenken und Handlungen beginnen. Für den Urlaub werde ich mir da etwas ausdenken müssen, sonst habe ich ja gar nichts von den freien Tagen.

    Ich fühle mich immer noch nicht 100%ig fit. Habe den Eindruck, dass eine Runde Schwimmen dies behoben hätte, doch das Schwimmbad hat bis Dienstag geschlossen. Ein Spaziergang half nicht, ich gehe ja außerordentlich gerne doch an manchen Tagen - und so einer war heute - habe ich das Gefühl, meine Beine wären ein kleines Stück zu lang und folglich bewegen sie sich etwas unkontrolliert und nicht gleichmäßig-geschmeidig.

    Deshalb gehe ich jetzt gleich auch schon wieder schlafen. Denn morgen früh um 7 beginnt die Osterreise zu Papa N. Und übermorgen ist dann noch ein Tag frei! Wahnsinn.

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    3. April 2026 - Karfreitag

    Das Aufregendste heute war, dass ich für mich beschlossen habe, in einem der kommenden Jahre an Karfreitag ins Münsterland zu reisen und Struwen zu essen, in einem Landgasthaus. Alternativ natürlich, falls mich wer einlädt, bei dieser Person zu Hause. Da ich aber sehr wahrscheinlich erst morgens an Karfreitag losfahren würde, und für die Struwen den frühen Nachmittag optimal finde, die Fahrzeit ca. 3 Stunden sind und ich keine Frühaufsteherin bin, müsste ich eine Zufallsbekanntschaft, die zu einer Einladung nach Hause führt, in ungefähr 30 bis 90 Minuten herbeiführen. In Münster. Man soll sich die Ziele auch nicht zu hoch stecken.

    Auf Mastodon entwickelte sich gleich eine Bewegung von Menschen, die, ausgelöst durch meine Struwenplan, wenn ich richtig verstehe zeitnah, auch in diese Gegend reisen möchten, aber wegen Pferden. Nicht zum Pferde essen allerdings, auch nicht zum Pferde reiten, sondern wohl zum Pferde anschauen. Oder so. Egal. Ich hoffe nur, es kommt nicht noch ein Rosinengespräch, ich habe in meinem Leben schon zu viele Rosinengespräche gehört und gelesen. Rosinen jetzt wegen der Struwen, ich wollte schon Stuten schreiben wegen Rosinenstuten, dann wäre es verwirrend geworden.

    Davon abgesehen – und von 6 Maschinen Wäsche abgesehen – geschah heute nichts, nur sang ich noch morgens (mit dem Chor) im Karfreitagsgottesdienst. Die Kirche war nicht gut besucht, im Live-Stream waren 12 Personen, in der Kirche nur wenig mehr. Davon ein älterer und ein jüngerer Herr mit asiatischem Äußeren, sie sprachen mich hinterher am Fahrradständer auf Englisch an, es habe ihnen sehr gut gefallen und fragten „Is it expected that we ask the conductor for an autograph?“. Ich erwiderte „It’s not expected, though you’re entirely welcome to do the unexpected“. Ich weiß nicht, ob das hilfreich war.

    (Rosinante. Ich muss jetzt noch einmal hier Rosinante hintippen)


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    2. April 2026 - 15. Arbeitstag vor Urlaub

    Ich habe heute wieder zwei Beinahe-Abenteuer erlebt. Wie neulich schon, als ich beinahe in Badebekleidung aus dem zu evakuierenden Schwimmbad geholt worden wäre, wenn ich nicht nochmal zum Auto zurückgegangen wäre, weil ich meine Zehnerkarte vergessen hatte.

    Auch heute trugen sich die Beinahe-Abenteuer im Schwimmbad zu. Ich hätte nie gedacht, dass dieses Hobby so spannend wird!

    Als erstes bemerkte ich, als ich beim Umziehen in meinen himbeerfarbenen Badelatschen schlüpfte, dass da schon wieder irgendein Steinchen oder so drinhängt, wie auch schon bei den letzten Schwimmbadbesuchen. Da ich mich irrational vor Schwimmbadfußböden ekele, kann ich die himbeerfarbenen Badelatschen leider nie mit den Händen anfassen, schubberte also mit dem Fuß darin herum, um das Steinchen zu entfernen, doch es ging nicht. Ich überlegte kurz, ob ich evtl eine kleine Warze an der Fußsohle habe und untersuchte dies – negativ. Im Latschen dennoch wieder ein pieksiges Gefühl. Ich überwand mich, nahm ihn in die Hand entdeckte, dass in der Sohle ein Nagel steckte, der sich bis ganz knapp ins Fußbett durchgeschoben hatte. Nagel entfernt, alles gut. Ich dankte dem Badelatschen, dass er mich davor bewahrt hatte, am Karfreitag mit einem Nagel durch den Fuß in eine Notaufnahme zu fahren, wie so eine Person, die Kreuzigung nachspielt und nach 1/4 den Mut verliert.

    Das zweite Beinahe-Abenteuer war ganz am Ende des Besuchs. Als ich nämlich aus dem Becken stieg, war es kurz vor der Schließzeit und der Bademeister, dem ich frohe Ostern wünschte, sagte, ich sei die letzte Frau im Schwimmbad und solle doch bitte wenn ich umgezogen bin nochmal kurz vorbeikommen, damit er weiß, dass die Damen-Duschen und -Umkleiden leer sind und er kontrollieren kann. Das wollte ich tun, war auch exakt 3 Minuten voir der Schließzeit mit allem fertig, doch der Bademeister war unauffindbar. Und während ich ihn in den Gängen suchte, ging überall das Licht aus und eine schwere Tür fiel ins Schloss.

    Ich schwöre, es verging keine Millisekunde, bis ich mich schon freute, das Schwimmbad für eine Nacht ganz für mich zu haben! Völlig ungestört könnte ich noch viele Bahnen ziehen, zwischendrin warm duschen und wenn ich hungrig würde, die beiden Apfel und die Karotte und die Kohlrabi essen, die ich noch in der Tasche hatte. Damit kommt man ja durch eine Nacht. Ja, vielleicht würde ich müde, bestimmt gäbes aber irgendwo eine Sanitätsliege, auf der ich mich mit meinem großen Badehandtuch zudecken könnte. Und wenn nicht würde ich dann einfach irgendwann gegen 1 oder 2 Uhr morgens die Polizei rufen.

    Ich hatte mir schon alles schön ausgemalt, als das Licht wieder anging und der Bademeister mir mit einer Taschenlampe entgegen kam, im Umkleidebereich war eine Sicherung herausgeflogen, das Schwimmbad war noch gar nicht leer.

    Als ich am Auto stand und die Handtücher umpackte, blieb einer der Schwimmherren neben mir stehen und sagte „Achso, Sie haben mich ja vorhin überholt, aber jetzt sehe ich, Sie sind ja eine Schwimmerin, dann ist ja alles klar!“ Ich schaute wohl sehr fragend. „Na dieses Spezialhandtuch!“, glaubte er zu erklären. „Ich bin verwundert, dass mein Handtuch mich als Schwimmerin kenntlich macht und nicht mein Schwimmen“, stellte ich fest. „Also ich weißt jetzt jedenfalls, wie ich das meiner Frau erkläre!“, erwiderte der Mann meiner Auffassung nach zusammenhanglos, aber froh. Ich hakte das Erlebnis ab, er ist vermutlich einfach in einer anderen Realität zu Hause als ich.

    Dass das mit dem Schwimmen heute geklappt hatte, freute mich sehr. Fast wäre ich nämlich wieder im Büro hängengeblieben, weil das Conditional Formatting in Excel, das in einem Sheet Zahlen <0 rot markieren soll, die 0 auch rot markiert, weil sie durch eine Formel entsteht und so vermutlich als Sondewert gesehen wird, den ich irgendwie in einer Hilfsspalte (oder vielleicht auch direkt in der Formel) mit =value oder sowas umwandeln müsste. Ich habe dann beschlossen, dass mir das ganz egal ist, ich bin sowieso keine Freundin von Farben in Excel-Sheets und wenn irgendwer Farben will, soll er oder sie sich mit dem Thema befassen.

    Ansonsten habe ich heute einen großen prä-Urlaubsbrocken erledigt, gleichzeitig bin ich jedoch auf einen weiteren Brocken, den ich verdrängt hatte und einen anderen, den ich für erledigt gehalten hatte gestoßen. Den einen beginne ich nächste Woche mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass er vor dem Urlaub fertig wird. Den anderen werde ich anstoßen, er ist jedoch ein Mehrmonatsprojekt über diverse Standorte. Ich habe mit der Pariser Kollegin heute abgemacht, dass ich den Stein nächste Woche ins Wasser werfe und sie die Wellen in die richtige Richtung immer wieder anschubst, nach meinem Urlaub sehen wir dann weiter. Alle Bälle, die das eine Großprojekt betreffen, liegen seit heute nicht mehr bei mir; das andere Großprojet ist im aktuellen Status sowieso völlig außerhalb meiner Kontrolle.

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    Donnerstag, 2. April 2026
    1. April 2026 - 16. Arbeitstag vor Urlaub

    Ich probiere es nochmal mit Urlaub, nachdem ich ja im Dezember an Krankheit gescheitert bin (an der Krankheit anderer, nicht eigener Krankheit) und ab Januar an irgendwie allem, einem riesigen Sammelsurium privat wie beruflich, dessen Komponenten jede einzelne sehr laut „Kümmer dich!“ riefen.

    Das meiste davon ist erledigt oder unter Kontrolle, zwei Großprojekte bleiben, die bleiben jedoch noch für mindestens acht Monate bzw. zweieinhalb Jahre und können daher Urlaubsplänen nicht weiter entgegenstehen. Das geht ja gar nicht.

    Ich probiere meinen Countdown also erneut: Heute war Arbeitstag 16 vor Urlaub!

    Der Tag begann damit, dass Neue Mitarbeiterin 1 von 2 sich krankmeldete. Ich dachte erst an einen Aprilscherz, wer wird denn am allerersten Arbeitstag krank? Es war aber keiner. Immerhin war es nicht meine neue Assistentin, die krank wurde sondern die von jemand anders, so hatte ich damit nicht allzu viel zu tun, außer ein Willkomenslunch umzubuchen und vielen anderen Leuten zu sagen, dass sie jetzt halt alle Trainings- und Einarbeitungspläne bitte anpassen müssen auf „vermutlich ab Dienstag“. Und ein Blumenstrauß musste abbestellt werden. Da denkt man, nunja, das ist ja das geringste Problem. Weit gefehlt, noch bis zum Nachmittag wollte die zuständige Person mich in Gespräche zu zukünftigen Blumenbestellungen verwickeln, sie hatte sich bei der Abbestellung mit dem Blumenladen nämlich so sehr gestritten, dass eine weitere Geschäftsbeziehung aus ihrer Sicht nicht mehr möglich war. Ist mir ja vollkommen egal, es müssen dann nur woanders Blumen organisiert werden, nämlich für „vermutlich Dienstag“ und da hakte es dann, ich musste um 16 Uhr noch einmal sehr streng „ich erwarte, dass ihr diese Aufgabe alleine und ohne meine Unterstützung oder Entscheidung bewältigt“ sagen.

    Zwischendrin war ich mit der eigenen neuen Assistentin zur Begrüßung Mittagessen, in einer relativ neuen Lokalität und, naja, sie müssen noch üben. Der Vorspeisensalat, der extra als Beilage bestellt wurde, kam dennoch vor dem Hauptgang, der Zucker, der zum Espresso bestellt wurde, kam gar nicht und die Frage nach Butter zum Brot wurde nur mimisch mit schreckensweit aufgerissenen Augen und offenstehendem Mund beantwortet.

    Den ganzen Nachmittag über quälten mich kleinteilige operative Tätigkeiten, die ich unbedingt loswerden muss und auch sehr bald loswerde, an die neue Assitentin nämlich, ich freue mich schon sehr – und sie sich auch! Zwischendrin gab es noch eine Zusammenstoß mit dem Chef, der mir eine Mappe auf den Tisch schlenzte (die mit mir nichts zu tun hatte, auch nicht von mir kam) mit den Worten „da sind sieben Unterlagen drin und auf zweien fehlt der Stempel, wie schwer kann es sein?“ und ich rotzte zurück „Oh wow, da werden wir den Standort jetzt wohl wegen Inkompetenz schließen müssen!“ und warf die Sachen vor seinen Augen in die Schreddertonne, worauf er konsterniert sagte „Aber warum werfen Sie es weg, ich habe ja trotzdem unterschrieben!“

    Tja, Missverständnis.

    Am Abend zeigte das neue Zeiterfassungssystem, das ich gerade teste, 1,7 Überstunden an und auf dem Weg zum Schwimmbad war Stau, so dass ich das Schwimmen vor der Schließzeit nicht mehr ausging. Schade. Naja ein Abend im Sessel ist auch schön.

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    November seit 7332 Tagen

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