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    Sonntag, 19. Januar 2014
    Blogging November - 811

    2014 ist wieder ein Jahr, in dem ich mehr lesen möchte. Wobei das zu konkretisieren ist: ich lese eigentlich einen Großteil des Tages, jedenfalls mehr, als ich schlafe. Wenn ich im Büro nicht gerade rede (meistens) oder schreibe (auch viel) oder denke (manchmal), lese ich. Außerdem lese ich natürlich in der Bahn und über den Tag verteilt noch insgesamt ca. 2 Stunden Fachliteratur und abends lese ich bekanntlich das Internet. Ich möchte also eigentlich mehr Romane lesen.

    Damit habe ich auch schon begonnen und zwar las ich seit Anfang des Jahres und bis heute:

    Patrick Rothfuss: The Name of the Wind


    Wenn jemand High Fantasy mag und gerne Geschichten in aller Ausführlichkeit erzählt bekommt, dann kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

    Thema ist dabei das Leben des Protagonisten, und das ist noch nicht einmal zu pauschal gesagt. Denn die Rahmenhandlung ist eben, dass der Protagonist einem Geschichtsschreiber sein Leben erzählt. Man muss daher einen langen Atem mitbringen, nach dem ersten Band von bisher zweien - der dritte ist in Arbeit - wurde in der Rahmenhandlung gerade einen Tag erzählt und wir sind dabei im 16. oder 17. Lebensjahr angekommen. Aber: Längen gibt es dabei meiner Meinung nach kaum. Es geht sehr, sehr groß los und flacht dann ein wenig ab, bleibt aber über die gesamten rund 660 Seiten hinweg immer außerordentlich unterhaltsam. Stellen überblättert habe ich jedenfalls nicht, obwohl ich ja sehr dazu neige. Ich finde es wirklich durchweg gut geschrieben.

    Für den ersten Band daher eine klare Empfehlung. Im Fantasy-Bereich ist mir lange nicht so etwas Rundes untergekommen.

     
    Ich glaube, wir sollten uns nächste Woche mal über Bücher unterhalten, da müsste es eigentlich noch das ein oder andere geben, was ich auch empfehlen kann.

    Ich fand nämlich ja "The Name of the Wind" auch sehr gut und die Kritik, die ich genannt habe, kam ja auch nicht von mir, ich fand es nur einen interessanten Aspekt.
     
    Gerne, ja. Ich habe auch über den Kritikpunkt noch weiter nachgedacht. Konservativismus in sämtlichen Ausprägungen ist ja ein gängiger Vorwurf an Fantasy-Literatur. Ich konnte das hier jetzt, wie gesagt, nicht so sehr feststellen, habe aber auch erst angefangen, darauf zu achten, nachdem wir darüber gesprochen hatten (und da hatte ich dann nur noch ca. 70 Seiten vor mir).

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    Witzig, die haben meine Söhne auch gerade verschlungen und mir wärmstens ans Herz gelegt. Schade nur, dass auf Band 3 wohl noch lange gewartet werden muss.
     
    Wie alt sind die Söhne denn? Mademoiselle interessierte sich auch sehr dafür (sie fragte, was ich lese und ich habe ihr dann den Anfang erzählt) und wollte wissen, ob es das auch auf Deutsch gibt. Gibt es natürlich, aber es ist noch nicht passend für sie (9 Jahre).
     
    Meine sind knapp 15 und haben an Fantasy schon so ziemlich alles gelesen, was es gibt (gefühlt jedenfalls).

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    Hab mir auch stark vorgenommen, wieder viel mehr zu lesen, letztes Jahr hab ich das total vernachlässigt. Leider hab ich beschlossen, mich doch noch einmal an Game of Thrones heranzuwagen, beim ersten Versuch vor ein paar Jahren hatte ich starke Probleme, mir die ganzen Namen zu merken. D.h. ich muss wohl wieder anfangen, parallel zu lesen, dabei hatte ich mir das doch vor einigen Jahren erst abgewöhnt, weil das so ins Geld ging.

    Jedenfalls wollte ich kurz die Gelegenheit ergreifen, um auf den neuen Murakami aufmerksam zu machen, falls das auf Twitter untergegangen ist. Ich finde ja, dass er zur Pflichtlektüre jedes Menschen gehören sollte, allerdings bin ich auch Fanboy :D.
     
    Den kenn ich noch nicht, den Murakami, ich habe nämlich noch gar keinen gelesen. Welcher ist denn der beste?

    Auf Game of Thrones hatte ich nach Band 2 keine Lust mehr.
     
    Für mich: Südlich der Grenze, westlich der Sonne

    Ansonsten kann ich noch die Gormenghast-Trilogie empfehlen.

    Den vierten Teil dazu habe ich leider noch nicht gelesen.
     
    Ich mochte ja "Kafka on the Shore" sehr gerne, das war aber auch der erste Murakami, den ich gelesen habe, insofern ist das vermutlich noch subjektiver als es ohnehin schon ist. "The Wind-Up Bird Chronicle" ist auch sehr schön. Man muss halt damit klar kommen, dass es streckenweise sehr abgedreht wird.

    Ansonsten mochte ich "The Curse of Chalion" von Lois McMaster Bujold sehr gerne. Das ist sehr klassische Fantasy, liest sich aber einfach sehr schön und flüssig.
     
    Ich mag "Naokos Lächeln" von Murakami am liebsten.
     
    @murakami:
    "Kafka am Strand" ist schon seeehr abgefahren, da hatte ich irgendwann das blöde Gefühl, jetzt reizt der Autor seine erprobte Magische-Realismus-Rezeptur aber wirklich zu sehr aus. Ich glaube, spätestens beim Auftauchen des Katzenseelensammlers hat das Buch mich verloren.

    "Mister Aufziehvogel", "Wilde Schafsjagd" und "Tanz mit dem Schafmann" fand ich hingegen allesamt ganz grandios.

    Was mich ansonsten in neuerer Zeit schwer beeindruckt hat: "Corpus Delicti" von Juli Zeh.
     
    Ach, Magischer Realismus, ach. Davon hab ich ja im Spanischstudium eine Ueberdosis davongetragen. Vielleicht doch kein Murakami.
     
    Ich dachte mir schon, dass ich Sie da besser vorwarne. Wobei der Vergleich von Murakami mit Marquez & Co. irgendwie hinkt, weil Japan und Lateinamerika doch sehr unterschiedliche Kulturkreise sind. Aber wenn man schon genug hatte von Marquez-Figuren wie dem Priester, dem das Wunder der Levitation gelang, wenn er Schokolade aß, dann sollte man von den hier genannten Murakami-Büchern eher die Finger lassen. Wobei ich "Naokos Lächeln" hiervon ausnehmen würde, das habe ich nicht besonders magisch-realistisch in Erinnerung, aber es hat sich mir ansonsten auch nicht sonderlich nachhaltig eingeprägt. Möglich, dass es mich sogar ein bisschen gelangweilt hat.
     
    Pffh. Magisch/fantastisch ist "Naokos Lächeln" in der Tat überhaupt nicht, das macht es ja so wunderbar.
     
    Doch doch, unbedingt Murakami. Man muss nur unterscheiden zwischen seinen Alltags- und "Magischer Realismus"-Romanen. Ich mag beide Richtungen sehr, aber wahrscheinlich auch deshalb, weil ich damals mit Hardboiled Wonderland eingestiegen bin, das vereint beide Richtungen richtig gut. Ich kann dir gern mal ne Liste machen, welcher wozu gehört, erinner mich auf Twitter mal dran, wenn du Interesse daran hast.

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