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    Freitag, 10. Januar 2014
    Blogging November - 802

    Vor ein paar Tagen war ich auf dem Weihnachtsmarkt, wie kam das nochmal - achja, es war der Neujahrsmarkt (hier im Ort geht der Weihnachtsmarkt seit ein paar Jahren nahtlos in den Neujahrsmarkt über, außer einer Veränderung des Namens wird keinerlei Modifikation vorgenommen, ich finde das unglaublich elegant) und die ganze Familie mit Großeltern war dort, weil wir ja nochmal Weihnachten gefeiert hatten. Also waren wir auch am Crêpes-Stand und dort war eine Frau, die komische Sachen kritzelte. Ich schaute mir das an, es war komplett unleserlich und keine mir bekannte Schrift, ich schaute die Frau an, sie sah nicht außerirdisch aus und sprach ganz normal mit der Crêpes-Frau, nein, halt: sie interviewte sie!

    Ich wusste ja auch schon einiges über die Crêpes-Frau durch meine kleine Weihnachtsmarktumfrage neulich, bei der ich wissen wollte, das die Standbesitzer eigentlich außerhalb der Saison machen. Hatte ich davon berichtet? Bestimmt. Ich konnte mich aber zurückhalten und rief nicht "ich weiß auch was!" sondern erfasste blitzartig die Situation: die Dame war eine Journalistin (oder sowas) und führte ein Interview und schrieb folglich Steno.

    Steno! Dass es sowas noch gibt. Wie veraltet, wer braucht den sowas - aber moment, wie praktisch! Wenige Sekunden später wollte ich auch Steno lernen, der erste Weg, wenn man etwas lernen möchte, ist natürlich, es zu googlen. Sowieso, was man nicht online lernen kann, kann ich nicht lernen, dazu fehlt mir die Zeit.

    Man kann Steno online lernen, sogar auch kostenlos. Dauert allerdings länger, als ich mir vorgestellt hatte, nämlich wenn man jeden Tag eine Stunde lernt etwa ein halbes Jahr. Ich hatte mir eher sowas im Zeitraum von ein Wochenende und dann halt Übung vorgestellt, Übung hätte ich mir im Büro nebenher beschaffen können, in dem ich einfach immer munter alles mitschreibe, was jemand sagt, das hätte ich mir spaßig vorgestellt. Aber ein halbes Jahr täglich eine Stunde? Wenn ich so viel Zeit hätte, würde ich virtuos Klaiver spielen und müsste nicht demnächst eine Woche Urlaub nehmen, um meine Prüfung gut zu bestehen. Der Wunsch, Steno zu lernen, erlosch genauso schnell, wie er entstanden war.

    Das ist jetzt ungefähr eine Woche her. Und seit einer Woche, ungelogen, begegnet mir Steno jeden Tag. Einmal sah ich wen in bei Starbucks etwas in Steno in ein Moleskin schreiben (Verdacht: Entwurf eines Blogpostings), einmal ging es in einer Zeitschrift um Steno, ein anderes Mal in einem Blog, dann fand ich einen Zettel in einem Einkaufswagen (den ich aufgrund meiner Recherchen immerhin zuordnen konnte).

    Ich glaube, ich sollte das doch lernen. Ich weiß zwar nicht, zu welchem Zweck, aber ich bin sicher, es wird zu irgendwas gut sein.

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