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    Donnerstag, 22. August 2013
    Blogging November - 639

    Vorhin - also, als wir gerade zu Hause angekommen waren, es uns gemütlich gemacht und mit den Katzen auf die Couch zurückgezogen hatten, sagte Mademoiselle zu mir: "Ich brauche übrigens morgen für Musik ein A4 Heft, Nr. 21, 32 Blatt. Lila Umschlag. Haben wir heute ins Mitteilungsheft diktiert bekommen."
    Meine erste Reaktion war "Kann nicht sein." Können Lehrer einer Ganztagsklasse, deren Kinder gegen 17 Uhr von der Schule kommen, davon ausgehen, dass irgendein Elternteil am selben Abend noch die Muße besitzt, ein Schreibwarengeschäft aufzusuchen? Doch nicht wirklich, oder? Es war aber so. "Bis Morgen!!" stand doppelt unterstrichen im Mitteilungsheft; dass "Morgen" groß geschrieben war, lag vermutlich am Kind, nicht an der Lehrerin. Hoffe ich.

    Das Kind mochte partout nicht gehen, ich war nachsichtig, denn es hatte heute schon Schwimmen, Sport und zwei Schulhofunfälle gehabt. Also schlenderte ich noch einmal in die Fußgängerzone und bei dieser Gelegenheit fiel mir ein, dass ich sowieso auch Pflaumenkuchen backen wollte, und dazu braucht man neben diversen Dingen vielleicht Zitronenschale, eigentlich ja nicht, aber es könnte lecker sein, wenn man sie hätte, und so stand ich schon im Innenstadtdiscounter und suchte nach ungespritzter Zitrone, vermutlich dann wohl "bio". Es gab einen ganzen Karton mit Zitronennetzen jeweils 4 Zitronen pro Netz, jeweils eine bis zwei angeschimmelt. Mit spitzen Finger ging ich eine Schicht tiefer, da waren dann drei bis vier pro Netz angeschimmelt. Im Karton darunter ein einziges Schimmelnest. Naja, das mit der Zitrone war ja sowieso nur experimentell, ich nahm also nur die anderen Dinge und ging zur Kasse.

    Als die lange Schlange so weit vorgerückt war, dass ich bei der Kassiererin ankam, fiel mir auf, dass auf ihrem Namensschild "Marktleitung" stand. So entspann sich das folgende Gespräch:

    Frau N (dezent): Entschuldigung - es sollte mal jemand nach den Bio-Zitronen schauen. Die sind verschimmelt.

    Marktleitung: (kassiert wort- und blicklos)

    Frau N: Ähm - haben Sie mich gehört?

    Markleitung (keifend): Und? Was hab ich damit zu tun?

    Frau N: Oh. Verzeihung. Ich dachte, Sie seien die Marktleiterin, weil Sie sich deren Namensschild angesteckt haben. Und wenn man Sie nicht anspricht, wirken Sie so kompetent und freundlich.

    Marktleitung (weiter keifend): Was wollen Sie denn von mir, was soll ich denn da sagen?

    Frau N: Äh... bestenfalls "danke, das habe ich schon veranlasst." Ansonsten vielleicht "oh, danke für den Hinweis"?

    Markleitung (völlig außer sich): Sie müssen mir nicht meinen Job erkären, halten Sie sich da raus!

    Frau N (jetzt undezent): Sie haben Recht. IHR VERSCHIMMERLTER OBSTHAUFEN DAHINTEN IST WIRKLICH NICHT MEIN PROBLEM!

    Marktleitung (brüllt): Das ist eine Unverschämtheit, Sie verjagen uns die Kunden, ich sollte Ihnen Hausverbot erteilen!!

    Frau N: Orrrr. (lässt die Sachen auf dem Band liegen und geht)


    Alle irre.

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