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    Donnerstag, 24. September 2015
    Blogging November - 1422

    Ich war heute auf einem Elternabend und habe es geschafft, mich zu nichts wählen zu lassen. Hurra, damit bin ich nun endgültig "ämterfrei". Zu einem kleinen Trick habe ich allerdings gegriffen, ich kenne ja diesen Drang, den ich immer verspüre, wenn irgendwas nicht erledigt wird und weshalb ich dann manchmal in Nacht- und Nebelaktionen ganze Büroküchen umräume, dieses "bevor wir hier noch lange reden, mach ich das rasch". Deshalb habe ich vorgesorgt und schnellte gleich wie eine Feder aus dem Stuhl, als die Frage nach der Wahlleiterin gestellt wurde. Die Wahlleiterin und die Wahlhelferin können nämlich nicht selbst gewählt werden. Das war meine Chance, und ich nutzte sie.

    Die Wahl verlief auch nicht so reibungslos, wie man vermuten sollte. Dabei meine ich nicht, dass es etwa 30 Minuten dauerte, bis es eine Kandidatin gab, sondern die Abstimmung. Es gab eine Kandidatin, Frau J., man konnte also für Frau J. stimmen, gegen sie, oder sich enthalten. 4 Personen von 19 entschieden sich aber, Frau T. (je 2) und Herrn H. (je 2) zu wählen. Da weder Frau T. noch Herr H. auf der Kandidatenliste standen, waren diese Stimmen ungültig. Ich hoffe sehr, dass die vier Personen absichtlich so handelten, sonst weiß ich nämlich auch nicht.

    Im zweiten Durchgang (Wahl der Stellvertreterin) gab es keine ungültingen Stimmen, aber es fehlten zwei. Es waren nur noch 17 Zettelchen im Schuhkarton. Jede der 19 Personen behauptete aber, ihren Zettel eingeworfen zu haben. Sehr mysteriös. Da die übrigen 17 Stimmen ausnahmslos für Frau G. waren, beschloss ich in meiner (nun doch wichtiger als erwarteten) Funktion als Wahlleiterin, großzügig darüber hinwegzusehen und die fehlenden Stimmen als "ungültig" einzutragen.

    Ob es schon ein Buch gibt, in dem LehrerInnen über ihre Erlebnisse bei Elternbeiratswahlen berichten? Ich glaube, ich würde es kaufen.

     
    19 Erwachsene wählen einen Elternbeirat und einen Stellvertreter und benötigen dafür eine Wahlleiterin und eine Wahlhelferin... *seufz* manchmal habe ich wirklich das Gefühl, dass einiges komplizierter gemacht wird, als es nötig wäre. Aber immerhin hat dieses Prinzip Sie vor einem Amt gerettet, dann ist ja alles gut.

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    Na dann Gratulation zur Ämterfreiheit.
     
    Vielleicht hatte ich mit meinem Elternabend ja doch Glück:

    "Freiwillige für den Elternvertreterjob?"

    Eine meldet sich, will mit ihrer Stellvertreterin weiter machen.

    "Alle einverstanden?"

    Kein Protest, allerdings auch kein Stimmen zählen irgendeiner Form. Wahl gelaufen. Dauer ca. 50 Sekunden.

    Und Wahlleiterin und Wahl per Zettel habe ich in 11 Schuljahren noch nie erlebt.
     
    Das Glück ist möglicherweise förderal sehr unterschiedlich verteilt, da Schulangelegenheiten der Kulturhoheit der Bundesländer obliegen. Ich weiß nicht, ob in NRW die schriftliche Abstimmung zwingend vorgeschrieben ist, aber wenn mit Zetteln gewählt wird, müssen die Stimmzettel sogar soundsoviele Jahre aufbewahrt werden.

    Ansonsten begehe ich hoffentlich keinen Datenschutz-Verstoß, wenn ich sage, dass mademoiselle N. jetzt in die fünfte Klasse geht und sich die Frage, ob die bisherige Elternvertretung einfach ohne große Formalitäten weiter amtieren möchte, allein schon deswegen nicht gestellt hat.

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    Glückwunsch
    auch von dieser Stelle. Ich habe mich ja nach drei Jahren aus der Pflegschaft ausgeklinkt, als mademoiselle793 für ein halbes Jahr nach Frankreich ging - und seitdem kaum Phantomschmerzen verspürt.
     
    Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich gefreut habe. Besonders, als während der Kandidatensuche alle verkündeten, wie wenig Arbeit es doch sei, und dass "jemand" (also: nicht sie selbst) das doch mal machen könnte, und dann, direkt nach Annahme der Wahl, von der Klassenlehrerin die Aufforderung erging, ein Klassenkonto zu eröffnen, am besten bei der Stadtsparkasse, und zwar unbedingt am nächsten Tag, die Bankdaten müssen Montag an die Eltern verteilt werden denn im November ist Klassenfahrt und das Geld soll bis Monatsende auf dem Konto sein - achso, ja, den Geldeingang muss man natürlich auch prüfen, und wenn wer nicht zahlt, da nachhaken. Und so halt.

    Aber ganz ehrlich. Stadtsparkasse. Da hätte ich das nächste Mal Ende Oktober Gelegenheit, während der Öffnungszeiten vorbeizuschauen. Und Gelegenheit ist ja noch lange nicht gleichbedeutend mit Lust.
     
    Hehe, da hätt ich mir auch eins gefeixt. Hier ist Verwaltung der Klassenkasse nochmal ein Extra-Amt, das war und ist nicht Aufgabe der Elternsprecher.

    Ansonsten sag ich mal so: Wenn sich bei den Fünftklässler-Eltern ums Verrecken niemand sonst zur Wahl gestellt hätte, wäre ich womöglich schwach geworden. Aber ich war mir schon im Vorfeld ziemlich sicher, dass da ambitionierte und praxiserprobte Helikoptermami-Staffeln von der katholischen Elite-Grundschule ihen Hut in den Ring werfen. Und was oll ich sagen? Bingo!
     
    Das ist hier wirklich schwieriger. Dafür ist die Wahl dann einfach - wenn es nur zwei Kandidaten gibt, muss man sich ja nur überlegen, wer Vorsitzeder und wer Stellvertreter werden soll.
     
    In der Grundschule war es anfangs so, dass der Zweitkandidat von vornherein nur für die Stellvertretung zur Verfügung stand, weil er schon in der Klasse der älteren Tochter den Vorsitz hatte. In der Eigenschaft war er gemeldet für die Schulkonferenz und dann auch Vorsitzender der Schulpflegschaft, von daher wusste ich diese Belange bei ihm in guten Händen, und ich konnte mich die ersten beiden Jahre wirklich auf die klasseninternen Belange konzentrieren.

    Jemanden für die Klassenkasse zu finden, war weder in der Grundschule noch jetzt auf dem Gymnasium sonderlich schwer.
     
    Die armen Elternvertreter müssen sich um Klassenkassen - Konto - Klassenfahrtgedöns kümmern?? Kein Wunder, dass da keiner Bock drauf hat, wer das vorher schon weiß. Boah.
     
    Klassenkasse?? Wieso, weshalb, warum? Also, warum tut sich die Klasse das an? Man kommt wunderbar ohne aus.
     
    Keine Ahnung, ist mir auch total egal, ich muss mich ja nicht darum kümmern.
     
    Aber einzahlen wirst du müssen.
    Nachdem wir hier nur Ärger mit der Klassenkasse hatten, bin ich sehr froh, dass die mittlerweile, vor allem auf mein Drängen hin, endlich aufgelöst wurde.
     
    Hm. Davon, dass die Klassenkasse aufgelöst ist, zahlen sich die anfallenden Sachen ja auch nicht von alleine.
     
    Eingezahlt hab ich schon, insofern bin ich ja dann jetzt für den Rest des Schuljahres raus, denke ich.

    In der Grundschule hatten wir eine Bargeldklassenkasse bei der Lehrerin, ich habe als Elternsprecherin das "Kassenbuch" (Excel-Liste) geprüft. Von größeren Problemen habe ich dabei nicht gehört. Es kam ein oder zweimal vor, dass jemand nicht gezahlt hat, das waren Familien die ich kannte und wusste, dass das Geld einfach nicht da ist und der Weg über irgendein langsames Amt genommen werden muss. Ich habe das dann einfach stillschweigend für die eingezahlt (wir sprechen hier über keine großen Summen, 20 Euro im Jahr oder Halbjahr, weiß nicht mehr genau), in einem Fall war es dann halt so, im anderen kam das Geld später in Raten und dann haben wir es mir eben wieder ausgezahlt. Eine vergessliche Famlie gab es noch, aber da haben wir eine gute Strategie entwickelt.

    Habt Ihr dann für alle anfallenden Kosten einzeln Geld eingesammelt?

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    Das ist ja alles schön und gut, aber Sie wissen schon, dass Sie uns noch Oberchef-Content schulden?

    Das Treffen am Montag und das inwärtige Türenknallen stehen jedenfalls ganz oben auf meiner Wunschliste. (Vorwurfsvolle Katzenblicke ob nicht eingeschalteter Heizungen kriege ich zwar selbst, sind aber ebenfalls immer sehenswert.)
     
    Blog-on-demand Tage haben wir hier ja gar nicht mal so oft. Aber Sie können sich das Thema ja für den nächsten solchen aufbewahren, vielleicht erinnere ich mich dann noch. Insgesamt zu Ihrer Beruhigung: wenn der Oberchef Türen knallt, dann immer von innen ;-)
     
    Sehr löblich vom Oberchef : )

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    Ich schließe mich dem leichten Unverständnis ob der Komplexität der Wahlvorgänge hier mal an. Wenn bei uns in der Eigentümerversammlung irgendwas beschlossen wird (sind eh kaum genug für da, aber das ist ne andere Geschichte), dann geht das einfach per Handzeichen.

    Vielleicht kommt das von diesen ultrageheimen, OSZE-überwachten Klassensprecherwahlen die Schulen jetzt haben? Damit man jedes Jahr mindestens eine Stunde extra vergeudet, wissenschon.
     
    unterschiedliche Länder?
    Die Beschreibungen klingen schon höchst unterschiedlich. Man kann zwar den Papst per Akklamation wählen, aber Elternbeiräte nicht.
    Zumindest in Hessen ist die schriftliche Wahl vorgeschrieben, und es braucht einen Wahlleiter und 2 (!) Wahlhelfer. Darüber wird ein Protokoll auf ein vorgegebenes Formblatt geführt. Nach dem 2. Wahlgang mit Stimmengleichheit muss der Wahlleiter per Los entscheiden.
    Hatte ich auch gerade erst am Dienstag. Ich wollte mich wiederwählen lassen, aber bei meiner Stellvertreterin gab es Gleichstand - leider 30 Stimmberechtigte, gerade Anzahlen sind bei Wahlen immer schlecht.
    Beim 2. Wahlgang dann eine Enthaltung, meine Nachbarin wollte dann doch nicht ganz so dringend ;)
    Aber die Diskussion hatten wir ja neulich schonmal. Mir macht es Spass, und an unserer Schule lohnt es sich, mit zu arbeiten. Muss jeder für sich selbst entscheiden.
     
    Wir hatten tatsächlich 2 Wahlhelfer. Ich hatte nur keine Lust, Nummer 2 zu erwähnen.
     
    Und ja, es ist so vorgeschrieben und die Zettelchen bekam die gewählte Elternvertreterin zur Aufbewahrung mitgegeben. Ein Grund mehr, das nicht zu machen, unnötiger Krempel im Haushalt... ich hab "meine" damals übrigens immer sofort weggeworfen. Dem Tag, an dem eine landesweite Kontrolle der Schulelternbeiratswahlen durchgeführt und die Zettel von einer Person mit Klemmbrett, die auf meiner Fußmatte steht, drei Jahre später zur Ansicht eingefordert werden, hätte ich mit Vergnügen entgegengesehen ;-)
     
    Auf die Beschreibung genau jenen Moments freue ich mich jetzt schon!
     
    Im Einzelfall mag es in jedem Bundesland noch unterschiedliche Vorschriften geben, aber die juristischen Hintergründe sind ansonsten überall dieselben: Die gewählten Elrernvertreter sind automatisch Mitglieder der Schulkonferenz und die wiederum ist zuständig für allerlei weitere Entscheidungen. Gesetzt den Fall, dort wird jetzt irgendetwas beschlossen, was Bindungswirkung für alle hat, und dann gibt es irgendeinen Elternmenschen, dem passt das nicht, dann hat der gute Karten, den gesamten Beschluss zum Kippen zu bringen, in dem er einfach die Wahl der Elternvertreter in seiner Klasse (also der seines Kindes) anficht, mit dem entsprechenden Dominoeffekt für alle folgenden Ausschüsse und Beschlüsse.
    So geschehen an einer früheren Schule meiner Tochter, die in NRW genau in den Jahrgang fiel, wo jede Schule einzeln entscheiden durfte, ob sie diesen Jahrgang schon mit G8 beginnt oder erst den Folgejahrgang. Die Schule meiner Tochter (also die Schulkonferenz, in der eben auch die gewählten Elternvertreter sitzen) hat beschlossen, ein Jahr später erst auf G8 umzustellen, aber für die begabten Kinder eine D-Zug-Klasse einzurichten, die als Einzelklasse G8 Tempo vorlegt (in dem einfach die gesamte Klasse ein Schuljahr überspringt). Die Krux bei der Sache war, dass die jeweiligen Klassenlehrer entscheiden sollten, wer begabt ist und wer nicht - und nicht die Eltern.
    Den Rest kann man sich jetzt doch fast denken, oder? Das Söhnchen von Prof. Dr. X wurde von den Klassenlehrern als nicht begabt genug für die D-Zug-Klasse eingestuft und weil Prof. Dr. X das nicht ändern konnte, hat er kurzerhand gegen die Beschlussfähigkeit der Schulkonferenz geklagt, weil es eben keine schriftlichen Wahlen gegeben hatte und so keiner mehr nachweisen konnte, wer jetzt tatsächlich gewählt worden war.
    Ende vom Lied: Es gab gar keine D-Zug-Klasse, alle blieben in ihren Ursprungsklassen und mussten, wenn sie das wollten, einzeln springen, was auch für begabte Kinder erkennbar mehr Stress bedeutet als wenn sie im Klassenverbund hätten springen können.
    Es gibt halt immer wieder so widerliche Prozesshansel, die, wenn sie ihren Kopf nicht durchsetzen können, nach dem alten Motto "Wenn ich hier nicht gewinnen kann, dann trete ich denen wenigstens den Rasen kaputt" handeln und genau wegen solcher Idioten wird das Leben immer komplizierter.
    Tja.
     
    In Hessen wird die Schulkonferenz separat gewählt.

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