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    Mittwoch, 16. September 2015
    Blogging November - 1414

    Ja, heute war wieder Kraulschwimmkurs, wissen Sie ja: da springt man ins Wasser, macht Schwimmbewegungen, fertig. Der Rest ist eigentlich blabla.

    Tatsächlich war im Becken heute ein Fremder. Im Nachhinein betrachtet würde ich sagen: er wollte gar nicht schwimmen sondern suchte Kontakt. Warum man sich dazu ausgerechnet ein winziges Vereinsschwimmbad in einem Außenbezirk aussucht, sei dahingestellt. Vielleicht steht es so in irgendwelchen Büchern. Der Fremde hatte die zweifelhafte Gabe, sich körperlich und verbal von jetzt auf gleich wie der beste Freund, mit dem man genau an dieser Stelle im Schwimmbecken verabredet gewesen war, zu verhalten. Es gibt diese Gespräche, wir alle kennen Sie, bei denen von Anfang an klar ist, welchen Weg sie nehmen. Und es gibt schlichtweg keine Abzweigung, auf die man ausweichen könnte, es gibt nur die Möglichkeit, den anderen verbal niederzuknüppeln oder eben das Gespräch durchzuziehen bis zum bitteren Ende. Jedoch begann exakt vor dem letzten Satz des Gesprächs, dem Finale, der Kraulschwimmkurs, der Fremde beobachtete noch eine Weile und verschwand dann.

    Die Kraulschwimmpartnerin hatte megacoole Tapes auf beiden Schultern, es hatte etwas leicht borg-haftes, ich war sehr neidisch. Neben Messern sind Verbände, elastische Binden, Schienen, Orthesen und dergleichen meine heimliche Leidenschaft, ich bin immer gut mit solchen Dingen ausgestattet, neige aber ja auch zu Verletzungen (im Gegensatz zu Krankheiten). Ob das eine das andere bedingt oder möglicherweise das andere das eine, wollen wir offen lassen.

    Jetzt malen sie sich bitte kurz folgendes aus: die Kraulschwimmpartnerin und ich stehen nebeneinander im Wasser - im gleichen Schwimmanzug übrigens, das ist eine separate Geschichte, aber eine letztendlich irrelevante, denn wir beide tragen das mit sehr viel Würde. Also: wir stehen dort, Badeanzugzwillinge, die eine hat lauter blaue Klebestreifen auf den Schultern, die andere nicht und die Streberoma fragt die ohne Tapes, also mich: "und, was macht dein Arm?" Was soll man da sagen. Am besten taucht man einfach schnell unter, denke ich.

    Die Superman-Übung vom letzten Mal bildete den Ausgangspunkt für die neue Stunde. Wir übten speziell die Streckung noch einmal, dabei nicht den Arm aufs Wasser patschen, aber auch nicht zu früh eintauchen, also die letzten 15 cm unter Wasser. "Für den Herrn sagen wir mal die letzten 40", sagte der Kraulschwimmlehrer, es dauerte ein paar Sekunden, bis die Kraulschimmparterin und ich verstanden, an den anderen ging diese Spitzfindigkeit vorüber.

    Dann fiel der Fokus auf die Unterwasserphase, die besonders wichtig ist, um effizient vorwärts zu kommen. In der Streckung ziehen und gleiten, beim Rückführen des Arms schieben, im letzten Stück mit deutlicher Energie. Das übten wir zunächst auf dem Trockenen, dann machten wir es extra komplett falsch nämlich ließen den Arm die ganze Zeit gestreckt, und versuchten danach, es besonders richtig zu machen. Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich ein Aha-Erlebnis: es gelang mir durch die neue Gleitphase nämlich jetzt zum ersten Mal, während des Kraulschimmens wieder zu Atem zu kommen, so wie beim Brustschwimmen, wo ich einfach langsamer werde, wenn der Atemrhythmus nicht mehr stimmt. Das hatte ich beim Kraulen noch nie geschafft.

    Ladies und Gentleman, dann geschah folgendes: ich durfte vorschwimmen, weil meine Schwimmtechnik bereits besonders gelungen ist.

    Ein paar weiteres Spielereien, das Wasser hinten mit deutlichem Schwing rausschaufeln z.B., um auch wirklich den gesamten Schub der Unterwasserphase auszunutzen. Bahnen hin, Bahnen her, dazwischen auch mal Rückenschwimmen, wozu das gut war, weiß ich nicht.

    Am Ende der Stunde verlangte der Kraulschwimmlehrer sechs Bahnen am Stück. Das war noch nie dagewesen. Ich schwamm heimlich acht. Danach taumelten wir unter die Duschen.

     
    Auf Krawall gebürstet
    Die Schwimmerei macht mich immer neidischer. Doch irgendwie hatte ich beim Intro gehofft, der neue Freund (vermutlich auch komplett irre) bekommt noch mehr Beschreibung.

    Aber Vorschwimmen ist noch viel besser als die Beschreibung irrer Dialoge.
    8 Bahnen... Meine Bewunderung!
     
    hihi, auf den Irren hatte ich auch gehofft und bis zum Schluss die Hoffnung nicht aufgegeben.

    ***

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    Ihre grazile Gestalt während des Schwimmens ist wahrscheinlich mehr als bewundernswert!

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    Für Ihren Münchenbesuch reserviere ich uns schon mal eine schöne Bahn im Olympiabad. Und dann will ich Haifischarme und Anemonenfüße beigebracht bekommen.
     
    Haha, und Frau Herzbruch verbloggt diese Aktion. Ich seh es schon vor meinem inneren Auge!

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    Immer noch neidisch
    Wir hatten jetzt drei mal. Beim ersten Mal - ich war nicht dabei - haben die Jungs im Wasser liegen und mit den Füßen paddeln gelernt. Beim zweiten Mal haben wir dann Füße wiederholt und Arme gelernt und wurden dabei gleich gefiltm, damit wir sehen was wir falsch machen. Sehr effektiv, wenn man es gerade mal lernt, pfft.
    Beim dritten Mal Arme wiederholt und atmen gelernt.
    Beckentiefe 135 cm, so dass wir auch immer fein anhalten können wenn Luft alle odeer Wasser geschluckt oder geatmet.

    Das Ganze schlicht und ohne Getue, außerdem fühle ich mich von der Schwimmlehrerin sehr ignoriert, ich finde sie widmet den Herren wesentlich mehr Aufmerksamkeit als mir.
    Naja, ich übe weite rund irgendwann werde ich mal ganze 25m ohne anhalten schwimmen, sie sind mein Vorbild :-D
     
    Mit Filmen, wie klasse! Mir wurde in meiner Probe-Gesangsstunde neulich "mit Filmen" angekündigt. Ich muss da nochmal nachdenken.
     
    Du hast gar nix von deiner Probegesangsstunde erzählt!! Was machst du da für heimliche Sachen?!
    (Gib's zu, du willst doch noch irgendwann entdeckt werden und ganz groß rauskommen mit der Karaokeleidenschaft ... ;)
     
    Erstens kommt man ja zu nix und zweitens muss ich das wieder zum Anlass nehmen, dringend auf folgenden Punkt hinzuweisen: ich mache viel, viel mehr und viel unterschiedlichere Dinge als hier stehen. Das darf man nie vergessen. Besonders wichtig immer: Von 100 Personen, die mir am Tag begegnen, sind nur etwa 5 merkwürdig und nur mit maximal 1 davon führe ich ein Gespräch! ;-)
     
    die low-level variante beim gesangsunterricht ist es ja, einfach das handy mitlaufen zu lassen, also nur audio. habe ich oft gemacht und dann auch mal in ruhe GEHÖRT, was sie immer meinte, als ich es dann richtig machte und sie "Gut!" sagte. ;)

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