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    Freitag, 26. Juni 2015
    Blogging November - 1333

    Wir wissen alle sehr genau, dass Katzen manipulative Tyrannen sind, vielleicht sogar Aliens, die sich uns längst untertan gemacht haben. Immer wieder vergessen wir das aber und halten sie für niedliche, fellige Wesen, die unserer Hilfe bedürfen und uns dafür zumindest ab und an mit Zuneigung belohnen, zum Beispiel, wenn es kalt ist und wir eine kuschlige Decke und Wärmeflasche im Bett haben.

    Meine Katzen sind derzeit mit der Ernährungssituation unzufrieden. Dazu ist zu bemerken, dass die Ernährungssituation sich nicht verändert hat. Die Katzen fressen Trocken- und Nassfutter, seit Jahren dieselben Sorten und klar, mal mehr und mal weniger. Vor einer Woche fand ich ein neues Futter, das mich aus verschiedenen Gründen sehr überzeugte, ich bekam eine Probepackung davon und die Katzen fraßen es genauso, wie ihr übliches Futter auch. Ich entschied mich also, eine größere Menge davon zu bestellen, die Bestellung ist aber aus Gründen, die in der üblichen Weise absurd sind, so dass hier darauf nicht eingegangen werden muss, in irgendeinem Lager von GSL verschwunden. Und nun: seit die Probepackung leer ist, lehnen die Katzen Futter grundsätzlich ab. Also auch das Futter, das sie bis vor wenigen Tagen täglich fraßen - das sie sogar, als es die Probepackung gab, immer noch nebenher bekamen - finden sie so widerlich, dass der Kater morgens um 6 Uhr anklagend vor dem Napf versucht, ein Loch ins Parkett zu scharren, um den inakzeptablen Fraß darin zu verbuddeln. Die Katze, die sowieso gerne betreutes Fressen einfordert, stolziert im Slalom um die Näpfe und schreit. Ein organisches Problem kann ich übrigens ausschließen - Leckereien werden gerne genommen und mit Genuss verzehrt.

    Sowas kann man natürlich aussitzen, ich denke da ähnlich, wie bei der Kindererziehung: niemand verhungert am gedeckten Tisch. Schon das Gemecker der Katze aber nervt sehr - wann immer man von Stuhl, Couch oder Bett aufsteht, kommt sie aus irgendeiner Ecke der Wohnung herangestoben, umhüpft einen aufgeregt und verfolgt einen derart bis in die Küche, dass man mehrfach über sie stolpert und setzt sich dann erwartungsfroh vor den Napf. Bemerkt sie, dass jetzt nichts "Besseres" reinkommt, fängt sie wieder an, sich lautstark zu beklagen. Der Kater hat sich aber noch etwas Spezielles ausgedacht: er verweigert das schlimme Futter, bis der Hunger allzu groß wird, dann gibt er auf und schlingt die ganze Tagesration hinunter. Und dann kotzt er alles umgehend wieder aus, heute morgen zum Beispiel in meine Haare. Ich gehe sehr davon aus, dass das Absicht war.

    Nachdem ich mich schon so weit zum Affen gemacht habe, dass die Tiere mittlerweile drei Sorten Trocken- und zwei Sorten Nassfutter zur Verfügung haben, ziehe ich nun die Reißleine: ich bin weg. Verreist. Bis Sonntagabend. Sollen sie ihr Futterproblem fortan mit Herrn N. ausmachen.

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