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    Montag, 22. Juni 2015
    Blogging November - 1329

    Meine Erinnerung an Schulsport und die Bundesjugendspiele ist bruckstückhaft - beides hat keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

    Sport in der Grundschule war bei meiner knapp 60jährigen Klassenlehrerin. Was dort gemacht wurde, weiß ich nicht, ich weiß nur noch, dass viele Kinder diese kratzigen roten Strumpfhosen zum Sport trugen und ich sehr froh war, dass ich ein Trikot mit kurzer Hose und Shirt hatte.

    Von der ersten Teilnahme an den Bundesjugendspielen - also in der 3. oder 4. Klasse der Grundschule - weiß ich noch, dass wir in eine andere Schule fuhren, mit einem Bus. Dort auf dem Schulhof fand das Ereignis statt. Was genau alles zu tun war, habe ich vergessen, aber "Werfen" machte ich an diesem Tag zum ersten Mal und es klappte ganz gut. Keine Ahnung, ob ich eine Urkunde bekam.

    Später, am Gymnasium fand ich Sportunterricht weder besonders gut noch besonders schlecht. Das Umziehen nervte, und die Sachen mitzuschleppen, und generell nervte Unterricht ja, im Hof sitzen und Kaffee trinken war viel besser, da unterschied sich Sport wenig von den übrigen Fächern. Manche Sachen beim Sport konnte ich gut, zum Beispiel Geräteturnen. Andere nicht so, zum Beispiel Leichtathletik. Ballspiele machten mir Spaß, Gymnastik fand ich blöd. In der Mittelstufe hatte ich generell keine Lust mehr auf Sport und machte nur Unsinn. Der Sportlehrer bot meistens irgendeine Option an, damit er keine 5 geben musste, z. B. bis Ende des Schuljahres eine bestimmte Zahl an Liegestützen schaffen und solche Angebote griff ich meistens auf und hing ansonsten im Geräteraum ab, wo wir uns in irgendwelche Ecken verkrochen und Musik (auf dem Walkman!) hörten. Später wurde es dem Lehrer aber zu bunt und die Störer, also auch ich, wurden zum Strafrundenlaufen auf den Platz geschickt. Das war ganz okay, wir liefen dort also immer im Kreis und haben uns dabei unterhalten, unbeaufsichtigt, vermutlich hätten wir auch aufhören können zu laufen, aber war ja egal. Meist liefen wir komplett in Straßenkleidung und Schuhen, teil des Ungehorsams war es nämlich, keine Sportsachen mitzubringen.

    In der Oberstufe konnte ich nicht, wie die anderen, eine Sportart wählen - das lag daran, dass ich nachmittags Sprachunterricht hatte. Ich musste also nehmen, was zeitlich passte, und das war Fußball als Hauptsportart. Das war auch okay, in dem Kurs waren außer Pe und mir nur Jungs und wir wurden meist sehr schnell wegen Foulspiel vom Platz gestellt. Die unfreiwillige Nebensportart war erst Trampolin, dann Badminton und beides hat mir erstaunlich viel Spaß gemacht. Badminton habe ich dann noch viele Jahre privat gespielt.

    An die Bundesjugendspiele im Gymnasium erinnere ich mich ebenfalls nur sehr dunkel. Ich konnte weit springen, bin aber fast immer übergetreten. Sprint war nicht mein Ding, ich hatte meist schon keine Lust, die Fußdinger einzustellen und fand es fies, mit den Fingern diesen sandkrümeligen roten Plastikboden zu berühren. Auf der längeren Strecke war ich erst ziemlich schlecht, aber ab dem Jahr, in dem ich ständig die Strafrunden laufen musste, okay. Kugelstoßen habe ich von der Koordination her nie hinbekommen. Ob es noch weitere Disziplinen gab, weiß ich nicht mehr.

    Eine Ehrenurkunde bekam ich nie, manchmal hatte ich eine Siegerurkunde, oft aber auch gar keine (es gab noch keine Teilnahmeurkunden). Keine Ahnung, was ich mit den Urkunden gemacht habe, aufgehängt jedenfalls nicht, ich habe sowieso jeweils am Ende eines Schuljahres alles weggeworfen, was mit dem Jahr davor zu tun hatte. Also vermutlich auch die Urkunden.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass ich vor den Bundesjugendspielen aufgeregt war oder dass sie mich im Nachhinein noch länger bewegt hätten. Ich kann mich auch nicht erinnern, in den urkundenlosen Jahren gehänselt worden zu sein. Ein Bild habe ich noch vor Augen, wie wir in der Umkleidekabine Punkte verglichen, aber nicht auf eine Art, die mir unangenehm war, sondern so, wie man es auch bei Klassenarbeiten macht - "wie viel hast du denn bei Aufgabe soundso, ach ich hab da nur x, haha, aber bei Aufgabe soundso hab ich fast alles". Ob jemand anders verspottet wurde? Ich weiß es nicht. Ein sehr ehrgeiziges Mädchen war in meiner Klasse, die immer, wenn sie bei einem Lauf überholt wurde, mit einer vermeintlichen Verletzung umfiel. Darüber haben wir geredet - vermutlich gelästert.

    Ansonsten - es fand halt statt. Es war keine Schule an dem Tag, das war generell gut. Es war was anderes als die Routine, das war auch generell gut. Dass die meisten Disziplinen mir keinen Spaß gemacht haben, war okay, man macht so viele Sachen ständig, die an sich keinen Spaß machen aber dadurch aufgewertet werden, dass man sich mit netten Leuten unterhält und woanders herumsteht als sonst.

    Als Mademoiselle dieses Jahr teilnahm, war ich erstatunt, dass es diese Veranstaltung überhaupt noch gibt. Und erstaunt bin ich auch, dass es viele anscheinend so sehr geprägt hat. Ich hatte die Existenz der Bundesjugendspiele bis vor ein paar Tagen komplett vergessen.

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