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    Dienstag, 23. Juni 2015
    Blogging November - 1330

    Phasenweise schlafwandele ich sehr stark. Das begann schon als Kleinind, meist zog es mich vor einen unserer Kohleöfen und ich kam irgendwan zu mir und saß dann dort und schaute in die Flammen.

    Worum es bei diesen Aktionen ging, weiß ich nicht mehr, aber in der Schulzeit kam noch einmal eine heftigere Phase, in der ich nachts öfters glaubte, Personen würden Sachen zum Fenster hereinwerfen, Konfettti zum Beispiel. Ich warf dann alles wieder hinaus. Luft, nach der ich griff, zum Beispiel, oder alles, was so auf dem Schreibtisch (der unter dem Fenster stand) lag.

    Oder ich glaubte, die Ratte wäre entlaufen, fing sie immer wieder ein und brache sie zurück in den Käfig, um morgens ein Sammelsurium an Gegenständen wie Taschentüchern, Socken, Schachteln oder sonstwas, das ganz grob Rattengröße hat, vorzufinden.

    Eine besonders lustige Begebenheit gab es in der Nacht vor meiner letzten Uni-Prüfung. Ich hatte am Tag vorher mein WG-Zimmer komplett umgebaut - was man eben vor einer mündlichen Abschlussprüfung so tut. Dann wollte ich wohl nachts im Schlaf umherwandeln, ging vom Bett in die (ehemalige) Richtung der Tür und befand, dass ich eingesperrt war. Nicht nur ging die Tür nicht auf, nein, auch noch hatte jemand sie vermauert UND ein Bücherregal davor gestellt. Natürlich beeindruckte mich das wenig. Ich räumte das Regal komplett aus, nahm ein paar Böden heraus und kratzte sogar an der Tapete. Zum Glück wurde mir dann wohl langweilig oder kalt oder müde und ich ging wieder schlafen. Als ich am nächsten Morgen vom Wecker erwachte, war mir angesichts des Chaos im Raum sehr danach mit dem Kopf gegen die freigeräumte Wand zu schlagen.

    Lange war dann nichts, aber als Mademoiselle zur Welt kam, zog ich regelmäßig nachts durch die Wohnung auf der Suche nach dem Baby. Das meist übrigens mit im Bett lag oder zumindest gleich am Fußende in der Wiege. Aber sowas erinnert man beim Schlafwandeln ja nicht.

    Wer meint, es sei jetzt ein guter Zeitpunkt zu spotten, dass es doch lustig ist, dass mich Ratten und Babys offenbar genau gleich emotional beschäftigen, sollte jetzt noch einen kleinen Moment Geduld haben: Letzte Nacht fand ich mich nämlich plötzlich mitsamt meiner Bettdecke am (vom Bett aus gesehen) anderen Ende des Schlafzimmers auf dem Fußboden wieder. Dorthin war ich fluchtartig gehechtet, weil ich nämlich einen Krampf im Bein hatte. Einen sehr schlimmen, schlimmer als sonst, so dass ich eben sehr schnell den Beckenrand beim Kraulschwimmen erreichen und hinausklettern musste. Als Herr N. sehr irritiert erfragte, was denn wohl los sei, so nachts um 3 Uhr, erwähnte ich also den Krampf im Bein, aber dass es schon ginge. Dann humpelte ich in die Küche, um etwas zu trinken (reflexartig stehe ich immer auf und trinke etwas, wenn ich nachts aufwache, dann schaue ich nach dem Mond, dann schlafe ich weiter). Während ich mein Glas Wasser trank, bemerkte ich, dass ich überhaupt gar keinen Krampf im Bein hatte. Nicht nur das Schwimmbad hatte ich geträumt und nicht nur den Krampf, sondern auch die Schmerzen dazu! Ohne Humpeln kehrte ich also ins Bett zurück und murmelte etwas von "geht schon wieder..."

    Ratten, Babys und Kraulschwimmen. Alles genau gleich aufwühlend!

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    Letzter Regen: 13. Dezember 2018, 20:24 Uhr