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    Montag, 5. Januar 2015
    Blogging November - 1161 (Wmdedgt 1/2015)

    (Die übrigen Wmdedgts finden Sie hier.)

    Heute begann mein Weihnachtsurlaub. Ja, Sie hören richtig, mein Urlaub fängt gerade erst an, nänänänä. Ups. Denken Sie einfach daran, dass ich außer an den Feiertagen im Dezember nicht frei hatte, also auch "zwischen den Jahren" nicht und zusätzlich am 2. Januar im Büro saß.

    Jedenfalls: Urlaub. Den Wecker von Herrn N. hörte ich nicht, wurde aber um 8:30 davon wach, dass der Kater auf meinem Brustkorb lag. Es atmet sich mit 7 kg auf dem Sternum so schlecht. Also stand ich auf und machte so dies und das, unter anderem Gymnastik, Tee, mit dem ich dann wieder ins Bett ging, um zu lesen und bei Quizduell und bei - neu und für mich jetzt eine ganz schlimme neue Sucht - Wordfeud nach dem Rechten zu sehen. Falls Sie gerne Scrabble spielen, kann ich diese App empfehlen, ich bekam sie wiederum von Anne empfohlen und Sie können gegen mich spielen, in Deutsch oder Englisch - ich habe ja noch die ganze Woche Urlaub! Sie finden mich (natürlich) unter "novemberregen".

    Mademoiselle schlief noch tief und fest neben mir, gegen 11 ließ ich die Jalousie hoch, aber das führte auch nur dazu, dass sie sich die Decke über den Kopf zog. Also duschte ich, wanderte ich nochmal durch die Wohnung, goss den O-Tannenbaum und entdeckte dabei, dass von einem Pferdekopf - einer der wenigen höherwertigen Baumschuckutensilien hier - die Nüstern abgebrochen waren.

    Darüber regte ich mich ganz unverhältnismäßig auf. Weniger darüber, dass das passiert war, als darüber, dass das Ding da einfach so kaputt hing. Wieso hat derjenige, dem es heruntergefallen war oder der es am Boden fand, nichts gesagt? Das einfach wieder aufgehängt?? Wie mies ist das denn??? Im Geiste stellte ich schon ein Liste unserer Besucher der letzten Wochen zusammen, überlegte, welches unser unbequemster Stuhl ist und plante die optimale Ausrichtung der Küchenlampe um den möglichen Tätern in ihrem Schein inquisitatorische Verhörfragen zu stellen. Nebenher war ich beleidigt: kann der doofe Baum ja auch weg, wenn sich keiner außer mir drum kümmert, schaut ja auch keiner außer mir richtig an, sonst wäre das längst aufgefallen, gießen muss auch immer mich. Scheißding!

    Dann rief Mademoiselle aus dem Schlafzimmer, sie hatte Halsschmerzen (die sich aber nur als Durst entpuppten - kann man nach 12 Stunden Tiefschlaf ja mal haben). Ich brachte ihr schonend die Sache mit dem Pferdekopf bei, sie nahm es aber locker, tatäschlich sagte sie. "Der ist doch schon seit zwei Jahren kaputt". Oh. War mir gar nicht aufgefallen. Naja, ich kann meine Augen ja nicht überall haben.

    Mittlerweile hatte ich auch Hunger bekommen, es waren noch zwei braune Bananen in der Küche und jeder normale Mensch macht aus braunen Bananen natürlich Pancakes. Mademoiselle war nicht hungrig, ich hatte aber keine Lust auf ein unterzuckertes Kind und servierte ihr einfach einen Teller voll Pancakes, die sie mit "geil!!!" verspeiste und Nachschlag verlangte.

    Danach gingen wir theoretisch Einkaufen, praktisch planten wir aber erstmal die Aktivitäten der Woche und riefen verschiedene Freunde an, um Treffen zum Spielen, zum Bowlen, zum Klettern etc. abzusprechen. Danach las sich Mademoiselle an einem Buch fest (Angie Sage: Septimus Heap - Magyk) und ich räumte die Spülmaschine ein und aus, wischte durchs Bad, verteilte saubere Wäsche, wusch neue Wäsche, räumte den Schrank unter der Spüle aus und auf, sortierte den Vorrats- und den Badezimmerschrank und was man halt so macht.

    Zwischendurch warf ich ab und an einen Blick aufs Firmenhandy - ich hatte den Kollegen etwas mehr Debris als üblich hinterlassen, sie schienen aber gut zurecht zu kommen. Ab und an lief etwas schief, aber nicht so, dass ich hätte eingreifen müssen, sie konnten das alles selbst wieder geradebiegen und taten das auch, insofern hielt ich mich raus.

    Als wir endlich aus dem Haus kamen, war es schon halb vier. Das Rathaus, wo ich gerne einen neuen Pass für Mademoiselle beantragt hätte, hatte natürlich schon geschlossen (nur bis 13 Uhr! wie sollen wir das schaffen??), wir liefen etwas herum, kauften dann Wolle, Stifte, ein kleines Geschenk, Katzenfutter, Zahnbürsten, Lebensmittel und als das Einkaufszentrum uns wieder ausspuckte, war es schon dunkel.

    Zurück zu Hause versuchte ich, per Webcam das "Licht aus" am Kölner Dom zu verfolgen (ging aber nicht - sah die ganze Zeit dunkel aus auf dem Webcam-Bild). Den Leuten, die heute dort und anderswo gegen Pegida auf die Straße gingen, bin ich sehr dankbar und die Idee des Kölner Dompropstes, den Pegida-Anhängern keine schöne Kulisse zu bieten, gefällt mir. Als Düsseldorferin schmerzt es etwas, das zu sagen, aber: Kölle, dat wor jroß.

    Insgesamt ist mir (ich bin Deutsche) diese ganze Pegida-Angelegenheit unglaublich peinlich und ich würde mir wünschen, es gäbe irgendein Erkennungszeichen (in der Art wie die Rote Schleife) für Personen, diese fremdenfeindliche Haltung nicht teilen.

    Zum Abendessen gab es - vom Kind gewünscht - Möhrengemüse und Frikadellen. Jetzt sitzen wir gemeinsam auf der Couch, später gibt es noch Eis und ich denke, ich werde wohl den Rest des Abends, ähm, Wordfeud spielen.

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