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    Samstag, 15. September 2012
    Blogging November - 320

    Heute habe ich gelernt, wie man einen Tisch im Restaurant eindeckt, wie man ein Loch genau in die Mitte einer Metallplatte bohrt, irgendwas mit einem Schaltkreis, das ich nicht wirklich verstanden aber korrekt ausgeführt habe, Servietten falten, Großküchenabfälle fachgerecht trennen, Asset Management Rechnungen kontieren, viel über Erbpacht und Gehaltsabrechnung per Taschenrechner (statt Computer). Wer weiß, wann man es noch brauchen kann.




    Heute vor zig Jahren:

    Pe und ich haben Einkäufe gemacht und dann bei uns ausgeruht. Gegen 17:30 hat Ah angerufen und sich eingeladen. Er klang ziemlich hektisch. Dann kam er und er ist jetzt Scooterboy bzw. Rudeboy bzw. Ska, da schien er noch nicht ganz sicher zu sein. Jedenfalls trug er hohe Rangers (14-Loch mit Stahl) und hat sich diverse Badges auf seine Skin-Bomberjacke genäht und trägt eine umgekrempelte schwarze Hose. Außerdem sind seine Haare gewachsen und wir erfahren dadurch, dass der Ah dunkelblond ist.

    Er erzählt, dass er ja jetzt Ärger hat und zeigt uns seine Gasknarre. Illy hat bei den Skins Scheiße über ihn erzählt, deshalb hat er mit denen jetzt Ärger und er sagt, bei ihm stand Illy schonmal nachts um halb fünf vor der Tür und er gibt zu, dass er tatsächlich Jana zusammengeschlagen und Scheiben eingetreten hat. Durch die Stadt gehetzt worden ist er auch, dann hat er seine Knarre abgedrückt und da lagen die Skins erstmal auf dem Boden. Ist er stolz drauf. Wir sagen dem Ah, dass wir uns gerade nicht entscheiden können, ob wir ihn verachten oder bemitleiden sollen, es ist eine komische Mischung. Dann gehen wir zum Karl, wovor Ah noch einkauft. Er ist auch ein richtiger kleiner Säufer geworden mit Bierbauch und allem. Der Karl findet, er wäre ein schlimmer Junge, käme aber ganz nach dem Vater.

    Das Verfahren wurde auf den 22.9. verschoben weil mit dem Anwalt von Phil irgendwas war und Ah „läd uns ein“ (moralischer Imperativ). Beim Karl gucken wir fernsehen, das ist beim Karl irgendwie genial. Irgendwann gehen Ah und ich dann nochmal einkaufen. Die Kneipe, zu der wir wollten, hatte zu und deshalb kletterten wir über einen Schulhofzaun und gehen zu so nem Pferdestall wo wir erstmal begafft werden und der Ah fragt, ob ich mit ihm Pferde stehlen würde. Leider würde ich mit dem Ah aber gar nichts mehr machen außer Party, weil er gleichzeitig ein armes Schweinchen und ein Stück Dreck ist und es ist schon schwierig genug sich darauf einzustellen, was von beidem er gerade ist, wenn man nur zusammen feiern will. Der Ah ist ein bisschen traurig und fragt ob wir nicht doch nochmal zusammen sein können weil er sich ja auch ändern könnte. Ich schlage ihm dann vor, dass er sich ja auf jeden Fall erstmal ändern könnte, das wäre für alles insgesamt gut, und alles andere sieht man dann.

    Auf dem Rückweg kommen wir an so ner Straße vorbei, wo angeblich 12 Punks wohnen und dann wollen wir noch so einen Typen abholen, der ist aber nicht da. Wir hinterlassen Ahs Telefonnummer. Beim Karl zurück macht der Karl einen Vortrag, dass Ah seine Gasknarre verkaufen soll weil er die nicht braucht weil er doch „stramme Fäuste“ hat. Um 23 Uhr gehen wir dann zum Phil, wo son paar Leute sind und zwar einer, der seinen Namen nicht sagen will und den wir deshalb „Bert“ nennen, dann noch dieses Mädel, das mal mit dem Oh zusammen war, Phil natürlich und ein Jens, von dem wir schonmal gehört hatten. Phil war extrem unfreundlich und erzählte allen, dass wir ihn beim letzten Besuch geschubst hätten. Wir haben uns nur noch aufs Bett geschmissen . Dann ging eine Blubber rum und da war irgendwie anderes Zeug drin als sonst und ich hing nur noch unter der Decke. Bert meinte die ganze Zeit, was denn los wäre, aber ich konnte nicht antworten und Ah erzählt nochmal die Geschichte von Jana, wir hören sie jetzt also zum dritten Mal und sie wird nicht besser dadurch. Dann beschließen Pe und Ah, dass man mich in dem Zustand nicht lassen kann und Bert füttert mich mit Schokolade weil das manchmal hilft und Pe und Ah bringen mich nach Hause. Da geht es mir besser und wir kochen rote Grütze, gehen dann nochmal am S-Bahnhof vorbei um die neuen Neonazi-Sprüche zu übersprühen, was Ah extrem aufregt und er krakeelt herum und bedroht uns sogar mit seiner Gasknarre, damit wir die Sprüche stehen lassen. Ich sage ihm, dass er sich nicht lächerlich machen soll und jetzt nach Hause gehen soll, was er dann auch tut und vom Bahnsteig ruft er noch, dass er anrufen wird.

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