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    Sonntag, 12. Mai 2019

    Da bereits ab 8 Uhr morgens Personen in der Wohnung wach waren, sah ich mich um 9 Uhr genötigt, auch aufzustehen und mich ihnen zu widmen mit - Sie erraten es - Konversation, Nahrung und Getränken. Zwischendrin verschob der Gesangslehrer den eigentlich für 12 Uhr vereinbarten rettenden Unterrichtstermin auf 14:30 Uhr. Aber auch diese Zeit ging noch um. Es ist schon eigentümlich, wie zwei Personen, die sich generell wohlgesonnen sind, über mehr als ein Jahrzehnt hinweg nicht eine einzige Aktivität, nicht ein einziges Gesprächsthema finden, das beide noch nicht einmal unbedingt gleichermaßen, nur überhaupt interessiert.

    Jedenfalls, der Besuch brach dann auf, der Haushalt sackte kollektiv auf dem Sofa zusammen und verbarg sich sofort hinter Laptop, Handy, Tablet, eReader. Auch die Katzen, ich schwöre.

    Später Gesangsstunde, zur Abwechslung einmal vor Ort und nicht per Skype, gleich machten wir neue körperliche Übungen um zu schauen, wie sich der Klang dadurch verändert. Besonders gut klang es vorwärts schräg mit den Händen an die Wand gestützt, die Aufgabe ist nun, diesen Klang in eine weniger auffällige Körperhaltung hinüberzuretten. Sehr spannend.

    Anschließend ging ich mit Freundin C in ein Eiscafé - in ein anderes als üblich, weil mir das Übliche momentan ja immer langweilig ist, und aß aus demselben Grund auch ein anderes Eis als geplant, nämlich etwas mit Stracciatella, Pfirsich und Eierlikör. Sehr lecker!

    Zum Abendessen gab es Reste, die sich in den letzten Tagen angesammelt hatten: eine ganze Spinat-Schafskäse-Quiche, ein paar Frikadellen. Früher in den Fünf-Freunde-Büchern hatten sie oft einen ganzen Kuchen oder eine ganze Pastete in einer Speisekammer herumstehen. Da habe ich mich immer gefragt, wie das geht, wie das kommt. Dass man eine komplette Speise irgendwie übrig hat. Und heute hatte ich eine ganz eigene komplette Quiche übrig. Grandios!

    Den Rest des Abends lesen auf der Couch, zwischendrin ein wenig mailen mit dem Nachfolger vom Oberchef über aktuelle Entwicklungen. Seit ich angesprochen habe, dass ich nicht weiß, was für eine Reaktion er auf Mails am Wochenende erwartet, wie ich das zuordnen soll und wir das klären konnten, ist das sehr entspannt.

     
    Was ich mich ja immer wieder frage...
    Wie machen Sie das, wenn sich jemand wiedererkennt. Also z.B. der Besuch. Steht da nicht das "generelle einander Wohlgesonnensein" auf dem Spiel, wenn der das Gefühl der Erleichterung mitbekommt, wleches Sie offensichtlich befällt, wenn er weg ist? Oder gar der Nachfolger vom Oberchef oder die Kantinenfrau oder oder. Sie sind ja immerhin so was wie prominent in diesem Internet. Das *muss* doch zu Irritationen führen. Oder finden Sie, dass diejenigen da halt durch müssen (was ich ja durchaus angemessen fände)?
     
    Meine grobe Regel ist, dass ich nichts ins Blog schreibe, was ich nicht auch in einem öffentlichen Verkehrsmittel oder in einer größeren Kneipenrunde oder beim Mittagessen mit Kollegen in der Kantine erzählen würde.

    Konkret in den angesprochenen Fällen: viele meiner Besucher lesen hier mit und ich glaube, allen ist bewusst, wie anstrengend ich Übernachtungsbesuch oft finde - weshalb sich einige lieber als "temporäre Mitbewohner" umdeklarieren, was in gegenseitiger Absprache bedeutet, dass ich mich nicht um sie kümmere. Und meine Eltern z.B. gehen gleich ins Hotel, weil das für uns alle entspannter ist. Das ist alles kein Geheimnis. Wobei ich es beim gestrigen Besuche für ausgeschlossen halte, dass er mitliest, denn - wie ich sagte - wir teilen leider keinerlei Interessen ;-)

    Dem Arbeitgeber ist das Blog offengelegt, seit ich erstmalig eine Person, die ich über Twitter kannte, eingestellt habe. Da ließ sich die Offenlegung nicht vermeiden, außer man ist komplett wahnsinnig, was ich natürlich nicht bin. Zugegebenerweise war ich vorher in Arbeitsdingen etwas unvorsichtiger, die Einträge habe ich damals offline genommen. Wir haben eine relativ ausführliche Policy, wie mit Social Media und Arbeitsdingen umzugehen ist, und daran halte ich mich. Was auch ein Grund für das Pseudonym ist, das sich im privaten Bereich längst überholt hat, jeder im Freundes-/Familienkreis kennt es.

    Als "prominent" würde ich mich wirklich nicht bezeichnen, aber ich unterliege natürlich - durch die Beispiele oben - einer gewissen Sozialkontrolle und kann mir hier nicht einfach irgendwas zusammenfabulieren. Das ist aber ja nichts Schlimmes; man sollte in öffentlichen Verkehrsmitteln/Kneipen auch nicht allzu wild fabulieren.

    (Habe ich etwas Lästerliches über die Kantinenfrau geschrieben?! Ich hoffe nicht, aber möglich ist es natürlich.)
     
    Kantinenfrau
    Ich weiß nicht mehr genau, ob es die Kantinenfrau war. Ich erinnere mich da vage an ein paar von außen betrachtet recht amüsante Episoden... irgendwas mit seltsamen Regeln, die Sie nicht akzeptieren mochten oder so. Irgendwas mit Kaffee vielleicht.
     
    Das kann gut sein, ja. Wenn sie sich in der beschriebenen Situation wiedererkennt, dann war die Situation wohl zutreffend beschrieben, da sehe ich kein Problem. Dass jemand Fremdes genau die Kantinenfrau ausfindig macht, mit der ich ein Thema zu Kaffee hatte, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Auch da für mich kein Problem erkennbar.
     
    Wenn ich ins Lästerliche abgleite freue ich mich über Hinweise, das ist (meistens) nicht beabsichtigt, bzw. wenn es beabsichtigt ist, ist es kein abgleiten sondern sehr wenig subtil ;-)
     
    In Wahrheit ist es natürlich so, dass Frau N. superberühmt ist und sich diverse Personen in ihrem Umfeld darum bemühen, im Blog erwähnt zu werden. Notfalls wirft man dann eben mit TK-Fisch.

    Es gibt Punkte je nach Länge und Häufigkeit der Erwähnung. Alle beneiden den Fahrradmann, der allerdings als einziger keine Ahnung von dem Wettbewerb hat, sondern von Beruf aus seltsam ist.

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    Letzter Regen: 17. Juli 2019, 00:09 Uhr