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    Dienstag, 28. April 2015
    Blogging November - 1268

    So, nun zum Elternbeirat und warum ich das nicht mehr machen möchte:

    Ja, das Amt hat Potential und die Zusammenarbeit mit der Schulleitung war gut und mangels anderer Kandidaten hat es mich auch bis in den SEB-Vorsitz und den Stadt-EB geschleudert. Ich finde das Amt gut und sinnvoll, aber ich möchte es nicht mehr bekleiden, denn ich habe herausgefunden: Die träge Masse stößt mich ab.

    Zur Erläuterung der Problematik zwei kleine Szenen aus der letzten Sitzung, Thema „Katastrophaler baulicher Zustand der Schule“:

    Szene 1:

    Vater 1: Wir müssen da was machen! Da muss man eine Unterschriftenaktion machen!

    Alle: Ja! Genau! Unbedingt und Sofort!

    Frau N: Gerne! Entwerfen Sie etwas dazu und verteilen das an die Klassen?

    Vater 1: Äh, ich – ich, ähm, also – ich bin beruflich sehr eingespannt.

    Frau N: Verstehe. Wer von den anderen könnte das denn in die Wege leiten?

    (Stille)


    Szene 2:

    Mutter 1: Da müssen wir hingehen zu der Sitzung und da demonstrieren!

    Alle: Ja! Genau! Unbedingt und Sofort!

    Frau N: Gute Idee. Finden Sie heraus wann/wie/wo und melden das an? Wir müssten dann die Informationen verteilen und die eine oder andere Aktion planen, Plakate etc. Das macht am besten ein kleines Team. Würden Sie das koordinieren?

    Mutter 1: Äh – also – mir liegt sowas nicht…

    Frau N: Verstehe. Wer hier im Raum wäre denn bei dieser Aktion dabei?

    (Stille)


    Ich bin kein Politiker und ich bin kein Coach, Befindlichkeiten und Statusdünkel finde ich komplett irrelevant. Kommen Sie zu mir, wenn Sie eine Entscheidung wollen oder eine Auskunft oder einen Tipp, was wie funktioniert, oder von mir aus auch, wenn irgendwo heiße Kohlen herauszuholen sind oder sich jemand stellvertretend für irgendwas abwatschen lässt. Aber kommen Sie nicht, damit ich Sie an die Hand nehme und Sie irgendwo hinführe und betüddele oder Ihnen Ihre Gedanken vorkaue. Das liegt mir nicht. Das interessiert mich nicht. Ich habe keine Geduld. Ich mache Sachen lieber allein, als andere, langsamere, unwilligere, mitzuzerren. Kurz: Ich bin für Gremienarbeit nicht geschaffen.

    Hinzu kommt, dass ja eben nicht nur die "großen" Themen anstehen, für die ich mich gerne engagiere. Es gibt auch diesen irrsinnigen Haufen an Kleinkram, den ich für komplett entbehrlich halte: ob es den Füller ab der 2. oder ab der 3. Klasse gibt ist mir zum Beispiel völig wumpe, ich habe noch nichtmals eine Meinung zu Schreibschrift und auch das Sortiment des Schulkiosks löst in mir keinerlei Gefühle aus.

    Zusätzlich zu den Themen - und das sind nicht wenige - zu denen ich dann eben auch noch eine von der Mehrheit komplett abweichende Meinung hab. Damit kann ich generell gut leben, aber, wie gesagt: Gremienarbeit, das ist Demokratie, die Eltern- und Lehrerschaft möchten, dass die Kinder mehr Gemüse essen, und ich überlege folglich mit, wie man das Gemüse am besten schnitzt, damit man es den Kindern unterjubeln kann, wo doch mein Kind einfach nur essen soll, worauf es Appetit hat; oder die Sache mit den "Medien", aber dazu habe ich ja schon alles gesagt. Ich stehe nicht dahinter, deshalb sollte ich auf keinen Fall noch vorstehen. Die hätten mich nie wählen dürfen!

    Und ganz davon abgesehen finde ich, dass Mademoiselle jetzt in einem Alter ist, in dem ich mich in Schulkrempel nicht mehr so involvieren sollte. Ich möchte nicht mehr dauernd in der Schule sein, ich möchte nicht, dass mich alle Lehrer und fast alle Kinder kennen. Das ist ihr Ding, Sie geht zur Schule, nicht ich.

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