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    Dienstag, 3. Juni 2014
    Blogging November - Zahl mir leider unbekannt

    Im Schulsekretariat:

    Frau N: Gute Morgen! Ab heute kann man Karten für das Schulkonzert kaufen, richtig?

    Sekretärin: Genau!

    Frau N: 3 Stück für 17:30 Uhr bitte.

    Sekretärin: Erst ab 10.

    Frau N (ein Déjà-vu erleidend): Bitte?

    Sekretärin: Ich verkaufe die nur zwischen 10 und 12 Uhr.

    Frau N: Ah - das ist aber ungünstig für die Eltern, die gar nicht mehrere Stunden vor der Schule herumlungern möchten?

    Sekretärin: So ist es nunmal. Wenn ich bei Ihnen eine Ausnahme mache, ist das den anderen gegenüber ungerecht. Ihr Kind kann die Karte ja auch kaufen.

    Frau N: Stimmt! Danke! Ich hänge ihr einen Zettel an die Jacke, dass sie das in der Pause machen soll.

    Sekretärin: Sie braucht aber eine schriftliche Erlaubnis.

    Frau N: Eine schriftliche Erlaubnis? Um eine Konzertkarte für 1 Euro zu kaufen?

    Sekretärin: Genau.

    Frau N: Warum das denn?

    Sekretärin: Sonst gibt das zu viel Durcheinander, die Kinder kaufen dann zu viele Karten oder zu wenige oder für die falsche Zeit und dann beschweren sich die Eltern.

    Frau N: Achso. Nunja. Kann ich Ihnen gegenüber meine Erlaubnis ausdrücklich aussprechen?

    Sekretärin: Nä!! Ich kann mir ja nicht alles merken!!

    Frau N: Verstehe. Haben Sie einen Zettel für mich?

    Sekretärin: Nä, das ist hier alles von der Schule. Wozu denn?

    Frau N: Lassen Sie. (holt alten Kassenzettel aus der Tasche, nimmt Stift, schreibt: "Mademoiselle soll 3 Karten für 17:30 kaufen, Danke, Gruß, Frau N.")
    Kann ich den Zettel gleich bei Ihnen lassen, oder ist es wichtig, dass Mademoiselle den hier über die Schwelle trägt?

    Sekretärin: Ich kann hier nicht alles aufbewahren!

    Frau N: Kein Problem, ich stecke ihn ihr in die Jacke, und das Geld auch.

    Sekretärin: Und damit soll sie dann die Karten kaufen?

    Frau N: Genau.

    Sekretärin: Das geht nicht!

    Frau N: Warum?

    Sekretärin: Sie brauchen ein Formular. Das wird den Kindern die Tage ausgeteilt. Darauf können sie dann ankreuzen, was sie kaufen wollen, und dann kann ihr Kind ins Sekretariat kommen.

    Frau N: Danke, ich brauche kein Formular zum Ankreuzen, ich kann das selbst aufschreiben (wedelt mit dem Zettel).

    Sekretärin: Das Formular ist aber Pflicht!

    Frau N: Was, es gibt einen Formularzwang für Karten für ein Schulkonzert, die für 1 Euro abgegeben werden?

    Sekretärin: Ja!

    Frau N: Gut, geben Sie mir so ein Formular.

    Sekretärin: Die werden die Tage verteilt.

    Frau N: Aber Karten werden ja ab heute 10 Uhr verkauft. Irgendwie muss man ja an die drankommen können?

    Sekretärin: Nur persönlich.

    Frau N: Frau M., im vollen Bewusstsein, eine gütliche Lösung zu verbauen: wollen Sie mich verarschen??

    Sekretärin: (guckt verkniffen)

    Frau N: Ich setze mich mal.

    Sekretärin: (guckt sehr verkniffen)

    Frau N: (schließt die Augen und meditiert einen kurzen Moment)

    Sekretärin: Also...

    Frau N: Wissen Sie - mir ist das so wichtig, die Karten möglichst heute zu bekommen, weil Mademoiselles Oma für das Konzert anreisen möchte. Die muss dann noch eine Zugfahrkarte kaufen und so weiter und möchte gerne planen, wie sie das alles am besten hinbekommt.

    Sekretärin: Ach sooo!! Sagen Sie das doch gleich! Dann gebe ich Ihnen die Karten doch sofort!

    Frau N: Äh...

    Sekretärin: Dafür habe ich doch Verständnis, das ist ja toll, dass die Oma extra kommt! Wie viele Karten brauchen Sie?

    Frau N: Aber das ist doch ungerecht...

    Sekretärin: Ach was ungerecht. Wenn doch die Oma kommt! Das ist doch so toll!! Da freue ich mich richtig!! Hier, nehmen Sie, nehmen Sie!!

    Frau N: Ähmja, dann hier, die drei Euro.

    Sekretärin: Wunderbar, wunderbar! Einen schönen Tag noch!



    Mannmannmann.

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