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    Samstag, 3. November 2012
    Blogging November - 369

    Mit den Katzen geht es schon gut los, bevor sie überhaupt da sind.

    Wie gesagt haben wir noch eine Hürde zu nehmen, bevor Kater und Kätzin bei uns einziehen dürfen. Die Wohungsbesichtigung, bei der auch adäquate Katzenausrüstung vorzuweisen ist. Dazu gehört natürlich ein Katzenklo (Sie dürfen jetzt Helge Schneider summen) - [Einschub: es ist unglaublich schade, dass Texte immer so linear sind. Was ich eigentlich möchte, ist die Möglichkeit, das Textfeld wie ein Blatt Papier zu nutzen, am besten Waagerecht und mit einer Mischung aus Stift und Tastatur, also z.B. mit dem Stift einen Kreis oder Kasten an eine beliebige Stelle und da etwas hineinschreiben. Geschichten sind in Wirklichkeit nicht linear, ich brauche eine Art Mindmap. Hier stünde der Text, Katzenklo wäre nach rechts gerückt - und darunter ein Helge-Schneider-Bildchen, zeichnen können müsse ich dazu natürlich auch noch, was ich nicht kann. Alles sehr schlecht. - von da ginge es weiter, eher landkartenmäßig als chronologisch. Dann, andererseits, hätte man sowas, wäre es wie die nervigen Kinder-Wissensbücher, die nie wer vorlesen will, weil in jeder Ecke noch was steht und lauter Klappen zu öffnen sind und keine Geschichte in Fluss kommt. Normale, lineare Texte sind viel entspannender, man soll sich auf das Wesentliche konzentrieren, es ist nicht interssant, was man noch alle denkt und vom Hölzchen auf Stöckchen sondern der rote Faden zählt, beim Kochen soll man auch nicht die einzelnen Gewürze schmecken sondern das Gesamtgericht. Vieleicht ist ja doch alles gut.] und im Katzenklo bevorzugt "Dercharlie", wie er von der Tierheimfrau immer genannt wird, das Streu im rosa Pappkarton von Lidl.

    Gut, von mir aus. Jetzt sind meine Anforderungen an Katzenstreu noch nicht geklärt, eine wesentliche ist es aber, dass ich es ohne großen Aufwand beschaffen kann. Man braucht es häufiger, da ist es nur sinnvoll, so zu denken. Und der Discounter mit den rosa Pappkartons liegt auf keinem meiner üblichen Wege.

    Allerdings ist die Tierheimfrau streng, man traut es ihr durchaus zu, eine Geruchsprobe zu nehmen, schließlich hat sie extra darauf hingewiesen. Noch spiele ich das Vermittlungsspielchen ja mit, insofern war ich gewillt, für den Anfang rosa Pappkartons zu beschafffen. Mit diesem Ziel ging ich heute in eine andere Richtung als sonst und endete nach 20 Minuten am Lidl.

    Dort lokalisierte ich nach kurzer Desorientierung die Tierbedarfabteilung, ich näherte mich von der einen Seite, ein Mann von der anderen Seite, wir landeten gleichzeitig vor den rosa Kartons, es waren vier da. "Sie zwei, ich zwei!" bestimmte der Mann. Ich nickte, hatte mir bisher gar keine Gedanken gemacht, wie viel ich kaufen wollte, nun hatte das jemand anders für mich getan, "zwei" ist offenbar eine gute Menge für erfahrene Katzenstreukäufer. Ich griff zu.

    Nun ist es so: Rattenbesitzer, zu denen ich bisher gehörte, kaufen große Säcke Nistmaterial, die sie quasi auf dem kleinen Finger balancieren können. Locker gepacktes Heu z.B. Bei Katzenbesitzern ist das, wie ich sofort erfuhr, anders. Man hat einen sehr kleinen Karton, der unglaublich viel wiegt. Zusätzlich hatte ich auf dem Hinweg auch noch enige andere Sachen gekauft. Brot, sperriges Laternenbastelzubehör und Ähnliches. Ich war besorgt, aber nur kurz, denn dann rief Mademoiselle an und fragte, ob ich ihr Eis mitbringe. Natürlich, wenn ich weite Wege laufe, um Demcharlie Streu im rosa Pappkarton zu besorgen, werde ich dem Kind auch ein Eis mitbringen, das ist nur billig. Hinter der Kasse schleppte ich das Katzenstreu also ins Eiscafe gegenüber und überlegte dort reaktionsschnell, während die Kugeln in den Becher gepackt wurden, dass der Plan, mit 12 kg Katzenstreu und Eis 20 Minuten zu Fuß zu gehen am Ende zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führen würde.

    Vor dem Eiscafe ist aber ein Taxistand. Andere Leute in meinem Alter fahren im Morgengrauen im Taxi aus coolen Clubs nach Hause, da kann ich auch mit Eis und Katzenstreu... nur ein Wagen stand am Taxistand, ich beeilte mich, öffnete die Beifahrertür und da saß schon jemand, ein junger Mann. "Ups, Entschuldigung, hier ist ja schon besetzt" sagte ich, klar, ich hatte ja auch kein Licht obendrauf gesehen. Der junge Mann stiegt aus, er trug eine Polizeiuniform und fragte: "Wie können wir Ihnen denn helfen?" Sieh an, da hatte doch glatt ein Polizeiwagen am Taxistand geparkt. Man wollte mich zwar nicht nach Hause fahren, bot aber an, ein Taxi zu rufen. Da hatte ich aber schon umüberlegt, dass S-Bahn und Bus fast genauso schnell sein müssten, und der nette junge Mann in Uniform trug mir das Katzenstreu noch zur S-Bahn. Die kam sofort, der Bus auch, 6 Minuten später war ich zu Hause.

    Heute gelernt: 1. Die Polizei, dein Freund und Helfer und 2. Dercharlie wird sich an anderes Streu gewöhnen müssen.




    Heute vor zig Jahren:

    Wir waren Klamotten kaufen und abends Pizza holen. Unterwegs hält ein Auto mit ein paar Rockabillys neben uns an und will uns mit auf eine Fete nehmen, aber wir haben keine Lust.

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