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    Sonntag, 11. November 2012
    Blogging November - 377

    Es ist wahr: wenn man Katzen hat, muss man wirklich nicht rausgehen und erlebt trotzdem lauter Sachen. Der Katzer z.B. fordert hartnäckigst Streicheln ein, und zwar immer dann, wenn man gerade was anderes macht. Hat man Zeit, will er nicht, aber macht man Wäsche oder Essen oder Aufräumen, dann kommt er maunzend an, läuft zwischen den Beinen rum und wirft sich auf den Rücken. Die Katze hingegen hat die Angewohnheit, das Zimmer, in dem alle sind, zu verlassen, weil ihr da zu viel los ist. Dann wandert sie irgendwo hin und beginnt dort fürchterlich zu maunzen, weil sie so weit von allen weg ist, sich fürchtet und zurückgeholt werden möchte.

    Also eigentlich alles wie mit Krabbelkind.

    Ich habe aber ja ein Schulkind, und in diesem Zusammenhang eine Serviceinformation: Kinder ab dem Alter von 6 Jahren dürfen in Begleitung eines Erziehungsberechtigten Filme mit FSK 12 im Kino anschauen. Das habe ich heute recherchiert, weil wir gerade den Kleinen Hobbit lesen, "wir" ist nicht so merkwürdig-elternmäßig gemeint, sondern wir lesen es tatsächlich gemeinsam: die Satzkonstruktionen sind für eine Zweitklässlerin noch etwas anstrengend, also lese ich meist vor und wenn ich keine Lust mehr habe, liest sie mir noch vor bis sie keine Lust mehr hat, und dann ist Schlafenszeit. Wobei, jetzt nicht mehr, wir müssen ja im Dezember durch sein, wie mir auffiel. Jetzt wird das Kind wachgehalten bis das tägliche Kleiner-Hobbit-Lesesoll erfüllt ist, klare Sache.

    Dabei ist mir heute auch aufgefallen, dass ich das Buch noch nie auf Deutsch gelesen habe. Ist aber schön übersetzt, finde ich, ich habe die ältere Übersetzung von Walter Scherf. Hätte man jetzt von mir aus nicht nochmal neu machen müssen. Wobei, wer weiß, die neue kenne ich ja gar nicht. Vielleicht kaufe ich die auch noch, das wird mit Mademoiselle dann interessant, weil sie eins von den Kindern ist, die Vorgelesenes sofort abspeichern und laut protestieren, wenn man beim nächsten Mal irgendwo ein Wort auslässt.

    Ah. Kinder und Katzen. Da hat man Spaß.




    Heute vor zig Jahren:

    Als wir in Ahs Straße ankamen, sahen wir von weitem zwei Skins, die wir nicht zu kennen glaubten. Wir beschlossen, sie nicht zu beachten, aber als sie vor uns standen, erkannten wir, dass es sich um Ah und einen Freund (Bunny) handelte. Sie hatten eine Literflasche Wein. Da wir uns an der Ecke nicht hinsetzen konnten, gingen wir vor Ahs Tür. Dann setzten wir uns vors Kino, wo Ah und Bunny die Weinflasche kaputt machten und rumprollten. Danach gingen wir zum Eckkiosk und sie holten sich neuen Wein, den sie aber nicht aufbekamen, und in der Zwischenzeit kamen noch Nicole (mit Betonung auf dem i) und Klausi dazu. Pe und ich setzten uns ein bisschen entfernt, weil die gesamte Gruppe uns peinlich war. Also fotografierten wir sie von weitem. Dann wurde uns langweilig und wir wollten ein bisschen den Bach anschauen gehen, und Pe kam auf die Idee, mir 7 Mark zu geben wenn ich auf Socken durch den Bach gehe. Also wollte ich das machen und wir gingen zum Bach runter. Die Böschung war aber so glitschig dass Pe sich mehrmals auf die Fresse legte wozu Ah jedes einzelne Mal bemerkte: "Hat man sich da etwa unfreiwillig hingelegt?" Ich ging also durch den schlammigen Bach und am anderen Ufer versuchte ich, mit Pe und Ah Kontakt aufzunehmen, aber ich bekam keine Antwort. nach einiger Zeit beschloss ich, den Rückweg anzutreten. Als ich angekommen war, setzte ich mich erstmal auf den Boden und wunderte mich, dass Pe und Ah auch total nass waren. Pe war nämlich nochmal ausgerutscht und Ah hatte wieder „Hat man sich da etwa unfreiwillig hingelegt?“ gesagt, und weil das Pe so auf die Nerven ging, hat sie ihn in den Bach geschubst und er hat sie mitgezogen, daher waren jetzt alle nass. Während ich mir die Schuhe wieder anzog versuchte Nicole, die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken indem sie Ah belaberte, wie unerschämt und unzurechnungsfähig Pe und ich wären, woraufhin Pe sich nochmal aufregte und Nicole verjagte.

    Später schlief Ah auf der Bank ein und wir malten ihm mit Kajalstift Anarchie-As und „Nazis raus“ auf die Glatze. Dann weckten wir ihn und brachten ihn zur Mutter. Ah sagte uns bei der Verabschiedung vor der Tür, dass er in den nächsten Tagen mal unserer Schule einen Besuch abstatten würde. Plötzlich tauchte Danni mit Klausi auf, Danni macht wieder ein Theater und begann, sich Ahs Namen in den Arm zu ritzen. Ich nahm ihr das Messer weg und warf es in den Bach und Pe brachte sie zur Omma, während Ah behauptete, er würde jetzt den Schlüsseldienst-Oberskin anrufen und mit dem ausmachen, unsere Schule aufzumischen, und Bunny ständig nervte, er wolle in die Stadt, Ah war jetzt auch wieder fit. Irgendwann hatten wir alle in die Straßenbahn gebracht, nach zwei Stationen stiegen wir aber auf Pes Befehl hin wieder aus und gingen zu McDonald's, weil sie aufs Klo musste. Sie blieb dort ziemlich lange und wir dachten, sie wäre entweder zusammengeklappt oder hätte Ärger. Ich wollte nachschauen gehen, aber Ah wollte mich nicht ohne die Gasknarre gehen lassen und ich regte mich auf, dass er die schon wieder dabei hatte, und während wir alle stritten kam Pe zurück. Pe sagte, ohne etwas zu trinken könne sie nicht weiter Richtung Stadt fahren, also gingen wir die zwei Stationen wieder zurück zum Kiosk, wo Pe sich Wein kaufte. Bunny verabschiedete sich dann und wir gingen zur Mutter hoch und Ah lieh mir eine trockene Hose aus. Dann gingen wir wieder runter und setzten uns auf die Bank am Stromkasten. Ah zündelte mit einem Feuerzeug herum und verbrannte mir durch seine Trotteligkeit die Hand. Um 22 Uhr war er müde und ging nach Hause, Pe und ich fuhren noch in die Stadt und lernten ein paar Leute kennen. Auf dem Heimweg schliefen wir in der Bahn ein und wurden kurz vor unserer Station von einem Ehepaar geweckt, die uns vom Sehen kannten. Wir übernachteten bei uns.

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