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    Samstag, 30. Mai 2020

    Ich werde morgen den Kühlschrank auswaschen und alle Einlegeböden und Schubladen eine Runde in der Spülmaschine drehen lassen und darauf freue ich mich sehr.

    Das kommt so: in meinem Kühlschrank ist momentan besonders viel besonders gutes Essen. Dieses Essen soll, finde ich, in einer Art Wohfühlambiente lagern und nicht in einer Schublade mit etwas Dreck von den lehmigen Radieschen und auf Einlegeböden mit etwas Kruste von einem ausgelaufenen Joghurt und so weiter. Alles soll glatt, sauber, geordnet und hell sein (so lange die Tür auf ist, danach ist es, so sagt man, dunkel).

    Besonders viel gutes Essen ist darin, weil ich ein Paket bekam das ein bisschen gutes Essen enthielt. Nicht im Sinne von "ein bisschen gut" sondern im Sinne von "ein bisschen Essen". Also sehr gutes Essen, aber eben keine ganze Kühlschrankladung voll, ich habe aber dann den Wocheneinkauf um dieses wenige sehr gute Essen herumgeplant und es scheint da so eine Art Magnetismus stattzufinden: sehr gutes Essen muss man mit weiterem sehr guten Essen ergänzen.

    Wie kam es wiederzum zu der kleinen Lieferung mit sehr gutem Essen? Das ist eine etwas längere Geschichte. Vor ein paar Jahren hatte ich eine Essens-Abo-Kiste, die einmal im Monat (oder so ähnlich) kam und jeweils Spezialitäten aus einem Land (wechselnd) enthielt. Das fand ich sehr toll. Über die Zeit sammelten sich die Produkte aber bei mir an, das Kind aß damals sowieso noch nichts außer Pfannkuchen und Nudeln mit Ketchup und mir war das dann alles zu kompliziert, also stornierte ich die Abo-Kiste.

    Neulich dachte ich noch einmal wehmütig daran und recherchierte - der Anbieter hat aber mittlerweile pleite gemacht. Zwar gibt es diverse Food-Abos, aber keins davon überzeugte mich. So klagte ich der Kollegin im virtuelle Büro mein Leid und sie bot an, mir etwas zu bestellen. Das konnte ich natürlich nicht annehmen. Zwei Tage später jammerte ich erneut, sie bot es wieder an, ich glaube, wir spielten das insgesamt dreimal durch bis ich freudig annahm.

    Und Freitag kam dann mittags das Paket, nachmittags machte ich den passenden Wocheneinkauf und morgen wird der Kühlschrank geputzt.

     
    Und? Und? Wo haben Sie was bestellt? Mir fehlt die Delinerobox auch sehr! Ich habe sie damals abbestellt, als das DHL-Streik-Management, hmm, suboptimal war. Und diese reinen Kochboxen sind nix für mich. Kochen kann ich selber.
     
    Ich habe das missverständlich ausgedrückt: ich habe gar nicht bestellt, bzw. wenn, dann bei der virtuellen Bürokollegin. Sie hat für mich etwas zusammengestellt und mir schicken lassen - wie sich herausstellte dann, bei den Genusshandwerkern, aber das wusste ich vorher nicht - und ich habe ihr das Geld überwiesen :-)
     
    Vielen Dank für den Hinweis, die Vorräte an italienischen Speckvariationen und an bretonischer Faßbutter werden demnächst aufgefüllt!

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    Waswardenndrin ?
    Jetzt interessiert es mich doch brennend: Was war denn drin in der Box ? Und auch die (damalige) Abo-Kiste aus fremden Ländern... was enthielten diese ?
     
    Bei der damaligen Box weiß ich es nicht mehr so genau - ich erinnere mich nur noch, dass einmal ein Walnusslikör darin war, einmal fürchterlich süße Bonbons aus einem osteuropäischen Land, einmal sehr, sehr guter Schicken (weiß nicht mehr woher) und einmal ein Estragon-Senf. Dann gab es mal ein Debakel mit einem DHL-Streik, ausgerechnet in dieser Kiste war Fisch. Abbestellt hatte ich aber hauptsächlich, weil ich mit dem Essen nicht nachgekommen war und weil es plötzlich auch immer einen "nützlichen Gegenstand" in der Kiste gab, und was ich so überhaupt gar nicht möchte, schon damals nicht, sind weitere Gegenstände in meinem Haushalt.
     
    Achso und dieses Mal bekam ich geschickt:

    Eine bretonische Fassbutter mit Zitrone - heute Morgen verkostet, sehr fein, ich hatte sie auf Brötchen, kann sie mir auch gut auf Zopf vorstellen, auf dunklem Brot geht sie möglicherweise unter aber das werde ich noch testen.
    Eine Packung Cararecci (Nudeln), die es morgen zu Gulasch geben wird.
    Creme Caramel - gibt es ebenfalls morgen zu selbstgemachtem Eis
    Fenchelsalami - noch nicht angeschnitten, es müssen vorher ein paar andere Sachen aufgegessen werden
    Enten-Rillettes und Sardinen mit Zitrone - aus demselben Grund noch nicht geöffnet
    Pfirsichsoße mit Chili und Hickory-Rauch - wird es im Laufe der Woche zu Grillfleisch geben
    Pistazien-Mandel-Torrone - steckt in der Tasche fürs Büro, immer mal ein Stückchen zum einem Espresso wird perfekt gegen das Nachmittags-Tief sein.
     
    Wahrlich ein Gaumenschmaus. Wohl bekomms!
     
    Es waren ganz unterschiedliche Sachen. Im polnischen Paket habe ich einen Wodka kennengelernt, der nicht gerade billig, dafür aber im Vergleich zu seinen Supermarktkollegen sehr gut trinkbar ist. Im englischen Paket dominierte viel Süßes (Toffee und Karamell). Dem mallorquinischen süßen Paprika konnte ich erst kürzlich zu Leibe rücken, weil ich die Verpackung nicht aufbekam. Ungarischen Sauerkirschlikör (Glam meggy) killte ich neulich aus Gründen mit Kollegen. Tatsächlich enthielt das Paket meiner Wahlheimat Norddeutschland Fisch und fiel logistisch ungünstig in die Zeit des DHL-Streiks (die älteren erinnern sich), so dass es 14 Tage im Logistikzentrum Neustrelitz bei sommerlichen Temperaturen herumlag.

    An mehr kann ich mich nicht mehr erinnern. Es war meistens irgendein alkoholisches Getränk dabei, etwas Süßes und Gewürz.

    Ich glaube, Frau Novemberregen, dass ich überhaupt durch Sie auf die Idee kam?
     
    Das kann sein, ich erinnere mich dunkel an eine Empfehlung, die ich aussprach. Aber warum wissen Sie denn nach hundert Jahren noch was da mal in dieser Kiste drin war?!
     
    Ich habe da so eine Inselbegabung. Unnützes Wissen werde ich wohl noch in der Demenz aufsagen können.

    (Und einige Sachen waren bis vor kurzem noch in meinem Besitz bzw. sind es sogar noch. Stichwort spanischer Paprika. Den ungarischen Sauerkirschlikör haben wir erst unlängst auf der Arbeit allegemacht.)

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    Anderefrage
    Ach, und haben Sie keine Sorge, dass das Kühlschrank-Inneneinrichtungsplastik in der Spülmaschine Schaden nimmt ? Wie bekommen Sie die großen Einlegeböden hinein ? Die ganze Geschichte wirft Fragen auf...

    Herzliche Grüße !
     
    Ich bekomme die Glasfächer sogar in meine kurze Maschine (unten statt der Teller einsortiert). Mit bisserl Spielerei geht sich das gut aus und die Plastikteile sind meines Wissens alle maschinengeeignet.
    Zumindest bei den moderneren Geräten der letzten 25 Jahre.
     
    Nein, da habe ich keine Sorge. Ich habe ein Kurzprogramm, das 30 Minuten auf 45 Grad spült. Die Einlegeböden sind Glas mit einer Plastikumrandung. Ich mache das seit ein paar Jahren so (seit ich auf die Idee gekommen bin). Es passen halt immer nur zwei Böden/Schubladen rein (und nebendran noch Kleinkram wie das Butterfach, die Dinger für die Eier, der Flaschenhalter aus der Tür und so, also brauche ich 4 Spülgänge bis alles drin war. Aber das ist es mir wert, die passen nämlich auch nicht ganz ins Spülbecken und sie werden echt schön sauber in der Spülmaschine.

    (Ich habe aber neulich auch gegen den Rat des Internets befüllte Marmeladengläser in die Spülmaschine gepackt, damit sie von außen nicht mehr kleben. Bin vielleicht kein Maßstab, was Risikofreude im Haushalt angeht.)

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