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    Sonntag, 24. Mai 2020

    Heute gab es ein besonderes Erlebnis: Herr N und ich trafen uns mit einer befreundeten Familie in deren Garten. Für uns alle war das die erste Verabredung mit mehr als einer Person seit Anfang März.

    Obwohl der Garten sehr groß ist, war es mit dem Abstand halten manchmal schwierig. Unter den Erwachsenen weniger, hier fehlten eher die Rituale: sind wir jetzt richtig angekommen und setzen uns an den Tisch und woher wissen wir das, wenn wir uns nicht mit Körperkontakt begrüßt haben sondern alle irgendwie in der Gegend stehen? Kann ich jemandem den Kaffee anreichen oder eher doch nicht? Haben wir uns jetzt richtig verabschiedet und gehen oder fehlt da noch was? Das war merkwürdig aber natürlich nicht wirklich problematisch.

    Mit den Kindern war es schwieriger. Die Teenager waren nicht anwesend, aber eine 10jährige und eine 4jährige - die 10jährige spricht immer sehr viel mit mir, zeigt mir Fotos, Bücher, Pflanzen etc und sitzt meist ganz nah neben mir, während die 4jährige ein richtiges Kuschelkind ist und immer bei Herrn N sein will. Die 10jährige befand "das ist alles komisch und doof und deshalb fahre ich jetzt nach Hause" (und tat das). Die Dreijährige vergaß "dieaktuellesituation" häufig und sprang in den Arm oder auf den Schoß, manchmal war sie auch sehr verunsichert und fragte Dinge wie "kannst du mir denn jetzt den Schuh zubinden, wenn der aufgeht, weil ich ja den Knoten noch nicht so gut kann? Oder was machen wir sonst, wenn wir durch den Wald laufen und mein Schuh aufgeht, dann muss ich vielleicht hinfallen aber dann kannst du mich nicht tragen". Nunja. Ich befand, dass ich im Notfall den Schuh zubinden könnte, da es ja sehr windig war und ich zusätzlich sogar auch noch eine Maske dabei hatte. Immerhin konnten wir also eins der Probleme auf der Welt lösen.

    Was mich aber noch viel nachhaltiger beeindruckt hat: wie sehr es mir widerstrebt, aus einer Toilettenkabine zu gehen, wenn nicht vorher ein Spülgeräusch ertönt ist. Es handelte sich um eine Komposttoilette. Und ich überprüfte mehrere Sekunden lang gedanklich, ob ich nicht doch irgendwas vergessen hätte. Es war aber nur das fehlende Geräusch.

     
    Ich lese Ihre/deine Blogtexte schon sehr lange (sehr viel länger, als ich Twitter nutze) und mit großem Vergnügen. Danke für die abwechslungsreichen und witzigen Einblicke und Gedanken!
    Ich wünsche einen schönen Tag! Grüße von Frau Kraft (aka friedchenk)
     
    Dankeschön!

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