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    Sonntag, 27. März 2016
    Diskussionslos: Der gute Tipp beim Einrichten einer Küche

    Vielleicht wussten Sie es noch gar nicht, aber ich bin ein großer Fan von Fachleuten und Profis. Wenig begeistert mich so sehr, wie wenn jemand etwas wirklich gut kann (und wenig nervt mich so sehr, wie wenn jemand, der etwas können sollte, sich stümperhaft verhält). Besonders auch, wenn ich davon überhaupt nichts verstehe: Wurzelfüllungen, Sanitärarbeiten, Schneiderei, Tattoos, Friseurhandwerk und so weiter.

    Natürlich auch Küchenbau. Mein guter Tipp wäre: beauftragen Sie eine Fachperson. Eine, die nach Hause kommt, dort alles ausmisst, mit Ihnen bespricht, was Sie brauchen, dann einen Plan zeichnet, erklärt, abstimmt und umsetzt. Abweichungen von diesem Tipp sind meiner Meinung nach nur in zwei Fällen sinnvoll: 1) es ist finanziell nicht machbar oder 2) Sie haben selbst Spaß an Küchenbau.

    Bei mir lag keiner dieser Fälle vor, ich beauftragte also ein kleines Küchenstudio mit angeschlossener Schreinerei, Herr F der Chef kam zu mir und machte irgendwas mit einem Laserdings, wir sprachen viel, ein paar Tage später mailte Herr F etwas, wir mailten etwas zurück und er mailte etwas Neues, dann besuchten wir ihn in seinem Küchenstudio und suchten Fronten und Griffe und Arbeitsplatte etc. aus und dann kamen zwei Mitarbeiter von Herrn F und bauten eine Küche bei uns ein, an S-förmigen Altbauwänden und auf einem Boden, auf dem ein Ball wegrollt, wenn man ihn still hinlegt. Nach zwei Tagen schaute Herr F persönlich nach dem Verbleib seiner Mitarbeiter, kratzte sich viel am Kopf und baute ein bisschen mit, dann hatten wir Küche, die Arbeitsplatte ist etwas erhöht, weil wir größer als Standard sind, die Schränke haben ein Fach mehr als normal, weil wir sehr hohe Decken haben und es mir nichts ausmacht, auf Stühle Trittleitern zu klettern und ich selten gebrauchte Geräte lieber oben hinter einer Schranktür habe als offen in Regalen. Die Küche ist seit fast 10 Jahren super, demnächst werde ich Herrn F mal ein paar Blenden erneuern und Griffe austauschen lassen.

    Vielleicht ein zweiter Tipp noch: ein freistehender Küchenblock ist eine schöne Sache. Hat man gern vor dem geistigen Auge mit Blumenstrauß drauf oder Obstkorb. In Wirklichkeit legt dort aber jeder seinen Scheiß ab und das Ding wird zur inoffiziellen Müllhalde des Raumes. Ich rate ab.

     
    Kleiner Einwand: immerhin liegt der Mist dann auf dem Küchenblock und nicht auf dem Esstisch.
     
    der Mist liegt dann auf dem Küchenblock und dem Esstisch.

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    Sie sind genial.

    Meine gestrigen Stunden im Küchenstudio mit unglaublich vielen Anregungen, die mir als nicht-Küchenbesitzerin ebenso unglaublich völlig neu waren, untermauern Ihre Statements.

    Auch ich schätze Fachleute, die ihren Job so können, wie ich immer wieder leise hoffe, meinen eigenen zu können. Wenn sie in ihrer tatsächlichen Expertise auch nur annähernd an meine erhoffte heranreichen, haben wir mehr als nur einfach einen Deal.

    Danke vor allem für den letzten Part mit dem Küchenblock!
    In genau dem Moment, in dem ich Ihre Zeilen lesen durfte, wusste ich: Das Teil soll bei mir ja keinen Obstkorb oder gar noch abgeschnittene Blumen bergen... - aber es wird ganz sicher eine Sammlung Belege, U-Bahn-Tickets, die eine und/oder andere Handtasche und ganz sicher die morgens in der Eile vergessene Teetasse sehr schön in Szene setzen.

    Also eben einfach den Scheiß auf der inoffiziellen Müllhalde.

    Dabei glaubten mein Nachbar und ich gestern Abend noch, daran könnten wir gemeinsam Kaffee trinken.

    Über diesen Punkt muss ich also noch nachdenken.

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    Ich möchte darauf hinweisen, daß das Thema "Die Liebe und ihre Tücken" meiner Meinung nach nicht adäquat behandelt wurde, auch wenn ich Rüblitorte überaus liebenswert finde und mich für das Rezept bedanken möchte.
     
    Ich nähere mich dem Thema noch an.

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    Für den etwas schmaleren Geldbeutel ist der (alte) Schwede wirklich empfehlenswert. Wenn man sich erstmal selbst mit dem Konfigurator befasst hat, ist die Beratung im Möbelhaus eigentlich ganz nett und kompetent. Aufmaß bieten die auch an. Mit der Qualität sind wir (nach bislang 3 1/2 Jahren) sehr zufrieden, auch mit den Geräten. Mit maßgefertigten Arbeitsplatten aus Massivholz und Selbstaufbau* war der Preis deutlich unterhalb einer fünfstelligen Summe.

    Einschränkung: Der Schwede hat keine Massivholzplatten mehr, sondern nurmehr so Billigfaser mit aufgeflanschter, dünnster Pseudoschicht. Das wär nix für uns.

    *Klingt schlimmer als es war, weil ich einen Mann geheiratet habe, der im früheren Leben Handwerker war und bereits diverse Häuser gebaut hat.

    Und ich glaube, eine Fläche, wo jeder seinen Scheiß ablegt, findet sich immer. Bei uns ist es leider der große Esstisch.
     
    Danke für den alten Schweden.
    Ich denke auch über ihn nach, denn heute bewegten wir uns auf die Zweifach-fünstellige zu.
     
    @euphoria ich weiß nicht, wo Sie geschaut haben und es kommt natürlich auch auf die Größe der Küche an, möglicherweise ist es auch sehr abhängig vom Land, aber vielleicht lohnt sich auch noch ein Preisvergleich. Unsere Küche geht so ums Eck, hat den besagten freistehenden Küchenblock. Der Korpus ist keine Luxusmarke (ich weiß den Namen nicht mehr, man kennt ihn, aber eben nicht "Miele") aber die Türen schließen geräuschlos und die Schubladen ziehen sich so satt nach innen, wenn man sie anstupst und es ist alles sehr solide, hält seit etwa 8 Jahren ohne Macken. Das Ganze hat inklusive Beleuchtung, einmr 2-m-Kühlschrank, Beleuchtung und Einbau glaube ich 7000 gekostet. Gut, Inflation und alles, aber zweifach 5-stellig, uiuiuiu!

    Ich glaube, man kann sich bei den Kosten für die Arbeitsplatte sehr verausgaben. Bei Neumond geernteter Marmor oder so. ;-)
     
    Marmor...
    ... ich bitte Sie. Holz von einem bei Neumond gefällten Gingko-Baum, imprägniert mit wertvollen esoterischen Ölen aus dem vollen Dinkelkorn.
     
    Das Thema nimmt noch Ausmaße an.
    Nur gut, dass ich noch nichts unterschrieben habe.

    Also: Die 17./18.000 können auf ganz kleinem Raum zusammenpassen und können nicht mehr als zwei Schenkelmaße von 2,50 und 2,85.
    Der berühmt-berüchtigte Küchenblock hatte noch keine Chance, sich abzubilden. Derzeit ist der Luxus ein Tischchen für 3 an der linken Außenkante.

    Und die Witzchen mit Marmor und anderen edlen Grundstoffen... hahaha. Nein. Kunststoffbeschichtetes Irgendwas.

    Ich habe ein paar Schmankerln gesehen, die knallen gleich richtig rein, sind dann aber völlig unspektakulär.
    Auf jeden Fall habe ich in diesem Oster-Küchendialog viel gewonnen.

    Ich mache mich noch einmal ganz frisch auf die Suche und berichte später.

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