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    Freitag, 13. September 2013
    Blogging November - 571

    Am Wochenende ist hier Kindergeburtstag. Es werden zwar dieses Jahr nur sechs Kinder anwesend sein, diese bleiben dann aber auch gleich alle über Nacht. Es wird sich bei diesen Kindern um Harry Potter, Ron Weasley, Hermine Granger, Cornelia und Arwen handeln und vermutlich wird ein Kind eine Elbenrobe tragen, dieses Kind wird aber nicht Arwen sein. Cornelia wird wohl im Prinzessinnenkleid kommen. Harry und Ron sind weiblich.

    Es ist ja nicht so, dass ich etwas dagegen hätte. Ich bemühe mich nur, den Überblick zu behalten. Deshalb kann ich Ihnen für weiter Einlassungen erst nach dem Wochenende wieder zur Verfügung stehen - wenn ich an irgendetwas anderes denke, fällt mir, glaube ich, das ganze für morgen mühsam erworbene Wissen wieder aus dem Kopf.

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    Dann war heute in der Schule noch Elektrospielzeug-Tag. Das ist, glaube ich, etwa alle zwei Monate an einem Freitag, ich weiß es aber nicht genau, denn es gibt darüber keinen Plan. Man merkt als Elternteil, dass er stattfindet, weil beim Abholen in der Schule eine überaus angenehme Ruhe herrscht. Im Teenie-Raum (für die 3. und 4. Klasse) saßen heute z.B. etwa 10 Mädchen und Jungen - die Betonung weil Mädchen und Jungen sich ansonsten derzeit ungern im selben Raum aufhalten - einträchtig auf Boden, Stühle und Sitzkissen verteilt und spielten Nintendo, teilweise allein, teilweise zu zweit, manche zu dritt. Es war still, entspannt und gab keinen Streit. Alle waren zufrieden. Naja, bis auf die Erzieherin. Auf mein "Da haben Sie ja heute auch mal einen entspannten Nachmittag!" ließ sie sich nämlich nicht, wie ich es getan hätte, wohlig gähnend in die Couchecke sinken, sondern versuchte angestrengt, möglichst in alle Richtungen gleichzeitig missbilligend zu gucken und "Also, ich lehne das ab! In der Einrichtung, in der ich vorher war, gab es sowas nicht!" zu sagen.

    Versteh einer die Leut.

     
    Nintendo-AG. Wir machen das auf vielfachen Wunsch der Kinder hier auch. Man sammelt da so seine Erfahrungen, Trial and error - viel error. Was da schiefgehen kann, wie anders Kinder denken, welche Prioritäten gesetzt werden, bleibt faszinierend, amüsant und manchmal auch etwas erschreckend.

    Es hat sich folgender Ablauf als brauchbar erwiesen: Damit die Nintendos nicht im Unterricht oder in den Pausen benutzt, die Spiele und Geräte nicht gestohlen, "geborgt" oder in der Unterrichtszeit zum heimlichen Spiel in den Toiletten versteckt und dann verlegt werden - also quasi damit Unterricht stattfinden kann und das Eigentum gesichert ist - müssen die Kinder um 8 Uhr morgens die Geräte, plus Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten bringen (ganz wichtig, sonst klaut Kind A Kind B im privaten Umfeld ein Nintendo und bringt das Diebesgut mit), in unser Büro bringen, sie werden dort weggeschlossen. Zum Zeitpunkt der Nintendo-AG stellen sich die teilnehmenden Kinder auf, gehen unter Aufsicht in einen leeren Raum, spielen dort unter Aufsicht. Nach der festgelegten Zeit geben sie die Nintendos an die Aufsicht zurück, die sie wieder wegschließt. Wird ein Nintendokind abgeholt, erhält es das Gerät zurück.

    Dieser Ablauf klingt jetzt theoretisch recht einfach, aber es gibt ja auch noch die Praxis, das einzelne Kind, die Gruppe mit der Gruppendynamik und man darf den wichtigen Faktor des alltäglichen Wahnsinns nicht vergessen.

    Die Kinder sind aufgeregt, hüpfen rum, wollen wisssen, wann die AG denn endlich losgeht (eine Minute ist für ein wartendes Kind ja eine Ewigkeit, da fragt man besser noch mal nach...), gehen noch weniger gern in die Hausaufgaben als sonst, im Angesicht des Nintendos ist das Mittagessen unnötig, irgendwelche Anweisungen von Erwachsenen noch nerviger als sonst. Ungeduld ist bekannterweise ja ansteckend, sie führt auch nicht gerade dazu, dass konfliktfreier Umgang miteinander stattfindet. Wie beschrieben ablaufend, verläuft der AG-Tag im Rahmen der von uns festgelegten Regeln, aber der Aufwand, diese Regeln beizubehalten ist tatsächlich höher als an anderen Tagen.

    Wenn die Mäuse dann spielen, ist es schön, friedlich und sie haben soviel Spaß, dass wir es natürlich gerne nächste Woche wieder anbieten - bis dahin haben wir uns auch alle erholt. :)
     
    Tja, über die Organisation habe ich mir natürlich noch nie Gedanken gemacht. Bisher erschien mir das bei Mademoiselle in der Klasse unkompliziert - ich bin aber natürlich ja auch nicht dabei! Mein Eindruck ist: man steckt morgens das Ding in den Ranzen und nach dem Mittagessen holen sie es raus. Und ich glaube, für das Wohlergehen des Gerätes ist jedes Kind selbst verantwortlich. Generell ist an der Schule freitags Spielzeugtag (Elektrospielzeugtag ist dann ein besonderer Freitag), mit anderem Spielzeug ist es jedenfalls so, dass das Kind auf Mitgebrachtes selbst achten muss.

    Vielleicht ist es aber auch ganz anders und die Genervtheit der Erzieherin lag an der Vorgeschichte. Ich hatte es so interpretiert, dass die Nintendospielerei an sich sie nervt.

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