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    Donnerstag, 5. September 2013
    Blogging November - 653

    Der skurrile Augenblick des heutigen Tages war der, als eine merkwürdige Frau sich vor mir die Jacke aufriss. Es handelt sich aber nicht - wie von mir kurz angenommen - um eine Exhibitionistin. Im Gegenteil - das (schlecht geschnittene) T-Shirt, das sie unter der Jacke trug (sowieso, eine Jacke! Bei dem Wetter!!), war sogar wichtig. Wichtig im dem Sinne, dass darauf "Quartiersmanagement" stand, und der Anblick dieser Aufschrift sollte mich offenbar in der laufenden verbalen Auseinandersetzung zum Schweigen bringen. Was irgendwie auch geklappt hat, ich konnte nämlich vor Lachen kaum noch stehen. Ob das genau so geplant war, bezweifle ich allerdings.

     
    Wieso in aller Welt fetzen Sie sich mit Marketenderinnen?
     
    Jetzt bin ich aber neugierig und möchte die Vorgeschichte lesen! Was haben Sie denn angestellt, dass Damen glauben, Sie zur Ordnung rufen zu müssen, indem sie sich entblößen. (Oder ist die Welt einfach wirklich so schräg, wie ich schon lange glaube?)
     
    Ach, das war unspektakulär und hatte mit Straßenverkehr zu tun. Vor der Schule ist eine Einbahnstraße, in Einbahnstraßen fahren Autos ja gerne mal in der Mitte. Nun ist diese aber in der Gegenrichtung für Radfahrer freigegeben. Und dann stand da noch ein Auto im Halteverbot, so dass man wirklich rechts fahren musste, damit ich mit dem Rad vorbeikomme, das wollte die Dame aber nicht, weil sie fand, ich fahre falsch (also: falschherum in die Einbahnstraße). Sie blieb dann also mit ihrem Auto stehen und erklärte ihrem Kind lauthals und in einem für meine Ohren unpassenden Tonfall, dass es zu sowas kommt, wenn Radfahrer falschrum in die Einbahnstraße fahren, woraufhin ich ihr ins offene Fenster winkte und sagte, sie sollte ihre Karre nach rechts bewegen und auf die Verkehrsschilder achten. Dann ist sie ausgestiegen, ich hoffte, um sich das Schild nochmal anzuschauen, aber ich bin ja häufig übermäßig optimistisch.

    T-Shirt mit "Quartiersmanagement" sticht aber Straßenschild nicht. Und auf dem Gehweg darf ich ja nicht fahren. Ich hab die Regeln nicht gemacht ;-)

    (Wenn ich sie gemacht hätte, gäbe es sowas nicht, ich halte diese freigegebenen Einbahnstraßen für total schwachsinnig, weil die Autofahrer damit nie rechnen, die meisten Beinaheunfälle hab ich in solchen Straßen. Man sollte alle freigeben oder gar keine. So wird es sein, wenn ich in Deutschland aufgeräumt habe, bzw. in der EU...)
     
    (...) ich halte diese freigegebenen Einbahnstraßen für total schwachsinnig, weil die Autofahrer damit nie rechnen, die meisten Beinaheunfälle hab ich in solchen Straßen. Man sollte alle freigeben oder gar keine.

    Weise Worte. Mein Mandat hätten Sie jedenfalls schon mal in der Sache.

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