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    Montag, 19. November 2012
    Blogging November - 385

    Morgens gleich Streit mit einer alten Dame, die es so eilig hatte, dass sie mir in der langen Discounterschlange immer in die Hacken fahren musste und, nachdem ich ihr sagte, dass das schlecht ist, das Gespräch suchte. Warum es vorne so lange dauern würde, was nun schon wieder wäre, ob man denn wirklich mit Karte zahlen müsse, warum der da vier Plätze weiter vorn keinen Wagen hat und den Verkehr aufhält. Ich wollte mit der Frau nicht sprechen, aber sie redete weiter auf mich ein bis ich entnervt "Jetzt seien Sie einfach mal still!" brüllte. Dann drehten sich alle um und guckten mich böse an, nicht die hackenrammende Meckertante.

    Abends dann in der Drogerie der Mann vor mir, der immer wieder einen Schritt rückwärts ging. Aber da stand ja ich! Ich sagte es ihm, er meinte, ich könne ja auch einen Schritt zurück, ich erwiderte, da stünden dann schon wieder andere Leute und ich würde wohl im Namen aller in dieser langen Schlange Wartenden sagen dürfen, dass wir das nicht wollen, einen Schritt zurück. Der Mann ging wieder einen Schritt zurück, ich ging einen Schritt vor, es rummste und er sagte "Wollen Sie Streit?!" Absolut nicht, um Himmels Willen, ich bin doch nicht in der Lebenssituation, in der man mit Fremden vor die Tür geht, um was zu klären, musste aber allein bei dem Gedanken fürchterlich lachen. Wütend warf der Mann seine Sachen zur Seite und verließ den Laden. Und zu mir sagte die Kassiererin vorwurfsvoll: "Das muss ich später alles aufräumen!".

    Wenn man an einem Tag gleich zweimal Warteschlangenstreit auf sich zieht - muss man dann davon ausgehen, dass der verursachende Faktor man selbst ist? Das wäre mir sehr unrecht.




    Heute vor zig Jahren:

    Wir haben bis ca. 11 Uhr geschlafen und im Bett gefrühstückt. Irgendwann schmiss Pes Tante uns raus, weil sie ihr Bett machen wollte. Wir machten uns fertig, aßen Mittag und verabschiedeten uns und fuhren nach Hause. Nachmittags Kaffeetrinken bei meiner Schwester.

     
    Im Augenblick vielleicht ärgerlich, aber im Nachhinein erzählt von Frau N. nur köstlich!
    Das letzte Mal, als ich einen Mann mittleren Alters, Typ couch potato, der in der Schlange vor der Kasse so dicht aufschloss, dass er mir beinahe den Hintern wärmte, fragte, ob er es denn eilig hätte, stellte er mir im Brustton des Goliath in Aussicht, mich hier und sofort zusammenzuschlagen, wenn ich nicht mein Maul hielte. Ich fand das einerseits ärgerlich, andererseits aber auch sehr amüsant, so dass ich ihm beipflichtete, dass dies so vor aller Leute eine ausgezeichnete Idee sei, die bestimmt noch viel Spass machen könnte. Das brachte ihn auf seine wahre Grösse zurück und wir waren (fast) alle glücklich, auch die Kassiererin, die wohl schon Angst hatte, sie müsste dann hinterher sauber machen.
    Aber die Hackenrammer, die hasse ich auch.

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    Könnten Sie zurückgehen und statt zu lachen mal einfach "JA!" sagen? Ich wüsste zu gerne, was dann pasiert wäre...
     
    ich lege - schon immer! - den allergrößten Wert darauf, aus allen möglichen Situationen verbal herauszukommen.

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    Ich wurde letztens vom Einkaufswagen meiner Hinterfrau überholt. Das ging so lange gut bis dieser Kassenpferch zu eng wurde und wir feststeckten. Sie guckte mich böse an. Ich lächelte und fragte, ob ich ihre Sachen auch auf's Band legen sollte. Sie sagte mir, ich junge Frau solle mal nicht frech werden. Ich lächelte immer noch (die fiesteste Bedrohung ist jemand, der weiterlächelt obwohl er angemault wird). Dann zog sie sich 15 cm zurück. Ich bedankte mich lächelnd. Sehr freundlich von Ihnen, vielen Dank! Und bezahlte mit Groschen :-)

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