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    Sonntag, 27. Dezember 2020
    27122020

    Ich war heute mit M spazieren, und zwar zu einem Gewässer in der Nähe, das "Maunzenweiher" heißt und deshalb wollte ich das sehen.

    M wollte zum einen einfach so mit und zum zweiten, um ihre neuen Schuhe einzulaufen. Das ist eine schlechte Idee, dachte ich, und sagte ich auch aber man kann 16jährigen ja vieles sagen, ohne, dass es zu etwas führt, also packte ich drei Blasenpflaster ein und einen Geldschein für ein Taxi.

    Das erste Blasenpflaster brauchte M nach weniger als 1 km. Nach ungefähr 3 km tauschten wir die Schuhe. Nach ungefähr 6 km tauschten wir die Schuhe wieder zurück, denn meine Fersen begannen nun auch zu bitzeln und ich war - bei aller mütterlicher Fürsorge - nicht bereit, mir selbst Blasen zu laufen. Glücklicherweise sind meine Füße aber etwas größer als die von M, insofern waren die Schuhe nun ausreichend eingelaufen und der Geldschein für das Taxi wurde auf den letzten 2 km nicht benötigt.

    Der Maunzenweiher war ganz nett, im Wald drum herum lag verblüffend viel Müll. Es waren viele Menschen unterwegs und alle hatten einen Hund dabei, niemand erwiderte einen Gruß. Macht man das nicht, wenn man im Wald auf Menschen trifft? Alles sehr verwirrend.

    Das war ein schöner Spaziergang.

    Zu Hause wollte ich mich umziehen und stieß dabei auf ein Problem: ich habe keine frische Wäsche mehr im Schrank. Zum Glück aber auf dem Wäschestapel. Wir haben hier das Problem einer aufgebrochenen Struktur: in den letzten Wochen hat Papa N. die Wäsche in diesem Haushalt erledigt. Papa N. ist aber nun nicht mehr hier. Davor habe ich die Wäsche zusammengelegt, ich machte das üblicherweise morgens nach dem Duschen und vor dem Föhnen mit einem Tee, es ergab perfekte 10 Minuten, in denen die Haare an der Luft antrocknen, vor der offenen Balkontür für die morgendliche Frische, dann halt Föhnen, dann Büro. Aber ich gehe ja jetzt nicht ins Büro, erstens wegen Urlaub, zweitens wegen Corona. Es gibt also keinen logischen Grund, warum ich die Wäsche zusammenlegen sollte. Es gibt aber auch keinen logischen Grund, warum ein anderes Haushaltsmitglied meine Wäsche zusammenlegen sollte. Möglicherweise muss ich in den nächsten Wochen - naja, eher Tagen, es eilt ja etwas - klug agieren und einen Grund erschaffen.

    Wish me luck. Or send shirts.




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    Begegnungsnotizen: Haushaltsmitglieder

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