• Privatbloggen an: novemberregen @ gmail.com
  • | Twitter: @novemberregen
    Mittwoch, 13. November 2019
    aua

    Mit verlegener Schulter/Nacken/Kopf aufgewacht. Sehr unangenehm, aber ich hoffte, es würde beim Duschen oder beim Radfahren weggehen. Tatsächlich zog der Schmerz aber immer weiter in den Kopf und zur Linderung trug auch nicht bei, dass ich heute den ganzen Tag einen Ersthelferkurs hatte. Im Büro hätte ich ja nach Belieben herumlaufen und die Sitzposition ändern oder auch irgendwelche gymnastischen Übungen machen können, in einer Schulung ist das alles nicht so akzeptiert. Ich nahm Tabletten.

    Der Kurs war inhaltlich interessant (es war kein Basiskurs, der das Standardrepertoire abwickeln muss, sondern ein Kurs für fortgeschrittene TeilnehmerInnen, der in weiten Teilen auf individuelle Interessen eingehen kann). Allerdings entsprach die allgemeine Humorlage nicht der meinen, der Kursleiter machte immer wieder recht einfache Witze, die die vermeintlichen typischen Verhaltungsunterschiede von Frau und Mann betonten und die meisten TeilnehmerInnen waren höchst vergnügt darüber.

    Vielleicht ist es verlockend, bei einer inhomogenen Gruppe, die sich nur für einen Tag zusammenfindet, solche schlichten Scherze für die kleine Auflockerung zwischendurch einzuflechten. Oder vielleicht denkt man sich ach, darüber haben wir schon 100 Jahre gelacht, darüber lachen wir auch noch 100 weitere. Oder vielleicht denkt man gar nicht. Ich weiß es nicht. Ich war genervt und hinterließ das so im Feedback-Bogen.

    Etwas anderes nervte mich auch noch und zwar die schlechte Organisation in Bezug auf externe TeilnehmerInnen. Wir befanden uns in einem dieser großen Bürogebäude, in dem man sich nur per Zutrittskarte in die verschiedenen Stockwerke bewegen kann - externe Gäste bekamen aber keine Besucherkarte sondern standen schon bei Kursbeginn vor einer Tür zum Seminarbereich und hämmerten daran, damit man uns hineinließe, denn vom Empfang unten wurde man einfach hochgeschickt ohne irgendwelche weiteren Instruktionen, wie man dann ins Stockwerk käme.

    In der Mittagspause verschärfte sich dieses Problem, denn obwohl zugesagt war, dass wir auch mit unserer "heimischen" Zugangskarte in die Kantine kämen, war dies nicht der Fall. Die für solche Probleme zuständige Dame, die ich vom Kantineneingang anrief, erklärte, sie sei selbst gerade in der Pause und könnte sich nicht kümmern, also kletterte ich einfach über das Drehkreuz und murmelte der daneben stehenden Security etwas mit "Karte will nicht" zu. Ich fühlte mich dabei sogar einigermaßen befugt, schließlich durfte ich ja in die Kantine, wurde dort sogar erwartet, es ging halt nur nicht auf dem üblichen Weg, da ist es wohl okay, einen anderen zu wählen. In der Kantine stellte ich dann aber fest, dass es doch einen Haken gab: der Menüpreis wäre am Drehkreuz von der Karte abgebucht worden und ich konnte nun so viel Essen nehmen, wie ich wollte, aber keine Möglichkeit mehr hatte, es zu bezahlen. Ähem. Hätte ja mal jemand sagen können! (war aber lecker)

    Auf dem Weg von der Kantine zurück wurde es dann nochmal spannend, die ganze Gruppe der externen SeminarteilnehmerInnen endete nämlich wieder vor der verschlossenen Tür. Während wieder das muntere Klopfen begann, sah ich, wie Personen ein Stockwerk tiefer zur Tür hineingingen. Aus einem früheren Besuch zu einer Besprechung im selben Gebäude erinnerte ich mich, dass die Besprechungsetage mit der Seminaretage durch eine Innentreppe verbunden ist. Ich folgte den fremden Menschen also vorbei an einem Tresen mit Security ("Bitte Dienstausweis unaufgefordert vorzeigen" stand daran) und ging die Innentreppe hoch in den Seminarbereich, dort nochmal an einer Security vorbei (auch hier so ein Schild mit dem Dienstausweis), nickte überall freundlich "Mahlzeit" hin und ging dann zum Treppenhaus, um die Seminargruppe hineinzulassen. Irritierend, wie einfach so etwas geht.

    Um 16:30 Uhr war alles vorbei, ich hatte nun rasende Kopfschmerzen und den gesamten Schulterbereich verspannt und schüttelfröstelte (schmerzbedingt) auf dem Fahrrad vor mich hin. Zu Hause Couch und Wärmflasche, dann noch kurz Gesangsstunde und dann mit M indisches Essen bestellt, weil an Kochen nicht zu denken war.

    Jetzt wird es langsam besser, ein Glück.

    November seit 5010 Tagen

    Letzter Regen: 11. Dezember 2019, 22:23 Uhr