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    Mittwoch, 18. März 2015
    Blogging Novemmber - 1132 (Projekt .txt - wünschen)

    Manchmal habe ich Sorge, dass eine dieser Feen zu mir kommen könnte, gegenüber der man drei Wünsche äußern kann oder vielleicht sogar muss (ich weiß nicht ob die Aufforderung schon einmal negativ beschieden wurde). Weil ich mich möglicherweise sofort unter Druck gesetzt fühlen würde - wünschen, jetzt, sofort, 3x, und auch noch die richtigsten und wichtigesten drei Wünsche für das ganze Leben! Das kann doch nur in Unzufriedenheit enden.

    Eine Zeit lang dachte ich, ich hätte den optimalen Wunsch gefunden. Den, der so gut ist, dass ich sogar noch einen brauche. "Hah, ich wünsche mir dasunddas!", hätte ich der Fee gesagt. "Und die anderen zwei?!", säuselt die Fee. "Chrchr. Lass mal, das passt schon, ich brauch nur den einen." Ich haue der Fee jovial auf die Schulter und gehe beschwingt und pfeifend davon.

    (Was dieser eine Wunsch ist, kann ich leider nicht verraten. Ich habe ihn über viele Jahre beim Auspusten von Geburtstagskerzen, Sternschnuppen, all das, verwendet. Wenn ich ihn verrate, riskiere ich, dass er nicht in Erfüllung geht - das besagt die Konvention. Und so schlecht war er auch nicht, dass ich dieses Risiko eingehen möchte.)

    Mein neuer Ansatz ist, mir zu wünschen, was mir gerade in den Kopf kommt, einfach so, ohne mir weiter Gedanken zu machen, und dann halt zu sehen, was kommt. Auf diese Weise gehe ich in Krisensituationen meistens vor und das hat bisher gut funktioniert, warum nicht auch mit einer Fee.

    Und ganz akut, falls diese Fee heute Nacht käme, oder sogar gleich, während ich hier auf der Couch sitze, würde ich mir Geld wünschen. Eine Haufen. Und dann noch einen und noch einen. Davon würde ich zum einen, das ist bekannt, eine Wohnung kaufen, eine kleine und zwar eine, die nur ich betrete und sonst niemand. Was dazu führen würde, dass dort absolut jeder Gegenstand immer exakt dort zu finden ist, wo ich ihn abgelegt habe. Das fände ich sehr entspannend. Ich würde in dieser Wohnung natürlich nicht wohnen, das wäre mir viel zu langweilig, aber ich würde dort Zeit verbringen wenn ich Kopfschmerzen habe. Und zum andern steht mir der Sinn nach Personal. Konkret wünsche ich mir in letzter Zeit häufiger eine Person, der "Denkvorleistungen" für mich übernimmt, sich also zu bestimmten Themen informiert und mir eine Zusammenfassung liefert. Das sind hauptsächlich Themen die mich nur mäßig interessieren, über die ich aber dennoch Bescheid wissen möchte. Aktuell wäre hier die Sache mit dem Finger von diesem Griechen und der Ukraine-Konflikt zu nennen.

    Mir ist klar, dass dies eine absolute Vertrauensposition wäre und jemanden erfordert, der besonders gut denken, auswerten, urteilen und natürlich auch schreiben kann. Daher wäre die Position exorbitant dotiert und zu diesem Zweck bräuchte ich die drei Haufen Geld.

    Wir wissen alle, dass ich das Geld nicht habe, aber falls sich jemand mit einem dieser Themen bereits als Kandidat (m/w) ins Gespräch bringen möchte, nur für den Fall, dass die Fee bald, oder sagen wir: sehr bald kommt, fühlen Sie sich herzlich eingeladen.

    [Das ist ein Beitrag zum Projekt .txt und ich bin spät dran, ist aber egal. Die übrigen Beiträge sind hier.]

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