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    Dienstag, 10. Februar 2015
    Blogging November - 1197

    Man sollte meinen, über Tiramisu bestünde absolute Einigkeit auf der Welt, aber dann scheint es doch wieder nicht so zu sein, sonst würde es nicht so viele ziemlich schlimme Varianten davon geben.

    Was gut ist: fast jedes selbstgemachte Tiramisu schmeckt lecker. Ok, manche Menschen verwenden aus obskuren Gründen Vanillepudding und Speisequark, dann hat man zwar kein Tiramisu, aber immerhin noch eine schmackhafte Nachspeise. Wirklich schlimm sind nur die abgepackten Sachen, bei denen die Creme mit Stickstoff aufgeschlagen ist, die Löffelbisquit irgendein komischer Teig und das Kakaopulver gesüßt. Das geht natürlich nicht.

    Das beste Tiramisu, das ich kenne, macht Frau Fragmente. Das zweitbeste eine ehemalige Kollegin mit italienischem Migrationshintergrund. Das drittbeste gibt es in einem Delikatessenladen in der Nähe des Büros, es ist einen Tick zu cremig und zu eiig, aber dennoch sehr, sehr lecker.

    Ich selbst liege auf meiner eigenen Skala leider recht weit hinten. Unter anderem mangelt es mir an Übung, Tiramisu hat nämlich eine wichtige Eigenschaft gemein mit Aufläufen. Diese ist: die Zutaten schmecken alle auch einzeln schon ganz hervorragend. Den Extraschritt zu gehen - also alle einzeln wohlschmeckenen Komponenten noch einmal zusammenzubauen, durchziehen zu lassen und Stunden später erst zu genießen - dazu bedarf es einer gewissen Veranlagung, die, sagen wir, mir nicht natürlich zukommt sondern erworben ist. Ich setzte mich dem ungern aus. Man kann doch auch sehr gut einen Kaffee trinken, einen Likör dazu sowie Kekse mit einer Creme zum Dippen? Genauso, wie man Nudeln mit Soße und geraspeltem Parmesan essen kann, statt dasselbe Essen vorher nochmal geschichtet in den Backofen zu schieben?

    Schon deshalb ist das beste Tiramisu ist für mich immer eins, das andere machen.

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