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    Samstag, 14. April 2012
    Blogging November - 165

    Mademoiselle und ich hatten heute den einzigen Tag der Osterferien gemeinsam frei und wollten eigentlich morgens in die Bücherei gehen, danach mit einem Mietauto diverse Altkleidersäcke in einen Kleiderladen der Diakonie bringen und dann mit demselben Auto in den Kletterpark fahren und dort ein paar Stunden klettern. Das war jedenfalls gestern Abend der Plan.

    Heute morgen war der neue Plan von Mademoiselle, auf jeden Fall den gesamten Tag im Nachthemd zu verbringen. Damit fiel Kletterpark definitiv aus, und da sie nicht auf Bücherei und ich nicht auf Altkleidersäcke bestand, blieben wir einfach ganz zu Hause.

    So gab es auch für mich zunächst keinen Grund, mich anzuziehen. Es wundert mich sowieso, dass Pyjamas sich im Laufe der Zeit nicht als Alltagsbekleidung durchgesetzt haben. Sind Jeans in der Bequemlichkeit mit Pyjama zu vergleichen? Nicht wirklich. Am frühen Nachmittag hatte ich allerdings eine Telefonkonferenz und stellte für mich fest, dass ich unbedingt zu diesem Zeitpunkt geduscht und angekleidet sein muss. Vorher überlegte ich, ob es wohl albern ist, sich für eine Telefonkonferenz frisch zu machen. Aber es ist ja alles Psychologie. Es war absehbar, dass das Gespräch keines der einvernehmlichen und wohlwollenden Sorte ist, den Sprachnachteil habe ich zusätzlich sowieso schon immer (wobei man, wenn man Zeit gewinnen will, immer gut vortäuschen kann, man habe nicht verstanden und bräuchen eine Wiederholung des Gesagten in anderen Worten), da wollte ich mir nicht zusätzlich mitten in der schönsten Auseinandersetzung eines Körperpflegenachtieils bewusst werden. Im Nachhinein was es auch eine gute Entscheidung.

    Nach dem Gespräch habe ich mich sofort wieder zurück-umgezogen. Eine Coaching-Person hat mir mal erklärt, man solle für sich eine symbolische Handlung durchführen, um nach der Arbeitszeit das Büro mental ad acta zu legen. Vorgeschlagen wurde, sich mit den Händen vom Kopf den Körper hinabzustreichen und dann irgendwie so Richtung Boden zu schieben, so als ob man das Büro "abstreift", wie einen Sack, der einem vorher über dem Kopf zugebunden war (das mit dem Sack wurde so nicht gesagt, das ist von mir). Und ich ziehe mich gleich total und in echt um. Die Coaching-Dame wäre sicher stolz auf mich.




    Heute vor zig Jahren:

    Ich habe einen neuen Nachhilfeschüler, der voll schwer von Begriff ist. Und jetzt zweimal pro Woche Fechten, einmal Florett, einmal Degen. Ah ruft an und wir reden über das Verhör morgen.

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