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    Sonntag, 27. Februar 2022
    26022022

    Irgendwann muss man dann auch diese Abwarthaltung weil "man weiß ja nicht was nun wieder passiert..." aufgeben und anfangen, die Dinge zu erledigen, die derweil liegengeblieben sind.

    Dieser Tag war für mich heute, das stellte ich unvermittelt fest, als ich nach dem Aufstehen nicht wie üblich mit einem Kaffee in den Sessel sank sondern mich noch vor dem Kaffee beim Ölen des Küchentisches und Austauschen der Filzgleiter an allen vorhandenen Stühlen wiederfand. Das kam für mich überraschend. Aber gut, wenn die Welle kommt, muss man sie reiten. Es ist jetzt in dieser Wohnung nicht alles, aber doch sehr vieles wieder in einen besseren Zustand gebracht.

    Auch gesundheitlich: die Halsschmerzen von gestern sind besser, neues Feature aber leichte Ohrenschmerzen auf einer Seite. Test (zur Abwechslung heute Rachenabstrich) weiterhin negativ. Wir (als Familie) mussten uns vor einiger Zeit grundsätzlich überlegen, wie wir uns zu Unpässlichkeiten in Zeiten einer Pandemie verhalten. In einem Haushalt mit drei Personen, eine davon ein Schulkind und das alles im Herbst/Winter gibt es so gut wie täglich irgendeine Unpässlichkeit und da neben allen gängigen Erkältungssymptomen auch Kopfschmerzen und Magen-Darm-Sachen Coronasymptome sein könnten, hat man eigentlich so das gesamte Unpässlichkeitsspektrum (abgesehen von Verletzungen) abgedeckt.

    Neulich schaute ich irgendwas in einer Schulordnung oder Schulverordnung nach und stießt dabei auf eine Formulierung, die mir sehr gut gefiel: die "vorübergehende unumgängliche Schließung des Haushaltes". Man darf sein Kind nämlich von der Unterrichtsteilnahme entschuldigen, wenn eine solche "vorübergehende unumgängliche Schließung des Haushaltes" vorliegt, z.B. wegen Todesfall oder schwerem Krankheitsfall in der Familie.

    Wir haben uns entschieden, unseren Haushalt nicht (mehr) bei jeder Unpässlichkeit vorsorglich zu schließen (was in oben genannter Konstellation, wie gesagt, dazu führen würde, dass der Haushalt permanent geschlossen ist); es wird hier ein Coronatest gemacht und wenn der negativ ist, ist kein Corona. Wie gesagt, irgendwie muss man sich ja verhalten. Meine sehr dezenten Hals- und Ohrenschmerzen sind also irgendwas anderes. Vielleicht noch leichte Nachwirkungen vom zweiten Booster.

    Ansonsten verfolge natürlich auch ich die Nachrichten aus der Ukraine. Aber ich weiß nichts dazu zu sagen. Der ukrainische Präsident ist ein ehemaliger Schauspieler, der mal einen Präsidenten gespielt hat und verhält sich staatsmännischer als so gut wie alles andere, was mir in den letzten Jahren politisch begegnet ist (ich hoffe, er überlebt das). Der Bürgermeister von Kiew ist ein ehemaliger Boxer, der noch vor wenigen Jahren im deutschen Fernsehen Werbung für Milchschnitte gemacht hat und jetzt posiert er mit einer Waffe im Anschlag, deren Bezeichnung mir nicht geläufig ist. Die bisher auffälligsten Sanktionen gegenüber dem Aggressor, also Russland, kommen nicht etwa von anderen europäischen Staaten sondern vom Netzwerk Anonymous. Das ist alles Stoff für einen unglaublich tollen Roman und alles wäre besser, wenn es tatsächlich einer wäre, aber es scheint eher, als sei halt gerade der nächste Apokalyptische Reiter auf den Hof geritten; jetzt haben wir Klimawandel, Pandemie und Krieg.

    Naja. Ich sortiere morgen mal den Schrank mit den Tupperdosen.

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