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    Donnerstag, 6. Juni 2019

    Schlechter Nachtschlaf, es war mehr ein Dösen, erst zu warm, dann zu schwitzig, dann knallten die Fenster vom Wind, dann ein Donner und die Katzen drehten durch, , dann zu warm, dann wieder Fensterknallen, dann saß eine Fliege im Sabber auf meinem Mundwinkel. Um kurz nach 4 hatte ich die Nase voll. Ich stand auf, goss die Blumen auf dem Balkon, trank einen Espresso, spielte ein bisschen (mit Kopfhörern) auf dem Klavier, stellte dann den Wecker auf 7 Uhr vor und ging um kurz vor 5 wieder schlafen. Bzw. weiter dösen. Den Wecker brauchte ich nicht, um halb 7 stand ich auf.

    Im Büro ein aus meiner Sicht verunglücktes Vorstellungsgespräch, das Team ist aber sehr angetan. Ich habe den Eindruck gewonnen, das Team und ich suchen etwas sehr unterschiedliches. Ich suche im Grunde wen der sich umschaut und dann bei manchen Sachen auch mal sagt "Was, macht ihr das schon immer so, seid ihr denn blöd?!" Das Team scheint eher wen zu suchen, dem sie sagen können "Ey, das machen wir schon immer so, bist du blöd?!" Das werden wir klären müssen.

    Ein paar Okays vom Nachfolger vom Oberchef zur generellen Ausrichtung eingeholt, ein paar Dinge mit Mitarbeitern besprochen, ein paar Dinge zu deren nicht allzu großer Freude mit Kollegen in einem anderen Büro besprochen, mittags der Pflicht nachgekommen, Grüne Soße zu essen.

    Am Nachmittag viele Telefonate, alle aus derselben Abteilung im Mutterhaus. Ich stelle es mir ein bisschen so vor, dass die erste Person von dort mich erreicht und dann durchs Großraumbüro laut "sie ist erreichbar, sie ist erreichbar!!" ruft und dann hängen sich sofort alle ans Telefon. Anders ergibt es ja keinen Sinn.

    Um 17 Uhr mache ich mich auf den Heimweg, aus dem Briefkasten nehme ich einen gefürchteten Brief, den ich erst einmal vor mir selbst in der Tasche verstecke. Die Wohnung ist von der Putzfrau enorm schön aufgeräumt, so gemütlich ist es, wenn alles sauber ist! Ich bin sofort motiviert, den Duschvorhang gleich noch zu waschen, das geht gut zusammen mit der Badezimmergardine, die die Putzfrau versehentlich samt Gardinenstange von der Wand geschlagen hat (aber das kann ich schnell beheben, diese Stange fällt hier ungefähr so oft herunter wie Sahne). Merkwürdigerweise erinnere ich mich, dass ich "Duschvorhang waschen" immer enorm anstrengend fand in der Vergangenheit und mir fällt absolut kein Grund auf, wieso. Er kommt ja schließlich bloß in die Waschmaschine. Gut, vorher steht man auf dem Badewannenrand und macht die paar Haken ab (und später wieder dran), aber es ist eine Aufgabe im unteren einstelligen Minutenbereich. Warum bloß fand ich das mal anstrengend? Ich kann es mir nicht mehr erklären.

    Da ich gerade stehe, koche ich auch schnell - Curry mit roten Linsen, Kokosmilch und verschiedenem Gemüse, Reis dazu. Während ich koche öffne ich nebenher den Gruselbrief - nebenher ist wichtig, man könnte dann im Notfall so tun, als habe man ihn doch nicht geöffnet. Er ist aber dann doch nicht gruselig, alles ist gut. Das Essen gelingt auch, aber ich habe keinen Appetit darauf und esse Brot mit Himbeermarmelade. Längeres Gespräch mit M auf ihrem Bett über ihre Klassenarbeiten - ich kann in Physik und Mathematik jetzt leider nicht mehr alle Aufgaben einfach so nachvollziehen sondern muss Dinge nachfragen, sehr frustrierend. Ob in der anstehenden Projektwoche eine Freundin bei uns wohnen kann, werde ich gefragt und ja, natürlich geht das, und sehr gerne.

    Schwestertelefonat über einen Besuch in den Sommerferien und über die Schwierigkeit, für die Eltern Getränke liefern zu lassen so, dass es Ihnen recht ist. Man traut es mir nicht so richtig zu, meine Schwester wird es erledigen.

    Die Katzen wollen viel am Kopf gekrault werden und das Kind entwickelt vor dem Einschlafen noch mysteriöse Schmerzen hinter dem Ohr - wir behandeln das mit Schmerzmitteln und hoffen, dass es morgen von selbst verschwunden ist.

     
    Leider hat's nicht gereicht mit der Grünen Soße, aber lustig war's! Und lecker natürlich,.

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    Große Begeisterung
    Liebe Frau Novemberregen!
    Jedes Mal, wenn Sie schreiben, dass Sie etwas kochen und dann plötzlich doch keinen Appetit mehr darauf haben, geht mir das Herz über - endlich noch jemand der so drauf ist wie ich.

    Wenn ich dann mal groß (bin ja erst 40, da ist noch Zeit) bin, möchte ich gern so werden wie Sie :-D
     
    Das ist das Gute daran, wenn man selbst kocht: niemand ist beleidigt, wenn man es dann nicht essen möchte.

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    >"dann durchs Großraumbüro laut 'sie ist erreichbar, sie ist erreichbar!!' ruft"

    Nein, nein, das wird natürlich als Geheimtipp von einem zu anderen weitergegeben und zählt als großer Gefallen, für den man hinterher was gut hat.

    Re: Organisation der Getränkelieferung: Ich glaube, da gab es in der Vergangenheit durchaus schon Probleme mit der Kunden- äh Vaterzufriedenheit, und Sie wurden zudem sonnabends zur Unzeit geweckt. Ich würde mich an Ihrer Stelle über die Möglichkeit der Delegierung freuen.
    (Ich musste allerdings auch erst lernen, dass, wenn ich der Mutter und der Freundin Bahnfahrkarten kaufe, damit sie deswegen -- mangels Internet und Kreditkarte -- nicht extra zu einem Bahnschalter fahren müssen, es dann anschließend meine Schuld ist, wenn die Bahn die Wagenreihung ändert.)
     
    Ich habe das heute sehr clever gelöst. Betrachten Sie das als Teaser.
     
    Ich fühle mich sehr geteased, insbesondere, da Sie uns den Freitageintrag vorenthalten haben. :)
     
    Total vergessen, sorry.

    Ich habe seit dem letzten Mal definitiv dazugelernt: ich bestelle jetzt sofort Gatz und die Frage nach den Wasserflaschen kommt auch nicht mehr auf, außer es gibt die Sorte "Classic" nicht, so dass ich "Still" oder "Medium" bestellen müsste, Papa N dann aber darauf besteht, dass es "Classic" sonst eigentlich immer gibt. Was richtig ist, in der Situation, in der wir uns dann gerade befinden, aber eben nicht hilfreich.

    Das letzte offene Problem ist der Bestellzeitpunkt. Meine Schwester, die die Bestellung meist macht, kann es unter der Woche nicht tun, daher hat sie ihn auf das Wochenende gepolt. Wenn ich dann aber mal dran bin, ist das Wochenende der schlechtest mögliche Zeitpunkt - ich kann aus dem Büro ja völlig problemlos mal kurz Getränke bestellen, am Wochenende hingegen kann ich bis Mittags sowieso schon einmal gar nichts und danach bin ich oft unterwegs und nicht gut erreichbar. Ich möchte meiner Schwester als Hauptbestellerin aber natürlich auch nicht ins Handwerk pfuschen, ich nehme an, sie hat einige Energie darauf verwendet, "Samstag 9 Uhr" als verbindlich zu deklarieren.

    Nun war meine Schwester diesen Samstag verreist und ich selbst konnte da nun wirklich nicht (dachte ich, es stellte sich später als ein Datumsirrtum heraus, aber egal). Das jetzt aber alles den Eltern zu erklären, wäre viel zu kompliziert gewesen, auch immer mit der Gefahr verbunden, dass sie das Gefühl haben, uns mit der Bitte zu belästigen, alles ungünstig, man bestellt am besten quasi-automatisch und rührt an den Gegebenheiten so wenig wie möglich.

    Folgendermaßen ging ich also vor: ich rief Donnerstagvormittag wegen etwas ganz anderem an (habe vergessen was) und sagte dann am Ende des Gesprächs "Du, wo wir gerade sprechen, soll ich rasch die Getränke bestellen?" Und so geschah es dann.

    So werde ich das jetzt immer machen, wenn ich einspringen muss - also zu einem für mich günstigen Zeitpunkt einfach anrufen und fragen, ob es spontan gerade geht, ansonsten habe ich ja immer noch "Samstag 9 Uhr" als Notstopfen, was für mich halt doof ist aber natürlich nicht unmöglich.
     
    Clever gelöst!

    Wobei sich für mich ja noch die Frage stellt, ob sich das Ganze nicht automatisieren ließe? (Ich gehe davon aus, dass der Bier- und Wasserverbrauch im Elternhaus N. keinen größeren Schwankungen unterliegt.)

    Es sei denn, das Gespräch mit den Töchtern über die Getränkebestellung ist ein Wert an sich ...
     
    Doch, leider größere Schwankungen, weil meine Eltern zeitweise sehr viel Besuch haben und zeitweise eben nicht und außerdem ihre Trinkgewohnheiten ständig ändern. Zusätzlich liefert der Lieferdienst innerhalb von 120 Minuten nach Bestellung, man muss sich also absprechen, damit jemand zu Hause ist.

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