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    Mittwoch, 5. Juni 2019
    Wmdedgt 6/2019

    (Alles Weitere hier bei Frau Brüllen.)

    Hier ist ja seit einiger Zeit ständig wmdedgt, aber was soll's.

    Der Wecker klingelte um 6:45 und riss mich aus wirren Träumen, an die ich mich nicht genau erinnere, außer, dass sie anstrengend waren. Zunächst dem Kind das Schulbrot etc. gerichtet und die Katzen versorgt und die Blumen auf dem Balkon gegossen. Um 7:15 das Kind verabschiedet und das Schulbrot und Zubehör vergaß sie leider. Alles in den Kühlschrank gepackt, schnell geduscht, schnell angezogen, zur S-Bahn geradelt, in die Bahn gehuscht, beim Aussteigen aus der Bahn festgestellt, dass ich in den Schuhen, die ich trage, gar nicht laufen kann. Aus unklaren Gründen. Sie sind eigentlich nicht zu groß rutschen aber immer vom Fuß. Mysteriös. Sehr langsam und bedächtig weitergegangen, man kann ja auch mal entspannt machen, so ein ruhiger Spaziergang morgens ist doch auch schön, naja nach 2/3 des Weges riss ich die Schuhe von den Füßen und ging entnervt in normalem Tempo barfuß weiter.

    Im Büro den Vormittag über weiter die Ausfälle reguliert, Kisten gemacht, mit dem Nachfolger vom Oberchef scharmützelt, der Bewerberin von letzter Woche abgesagt, mit Personalberatern zu weiteren Kandidaten telefoniert, Termine ausgemacht.

    Am Nachmittag diverse Dinge auf den aktuellen Stand gebracht und einen unangekündigten Anruf vom weltweiten Oberfinanzchef bekommen, der fragte, ob ich ihm zu meinem Request zufällig ganz spontan ein paar Zahlen nenne könnte. Das konnte ich natürlich, ich stelle ja keinen Request an den Oberfinanzchef, ohne entsprechende Zahlen zu haben. "I see you are quite a number person!" sagte der Oberfinanzchef, ich machte bestätigende Geräusche, legt auf, schaute kurz in der Damentoilette in den Spiegel und erkannte mich zum Glück noch wieder; die Genehmigung des Requests kam umgehend.

    Hier und da noch ein bisschen herumgeschimpft weil mir einfach nie alle richtig zuhören, warum eigentlich nicht? Den gefürchteten Privatkramstapel noch um etwa 10 Blätter reduziert. Gegen 17 Uhr entspannt nach Hause gegangen, bis mir das mit den Schuhen wieder einfiel, also wieder barfuß zur S-Bahn. Eis für die Familie eingekauft, den Rest wieder schnell mit dem Rad, damit es nicht schmilzt, auf dem Sofa Eis gegessen.

    Am Abend ein Telefonat mit Frau Violinista, bei dem ich erfreulicherweise feststellt, dass meine Ratschläge über etwa 10 Jahre hinweg konsistent geblieben sind. Sie müssen wissen, Frau Violinista hat ein Elefantengedächtnis, man sagt etwas zu ihr und sie antwortet emöprt "naja, also als wir im Mai 2007 in dem Gartenlokal Schnitzel gegessen haben, hast du aber noch xy gesagt!" Ich selbst weiß ja meist schon nicht mehr, was ich am Vortag gesagt habe, geschweige denn zu wem, ich kann mich also nur um Konsistenz bemühen indem ich immer wirklich sage, was ich denke - und dann hoffe, dass ich im Denken nicht allzu wankelmütig bin.

    Jedenfalls sprachen wir über einen Termin zu einer gemeinsamen Abendunternehmung plus Übernachtung, zu dem ich große Lust habe, der sich aber nur umsetzen lässt, wenn ich eine Fortbildung nicht beende, zu der ich aber - unabhängig vom Termin - überhaupt gar keine Lust mehr habe. Nun entscheide ich natürlich nicht alles nach Lust, muss also noch darüber nachdenken. Falls das jemand gedanklich mit mir sparren möchte, gerne melden.

    Sehr viel Wäsche gewaschen, es trocknet gerade so gut.

    Sommerliches Abendessen: Pellkartoffeln, Radieschenquark, Schafskäse-Minz-Joghurt, Caprese, Schlangengurke.

     
    Hätte es denn für Sie Nachteile, wenn Sie die Weiterbildung abbrechen? Bringt Ihnen der Abschluss irgendwelche gravierenden Vorteile?
     
    Abgesehen davon, dass ich es generell immer für einen Nachteil halte, Wissen zu verpassen, gibt es keinen Nachteil. Und abgesehen davon, dass Abschlüsse immer generell vorteilhaft sind, bringt mir dieser Abschluss nichts.
     
    Die Unternehmung mit Frau Violinista müssen Sie unbedingt absagen, auch wenn Sie keine Lust mehr auf diese Fortbildung haben, falls mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft

    - das Thema ist für mich sehr wichtig, es brennt mir gerade zu unter den Nägeln
    - die Dozentin ist so charismatisch, deshalb möchte ich nicht eine einzige Stunde dieser Fortbildung verpassen
    - einige der Teilnehmerinnen sind so anregend und interessant ich möchte sie unbedingt und nur auf dieser Fortbildung wieder treffen
     
    Zu 1 - ich dachte mir nach Teil 1 schon, dass ich über das Thema für meine Zwecke genug erfahren habe. Tatsächlich müsste ich nach Teil 2, um den Abschluss zu bekommen, dann noch eine schriftliche Hausarbeit anfertigen über irgendein Thema (das mich dann auch nicht so sehr interessieren wird).

    Zu 2 und 3 weiß ich nichts, mir ist weder Dozentin noch Teilnehmerinnen bekannt.
     
    Wenn ich Sie richtig verstanden habe, verpassen Sie in diesem speziellen Fall kein oder kaum zusätzliches Wissen und der Abschluss bringt Ihnen auch nix. Was mich zu der Frage bringt, ob der Gedanke, etwas "nicht zu Ende gebracht zu haben", emotional oder sonst irgendwie schwierig ist, zum Beispiel aus Ehrgeiz oder einem Pflichtgefühl heraus oder einfach nur, weil der Online-Kurs schließlich Geld gekostet hat.

    Ist das nicht der Fall, wüsste ich nicht, was dagegen spricht, das abzubrechen und sich mit Frau violinista einen schönen Abend zu machen.
     
    was arboretum sagt.
     
    Ah, danke, da haben wir den Punkt. Natürlich will ich bei allem immer brillieren (und dazu gehört ja wohl zumindestens, dass man es abschließt), auch wenn es zu nichts gut ist. Ist das gut oder ist das schlecht? Das kann ich gar nicht sagen, dazu bin ich zu nah dran.

    Geld gekostet hat der Kurs auch, aber ich habe eben erst zu 2/3 bezahlt, das letzte 1/3 ist dann fällig, wenn ich das Seminar besuche. Das ist dann auch so eine Frage, ob man lieber 2/3 Geld in den Wind schießt für Wissen und sonst nichts oder 3/3 für Wissen und einen Abschluss, den man nicht braucht. Der Punkt fällt mir leichter als der erste.
     
    Sie können sich nun entweder der Herausforderung stellen, den Kurs abzubrechen und damit leben zu lernen, einmal etwas nicht zu Ende gebracht zu haben. Oder aber Sie stellen sich der Herausforderung, ihre Unlust zu überwinden und eine Arbeit über ein Thema, das sie nicht interessiert, zu schreiben und dabei trotzdem wie gewohnt zu brillieren. Ich vermute, dass Sie die zweitgenannte Herausforderung jedoch schon mindestens einmal in ihrem Leben gemeistert haben.
     
    mh.
     
    Hmhm. :-)

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    Wertschätzung für den Privatkramstapel
    >Den gefürchteten Privatkramstapel noch um etwa 10 Blätter reduziert<

    Also natürlich nicht für den Stapel an sich, sondern dafür, dass Sie hier über ihn berichten. Ich finde es ungemein beruhigend, dass jemand, der sonst so rational und effizient ist wie Sie, auch mit so etwas kämpft.

    Ich habe mir für dieses Wochende "process all paper in the office" vorgenommen -- wir werden sehen, wie gut das gelingt.
     
    Ich weiß ehrlich nicht, was das mit diesem Stapel auf sich hat. Ich habe mir da irgendwas eingefangen. Der Stapel macht mich unglaublich nervös inklusive körperlicher Reaktionen, dabei handelt es sich nur um Dinge, die man auf Papier/am Computer, ggf. per Telefon erledigt, vergleichbar mit Büroarbeit nur deutlich weniger komplex. Es ist ein Mysterium.
     
    Ja, das kenne ich. Und dass das alles völlig irrational ist, habe ich einmal besonders deutlich erlebt, als ich einen solchen Stapel bereitwillig für jemand anderen übernommen habe, der kaum Deutsch konnte und paralysiert auf einen Haufen ihm unverständlicher Schreiben starrte. Und obwohl ich da die zusätzliche Komplikation "muss Gesprächspartner davon überzeugen, dass er/sie sich mit mir nichtbeteiliger Dritten abgibt" hatte, konnte ich den Stapel in Nullkommanichts abarbeiten und alles problemlos erledigen. Bei meinen eigenen vergleichsweisen trivialen Dingen bin ich dagegen manchmal total blockiert.

    Vielleicht wäre das die Lösung -- ein Privatkramstapel-Ringtausch.
     
    da wäre ich sofort dabei. Bei so einem Ringtausch meine ich, halte ich für eine geniale Idee!

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