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    Dienstag, 28. Oktober 2008

    "Bei dem Preis muss ich das Ding dann aber auch ordentlich tragen", hatte ich ja noch mit mir selbst gewitzelt als ich mich dann endlich entschlossen hatte, für bzw. gegen das Problem mit dem linken Handgelenk endlich so eine Schiene zu kaufen. Versuchen Sie mal, sowas von jetzt auf gleich zu bekommen, und zwar nicht in alte-Damenhaut-Farbe sondern in irgendwie erträglich. Zunächst einmal musste ich mich in der Apotheke belehren lassen, dass Funktion deutlich wichtiger als Farbe sei ("nehmense also das ommastrumpfhosenfarbige Ding!") und sehr hartnäckig bleiben, bis die Frau sich herabließ, im Computer zu schauen. Dort wurde dann etwas in magentaflieder oder so angeboten und ich wiederholte immer nur "blau? schwarz??" bis sich drei Apothekenfachkräfte um das Gerät versammelten und schließlich eine Bestellung aufgaben, die ich am nächsten vormittag abholen durfte. Das bestellte Objekt hatte war dann auch wieder in beige und ich verweigerte die Bezahlung, nahm aber kompromissbereit die ebenfalls falsch bestellten Nasentropfen für Kleinkinder mit, nun denn.

    Letztendlich wurde ich im Sanitätsfachgeschäft fündig - man scheint in KBD langsam in ein Alter zu kommen, in dem man mit der Frequentierung solcher Läden beginnt. Nachdem hier zunächst mein Handgelenk vermessen und die passende Größe ermittelt wurde, war ich zu allem bereit, denn es handelte sich um Größe S! Ich besitze nun also nicht nur ein Kleidungsstück (naja, im weiteren Sinne) in Größe S, sondern es passt mir auch noch. Und, um zurück zum Punkt zu kommen: ich trage es regelmäßig!

    aua-aua

    Was nun genau das Problem mit dieser Hand ist, unterliegt bislang Spekulationen die von "Kind schleppen" über "ausufernde Telefonate mit Frau V." bis neuerdings hin zu "Klavierspielen" reichen. Und jetzt sagen Sie mir nicht, ich sollte zum Arzt gehen - ins Arztgeheralter muss ich dann doch erst noch kommen.

    Freitag, 24. Oktober 2008
    Klavierbloggen I

    Schön war das, als die jungen Männer ("Die sind ganz stark Mama, gell?" flüsterte mir Mademoiselle gut durch die ganze Wohnung vernehmbar ins Ohr) das Klavier dann im Wohnzimmer abstellten. Und als sie weg waren, saßen Mademoiselle und ich staunend davor und ich sagte großzügig, wie man es wohl nur beim eigenen Kind ist: Du darfst zuerst.

    Die kleinen Patschhändchen, die im Klaviergeschäft hemmungslos auf Flügel wie Piano herumhämmerten, schwebten einen Moment über den Tasten, dann fuhr vorsichtig der Zeigefinger der rechten Hand aus, hielt wieder inne und drückte dann das C so sanft hinunter, das Stille blieb. "Kaputt??" sahen mich ängstliche Augen an, und ich musste mir ein Lachen verkneifen und sagte, nein, fester.

    Und ab dann gab es kein Halten mehr.

    Donnerstag, 23. Oktober 2008

    Wenn hier demnächst nichts zu lesen ist, seien Sie unbesorgt. Der Grund wird sein, dass die Finger auf dem morgen eintreffenden Klavier klimpern statt auf der Tastataur.

    Eigentlich wollte ich daher heute noch irgendetwas weltbewegend wichtiges schreiben, aber wie es immer so ist, wenn man etwas schreiben möchte: mir fällt nichts ein.

    Andererseits ist es aber auch immer so, dass mir, sobald ich eine Abwesenheit anküdnige, plötzlich ganz enorm nie dagewesen viel einfällt, das ich zwingend alles aufschreiben muss. Sollte dieser Fall erwartungsgemäß eintreten, tun wir selbstverständlich alle so, als wäre dieser Eintrag nicht geschehen.

    (Frau Grasdackel - ich ahne, dass hier Tippfehler drin sind. Das liegt am Wein und gehört daher so.)

    Montag, 20. Oktober 2008
    Fragen, die bleiben:

    1. Warum gibt's diesen Rabatt nicht auf Tiernahrung?

    2. Warum Schuh- und Schlüsseldienst?

    Sachdienliche Hinweise bitte in die Kommentare - höchst vertrauliche Verschwörungstheorien natürlich auch per Mail.

    Mittwoch, 15. Oktober 2008

    Live-Stream aus dem Kinderbett:

    "Wer bist du? Ah, Milan. Milan muss sich melden. Milan, was ist? Südenkran. Südenkran. Das heißt: ein Kran im Süden. Äquator. Äääääääquator. Ecuador. Eeeeecuador. ÄÄeeeee. Südenkran. Woooaaaahhhrrrr macht der Löwe. Milan schlägt den Löwen. Pipikacka. Keine Freund, Löwe! KEIIIINE FREUND!! Ffffreund. Schauffffensterpuppe. Schaufensterpuppe. Schaufensterpuppe. (in hohem Singsang) Schauuuufensterpuuuuuppe, Schauuuufensterpuuuuuppe (ca. 800x wiederholen). Pflegekaugummi. Pffffflegekaugummi. Zahnpflegekaugummi. Oft. Offffffffffft. Ost. Ossssssssst. Südenkran. F kann ich noch nicht schreiben. Mama, wie geht ein F? S kann ich schreiben. SSSSSS. FFFFFF. Südenkran. Ffffüdenkran. Abrissbirne. Abriffbirne. Milan will zum Äquator fliegen. Mit Joaquin. Joachim. Joaquin. Joachim. Joaquin. Joachim. Joaquin. Joachim.."(Fortzusetzen ins Unendliche...)

    Ich glaub ich krieg Kopfschmerzen...

    Mittwoch, 15. Oktober 2008

    Letzte Nacht von einer Frau geträumt, die ich im Büro häufig im Aufzug treffe, jedoch nicht näher kenne und nicht sonderlich sympathisch finde. In meinem Traum folgte sie mir auf Schritt und Tritt und wurde von allen anderen auftretenden Personen für meine Zwillingsschwester gehalten. Ich wurde schon ziemlich unentspannt und dachte mir diverse Strategien aus, um die Person wieder loszuwerden, flog auf Geheimwegen hin- und her, aber am Ziel war sie immer schon da.

    Heute mittag im Aufzug traf ich sie wieder. Sie schaute mich an, streckte mir die Hand hin und sagte: "Wir sehen uns so oft, ich heiße Babsi, und Sie?"

    Sowas macht mich ja kirre.

    Montag, 13. Oktober 2008
    Keine Katze, aber...

    Wie oft Klavierspediteure wohl in ihrem Berufsleben versucht (aber gescheitert) originell mit den Worten "Ein Klavier, ein Klavier!" empfangen werden?

    Und wie oft sie wohl von Menschen, die meinen, es besser zu wissen, gefragt werden, wie oft sie schon mit diesen Worten empfangen wurden?

    Diese Fragen beschäftigen mich nun schon seit einigen Stunden. Familie N. reiht sich damit in den Kreis der Klaviercontentblogger ein.

    Trabantenlogik

    Frau V's größerer Trabant: Der Fernseher ist viel zu leise!!
    Herr N: Das ist überhaupt nicht leise.
    Trabant: Ich hör aber gar nicht, was die sagen!
    Herr N: Liegt wohl daran, dass Du die ganze Zeit Mundharmonika spielst!
    Trabant: Das mach ich ja extra, damit Du den Fernseher lauter machst.


    Das fassungslose Gesicht der Begleitung von neulich, als ich dem Roman aus der Handtasche eine Seite entriss, um darauf für sie eine kleine Notiz zu machen, hängt mir immer noch nach. Es stand nichts drauf auf dieser Seite - es war die, die ganz hinten in Büchern eben immer so nutzlos herumhängt. Was haben manche Leute bloß??

    Freitag, 10. Oktober 2008

    Mademoiselle: Mamaaaa, der A. hat zu mir "Fick Deine Mutter" gesagt.
    Frau N.: Ah. Und was hast Du dann gesagt?
    Madmoiselle: "Warum?"

    ...

    (Der A. konnte auf diese Frage wohl nichts erwidern und zog wortlos davon.)

    Donnerstag, 9. Oktober 2008

    Gestern offenbar den "ich-weiß-es-und-sags-weiter" Gesichtsausdruck gehabt. Anders ist es kaum zu erklären, dass ich in den acht Minuten, die ich an zentralem Punkt auf eine Freundin wartete, kompetent auf die Fragen "tschulligung ist hier ein Fielmann in der Nähe?" (nein, aber ein Apollo), "tschulligung wo ist P&C?" (geradeaus und nach ca. 200m auf der linken Seite), "tschulligung ist hier außer diesem McD noch einer?" (ja, gleich da vorne rechts, sehense nur wegen der ganzen Leuten nicht), "tschulligung ich bin hier an der Station bei Kaufhof verabredet aber hier ist ja gar keiner??!" (nein, der ist eine Station weiter, entweder zu Fuß 3 Minuten oder jede beliebige Bahn Richtung HBF), "tschulligung ist hier nicht diese Straße mit dem ganzen Essen?" (noch nicht, immer weiter gerade aus, ca. 10 Minuten gehen) antwortete.

    Ortskundige werden nun recht genau wissen, wo ich gestern abend von 18:55 bis 19:03 stand.

    Zwei verschiedene Pärchen hab ich auch noch (auf deren Wunsch hin) fotografiert. Man muss die Zeit ja effizient nutzen. Nur bei dem alten Mann, der mich ohne Umschweife mit "KAUFHOFFF????" anblaffte wurde ich maulfaul und zuckte die Schultern.

    Das nächste Mal nehme ich mir eine orangefarbene Weste mit und schreibe "Auskunft" drauf.

    Dienstag, 30. September 2008
    Et läppert sich.

    Am Tag bevor die Putzfrau kommt, wird bei Novemberregens aufgeräumt. Dies nicht, damit die Frau einen guten Eindruck hat, sondern damit es ihr möglich ist, zu putzen.

    Eben räumte ich meinen Nachttisch (Ablagefläche ca. 40x40 cm) auf. Auf den Nachttisch gehört eine kleine Lampe, eine Kleenex-Box, ein Wecker und Bücher, derzeit exakt 13. Was sich dort seit dem letzten Putzfrauenbesuch (vor nicht ganz einer Woche) ansammelte, ist das Folgende:

    2 Schnuller, 2 Haarbänder von mir, 2 Haarbänder vom Kind, eine Haarspange von mir, eine Haarspange vom Kind. Ein gekauter Kaugummi. Tesafilm und Kugelschreiber. Drei Kastanien. Zwei Pixi-Bücher. Mandarinenschale. Ein Fieberthermometer und ein leeres Milch"fläschn". Der Deckel einer Kürbislaterne. Eine angetrocknete Hagebutte. Ein Glassteinchen und zwei Eier der Henne Berta. Eine leere und unbenutzte Tasse, ein Kindersöckchen.

    Immerhin nichts wirklich Ekelhaftes. Und alles gestapelt auf 40x40. Der schiefe Turm Bad Offenbachs befindet sich in unserem Schlafzimmer.

    Was haben Sie auf Ihrem Nachttisch??

    November seit 7238 Tagen

    Letzter Regen: 06. Januar 2026, 22:39 Uhr