Heute hab ich zum ersten Mal die Soße zu den Spaghetti - die mit Schinkenwürfelchen, Paprika, Tomaten, Oliven, Zwiebeln, Kapern, Peperoncini, Knoblauch und Sahne - so hinbekommen wie sie. Also ganz genau so. Ganz genau so gut. Ich vermisse sie trotzdem. Immer noch.
Heute auch zum ersten Mal seit Jahren - also wirklich seit Jahren, seit der Pubertät etwa? - einen Anlass gefunden, mit meiner Mutter zu streiten. Am Telefon. Kein wichtiger Anlass, eher eine Lappalie, aber sowas Grundsätzliches, so ein typisches Mutter-Ding halt, sowas vereinnahmendes-zum-Haare-raufendes. Sehe keine Kompromissmöglichkeit. Sie wird einfach mit mir unzufrieden sein müssen.
Endlich für ein Getränk entschieden, dann festgestellt, dass es nicht kalt liegt. Vom Balkon geholt und dabei fast eine Fledermaus gegen den Kopf bekommen. Seit mir klar ist, dass die dort herumfliegen, freu ich mich immer so, wenn ich die sehe.
Sonst wollte ich heute abend so viel machen, und saß bisher nur herum und habe gelesen, gelesen, gelesen. Im Moment kommt mir die ganze Zeit wieder viel zu kurz vor, das Jahr schon fast randvoll gestopft mit Terminen, Ideen, Plänen. Und dabei suche ich doch eigentlich immer noch nach meinen Biertrinkerinnen.
Nachmittags einem extremen Faux-pas beigewohnt. Wer die Nacht sowieso schon auf der Couch verbrachte, sollte zur gerade eintreffenden stillenden Ehefrau-und-Mutter nicht "da kommt die Milchkanne" sagen. Nein, nein. Alle Beteiligten wahrten jedoch die Fassung. Vorerst. Ich auch. Hab meinen Lachanfall als Husten getarnt.
Hounds freeze in silence
bewitched by the reptile spell
sulphurous essence
pervades from the grassy dell...
Gefühlt die ganze Nacht Monster berechnet, zwischendrin immer wieder Alptraum, Alptraum gedacht aber nicht aufgewacht, klar, ich war doch wach und musste Monster berechnen, mit Maßband und Theodolit und sogar diesem Lasermessdingens, das der Küchenbauer hatte, rote Lichtpunkte über schleimig-buckligen Stachelrücken, Alptraum, zwischen vermutlich oder vielleicht auch nicht geflüsterten Prozentzahlen - Wispern in der Dunkelheit - schnelle Ausweichmanöver und hektisches Umdrehen - beugt das Viech sich gerade über mich?? - Korrekturen, Anpassungen - angestrengtes Blinzeln ich muss das genau sehen - Neuvermessungen, Positionsbestimmung - wo sind die alle, wie sehen sie aus, wie groß sind sie, was können sie, was machen sie, was wollen sie, trockene Lippen bewegen sich im endlosen Beschreiben, Alptraum, Alptraum.
Der Zwang, die Dinge immer anzuschauen, die Augen immer wieder aufzureißen. Was ich von allen Seiten angesehen habe, benennen kann, verliert einen großen Teil seines Schreckens. Was mit Worten beschrieben werden kann, ist schonmal nicht mehr unaussprechlich. Worüber man sprechen kann, darüber kann man Witze machen.
Buch einerseits ja, andererseits nein. Brot, nee, das geht. Das schwarze Shirt, das noch nicht bezahlt ist. Unbedingt morgen dran denken. Samstag dann Schreibtreff. Sonntag. Laken - was für ein blödes, konnotationslastiges Wort. Bettuch hatten die im Kindergarten ja aber auch geschrieben. Visa - diese Mindestbestellmenge oder wie das heißt müsste ja erreicht sein (evtl. nachprüfen). Der Satz mit den Gedanken - schon halb vergessen. Die Lachnummer, die irgendwie immer unterm Hacken kleben bleibt. Immer noch nicht die silber-roten Smint gefunden.
Das Bier ist nicht alle aber warm geworden - warmes Bier mag ich nicht, so überhaupt nicht, dann lieber gar keins. Herr N. neigt dazu, sein Bier immer sehr zu umkuscheln, man kann mit ihm deshalb nie eins teilen weil es fürchterlich schmeckt, außer, man hält es selbst fest, aber dann trinkt man (also ich) es erfahrungsgemäß auch recht schnell selbst. Soviel dazu. Den Rest also in den Ausguss.
Hab schon ganz warme Füße, muss dringend ins Bett, Socken sind bereits ausgezogen.
Frau V. stellt sich tot und reagiert nicht auf SMS - sehr ungewöhnlich, steckt bestimmt - lassen wir das - wo ich doch jemanden mit zu den ihren reziproken Füßen aufgetan habe. Leider eine Person, mit der sie sich vermutlich nicht verstehen wird. So gar nicht.
Muss mir unbedingt morgen die Mailadresse vom zweiten Chinesen raussuchen.
Das Hupen draußen ist so ein gleichmäßiger Klangteppich, stört fast gar nicht, sogar das Kind wacht nicht auf. Sollte man kaum für möglich halten, da unten in der Straße grob gezählt 50 Wagen stehen und hupen, und die Leute mit den Fähnchen und dem Singen und so, ist ja Innenstadt hier... nunja, sollen sie, mich stört das nicht, ich mach auch das Fenster auf, wenn ich schlafen will, schlafe ich, da kenn ich nix, zero tolerance.
hab ich - also in der Wohnung jetzt, zwei paar unerwartete Schuhe gefunden (einmal die Lieblingsschuhe in neu, die ich als sie im Angebot waren "wohl2xweislich2x" gekauft habe. Dann ein paar rosafarbene Sneakers, die ich anprobierte, Mademoiselle nach ihrer Ansicht fragte und "gehören die der Frau V.??" zu hören bekam. Frau V. ist in unserem Bekanntenkreis die Beauftragte für rosa. Sie hat mich sogar mal mit rosa geschminkt. Das war was... Was ich schrieb, während wir am Telefon waren, wollte die Frau V. noch wissen: das war, dass ich glaube ich nichts mehr schreiben kann, weil ich die ganzen Worte am Telefon verbrauche. Hab das dann gelöscht weil ich am Telefon sowieso immer nur mh, hm, m-hm und nö sage. Die kryptische Einsilbigkeitstelefoniererin, das bin ich. Dennoch bringen Frau V. und ich auf diese Weise Stunden herum. Obs daran liegt, dass Frau V. meine Einsilbigkeit wett macht oder daran, dass meine alleinige telefonische Anwesenheit schon so schätzenswert ist, darf man selbst entscheiden.
Ein weiteres paar Schuhe fand ich im Büro, beim Umzug. Büroschuhe zum Umziehen halt.
Und in der Wohnung noch einen Ring, den ich mir gekauft habe, als ich mit 14 zum letzten mal mit meinen Eltern im Urlaub war. Passt noch. Betrachten Sie meine jugendlichen Patschehändchen. Sieht aus, als hätte ich eine komische Beule überm Daumen. Hab ich aber nicht.

Typisch, jetzt drängelt alles so, dass ich nicht weiß, wo damit anfangen aber ist ja auch egal. Das ist gerade alles so hm. So wie Haare trocken föhnen, sich nach dem Duschen anziehen, im Büro den Rechner hochfahren, zuschauen wie der Kaffee in die Tasse tropft und das Kalenderblatt abreißen. Muss manchmal aufpassen, dass ich dabei nicht anfange zu schnarchen. Hab schon überlegt, mal eben das offline-Häkchen zu setzen oder zu allermindest die Kommentare dicht zu machen, einfach um mal was anderes zu haben. Aber das macht dann gleich so einen aufmerksamkeitsheischenden Eindruck, den möchte ich natürlich nicht machen (und das ist die einzige Aussage, die es dazu gibt). Und sowieso. Vielleicht bin ich ja auch in eine dieser Zuckerrübensiruppappschachteln (auch ein schönes langes Wort, fast wie "aufmerksamkeitsheischend") gefallen. Warum in all den Jahren noch keine geeignete Verpackung für das Zeugs erfunden wurde, ist schon komisch. In den Bechern trocknet doch das letzte Drittel immer ein und die werden so spackig außen, und in den Standflaschen wird es so zäh, dass man gleich Handmuskeltraining betreibt, um es da wieder herauszubekommen. Ich hab ja vor ein paar Monaten so ein spezielles Training für den Unterarmstrecker und -beuger begonnen, weil ich damit Probleme habe, die jetzt aber zu weit führen würden. Mach ich aber nicht mehr, war mir zu langweilig. Vielleicht bin ich etwas ungeduldig derzeit. Vielleicht hab ich aber auch Recht. Übrigens war ich mit den Produktkritiken noch nicht fertig - wieso ist an Nutella nach all den Jahren noch keine Lasche, um den Deckel abzuziehen? - ist aber egal, sonst langweile ich mich auch noch dabei.
Aus dem neuen Büro kann ich übrigens die Commerzbankarena (beknacktes Wort - das Stadion also) sehen und einen Teil der A5. Da schau ich gerne hin. Die Flugzeuge fliegen heute ein bisschen anders als sonst. Ich hab kein Hanuta dabei. Ich hab mir auch noch keinen Kaffee geholt und das mit dem Kalenderblatt auch nicht gemacht. Der Rechner ist aber an, gut Zugeständnisse muss man machen. Ich hab einen neuen Duden auf dem Tisch und jetzt ist mir kalt von der Klimaanlage. Hab aber eine Strickjacke dabei. Heute kommt der Gemüsemann. Ich sollte ihn fragen, ob ihm spontan sechs Macken an sich einfallen. Finde das bedenklich, zum einen möchte ich weiterhin die Sachen in die Wohnung geliefert bekommen (und das stand schonmal etwas auf der Kippe wegen einer interessierten Frage...), zum anderen - oh, das ist mir jetzt entfallen. Ist ja auch egal.
Sommer könnte jetzt langsam fertig sein. Naja, am Meer vielleicht noch ein bisschen.
Beim Sport sind in letzter Zeit verstärkt ganz normale Leute, und in der S-Bahn auch. Auch langweilig.
Ja, so ist das. Wundern Sie sich nicht. Gehen Sie einfach weiter. Ich weiß doch auch nicht.
Übrigens fällt mir nichts mehr zum Schreiben ein. Ich schreibe das jetzt, weil meine Erfahrungswerte mit mir selbst und anderen ergeben haben, dass immer, wenn man sowas ankündigt, genau das Gegenteil eintritt, und man sich ein bisschen belustigen kann.
Search request: zeig mir bilter von deiner frau
Sorry, hab nur Fußballerbildchen...
Heute Torsten Frings auf meiner Tastatur vorgefunden. Mittelfeld. Ich weiß nicht, was das zu bedeuten hat. Aber es ist ja noch ein paar Tage Zeit.
(Frau V., ich weiß, dass Sie hier was anderes erwarteten. Allein, es läuft nicht immer so wie geplant ;-) )
Jogi Löw Bildchen im Hanuta. Das ist ein Zeichen!
habe ich ganz tief in meiner Kuriositätenkiste gekramt und nach dreitägigem Überlegen nochmal etwas gefunden, das die meisten Leute in meinem Umfeld anders machen.
1. Ich mag ungern einfarbiges Essen.
2. Ich lese Bücher nicht in der vorgeschlagenen Seitenreihenfolge.
3. Ich lasse mir beim Schreiben von Texten die Steuerzeichen anzeigen und bin sehr unglücklich, wenn das in einem Editor nicht möglich ist.
4. Ich frage grundsätzlich immer alles, was ich wissen möchte.
5. Ich kann mich - nach einem kurzen Moment der Konzentration - auf Anhieb übergeben. (Früher gern bei Klassenarbeiten mit unerwünschter Aufgabenstellung genutzt.)
6. Ich werfe wahnsinnig gerne Dinge weg.
Ich werfe das jetzt einfach an die Frau V. zurück. Sie hat es ganz eigenmotiviert schon 2x beantwortet, also ist das sicher noch mehr zu holen und Frau V. mag es nicht, wenn Themen unvollständig besprochen werden ;-)
Wenn ich richtig rechne, war es jetzt mein fünftes Mal. Und ich brauche immer relativ exakt 36 Minuten. Was insofern erstaunlich ist, als ich in den ersten zwei Jahren noch regelmäßig gelaufen bin, im dritten Jahr im siebten Monat schwanger war und in den letzten zwei Jahren völlig unvorbereitet lief. Es liegt vermutlich daran, dass man sehr viel schneller nicht sein kann, außer man möchte Menschen aus dem Weg boxen. Und sehr viel langsamer kann man sich über diese Distanz vermutlich nur kriechend fortbewegen.
Nach einer halben Stunde intensivstem Gruppenkuscheln ging es dann los. Dieses Mal bin ich allein gelaufen, weil ich nicht mehr zu meinem Team durchkam. Ich war nämlich zu spät. Bzw. eigentlich war ich eine Stunde zu früh, aber das war nunmal schon zu spät und so war ich froh, mich in dieser Stunde überhaupt noch in den Rapunzelturm durchkämpfen zu können. Beim nächsten Mal lasse ich ich vorn auf das T-Shirt "tschulligenseMal" und hinten "dankeschön" drucken.
Sowieso waren wieder alle anderen Shirts viel schöner als das eigene, das nämlich in Form und Farbgebung einem einfallslosen Nachthemd glich. Was zusammen mit zu langer Laufhose, zu blauen Kontaktlinsen und zu kurzem Stummelpferdeschwänzchen dann aber auch irgendwie egal war. Und auch in diesem Aufzug blieb ich dann nicht die ganze Strecke allein, sondern wurde von netten Damen und Herren von der Kripo mitgenommen. Also beim Laufen jetzt. Inwieweit das doch an meiner "Gewandung" lag, können wir nur spekulieren - möglicherweise wollte man mich unter Beobachtung halten.
Von oben sah das Ganze jedenfalls so aus: Und das da unten sind keine Blumen, das sind Menschen.

Zählen wir die Stunden, bis der/die erste bei mir am Tisch steht, mit einem Ausdruck in der Hand und einem "Könnten wir nicht...?" auf den Lippen.
Jemand eine Ahnung, was dies sein könnte? Also insbesondere das untere - das obere halte ich für eine Wurzel oder einen Ast oder sowas. Aber das untere?

