Am Vormittag 4 Stunden Mietvertragsverhandlungen. Wir sind ein Stück weiter, aber auch erst maximal auf der Hälfte des Weges würde ich sagen.
Mittags kündigte ich den bevorstehenden Urlaub büroweit an und begann, ein paar Abläufe in die richtigen Bahnen für meine Abwesenheit zu lenken.
Nachmittags war Zeugs. Zwei Verträge machen, ein paar Leute anrufen und Dinge besprechen, Fragen stellen und Fragen beantworten, was man so macht.
Dann eine Idee, die das eine große Projekt einfach mal 1,5 Jahre vorziehen würde. Finde ich super, mal sehen, ob das klappt. Wenn ja werde ich eine Zeit lang unendlich genervt sein, weil alle, die ich dazu brauche, über die Änderung des Zeitplans jammern. Da muss ich mir vorher was ausdenken, entweder wegen des Jammerns oder wegen des Genervtseins, mal sehen, wozu mir eher etwas einfällt.
Sehr schön war der Heimweg per Rad. Ich fahre momentan nämlich immer mal andere Wege, das begann, weil auf dem kürzesten Weg eine sehr unangenehme Kurve ist. Da fährt man erst längere Zeit ein wenig bergauf und muss dann mit dem Radweg an einer großen und sehr belebten Kreuzung eine Rechtskurve nehmen, die aber so eng ist, dass man eigentlich absteigen muss, das Rad hochheben und um 45 Grad drehen und dann weiterfahren. Das machte man natürlich in der Regel nicht, man fährt einen weiteren Bogen. Das ist, wenn die Ampel grün ist, wegen der Leute, die zu Fuß gehen, nicht möglich. Und wenn die Ampel rot ist, ist es ja erstens verboten und geht zweitens auch wegen der Autos nicht. Man macht es also "irgendwie, wie es gerade passt" und meistens passt es nicht so ganz. Und danach geht es nochmal ein Stück eine Brücke hoch.
Weil kürzlich Eichensprozessionsspinnermaßnahmen (glaube ich) zu einer Sperrung eines Uferabschnitts führten, fuhr ich über eine andere Brücke und das war viel besser. Bei der nächsten Fahrt wollte ich das wieder tun, nahm aber eine Brücke zu früh und das war wieder schlecht, wegen Trambahnschienen. Heute nahm ich absichtlich noch eine frühere Brücke, um mal zu schauen. Das war erst sehr gut und dann sehr schlecht, der Weg führte mich nämlich direkt über die Zeil und da sind morgens unendlich viele Lieferfahrzeuge.
Auf dem Rückweg fuhr ich heute auch anders, weil im Sommer so viele Leute sinnlos am Flussufer herumlatschen und mir im Weg sind. Der neue Weg war erst ganz wunderbar, dann traf ich eine falsche Entscheidung und er wurde etwas blöd. Ich werde das weiter austüfteln, der Sommer beginnt ja erst und sowieso werde ich im Sommer neu austüfteln müssen, denn dann ist natürlich Schatten unterwegs besonders wichtig.
Übrigens stießen heute vor mir ein Rollerfahrer und ein E-Bike-Rennfahrer zusammen. Es sah wild aus. Beide standen auf und posteten als erstes ihre Verletzungen auf Instagram. Daher fuhr ich weiter in der Annahme, dass sie ohne meine Hilfe zurechtkommen. Mit Instagram kenne ich mich sowieso auch nicht so richtig aus, ich habe heute da Nachrichten von vor 4 Wochen entdeckt.
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Am sechstletzten Arbeitstag vor dem Urlaub sah es für einen kleinen Moment so aus, als würde ich doch noch die Contenance verlieren. Aber ich konnte den kleinen Moment zwischen Reiz und Reaktion, der uns Freiheit gibt – im Wesentlichen natürlich Freiheit von uns selbst – noch ein wenig ausdehnen und dann noch ein bisschen und dann hatte ich den Impuls wieder unter Kontrolle.
Morgens war der Architekt da und dann der Vermieter und alles dauerte viel länger als geplant, dadurch verpasste ich den verabredeten Anruf vom Möbelhändler, der mir skizzieren wollte (bzw. sollte), wie die Logistik funktioniert je nachdem, ob die Rechnungsstellung für eine Möbellieferung aus der Schweiz in die USA an eine deutsche oder an eine amerikanische Rechnungsadresse erfolgt bzw. wie es bei einer Zwischenvariante mit Weiterverkauf von D nach USA aussieht, also die Knackpunkte EU-Umsatzsteuer und unsere Rolle im Importprozess.
Und dann waren noch drei Verträge zu unterzeichnen, die ich vorher lesen musste, weil ich leider noch mit keiner Person zusammenarbeite, bei der ich blind unterzeichnen kann. Im Gegensatz zu meinem Chef, der Glückliche.
Dann war Mittag und ein Willkommenslunch. Ich hätte mich gerne unterhalten lassen doch so ging es sich nicht aus und ich musste für den Gesprächsfluss sorgen. Ächz.
Am Nachmittag ein kleines Pasta-Tief, das ich mit der Beschäftigung mit Zahlen (Gehaltsabrechnung) überwand. Und damit, mittlerweile routiniert Unterstützung abzulehnen, bei Fragen nämlich, die auch jemand anders beantworten kann. Das gehört zur Urlaubsvorbereitung. Es muss (wieder) eingeübt werden, andere Personen als mich zu fragen, denn es handelte sich sämtlich um Themen, mit denen ich gar nichts zu tun habe, bei denen zwischen zwei Personen keine ordentliche Absprache stattfand und nun eine von beiden erhoffte, diese Absprache statt dessen mit mir treffen zu können. Alles keine dramatischen Themen, nichts wird wirklich schief gehen, es ist nur (möglicherweise) unangenehm für die Fragenden, dass sie die Aufgabe nicht erledigen können, ohne nochmal zurück ins Gespräch zu gehen. Vielleicht auch erst morgen, weil die betreffende Person nicht mehr erreichbar ist. Ich will die Unannehmlichkeit nicht ersparen, denn ich halte sie für wichtig.
Auf dem Heimweg kurzer Stopp zum Tulpenkauf, dann zunächst einmal im Sessel eine Runde eingeschlafen. Die kleien Katze und Herr N schliefen auch, es war sehr harmonisch.
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