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    Samstag, 10. Juni 2017
    Blogging on Demand - Papier

    Frau Kaltmamsell wollte gern wissen, wie ich mit meinen privaten Papieren umgehe.

    Ich habe natürlich säuberlich beschriftete Ordner für Dinge wie "Versicherung", "Geld", "Wohung" etc. im Schrank. Nur benutze ich die seit ungefähr 10 Jahren nicht mehr.

    Aber zurück zum Ausgangspunkt - wie kommt Papier in die Wohnung. Da gibt es den Fall "Briefkasten" und den Fall "man schleppt es ein". Briefkasten ist einfach. Ich sortiere sofort unten am Haus. Was ich nicht brauche (98%) werfe ich sofort in den Müll, den Rest stecke ich in meine Tasche und befasse mich damit, wenn ich das nächste Mal in einer Telefonwarteschleife hänge (kein Scherz). Meist sind es ja Rechnungen, die nur rasch überwiesen werden müssen. Oder es sind Dinge, die aufbewahrt werden müssen.

    Für Dinge, die aufbewahrt werden müssen, habe ich eine Kiste/Karton/Mappe - was sich gerade am Jahresanfang gefunden hat. Ende letzten Jahres bekam ich mal was aus dem Büro in so einem Ding nach Hause geliefert und habe diese Verpackung weiterverwendet - ich muss sagen, das ist das optimale Aufbewahrungsdings, denn es ist größer als A4, man kann also alles einfach hineinwerfen. Außen drauf schreibe ich die Jahreszahl. Da werfe ich dann wirklich alles hinein (auch kein Scherz). Die Kiste des aktuellen Jahres steht im Büro, denn dort verbringe ich sagenhaft viel Zeit in Telefonwarteschleifen.

    Wenn dann im nächsten Jahr die Steuererklärung fällig ist, schaue ich einmal alles durch. Ich suche das, was für die Steuer wichtig ist, heraus und nehme außerdem die Sachen raus, die ansonsten irgendwie mal von größerer Bedeutung sein könnten (Sozialversicherungsmeldung zum Beispiel, Kaufrechnung vom Auto, Zeugnisse und so). Alles andere bleibt drin, der Karton wird 5 Jahre aufbewahrt und wird dann vernichtet.

    Die wichtigen Sachen packe ich in einen Briefumschlag und schreibe die Jahreszahl und "wichtig" darauf. Meine Illusion ist immer, das sich diese Sachen eines Tages in die Ordner im Schrank hefte. Kam aber in den letzten 8 Jahren nicht vor, ich habe also 8 A4-Briefumschläge mit "wichtig" zu Hause im Schrank liegen, auf den beschrifteten Ordnern. Damit kann ich auch gut leben.

    Ganz ehrlich habe ich in den letzten Jahren so gut wie nie - ich würde behaupten, seltener als 1x pro Jahr - irgendwas aus einer 5-Jahres-Kisten oder aus den "Wichtig"-Umschlägen noch benötigt. Das bestärkt mich in meiner Ansicht, dass das geordnete Abheften absolute Zeitverschwendung wäre. Die Kiste von einem Jahr durchzuschauen dauert maximal 15 Minuten. Jedes Papier genau anzuschauen und in den richtigen Ordner zu heften dauert über das Jahr - fragen Sie mich nicht, ich weiß es nicht, aber ich vermute sehr, länger als 15 Minuten.

    Ich nenne dieses Verfahren übrigens "chronologische Ablage".




    Nachtrag zur Papiernesterfrage: auf dem Küchentisch sammelt sich ab und an ein kleiner Stapel, den ich gerade in Gebrauch habe - der aktuelle Gesangsstundensongtext, ein Zeitungsartikel, den ich noch lesen will, eine Karte, die ich noch schreiben will. So etwas. Und auf dem Küchenblock ist manchmal ein kleines Nest von Herrn N. Andere aktuelle Dinge wie Konzertkarten, der Schulspeiseplan und so weiter hängen am Kühlschrank.

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    Letzter Regen: 29. Juni 2017, 06:37 Uhr