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    Sonntag, 20. Juni 2021
    20062021

    Es findet wieder Leben statt, da bleibt das Bloggen zunächst auf der Strecke, bis sich alles wieder eingependelt hat.

    Heute war ich bei Fragmente, bekam dort ganz köstliches Essen (Spargel, Kartöffelchen, Kochschinken, selbstgemachte Hollandaise und zum Dessert Erdbeeren mit einer Sahnequark-Minze-Zubereitung).

    Manchmal ist es ja so, dass ein Thema sehr präsent wird und man ihm plötzlich überall begegnet. Das ist, glaube ich, meist eine Frage der Wahrnehmung, das Thema ist nicht unbedingt präsenter als sonst, aber wenn es mir einmal aufgefallen ist, entdecke ich es überall.

    Das momentane Thema sind "Terminvereinbarungen", auf die ich in den letzten Tagen mit mindestens 5 ganz unterschiedlichen Personen zufällig zu sprechen kam. Meine Präferenz zu Terminvereinbarungen ist ganz simpel: Ich unterhalte mich mit wem, wir haben eine Idee, was wir zusammen machen möchten, die eine Person sagt "wann denn?" und die andere schaut in den Handykalender und nennt dann einen Termin, wenn er für beide passt, wird er abgemacht, sonst wiederholen sich die letzten zwei Schritte ein paar Mal.

    Sehr oft erlebe ich es aber, dass der Wunsch, etwas zusammen zu unternehmen, geäußert wird, dann frage ich "wann denn?" und dann bleibt es im Vagen, quasi in Konjunktivhausen. Daran habe ich mich präpandemisch häufiger aufgerieben, nachgedacht und nachgefragt und freigehalten ohne aber letztendlich je über würde-gern und könnte-mal hinauszukommen. Aber dann machte man ja mehrere Monate schlicht keine Termine und mir tut es häufig gut, von einem Thema mal ein paar Schritte zurückzutreten und es dann aus der Ferne nochmal zu betrachten.

    Ich habe das jetzt für mich sortiert. Ich frage "wann denn?" und wenn es dann kein Terminangebot gibt, streiche ich den (vermeintlichen) Wunsch nach der gemeinsamen Unternehmung aus meinem Gedächtnis, da er zwar vielleicht wirklich existiert, aber offensichtlich hinter anderen Dringlichkeiten zurückstehen muss, mit denen ich nichts zu tun habe und die ich nicht beeinflussen kann. Folglich gibt es für mich auch nichts zu tun oder zu denken, auf den nächsten Wunsch nach gemeinsamer Unternehmung frage ich einfach wieder "wann denn?", vielleicht klappt es dann, wenn nicht wieder Streichung aus dem Gedächtnis, und so weiter.

    Das ist für mich sehr einfach so und angenehm standardisiert, es ist mir immer sehr wichtig, keine Energie ganz sinnlos zu verschleudern.

     
    Sehr schön.
    Ich halte das ähnlich, wobei es auch schon einige Male dazu geführt hat, dass ich nicht Unternehmungswünsche, sondern Personen für mich "gestrichen" habe.

    Es sind eine Menge Leute da draußen unterwegs, die mit einer unglaublichen Ausdauer zwei Dinge verwechseln:
    - etwas Bestimmtes unternehmen *wollen*
    - sich abstrakt wünschen, irgendetwas würde mit ihnen unternommen werden, ohne dass sie dazu irgendetwas tun müssen.

    Wenn das dann zu wiederkehrenden Erörterungen führt, die letztlich *immer* im Hypothetischen bleiben, dann lässt bei mir irgendwann das Interesse nach, weil alleine dieses Treiben schon reichlich Energie verschwendet. Ziemlich oft sind das dann ja auch noch die gleichen Leute, die regelmäßig Unternehmungen, bei denen die Frage nach dem "Wann denn" bereits beantwortet war, dann doch wieder canceln, weil sie ihren Kram nicht im Griff haben.

    Zum Glück habe ich einen festen "Stamm" von Leuten, mit denen ich gerne Dinge unternehme und mit denen man auch Dinge planen kann. Das erlaubt es, ein paar Chaoten drumherum zu gruppieren, denen man dann einfach nur noch mitteilt, was wann unternommen wird. Und dann könnense mittun oder halt nicht. ;-)
     
    Leute streiche ich nie absichtlich, wobei es sich dann natürlich irgendwie ergibt, wenn es nie zu Verabredungen kommt. Zapp sind 20 Jahre um, dann 40, dann ist man tot, so geht das eben.

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    Ich habe festgestellt, dass es sinnvoller sein kann, eine Verabredung zu haben, die ggf. abgesagt werden muss, als umgekehrt. Mit einem befreundeten Paar, mit dem die Debatten auch oft nicht über das "wir müssten mal"-Stdium hinauskamen, hatte ich dann präpandemisch eine stehende Verabredung -- Brunch am 1. Sonntag des Monats. Selbst, wenn die dann etwa jedes zweite Mal durch sie oder uns abgesagt wurden, sahen wir uns im Endeffekt wesentlich häufiger, als es sonst der Fall gewesen wäre.
     
    Ich sage ja keine Verabredungen ab.
     
    Meine Frau und ich sind beides Schichtarbeiter und haben ein schulpflichtiges Kind. Ein Kumpel von mir hat uns vor einigen Jahren mal sehr gelobt, dass wir die einzigen sind die immer zum abgemachten Termin pünktlich erscheinen und nie absagen, außer echter Krankheit oder wirklich außerordentlich ungewöhnlichen Ereignissen (die letzten 20 Jahre vielleicht 3 Mal vorgekommen). Wir haben einen sehr gut organisierten und Synchronisierten Smartphone Kalender, dort stehen alle Schichten und privaten Termine der ganzen Familie in getrennten Kalendern zur Übersicht. Wer einen neuen Termin ausmacht, trägt ihn dort unverzüglich ein. Ich glaube bei vielen scheitert es an der Organisation und dem Kalender in der Küche.
     
    Und jeder dürfte einige kennen, bei denen "man müsste mal" unausgesprochen so viel heißt wie "kümmer du dich um alles, dann vielleicht, aber ich leg mich nicht fest."

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    Perfekte...
    ... Stratgie, wünsche das auch zu können.

    Grüße 🌞
     
    Was spricht denn dagegen?
     
    Oh, eine Menge, denke ich, es hängt aber auch von der Zeitspanne ab, die zwischen Verabredung verabreden und stattfinden liegt.
    Bei mir ist zB grundsätzlich die aktuelle Stimmungslage ein Problem. Und die ist zu einem Großteil wiederum abhängig von der aktuellen Arbeitsstresslage und die kann ich nicht immer verlässlich für Wochen im Voraus vorhersehen und einplanen.

    Außerdem kann es passieren, dass sich plötzlich und unerwartet neue, ausgesprochen zufällige, nichtsdestotrotz aber umso glücklichere Alternativmöglichkeiten für denselben, bereits verabredeten Zeitraum ergeben. Je größer die Zeitspanne zwischen dem Treffen einer Verabredung und der Durchführung, umso höher die Wahrscheinlichkeit für Zusatzterminverlockungen.

    Ich sage also sehr bewusst Verabredungen ab, wenn ich meine, dafür einen guten Grund zu haben und die Nichtabsage bedeutete, dass ich alternativ nur innerlich grummelnd dabei bin. Ich möchte übrigens auch mit niemandem eine Verabredung durchziehen, nur weil derjenige Mensch aus Prinzip nicht absagen will und deshalb bessere Möglichkeiten vorbeifliegen lässt. Allein die Vorstellung finde ich schrecklich.
     
    Nein, das funktioniert dann mit mir nicht, ständig hin- und herzuentscheiden ist mir zu anstrengend.

    Aber ich kenne (und mag) natürlich auch Personen, die sich nicht so gern festlegen. Mit denen verabrede ich mich anders, da plane ich für mich irgendwas schönes, das ich sowieso machen will, und biete ihnen an, dazuzukommen. Also z.B. "ich gehe am Samstag von 15 - 18 Uhr ins Museum/ins Schwimmbad/ins Café, wenn du Lust hast komm doch auch". Wenn es für sie dann passt kommen sie mit und wenn nicht ist es mir egal, weil ich die Unternehmung ja sowieso geplant hatte.

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