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    Freitag, 28. August 2020
    Urlaub Tag 7

    Heute ließ es sich nicht länger aufschieben: ich musste den Offlinehandel frequentieren, also den nochmal abseits des großen Supermarktes, in den ich einmal pro Woche oder einmal alle zwei Wochen fahre. Es galt, Spezialinteressen zu bedienen, nämlich: etwas von der Apotheke, OP-Masken, die kleiner sind also normal, eine Geburtstagskarte, die schöner ist als normal und eine spezielle Glühbirne (oder wie auch immer das jetzt heißt, halt so ein Ding das man in die Lampe dreht damit es Licht gibt).

    Weil ich den Offlinehandel so hasse, versuche ich, das Ganze effizient zu gestalten: sobald ich eine Verkaufsperson sehe, erfrage ich, wo sich das gewünschte Produkt befindet, steuere es auf direktem Weg an, nehme es an mich (gern in größeren Mengen, damit ich nicht so bald wieder kommen muss), gehe zur Kasse und werde da nach 10 Sekunden Wartezeit ungeduldig, ziehe das Handy heraus und spiele Wordfeud.


    Ich hatte die Hoffnung, für die vier Produkte nur zwei Läden aufsuchen zu müssen (dass ich in der Drogerie kein Rezept einlösen kann und andererseits aber auch in der Apotheke kein Product-formerly-known-as-Glühbirne bekommen würde war mir bekannt. Sorge hatte ich wegen der "Masken kleiner als normal", deshalb ging ich gleich in den ersten Drogeriemarkt auf der Stecke, um die Trefferquote zu erhöhen. Nun hätte ich gedacht, die Gänge in den Drogerien quellen über vor Masken, die Regale wären voll davon, Masken hätten quasi alle anderen Produkte von ihren angestammten Plätzen verdrängt. So war es aber nicht. Einen halben Gang irrte ich umher, dann sah ich eine Verkaufsperson und fragte nach. Mund-Nasenschutz sei beim Heftpflaster, sagte man mir. Kurz war ich erstaunt, als ich das Heftplaster gefunden hatte dann aber nicht mehr, denn es gab zwei oder drei Sorten Heftpflaster an einer großen Säule, an der ansonsten die verschiedenen Marken Kondome waren. Gleich erschien mir das alles schlüssig, Schutz bei Schutz, das hätte man mir so sagen können, dann hätte ich mich nicht drei oder vier Meter lang gewundert.

    Jedenfalls gab es aber nur Minipackungen mit ganz normalen Masken zu absurden Preisen.

    Die nächste Drogerie auf dem Weg war groß, zweigestockig, ich wusste, dass es dort TpfkaG gibt und auch die Geburtstagskarte. Auch da aber keine Regalwände voll mit Masken. Im Obergeschoss war ein kleines Körbchen mit angedellten Pappkartons mit Masken darin, über die Größe gaben sie aber keine Auskunft. Ein Pappkarton war mit einem Cartoonbild von einem Mädchen verziert. Sah aber ansonsten ganz normal groß aus, ich blieb also skeptisch, auf den Kartons waren asiatische Schriftzeichen und im asiatischen Kulturraum hat man, das habe ich schon gelernt, häufiger mal niedliche Bilder auf einer Packung, in der gar nichts niedliches drin ist.

    Im Untergeschoss ist eine spezielle Abteilung für Kinder, dort gab es aber gar keine Masken. Während ich die Glühbirne einsammelte, begegnete meine Begleitung einer Verkaufsperson und fragte nach Kindermasken - die wusste aber nicht Bescheid. Das ist das besonders Lästige beim Offline-Handel: häufig findet man niemanden und wenn man wen findet, weiß er nichts.

    Um es kurz zu machen - die Geschichte ist nämlich gar nicht so interessant, wie ich dachte, mir wird schon ziemlich langweilig - die Kindermasken gab es in der Apotheke. Genau seit heute, wie mir begeistert berichtet wurde. Alles sehr merkwürdig. Ich kaufte sie jedenfalls, anprobiert wurden sie noch nicht.

    Einen ganzen Nachmittag herumgerannt für vier Sachen, unglaublich. Immerhin wurde ich noch "inspiriert" von der Produktvielfalt und kam auf den Gedanken, später Marmorkuchen zu backen. Dazu kaufte ich dann noch Kuvertüre und Zucker. Dann musste alles nach Hause geschleppt werden und, wie gesagt, der Nachmittag war schon um, so dass ich dann sowieso keine Lust mehr zum Backen hatte.

    Bei genauerer Betrachtung fällt mir ein, dass ich seit Mitte März nicht mehr auf diese Art eingekauft habe sondern ausschließlich Großeinkauf im Vollsortimenter gemacht habe oder aber online bestellt habe. Und ich habe wirklich rein gar nichts vermisst.

     
    Ich kaufe auch äußerst ungern offline ein, muss dies zum Glück allerdings auch sehr selten tun. Die Lebensmittelseite übernimmt zu meinem Glück komplett mein Mann. (Eine bessere Liebeserklärung gibt es nicht.)

    Gestern war ich allerdings Katzendinge einkaufen, sprich Medikamente für die nächsten 2 Monate. Dies ließ sich zum Glück sehr effizient erledigen, indem ich der Sprechstundenhilfe morgens meine Liste durchgab und dann nachmittags eine komplett gepackte Tüte abholen konnte. So muss das.

    Verärgerung entstand beim Versuch, Katzenstreu zu erwerben. Dort hat sich nämlich die Verpackungsgröße verändert (von 20 l auf 18 l), der Preis bei Futterhaus ist jedoch gleich geblieben. Das finde ich denn doch recht unverschämt. Zum Glück haben wir noch Vorrat (andere Leute horten Toilettenpapier, ich horte Katzenbedarf). Ich werde andere Anbieter prüfen.
     
    Falls sie "Ultra"-Katzenstreu verwenden, hätte ich einen online-Tipp für Sie mit kostenlosem Versand vom Hersteller.
     
    Wieso kauft man denn ausgerechnet Katzenstreu online, dann muss man es ja gragen?
     
    Wenn Sie "tragen" meinen: Genau deshalb bestelle ich die Katzenstreu online. Ich habe kein Auto, lebe auf dem Dorf - würde ich sie im Zoohandel kaufen, würde ich mir beim Nachhausetragen den Rücken kaputt machen. Bei Onlinelieferung jedoch wird sie mir direkt an die Haustür gebracht - und wenn ich Glück habe, sogar noch die 4 Stufen zu meiner Wohnung hinaufgetragen.

    Wieso müssen Sie die Streu tragen, wenn Sie sie online zu sich nach Hause bestellen? Na ja, ich habe von Ihnen ja schon öfter den Ausdruck "Packstation" gehört, vermutlich steckt da das Problem. (Aber auch da erschließt es sich mir nicht, wieso es komplizierter sein sollte, die Streu von der Packstation zu holen als vom Zoomarkt, aber das könnte natürlich der Fall sein.) Oder bekommen Sie die Streu vom Zoomarkt direkt geliefert? So einen Service gibt es für uns Dörfler nicht, bei uns wäre nicht einmal Flaschenpost möglich (nur die Apotheke liefert netterweise).
     
    Völlig richtig, ich war sprachverwirrt und meinte offline, aus all diesen Gründen (und die Frage ging an @kleinewolke).
     
    Wieso kauft man denn ausgerechnet Katzenstreu offline
    Früher bestellte ich Katzenstreu durchaus online und zwar in Kombination mit anderen schweren und/oder haltbaren Dingen vom Supermarkt. Das klappte jahrelang gut, auch über einen Umzug und zwei Stadtbezirke hinweg, bis wir dann vor elf Jahren hierher zogen und der neue Supermarktausliefermensch jedes Mal über die "nicht haushaltsüblichen Mengen" meckerte (wir bestellten etwa einmal alle vier bis fünf Wochen) und auch sonst unfreundlich und unangenehm war, sodass schon die Aussicht auf sein Erscheinen allgemein für schlechte Laune sorgte.

    Das war uns dann irgendwann zu blöd, und mein Mann lieh sich stattdessen ab und an ein Auto für einen Großeinkauf. Ich bestellte die Katzenstreu zunächst online von einem anderen Anbieter -- allerdings wurden die Katzenstreubeutel dann aus mir unerfindlichen Gründen in Pappkartons geliefert (hallo?), was ich insgesamt als zu große Verschwendung empfand. Außerdem machte dann noch ein Futterhaus direkt neben dem vom Mann bevorzugten Bio-Supermarkt aus, sodass er seitdem einfach ab und an den Großeinkauf um vier Tüten Katzenstreu erweitert, und dann ist ja auch erst einmal eine Weile Ruhe. Das mit dem gleichen Preis bei wesentlich verkleinerter Packungsgröße ärgert mich jetzt etwas, aber geht möglicherweise vom Hersteller aus. (Geht mir auch weniger ums Geld an sich, sondern um die Vorgehensweise.)

    Auf der Website des Herstellers habe ich jetzt nachgesehen, werde von dort aber zu Zooplus und Zooroyal umgeleitet, wenn ich bestellen will. Eine Direktbestellung scheint nicht vorgesehen zu sein -- trotzdem danke für den Tipp.
     
    Es ist doch ganz und gar logisch, dass die Katzenstreubeutel in Pappkartons geliefert werden - der Karton ist natürlich zum drin sitzen für die Katze!

    (Ich kann die Kartons immer ganz gut brauchen, meistens schicke ich darin dann Kleidung an Frau Joriste.)
     
    Nun ja, ich habe nur eine recht kleine Katze und brauche daher keine so großen Kartons, schon gar nicht mehrere.

    Unlogisch finde ich es vor allem deshalb, weil Katzenstreutüten (auf die man ein Adressetikett pappen könnte) sich ja wesentlich besser tragen lassen als Kartons, die Katzenstreutüten enthalten. Bei mir landeten die brandneuen Kartons jedenfalls umgehend im Altpapier und das kam mir dann doch sehr ressourcenverschwenderisch vor.
     
    Die Katzenstreutüten sind vielleicht nicht so versandsicher. Vielleicht kostet der Versand solcher Tüten auch einfach nur mehr als Kartons, weil sich womöglich Vorschriften geändert haben.

    Wenn die Kartons stabil sind und Sie immer mehrere davon bekommen, könnten Sie sie auch verschenken an Leute, die gerade umziehen.
     
    Ich bestelle meine Streu, Bentonitstreu ultrafein, schon seit Jahren bei Neutrocat https://www.neutrocat.de. Die stellen die Streu selbst her. Ich kaufe immer Neutro Cat Ultimate im Doppelpack, 2 x 14 kg, das ist versandkostenfrei. Bin superglücklich damit, prompte Lieferung, keine Transportkosten, Kartons passen haargenau, keine Schlepperei und da direkt vom Hersteller versandt, denke ich, dass auch die Versand-Ökobilanz recht gut ist.
    Wenn Sie nur eine kleine Katze haben, sind 28 kg natürlich schon sehr viel, aber Sie hätten dann einen Vorrat für ein halbes Jahr oder so. Für im Moment 24,61 Euro. Einzelpackungen kosten 7 Euro Versandkosten, das rechnet sich dann leider nicht mehr.

    Warum ich das so ausführlich schreibe?
    Neutrocat war ein echtes kleines Familienunternehmen, das, so erzählte mir den Mann einst, anfing mit der Überlegung, die Streus, die sie für ihre Katzen kauften, wären immer Mist gewesen, sie könnten das selber sicher besser. Und so kauften sie sich eine Maschine. Das Hauptgeschäft war dann anscheinend auch gar nicht die Katzenstreu, sondern die feine Tonerde, die bei der Herstellung anfällt und die an die Pharmaindustrie verkauft wurde. Irgendwie so.
    Anfang des Jahres hat die Familie das Unternehmen allerdings an die Welzhofer Mühle verkauft, die Vogelfutter herstellen. Bisher hat sich der Wechsel noch nicht ausgewirkt, außer dass die Kartons noch kleiner sind, so dass ich mich wundere, wie zwei so Riesentüten da reinpassen (das war doch ein Thema im Kommentar). Ich weiß natürlich nicht, wie das unter der neuen Regie weitergehen wird, aber ich gebe kleinen Herstellern so gerne eine Chance.
    Wenn Sie allerdings Holz- oder sonstige organische Streu verwenden, das stellen die - bisher jedenfalls - nicht her.
     
    Hab ich mir jetzt angeschaut, das klang so gut, dass ich es auch gleich bestellen wollte, allerdings brauche ich gerade gar keins. Ich versuche, mir das zu merken.
     
    ja, ich fand die Erläuterungen für dieses Katzenstreu auch ungemein anziehend, ich überlegte sogar kurz, ob ich das auch bestellen sollte, um die Firma zu unterstützen, bis mir einfiel, dass ich ja gar keine Katze habe und mich dann doch wieder selber von der Idee abbringen konnte.
     
    Schade, in welcher Reihenfolge man bei der Anschaffung vorgeht, ist ja flexibel!
     
    Danke an annbellis für den Tipp. Allerdings habe ich genau einmal versucht, das Streu zu ändern, auf das die Katze seit ihrer Zeit in der Pflegestelle (nach traumatischer Jugend, die sie u. a. ein Auge kostete) geeicht ist. Vielleicht war es unglücklich, dass zeitgleich einer der Fußböden in unserem Haus wegen Hausbock entfernt werden musste und die unter den alten Dielen befindliche Schüttung zugänglich war. Nachdem wir dann jedenfalls ein Wochenende damit verbracht hatten, das 25 m2 große neue Klo der Katze zu leeren, gilt in diesem Haus, was Katzenklos angeht, der alte Wahlspruch der CDU.
     
    Wow! Ich fühle noch nachträglich mit Ihnen!
     
    Das ehrt Sie. Die meisten Leute, denen ich diese Geschichte erzählt habe, begannen beim Punkt "Schüttung zugänglich" zu lachen.

    (Ist aber lange genug her, dass wir es jetzt auch lustig finden können. Oder, wie mein Mann sagt: "Die Katze findet Wege, ihr Missfallen kundzutun.")
     
    Ich werde von dieser Geschichte noch träumen. Aber was für eine wunderbare Gelegenheit für die Katze!
     
    Dass mir das nicht komisch vorkam, lag wahrscheinlich daran, dass ich mal geholfen habe, ein altes Haus zu renovieren und weiß, was das für - ich sag mal - Zeug ist!

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