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    Dienstag, 30. Dezember 2014
    Blogging November - 1155

    Bald ist es wieder so weit und mein neuer Gedichte-Abreißkalender beginnt. Ich habe nämlich jedes Jahr einen Kalender mit einem Gedicht pro Tag, den ich mir entweder selbst kaufe (sehr selten) oder geschenkt bekomme, mein Geburtstag liegt ja sehr kalendergeschenktauglich.

    Ich denke immer, dass ich Gedichte ziemlich gerne mag. Nur habe ich selten Lust, sie zu lesen. Im Januar kann ich mich meisten noch darauf einlassen, reiße morgens zum ersten Kaffee ein Blatt ab, lese, denke, lese nochmal, denke nochmal, erfreue mich. Ungefähr ab Mitte Februar werde ich aber schon ungeduldiger, lese nur einmal und denke nur manchmal. Ab Ende März überfliege ich die ersten Zeilen und frage "Orrr und wo ist die Story???" in den Raum. Im April lege ich die abgerissene Blätter ungelesen beiseite, für den Fall, dass mir im Büro mal langweilig wird (seit Anfang 2013 nicht mehr vorgekommen). Ab Mai reiße ich nicht mehr jeden Tag ab, eher nur noch montags. Manchmal auf freitags.. Vor dem Sommerurlaub nehme ich alle bisherigen Kalenderblätter mit, weil ich im Urlaub sicher Muße habe, sie zu lesen (nie!). Nach den Ferien reiße ich nochmal einen Schwung ab, das nächste Mal erinnere ich mich zur Adventszeit. Die Blätter trage ich teilweise in der Handtasche herum (die aus genau solchen Gründen ja ein großer Rucksack ist), teilweise liegen sie auf dem Küchentisch oder auf dem Nachttisch. Ich werde erst ungehalten, wenn Mademoiselle Kaugummi darauf ablegt. Dann nicht mehr. Dann stelle ich selbst meine Teetasse auf Kalenderblättern ab. Ich möchte sie eigentlich als Einkaufszettel nutzen, dass ich sie noch lese, glaube ich nämlich selbst nicht mehr, aber ganz aufgeben und sie wegwerfen will ich noch nicht. (Sowieso neige ich dazu, Papier nicht einfach wegzuwerfen. Im Drucker bedrucke ich seit knapp einem Jahr die Rückseiten von vor 12 Jahren auf Vorrat und den technischen Fortschritt außer Acht lassend angefertigten Zeugniskopien.)

    Die letzten Blätter reiße ich nicht mehr ab, ich nehme den Kalender aus dem Büro mit nach Hause. An meinem Bett liegen irgendwo im Bücherstapel drei oder vier fast-ganz-abgerissene Lyrikkalender (gleich nicht mehr!).

    Für 2015 habe ich diesen Kalender hier. Mal sehen, wie es damit klappt (wir wissen es natürlich schon).

    Vielleicht mag ich gar keine Gedichte.

     
    Vielleicht musst du nur mal von den richtigen Gedichten gefesselt werden.

    Ich empfehle dir einfach mal welche. Das sind zwei Freunde und absolute Lieblingsautoren von mir, du kannst also darauf vertrauen, dass ich dir keinen Schund andrehe (was du natürlich auch so könntest :D):

    Frank Hebben: Oubliette
    http://amzn.to/1tyRD0o

    (Frank schreibt allerdings wenig erbauliches, seine Welten sind kaputt und düster)

    Heiko Tessmann: Die Ader des Anderen
    http://bit.ly/1xwBerR

    Das Papier dieser Bücher eignet sich allerdings nicht als Kaugummi- oder Untersetzerpapier.
     
    Habe ich mal auf meine Liste gesetzt, danke :-)

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    Vielleicht nehmen Sie ihn lieber gleich mit in Büro? Möglicherweise mag der Oberchef ja Gedichte, eine philosophische Ader hat er ja. ;-)
     
    Achso, das war missverständlich: der Kalender ist ja im Büro. Und wenn der Eindruck entstanden ist, es wäre denkbar, dass ich mit dem Oberchef Kalenderblätter lese und bespreche, dann war hier noch einiges mehr missverständlich ausgedrückt.

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    Wie wäre es mit selber dichten?
     
    Nee.

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    Ich habe das mal mit einem Französischvokabeln-Kalender versucht, habe ich auch nicht durchgehalten.

    Was Papier betrifft, hebe ich sogar einseitig bedruckte Werbebriefe, unwichtige Rechnungen und dergleichen auf. Ist ein Stapel beisammen, wird er falsch herum gelocht und kommt in einen Ordner. Für Mitschriften bei Seminaren, Abendkursen und dergleichen bin ich immer bestens gerüstet.
     
    Himmel, ich komme ja noch nichtmals dazu, meine Bankunterlagen abzuheften und Sie machen das mit dem Altpapier...
     
    Wo denken Sie hin. Die Bankunterlagen liegen natürlich mit allen anderen "wichtigen" Schreiben in einem Haufen mit dem Ordnungsprinzip "unten ist älter".

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    Wie würde sich das mit einem Kalender mit 1 Gedicht (was auch immer) pro Woche verhalten?
    Bei uns in der Buchhaltung hing mal früher einer, den las ich dann gern - allerdings hatte man auch eine Woche Zeit, um darüber nachzudenken. (Ja, nach 3 Tagen wars halts langweilig und man gierte nach dem nächsten Blatt ; ) )
     
    Hm, vielleicht. Ich denke kurz vor 2016 darüber nochmal nach.

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