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    Freitag, 21. September 2007
    Badbelange im Falkenhorst

    Bei Novemberregens gab es ja neulich eine Änderung im Familienablaufplan: Frau N. kann nicht mehr bis in in den späten Vormittag mit Mademoiselle N. im Bett kuscheln, um danach noch ein entspanntes Lesestündchen einzulegen und dann die Füße Richtung Kaffee schluren zu lassen. Neinein. Mademoiselle N. muss nun pünktlich um 7:30 Uhr in der KiTa sein, damit Frau N. nach morgendlichem Triathlon (Rad zur KiTa, rennen zur Bahn, schwimmen im eigenen Schweiß) ihren Rapunzelturmausblick genießen kann. So muss die Gesamtfamilie N. das Haus gemeinschaftlich um 7:15 Uhr verlassen - ein nie zuvor dagewesener Zustand und äußerst gewöhnungsbedürftig!

    Der Hauptengpass am Morgen ist natürlich das Bad. Frau N. benötigt zehn Minuten für die Pflicht (Duschen, Haarewaschen, Anziehen) und fünf Minuten für die Kür (Föhnen, Anmalen, Einsprühen). Diese beiden Elemente können gern unterbrochen werden von einem längeren Zeitraum ausgefüllt durch folgende Tätigkeiten: ziellos durch die Wohung irren, aus dem Fenster schauen, überprüfen, ob in den sechs Stunden Schlaf hochwichtige Nachrichten auf dem Blackberrydingens eingegangen sind, planlose Blicke in den Kühlschrank zu werfen bis Frösteln einsetzt, eine Tasse Tee aufbrühen, den zu trinken später die Zeit fehlen wird.

    Herr N. benötigt 25 Minuten für irgendwas - für was exakt, kann nicht überliefert werden, denn: "wie lang ich für waaaaas brauche? Du hast doch ne Macke ich stopp doch nicht die Zeit wenn ich auf dem Klo sitze!" Außerdem dürfen diese 25 Minuten durch nichts, auch nicht durch wichtige organisationsbedingte Fragen der Frau N. ("wann kommsedennheuteabend?", "hamwanochbier??"), unterbrochen werden. Sonst kommt Herr N. nämlich durcheinander. Und dann dauert es länger.

    Mademoiselle N. braucht keine Zeit für irgendwas. Die ziehen wir überhaupt nicht mehr um, so dass wir sie um 7:15 einfach nur - komplett gekleidet - aus dem Bett reißen müssen um ihr mitzuteilen "wir sind jetzt eine Falkenfamilie und fliegen alle huuuuuiiiiiii innen Hof und auffes Fahrrad und nix wie zum Kindergarten, hurraaaa!" (irres Lachen inklusive).

    Knackpunkt der Angelegenheit: Das Altbaubad ist für zwei Personen zu klein. So steht derzeit Frau N. (mit Mutter-Theresa-Lächeln und sämtliche-Märtyrer-Leidensmine) um 6:35 Uhr als erste (alle Bekannten wissen das mittlerweile, dass sie als erste aufsteht, und der Bäcker und die Müllabfuhr auch) auf, um Richtung Bad zu irren. Nach der Pflicht knufft sie Herrn N. mit den liebevollen Worten "jetzt isses schon 6.45 losrausausmBett ich steh doch nicht so früh auf damit Du hier rumgammelst!!" in die Seite. Frau N. irrt dann durch die Wohnung, schaut aus dem Fenster und aufs Blackberrydingens und in den Kühlschrank und kocht Teewasser. Exakt 25 Minuten später (7:10 Uhr) stürmt Frau N. das kleine Altbaubad mit den Worten "schnell schnell ich muss loooos, ich muss loooohoos!!". Und um 7:15 fliegen die Falken aus dem Horst und hinterlassen auf dem Küchentisch eine dampfende Tasse Tee.

    Keine Ahnung, wie andere Leute das mit Frühstück und Zeitung lesen und derartigen Dingen hinbekommen...

    Mittwoch, 19. September 2007
    Für den Heimweg...

    (lockert die Schultern)



    Ja, genau.

    schärfebedingte Esspause

    Der Dapp schreibt "Danke für das angenehme Telefonat von vorhin" nachdem ich ihn eine Viertelstunde lang angeschissen habe. Ich mag den :-))

    (Muss nach Hause, brauche Bier zu dem Essen... hier im Kühlschrank nur Schampus entdeckt.)


    Essen eingetroffen. Ich riech das. Mal sehen wie lang sie braucht, um die Mail zu verschicken.

    [update: 12 Minuten. Das ist inakzeptabel!]

    [updateII: Scheiße, ist das scharf!!!]


    Sah nach einem richtig entspannten Tag aus, heute morgen, als der kühle Wind mir um die Nase wehte und alles so schön in der Herbstsonne leuchtete. Hinterhältiger Dreckssack-Tag, verstellt hat er sich auch noch! Gezerre ohne Ende, das Kind in die eine und der Hund in die andere Richtung noch das harmloseste darunter. Mittlerweile heiser gebrüllt und festgestellt, dass aus einer nassen Windel, wenn man sie mit genug Wucht gegen die Wand knallt (ohne Kind drin, kein Grund, das Jugendamt einzuschalten), komisches minihagelkornartiges Granulat rieselt, das sich weder gut aufwischen noch auffegen lässt und der Besserung der Laune nicht zuträglich ist.

    Penetrantes Schrillen des Telefons und Freizeitangebote, wir müssen mal wieder was zusammen machen - warum eigentlich? Naja, das blieb eine ungestellte Frage. Schwimmen gehen ist eine prima Idee, aber warum zusammen? Warum dieser ständige Gesellschaftszwang, komm doch mit, lass uns..., wir... . Ich glaube, ich habe eine 1.-Person-Plural-Allergie. Als ob es nicht genügte, diese Offensiv-Defensive schon im (angeheirateten) Familienkreis zu fahren, um die Treffen auf das exakt akzeptierte Minimum - erträgliche Maximum zu begrenzen, und keine Sekunde mehr. Können Freunde nicht einfach merken, wenn allein ein Konversationsansatz schon eine rot-blinkende no-go Aura hervorbringt? Hier ist der Kopf schon voll, da geht gerade nix! Sieht man doch! Genauso wie ich erwarten würde, dass die Hand, dies ich auf den Arm legt, wie verbrannt zurückzuckt. Statt zu einem Stein, zu einem Felsen, zu einem Gebirge zu werden, das die Arterie abdrückt, bis es anfängt zu kribbeln und der Arm letztendlich einfach abfällt. Jettisoning, was für ein hübsches Wort. Gut, dass die Hand nicht im Nacken lag. Genickbruch kann ich aber auch selbst viel besser.

    Ja. Ich weiß, dass ich manchmal nicht genießbar bin. Wenn unreife Gedanken den ganzen Rest versäuern. Da kann man nur ausspucken. Lasst mich doch einfach in Ruhe meine Erbsen sortieren (einarmig). Ich komm ein andermal mit Tanzen. Barfuß. Prinzen unerwünscht.

    Dienstag, 18. September 2007
    Sprachberatung

    Mail bekommen:

    "Mein Lieb - ich hab so Stress, ich meld mich am WE."

    Ist "Mein Lieb" ne neue coole Andrede, oder ist sie so im Stress, dass sie die "E"s einsparen muss? Das wär dann wirklich beeindruckend!

    *grübel*

    Montag, 17. September 2007
    Wie. mich. das. alles. ankotzt. (!!!)

    Seit ein paar Tagen endlich eingespielte Abläufe, nachlassende Anspannung, das Gefühl, nach langer Zeit wieder Atmen zu können. Pläne - für schöne Dinge und für weniger schöne, aber notwendige, die nun relativ schmerzfrei funktionieren können. Kein Silberstreif am Horizont sondern gleißendes Licht.

    Heute Vollbremsung und Rückwärtsgang Zugegebenerweise alles nicht so wirklich dramatisch: ein krankes Kind, daher die vorläufige Rückkehr zum alten Tagesablauf, ist alles in spätestens einer Woche vorbei und auch vergessen.

    Aber heute fühlt es sich an wie eine kalte Dusche, und während ich das schreibe schrumpft die verbleibende Zeit für das Pensum eines kompletten Arbeitstages von zwei auf 1,5 Stunden zusammen, es ist einfach zum kotzen, ein kleiner Stein im Weg und zurück in alte Muster: Frustkäufe beim Bäcker um kurz nach fünf, "habense auch was das noch nicht ausgetrocknet ist" zum Bäcker und "können Sie auch schneller gucken" zum Kontrolleur, alle, die nicht rechtzeitig aus dem Weg springen angerempelt, der Rezeptionistin "machense das Drehkreuz auf ich hab keinen Bock meine Karte rauszufummeln" zurgeraunzt und den Schuh in zwischen die sich schließenden Aufzugtüren gerammt um dem nächsten die Tür von innen per Knopfdruck vor der Nase zu verschließen.
    Abgehetzt ins Büro und "Hallo" ohne Blick nach rechts und links, dem sich nähernden Chef ein Timeout gestikuliert und den aus NY nach wenigen Minuten Gestammel gebeten, Englisch zu reden, weil geht schneller, jetzt alles wirklich heute notwendige und unerlässliche in der verbleibenden Zeit ohne jede Kontrolle raushauen, nach mir die Sintflut.
    Gleich genauso abgehetzt zurück, denn die Planung einer Fußballmannschaft ist deutlich weniger flexibel als die meines Arbeitstages, mit Nerven wie Zuckerfäden auf die Couch und die Räder werden, wieder einmal, noch ein paar Stunden im Leerlauf überdrehen, ansatzweise besänftigt von Bier und Internet, es ist einfach zum kotzen.

    Aber was jammer ich, die Zeit läuft, das ging drei Jahre gut und wird auch einmal (oder zweimal oder dreimal) mehr gut gehen, Dramen sind was anders, nur komm mir keiner zu nah heute, gute Laune ist nämlich auch was anderes.

    Buntgestreift

    Stöckchenregen. Und eins muss ich auch noch suchen gehen, um es Frau Schneckle zu verpassen. Ts, was für ein Aufwand...

    Nun fragt aber Frau Lunally zunächst mal nach Farben.

    1. Welche Haarfarben hattest Du schonmal?

    Ehm. Also die Natur hat mich mit blonden Haaren bedacht.
    Diese bekamen zunächst verschiedene Rottöne. Das feuermelderrot mit 16 war ein Unfall, gefiel mir aber dann doch ganz gut. Dann wollte ich mal dunkelblond sein, was durch Auftragen einer Tönung für dunklere Haare als meine dann ein tannenbaumgrün ergab. Grün macht mich sehr blass, so dass ich blondierte und ein teintschmeichelnderes hellgrün erhielt. Das himmelblau, zu dem ich mich kurze Zeit später entschloss, war hingegen kein Unfall, wusch sich aber sehr schnell aus.
    Später beschloss ich dann bei vollem Bewusstsein und ungeachtet aller Einreden, meine damals schulterlangen Haare blauschwarz zu färben. Dies verlief sehr erfolgreich, sah nur zu meinen sehr hellen Wimpern und Augenbrauen höchst merkwürdig aus, und nachdem ich eine Woche lang jeden morgen neben schwarzen Haaren aus dem Schlaf schreckte und bange Sekunden mit den Fragen "wer??" und "warum??" verbrachte, bevor mir klar wurde, dass es sich um mein eigenes Haupthaar handelte, entschloss ich mich zur Aufhellung. Das blauschwarz hielt sich jedoch hartnäckig. Nach sieben Packungen Dingens-Cristal-Blond-Intensiv-Aufheller-Ultra (oder so) konnte ich mich mit dem Endergebnis - einem strohigen platin-orange - vorläufig anfreunden. "Vorläufig" hielt drei Tage, dann rasierte ich einen Teil ab, band den Rest zu Tolle und Pferdeschwanz und trug von der Haarfarbe ablenkende Kleidung. So konnte das platinorange, das das Ende meiner Färbekarriere darstellte, halbwegs unbemerkt herauswachsen.

    2. Welche Haarfarben würdest Du gerne mal ausprobieren?

    Keine mehr. Naja. Schwarz hätte ich schon gern nochmal :-)

    3. Welche Farben kommen in Deinem Wallpaper am Meisten häufigsten vor?

    (Irgendwie ist doch hier die Grammatik krumm?). Wallpaper? Was ist das eigentlich? Der Bildschirmhintergrund da aufm Computer? Keine Ahnung, den seh ich nie. Ubuntu-Orange würde ich sagen.

    4. Welche Farben magst Du am meisten (möchte wetten, das ist aus dem Englischen übersetzt...) liebsten?

    Als Farben an sich: Blau, blaugrau, grün, orange.
    Bei Kleidung, also an mir: schwarz, hellgrau, dunkelrot

    5. Welche Farben kannst Du überhaupt nicht ausstehen?

    Och, keine. Ich mag sie alle, im richtigen Zusammenhang.

    Ich werfe das weiter an Frau Zora und Frau Gutemine und Herrn Schnitzel.

    Montag, 17. September 2007
    Schneckenstock

    Von Frau Schneckle beworfen worden. Das mit dem Herumjammern will ich nicht gelesen haben!

    Letzte Zigarette?
    Ich hab nie eine ganze geraucht. Das letzte Mal bei jemandem gezogen irgendwann vor ein paar Jahren.

    Letzte Autofahrt?
    Gestern Abend, Autobahn. War wie Achterbahn da gedanklich stark abgelenkt.

    Letzter Kuss?
    Eben.

    Letzter Weinkrampf?
    Keine Ahnung. Traurigkeit äußert sich bei mir durch Aggressivität.

    Letztes Buch?
    "Was gibt es auf dem Bauernhof", Autor vergessen.

    Letzter Film?
    Die Simpsons.

    Letztes Schimpfwort?
    War eine Serie und galt dem französischen Wohmobilfahrer, der mich nach überstandener Achterbahnfahrt an der Ampel aus dem Weg räumen wollte. Mein Französisch ist nicht schriftsprachentauglich.

    Letztes Getränk?
    Leitungswasser.

    Letztes Essen?
    Käsebrot (Appenzeller).

    Letzter Anruf?
    Mama.

    Letzte Sendung im TV?
    Bewusst gesehen? Kann mich nicht erinnern. Nebenher lief hier zuletzt eine Doku über Hannover.

    Letzte Dusche?
    Heute morgen.

    Letzte CD?
    Was Selbstgebranntes.

    Letzter gekaufter Gegenstand?
    Halterlose Strümpfe, schwarz. Ach nee, stimmt gar nicht. Schnuller, rosa.

    Letzte Enttäuschung?
    Meine Enttäuschungen bewegen sich diesseits des Belanglosen. Für ein paar Minuten hat es mich letztens getroffen, keine Lebkuchen im Pennymarkt vorgefunden zu haben.

    Letzte sexuelle Phantasie?
    Ausgelebt und nicht enttäuscht.

    Letzte Worte?
    Ich hab Hunger.

    Letzte merkwürdige Begegnung?
    Gestern Nacht der betrunkene alte Nachbar im Treppenhaus. "So schön war ich auch mal...".

    Letztes Mal amüsiert?
    Mit dem alten Nachbarn im Treppenhaus Heute nachmittag auf einem Kindergeburtstag.

    Letztes Mal umarmt?
    Eben.

    Letztes Mal getanzt?
    Andauernd, Kindertänzchen.

    Letztes Konzert?
    Das letzte war ein Streichquartett. So ein "richtiges" ewig nicht.

    Letzte besuchte Webseite?
    Gmail.

    Ich werfe das weiter an Frau Diagonale, Frau Lunally, Frau Anje und, als Bonus, an Frau Blüte (kommense, an sowas können Sie doch schlecht vorbeigehen... :-) )

    Samstag, 15. September 2007

    Mich heute morgen enorm für den reibungslosen Bewegungsablauf, einhändig, mit randvoller Kaffeetasse in der Hand, ohne aus dem Schrittrhythmus zu kommen und um drei Ecken, und zwar Türöffner - Tür - Kartenleser - Tür - Schlüssel - Tür bewundert.

    Am Abend ein ganz neues Gefahrenrisiko aufgetan. Und versucht, die gedankenlos verzehrte köstliche Oliven-Chili-Knoblauchpaste durch viele Haribo-Erdbeeren und Bier zu neutralisieren.

    Auf dem Heimweg zu spät und das Licht am Fahrrad geht nicht und im Halbdunkel mit Herbstblättern auf dem Boden wirkt das Ghetto beinah romantisch. Bierschaum bis zum Anschlag im Hals und über alle Bordsteinkanten und rote Ampeln, denn Mama wartet. Ach, ich Teenager...

    Mäh!

    Ich bin zu aktiv. Und zu schnell. Mache Vorschläge, Termine, Verabredungen, Pläne, ich organisiere, ich löse die Probleme und räume die Wiederstände aus dem Weg, bevor die anderen sie überhaupt wahrgenommen haben. Vorausschauendes Fahren.
    Das kostet mich keine besondere Mühe, es war schon immer so, es geschieht einfach, und es hat ganz klar den Vorteil, dass ich zum einen nicht warten muss, bis sich irgendwer zu irgendwas aufrafft (was dann meistens ja nie geschieht) und zum anderen dass alles so abläuft, wie ich es will. Vorausgesetzt ich bin, bevor ich die herumfliegenden Puzzleteilchen im Sprung fange und im Wegsprinten daraus ein nettes Bildchen baue, überhaupt dazu gekommen, mir darüber Gedanken zu machen, was ich will - aber das ist ein Nebenaspekt.

    So ziehe ich die Leute an, die einen Taktgeber suchen der für Struktur sorgt, die Herde sortiert, die Regler schiebt.

    Es geschieht einfach. Aber manchmal, so wie heute, finde ich das sterbenslangweilig, unendlich ermüdend, und ich möchte einfach einmal überrascht werden, das Gefühl haben, dass jemand anders am Steuer sitzt. Einfach hinterherrennen und "Mäh" blöken.

    Donnerstag, 13. September 2007
    Bäh

    Beim Abschmecken festgestellt, dass das Essen ohne diese Fertiggewürzmischung sicherlich besser gelungen wäre.

    Spontan die verbleibende Kokosmilch mit Cachaça und Apfelsaft gemischt. Was für ein grauenhafter Einfall!

    Abendessen

    Dienstag, 11. September 2007
    Kauf ich halt woanders...

    Kiosk

    Statt Posting

    [es geht] um eine alte Frau, die ich getroffen habe
    in meiner alten Straße
    da wohnte eine unter uns, die war damals schon fast 90 und wieselte aber immer noch die Treppen hoch und runter
    jedes halbe Jahr haben wir ihr die Zeit umgestellt und ab und an den Fernseher "repariert" (war dann meistens am Hauptschalter ausgeschaltet)
    die traf ich heute morgen in der Straße, das ist beim KiGa in der Nähe
    und hab mich total gefreut, und sie sich auch
    ich hab sie begrüßt und sie hat mich umarmt und wir haben eine Viertelstunde über alles gequatscht
    war total schön
    an der nächsten Ecke fiel mir dann allerdings ein, dass die kurz bevor wir auszogen gestorben ist...
    meine Güte, das war irgeneine andere fremde alte Frau (kicher)
    die der nur ähnlich sah und ich hab sie halt in der Straße... und so...
    ich könnte mich totlachen darüber


    Gebühr

    Genau. Aber keine Sorge, ich kenn noch mehrere mit grundlosen Gebühren. Sie sind nicht allein!
    Da fällt mir ein, dass ich letztens sogar diesen Dauerauftrag änderte, um das böse Wort noch in den Verwendungszweck zu packen. Hat Spaß gemacht, auch wenn es vermutlich niemanden interessiert. Hauptsache gezahlt.

    Montag, 10. September 2007
    Tagwerk

    Samstag, 8. September 2007
    Schwelgen in Jammern

    Der Tag ging dann übrigens so weiter, dass ich gleich nach Ausschalten des Rechners nach einem Schal gegen meine Halsschmerzen suchte und dabei auf ein Mottenlager in den Winterwollklamotten stieß. So war ich für die nächste Stunde gut abgelenkt da gut beschäftigt, bis ich nach einer umfassenden Säuberungs- und Entsorgungsaktion mit einem Schal aus einem anderen Schränkchen umschlungen befriedigt die letzten Ecken mit Killergift ausspritzen konnte, denn - so öko ich ja bei meinen Nahrungsmittel bin, so sehr schwenkt das Pendel in die andere Richtung aus wenn es um unerwünschte Mitbewohner in meinem Haushalt geht. Ich verstehe da keinen Spaß.
    Die Befriedigung war jedoch von kurzer Dauer, denn beim triumphierenden Zuknallen der Zimmertür bei geöffnetem Fenster (das Zeug ist wirklich nicht gesund) stieß ich mit dem Fuß ein großes Glaswindlicht um, in dem sich die Kastaniensammlung des Kindes befand, und es zersprang in Tausend Scherben. Nun wäre dies bis vor wenigen Stunden noch ein Quell weiterer Genugtuung gewesen, habe ich dieses Windlicht doch vor vielen Jahren von einer Frau geschenkt bekommen, die ich all die ganzen Jahre dann lieber vergessen wollte, was mir auch ausnehmend gut gelang, bis auf die wiederkehrenden Begegnungen mit dem Glaswindlicht, das nie zu irgendetwas nütze war (ich habe es nicht so mit "Accessoires"), jedoch dann just heute morgen eine Bestimmung fand, nämlich vom Kind zwecks Deponierung der Kastaniensammlung adoptiert und ins Herz geschlossen wurde, und kurz nach dieser Sinnfindung seine Existenz in meinem Haushalt, die immerhin drei Umzüge überdauert hatte, zu beenden. Man weiß gar nicht, ob man diese Daseinsberechtigung in den letzten Zügen des Daseins nun tröstlich oder tragisch finden soll. Naja, diese existenzphilosophischen Gedanken überfallen mich aber auch gerade erst jetzt, denn in dem Moment des Splitterns fand ich das einfach nur total bescheuert und brüllte eine explizite Verwünschung, woraufhin die Nachbarn gegen die Wand klopften.

    Beim Scherben auffegen zog ich mir diverse Splitter zu (ich habe mich noch nie an Scherben geschnitten, immer nur an absurden Dingen, weshalb ich es nicht einsehe, für Scherben irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen), aber das sei nur am Rande bemerkt denn zu der wirklichen Absurdität kommen wir nun: ich musste dann ein neues Glaswindlicht kaufen, für das Kind, wegen der Kastanien halt. Ich habe jetzt also wieder eins. Ich habe jetzt auch quietschebunte Muffinformen und neue Unterwäsche, drei Packungen Brot in Scheiben (das ist für mich als Bäckerstochter ein untrügliches Anzeichen von Rebellion) sowie vier Sorten Käse von der Käsetheke.

    Soweit also die momentane Sachlage. Der weitere Plan für heute ist: Kuchen backen, Abendessen, Kind ins Bett stecken, Geburtstagstisch mit Girlanden, Luftballons, Konfetti, Luftschlangen und anderem unerträglich buntem Krimskrams sowie einem Geschenkeberg (die Eisenbahn!) herrichten. Danach mit dem Gefühl, etwas geleistet zu haben, mit dem Laptop auf dem Teppich vor dem Fernseher versacken, dabei Bier trinken und alles andere ignorieren.

    Schwelgen in Intoleranz

    Heute bin ich mal ein interolantes Arschloch, ansonsten bekomme ich nämlich ein Magengeschwür, außer, dass ich sowas natürlich nie bekomme, mein Magen ist unverwüstlich, ich krieg immer Migräne und das klingt so weicheiig, darauf hab ich keine Lust. Und deshalb werfe ich alle Vorsätze über Bord und meckere nun 5,5 Minuten lang nach Lust und Laune, darüber, was mich heute alles stört, bis 14:30 werde ich nämlich ganz genau meckern und danach für lange Zeit (was das Meckern angeht) verstummen.

    Mich stört, wenn der Besuch seinen Besuch erst für Freitagabend ankündigt, dann auf Samstag zum Frühstück (wir bringen die Brötchen mit!!) verschiebt um Samstag mittag dann in Erwartung einer warmen Mahlzeit in der Tür zu stehen. Mich stört das, obwohl dieser Besuch eigentlich, erfahrungesgemäß, durch Kürze gewinnt. Aber egal, es stört mich halt, weil ich Absprachen mag, und es mich stört, wenn sich jemand nicht daran hält.
    Außerdem stört es mich, wenn der Besuch dann sofort auf dem Balkon zum rauchen verschwindet und die Tür auflässt, so dass es erstens recht frisch wird und zweitens der Qualm in meine Bügelwäsche (ich bügele nie, aber ich nenen die Stapel trotzdem so weil es vorgibt, es würde noch etwas wirklich gutbürgerlich-produktives damit geschehen) zieht. Dass der Besuch danach eine halbe Stunde auf der Couch sitzt und mit dem neuen Handy spielt, stört mich auch, weil mich Handys tendenziell sowieso nerven, wenn damit herumgespielt wird, ich fühle mich dann nicht genug beachtet und langweile mich, weil mich die Dinger nicht interessieren, bin aber zu höflich, dem Besuch gegenüber zu sitzen und ein Buch aus der Tasche zu ziehen um mich darin zu vertiefen, gut, das ist mein Problem mit der Höflichkeit, zwingt mich ja niemand dazu, aber ist auch egal, man kann immer alles zu seinem eigenen Problem machen, aber dazu habe ich jetzt keine Lust, ich möchte mich einfach nur beschweren und intolerant sein und meckern und nörgeln, herzlichen Dank. Dann stört es mich auch, wenn ich die erwartete warme Mahlzeit beibringe (ich Irre!!) und beim Essen dann mit dem neuen Handy fotografiert wird. Würde meine Anrichtung der Speisen abgelichtet, so ginge das vielleicht gerade noch an, wenn aber alle Anwesenden beim Essen einfach mal abfotografiert werden, finde ich das einfach nur doof. Es stört mich.
    Mich stört auch ein Geschenkeregen, der über die ganze Familie hier hereinbricht, jeder bekommt mindestens fünf nutzlose Kleinteile, hauptsache etwas mitgebracht, ich würde die Kleinteile jetzt wirklich gerne aufzählen, aber dann geht mir die Zeit aus, ich will ja noch weitermeckern.
    Es stört mich nämlich zu diesem allen noch, dass dann die Heizung aufgedreht werden soll weil es kalt ist (ich verweise auf die Balkontür), dass dann alle verschwinden (gut, das stört mich nicht an sich, aber die Art und Weise störte mich), und dass niemand einen Schlüssel mitnahm (fällt unter Art und Weise aber Art und Weise ist doppelt, also kann ich mich darüber auch doppelt aufregen!) und daher jemand gleich das Kind wachklingeln wird, oder aber - stört mich genauso - die alle noch nicht zurück sind, wenn das Kind aufwacht, und arg vermisst werden.

    Es stört mich, dass ich heute Abend keine Platz auf der Couch haben werde, bei dem nicht die mir notwendige Sperrzone von einem halben Meter bis hin zun nächsten Körperkontakt verletzt wird, so dass ich mich gern mit dem Laptop aus Bett zurückziehen werde, dann aber wieder unhöflich bin (mein Problem, ich weiß, halten Sie den Mund!) oder auf dem Teppich kauere, was akzeptabel wäre, auch für mich, da ich beabsichtige, beim computerbegleiteten Fußball gucken reichlich Bier zu mir zu nehmen, und so ist ein Sturz von der Couch schonmal vermieden. Dabei stört mich, dass ich schon für das erste Bier missbilligende Blicke ernten werde (bei Sekt wäre das was anderes, da gäbe es die missbilligenden Blicke erst nach dem dritten oder so, ich mag aber nicht sonderlich gerne Sekt) und dass der durch das Kauern auf dem Fußboden eingehaltene Schutzradius mich nicht vor fußballfremder (und computerfremder) Dauerbeschallung retten wird, währen die anwesenden Herren unbehelligt ihr Bier trinken und unbeschallt dem sicherlich dappigen Fußballkommentator lauschen dürfen - ich fühle mich hier ernsthaft diskriminiert.

    Ich könnte hier noch endlos weiter machen, was mich morgen alles stören wird, aber leider ist die Zeit jetzt um, man muss sich ja Grenzen setzen für sowas, finde ich, sonst räumt man dem störenden Zeugs viel zu viel Raum ein. Insofern war es das jetzt, weshalb ich dieses Thema beende und mir einen schönen Tag mache.

    November seit 7240 Tagen

    Letzter Regen: 06. Januar 2026, 22:39 Uhr