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    Mittwoch, 10. Oktober 2007

    Gefunden worden. Weia... Herzlich willkommen!

    ;-)

    Dienstag, 9. Oktober 2007
    La lala lala...

    Ganz viel geschafft heute, im Rapunzelturm, alles läuft so gut, mit den erhöhten Stunden, richtig richtig gut, und endlich kann ich wieder durchstarten und hab mir einen Haufen Termine gemacht, mit so Leuten halt, also eigentlich jeden Tag einen, oder zwei, für die nächsten zwei Wochen so ungefähr, so dass dann wieder alles richtig schön auf Spur läuft, hachja.

    Sehr beschwingt zur KiTa geradelt, mit dem neuen Fahrradsattel, der sich nicht mehr dreht, und dem Blackberrdingens, das ich nicht verloren habe, an der Tür einen lustigen Aushang gesehen "Wir haben Läuse", haha, nö, ich nicht.

    Das Kind im Garten gesucht, neee, Mademoiselle ist grad drinnen auf dem Wickeltisch, sagt die Erzieherin. Ahja, auf dem Wickeltisch, gut, auf dem Wickeltisch, hm, wieso eigentlich auf dem Wickeltisch? Na, mal schauen. Ah, sie hat plötzlich Durchfall, ja, das müssen Sie im Auge behalten, wenn das einmalig war ist es ok, sonst morgen lieber nicht herbringen, so'ne Seuche hatten wir letztens erst (als ob ich das nicht wüsste...), naja, gut, sowas ist ja meistens nach einem Tag - im wahrsten Sinne des Wortes - durch. Achso, und haben Sie das mit den Läusen gesehen? Jaja, nee, Mademoiselle hat noch keine, haben wir geschaut, müssen Sie jetzt auch kontrollieren, täglich, ist ja kein Problem, wenn da was ist halt in die Apotheke gehen, Shampoo drauf, acht Tage zu Hause bleiben und dann nochmal Shampoo drauf und gut ist, Kleinigkeit, kommt halt vor, jaja, die Kinder, hahah.

    Ja, kein Problem - äh - wie lang zu Hause?? Acht Tage??? Kreisch Ohnmachtsanfall hysterisches Grimassenschneiden.

    Naja, sie hat ja noch keine. Und sie wird auch garantiert keine bekommen. Und der Durchfall ist sicher auch gleich weg. Ganz bestimmt. Ich weiß das.

    Ommmmmmmmmmmm....

    Montag, 8. Oktober 2007
    Wetterlage

    Warme, weiche Wattewolken und entspannt, so entspannt und dabei so im jetzt und hier und bei mir wie sonst nie und dann auf die dunkle Straße katapultiert und weiter im Automatik-Modus, wie eine Aufziehfigur mit reibungslos funktionierender Mechanik. Im Dunkeln auf der Autobahn und nicht müde, so entspannt und nicht müde.

    Erdrückender, zerrender Alltag. Keiner versucht hier, den anderen zu verletzen. Es ist eher ein Fehlen der Aufmerksamkeit, die Zwischentöne werden nicht mehr wahrgenommen, wie soll da große Musik entstehen. Und wo es ganz besonders praktisch ist, passiert dann auch Rücksichtslosigkeit. Ungewollt, nebenher. Sorry. Wieso ist nicht einfach alles leicht?

    Das komische, das paradoxe, in einer Situation, die einer anderen absolut kontraproduktiv ist, etwas zu finden, das der anderen hilft. Das ist nicht paradox. Das ist Leben. Das tut weh. Und ich glaube immer noch, dass das eine, auf merkwürdige Weise, mit dem anderen nur sehr indirekt zu tun hat. Vielleicht ist das naiv und ich mache mir was vor. Vielleicht ist das naiv und das ist immer so.

    Worte zäh in den Fingern und im Mund weil doch alle irgendwann schonmal gesagt wurden. Wozu schreiben. Wozu reden. Jede Geschichte war schonmal da, jedes Lachen war schonmal da.

    Das Gefühl, eine Muschel zu sein, in einer geräumigen, vertrauten, bequemen Schale. In einem fremden, wilden, kalten Meer, und immer, wenn ich die Schale öffne, mit weit aufgerissenen Augen durch das
    kalte Wasser geschleudert werden, dunkles Blaugrün sehen und gischtiges Weiß und ein Stück vom grauschwarzen Himmel, bevor in Augen voll mit kaltem Wasser alles verschwimmt. Das Gefühl, nicht angekommen zu sein, nach all der Zeit nicht. Ein Fremdkörper zu sein, nicht in der Masse aufzugehen, nicht einfach mit dem Fahrrad unterwegs sein zu können, in dunklen regennassen Straßen mit bunter Neonbeleuchttung, und an jeder Ecke vertraut zu sein. Das Gefühl, das sowieso nicht zu wollen. Aber vielleicht zu brauchen.

    Momentan ist mir nach einem ordentlichen Novembersturm, sei es, um die inneren Zustände auf äußere ableiten zu können. Mit wildem Regen und Wind, der das Altbauschiff stöhnen und ächzen lässt, ein Tag der nicht richtig hell wird und an dem es am Abend indiskret scheint, das Licht anzumachen. So dass alle etwas näher zusammenrücken. Man sich besinnt, auf das, was man hat, konsolidiert es, läuft es auch nur auf eine Kleinigkeit hinaus - die aber hat man sicher und bewahrt sie sich, bei all dem Wahnsinn draußen, statt immer wieder das Fenster aufzureißen um zu fühlen, wie stark der Wind gerade ist.

    Donnerstag, 4. Oktober 2007
    (autsch...)

    Kurz vor 8, am Bus:

    Pack-Person mit Bierdose: He, Mami, musst Du mit Kind und Kegel unbedingt innen Berufsverkehr?
    Frau N.: Ich bin der Berufsverkehr, Du merkbefreiter Schubladendenker.

    Kurz nach 8, im Kindergarten:

    Frau N.: Guten Morgen!
    Erzieherin: Guten Morgen!
    Mademoiselle N.: Morgen, merkbefreiter Schubladenlenker!
    Erzieherin: ??
    Frau N: überhasteter Abgang

    Mittwoch, 3. Oktober 2007
    Vorratsdatenspeicherung...

    ist doof. Zweierlei Maß auch, deshalb gibt es hier ab sofort keinen Counter und sowas mehr.

    Natürlich ist das eigentlich was ganz anderes, ich weiß. Nicht, dass ich da irgendwas ausgewertet hätte. Nur ganz zufällig das ein oder andere bemerkt, manche IPs prägen sich so merkwürdig ein. Und dieses Tool hatte ich ja nur, weil es ja interessant ist. Also was so gelesen wird. Und wer so liest. Wegen der Sicherheit, Sie verstehen.

    Etwas ganz anderes also. Nö, ist es nicht. Der einzige Unterschied ist, dass ich nicht relevant bin. Aber das war schon immer eine der langweiligsten Ausreden.

    Dienstag, 2. Oktober 2007
    What a way to go!

    Vorsaetze sind dazu da, um gebrochen zu werden.

    Eigentlich wollte ich ja im Urlaub nichts posten. Naja, eigentlich wollte ich im Urlaub auch nichts lesen. Aber dann war ich ja krank, einen ganzen Urlaubstag lang, und wenn man krank ist ist ja alles anders. Jetzt bin ich nicht mehr krank, aber egal, gelesen hab ich nun schon, bei Herrn Chauvi naemlich, und dann war ich neugierig und hab getestet, und, nee, also das muss raus:

    How will I die?
    Your Result: You will die while having sex.
     

    Your last moments in this life will be enjoyable indeed...hopefully. Do not fear sex. Try not to become celibate as a way of escaping death. You cannot run from destiny.

    You will die in your sleep.
     
    You will die from a terminal illness.
     
    You will die of boredom.
     
    You will die while saving someone's life.
     
    You will be murdered.
     
    You will die in a nuclear holocaust.
     
    You will die in a car accident.
     
    How will I die?
    Create a Quiz

    Also - das ist ok. Unangenehm fuer die zweite Person im Spiel, vermutlich, aber wenn es um sowas wie Sterben geht darf man wohl egoistisch sein.

    Freitag, 28. September 2007
    Flashback II (Septemberregen)

    Zu den Klängen von Purple Rain und es hätte passender nicht sein können. Da steht er mit einem Rennrad an der Ampel, Businessklamotten, und zückt während der Rotphase sein Handy. Ich kann nur starren, die Augen liegen immer noch tief im Gesicht, die Schatten drunter sind vielleicht sogar dunkler, ansonsten deutlich aufgeräumter. Völlig aus Ort und Zeit gerissen, nichts passt hier, aber: unverkennbar.

    Ich starre und starre während der Regen strömt und er hebt den Kopf, sein Blick streift mich, kehrt zurück und er starrt und starrt. Dann stehen wir uns gegenüber auf dem Bürgersteig und sind uns so fremd, in dieser anderen Stadt und in diesem anderen Leben.

    Nicht, dass ich in den letzten knapp 20 Jahren an ihn gedacht hätte, aber wenn, dann hätte ich ihn eher unter irgendeiner Brücke verortet als hier. So unterhalten wir uns kurz, versuchen, die zwei Jahrzehnte in ein paar Minuten Bordsteinunterhaltung zu packen, weil wir beide wissen, dass wir uns nicht zu einem Bier oder Kaffee verabreden werden. Wir haben nichts mehr gemeinsam mit dem, was wir einmal teilten.

    Ein komisches Gefühl ist es, jemanden nach langer Zeit wiederzusehen, mit dem man solche Extremphasen durchgemacht hat. So ein bisschen wie wenn zwei Überlebende eines Schiffbruchs sich plötzlich auf der einsamen Insel begegnen.


    Manchmal glaube ich dann doch, dass da irgendwo ein kosmisches Wesen sitzt, und sich "Späßken" macht. Es irrsinnig lustig findet, mir jedes Mal, wenn ich beruflich gerade das zweite Bein wieder auf den Boden kriege, das erste wegzukicken. Von Ferne sieht das natürlich auch höchst spaßig aus, wie ich da so herumhopse. Man könnte das glatt für Steptanz halten.

    Gestern verließ ich z.B. das Büro mit dem guten Gefühl, gerade alles auf die Reihe gebracht zu haben und die zwei wichtigen und dringenden Gespräche auf den einzig möglichen Tag innerhalb der nächsten vier Wochen terminiert zu haben - nämlich heute. Heute morgen um drei wurde ich nur nicht von einem Kotzschwall aus dem Mund des vor dem Bett aufgetauchten Kindes geweckt, weil ich rechtzeitig zur Seite wich. Und als der Kinderarzt am Telefon fragte, wie oft sie denn erbricht, musste ich schon morgens um acht zugeben, schlichtweg den Überblick verloren zu haben und das ungefähre Ausmaß des Übels allenfalls noch in Waschmaschinenladungen angeben zu können.

    Die Terminvereinbarung gestaltete sich trotz diverser Joker (Private Krankenversicherung und life-Kotzgeräusche im Hintergrund) schwierig. Natürlich schlief das Kind gleich nach dem Telefonat ein, blieb auch beim Eintreffen zwei Stunden später in der Praxis noch Übelkeitsfrei und erfuhr dort, im Zimmer des Arztes, eine Spontanheilung. Dort lag nämlich eine Tüte mit Gummibärchen. Mittlerweile war aber auch Mittag und meine Termine eh gelaufen. Der Arzt dämpfte die Laune auch noch mit der Ankündigung von sicherlich folgendem Durchfall, wie passend, wenn man am nächsten Tag ins Flugzeug steigen möchte. So war die sinnvollste Tätigkeit heute der Erwerb neuer Windeln, denn ob wir das Anti-Durchfall-Zeug überhaupt mit ins Flugzeug nehmen dürfen ist ja auch fraglich.

    Heute Nacht, als mir dieser unvergleichliche säuerlich-milchige Duft die Nase umwehte während ich versuchte, ihr und mir die Haare aus dieser Angelegenheit zu halten, vielen mir dann auch noch so viele Dinge ein, die alle auf die eine oder andere Art in Verbindung mit einem Fitness-Studio-Besuch gestern hochkamen, und die sich alle noch nicht so recht greifen lassen, aber meinen Kopf umkreisten, nachts, wie kleine Fledermäuse. Auch jetzt lassen sie sich nicht in Worte packen sondern huschen hin und her, wispern mal in das eine, mal in das andere Ohr und lassen in meinen Augenwinkeln Bilder entstehen, die verschwinden, wenn ich den Blick auf sie richte.

    Vielleicht bin ich einfach zu müde. Ein andermal.

    Donnerstag, 27. September 2007
    Positiv denken VI

    So eine regennasse Hose sieht ja aus, als hätte man sie gebügelt!

    Mittwoch, 26. September 2007
    Mein Held...

    der Gemüsemann war da.

    Gemüsemann war da

    Sonntag, 23. September 2007
    Zustand

    Mal wieder äußert müde und verfroren (sollte es nicht so irgendwie ganz warm werden heute? Naja, draußen vielleicht), und der feste Vorsatz, jetzt endlich mal langsamer zu machen. Mit allem. Langsamer Essen, Trinken, Gehen, Sprechen, Schreiben, Denken. Besonders langsamer Denken. Oder zu allermindestens Pausen zwischendrin machen. Vielleicht von jeder Stunde die letzten 30 Sekunden. Kurz innehalten und überlegen: was mache ich hier gerade? will ich das? wer bin ich noch gleich? Umschauen, schauen, ob alles noch passt. Sowas in der Art.

    Ach, schwierig. Schon wieder 7 Stunden wach und das Umschauen vergessen. Vielleicht sollte ich mir so einen Kurzzeitwecker (Eieruhr!) stellen, der dann nach einer Stunde unerträglich bimmelt. Vielleicht muss der Tag oder muss das Leben einfach in kleinere Einheiten eingeteilt werden, um besser verdaubar zu werden. Vielleicht sind die Bissen einfach zu groß. Aber schmeckt halt so gut. Und diese Sache mit der Mäßigung war ja immer schon schwierig.

    Sich ständig selbst überholen. Dann in Teilen so weit vorn sein, dass der Rest von mir schon nicht mehr sicher ist, welche Abfahrt die da vorn gerade genommen haben, he, hallo, wo seid ihr, Scheiße! brüllt und nervös hinterherhastet.

    Ich würde mich gern hier lassen, zum sammeln und einordnen, und selbst so lange weggehen was anderes machen. Ist sonst so langweilig.

    Das Gesamtgefühl fehlt. Sowas Ganzes, Weiches, Warmes, Rundes.

    November seit 7240 Tagen

    Letzter Regen: 06. Januar 2026, 22:39 Uhr