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    Dienstag, 5. März 2019
    WmdedgT 3/2019

    (Was das ist etc. hier bei Frau Brüllen).

    Anstrengend alles. Der Wecker klingelte wie immer um 6, die Nacht war kurz, weil der Tag gestern durch unvorhergesehene Ereignisse lang war. Ich musste aber auf jeden Fall pünktlich aus dem Haus wegen eines Zahnarzttermins.

    ich habe viele Zahnarzttermine in der letzten Zeit, was daran liegt, dass kunstfertige Dinge in meinem Mund gebastelt werden. Ich habe noch ein paar Milchzähne (ohne Bleibende dahinter), einer davon hatte einen tiefen Schmelzriss und die Zahnärztin und ich waren uns einig, dass wir ihn lieber kontrolliert entfernen als eine Entzündung zu riskieren. Die entstehende Lücke sollte mit einem Implantat geschlossen werden. Das geschah auch bisher alles so und ohne irgenwelche Komplikationen, aber es sind halt doch etwas mehr als die von mir erhofften Arbeitsschritte (Milchzahn rausziehen, Zahnimplantat reinschrauben) notwendig. Heute war der Vorletzte: Abutment-Anprobe. Es ging sehr schnell und man war fast ganz zufrieden, irgendwo sollen noch 0,3 mm weg aber das muss ich ja nicht machen, ich muss nur nächste Woche nochmal wiederkommen.

    Unerfreulich war die Fahrt zum Zahnarzt, die Bahn kam nämlich nicht. ÖPNV-Expertin die ich bin konnte ich mit drei anderen clever kombinierten Verkehrsmitteln den Termin zwar noch einhalten, aber ich war angestrengt, ich mag morgens vor dem ersten Kaffee nicht so viel denken. Und auf dem Rückweg zwischen Zahnarzt und Büro dasselbe Spiel, immerhin konnte ich mir diesmal Unterwegskaffee kaufen zur Überbrückung der Wartezeit.

    Im Büro erst einmal Bestandsaufnahme, wer noch krank, wer zurück, wer neu krank ist oder weiterhin oder neu kranke Kinder hat. Da geht es rund zur Zeit, die letzte Woche war aber noch schlimmer als die jetzige.

    Mich fürchterlich über die IT geärgert, mich in gleichem Maße über gute Zusammenarbeit mit dem Business Development Department gefreut, ansonsten eher Kleinkram aufgearbeitet (ich hatte einen Tag Urlaub und es fühlt sich an wie eine Woche), eigentlich wollte ich noch die neuen Mitarbeiter begrüßen, die am Freitag angefangen hatten, aber ich hatte ganz merkwürdig fettige Haare (evtl. morgens in der Eile ein Glanzgel mit Handcreme verwechselt?), sowieso sind die Haare im Moment nicht gut, der Friseur hat definitiv zu wenig abgeschnitten, sehr unbefriedigend - jedenfalls verschob ich die Neue-Mitarbeiter-Begrüßung auf morgen. Mit dem Nachfolger vom Oberchef telefonierte ich kurz, wir stellten fest, dass wir in einer Sache sehr uneins sind und verabredeten, am Donnerstag darüber zu streiten, wenn wir beide besser vorbereitet sind. Ich bin sehr gespannt! Später hatte ich noch eine Telefonkonferenz, die inhaltlich wenig bot aber in der ich sehr schön Statusverschiebungen (nicht zuletzt durch Brexit) beobachten konnte. Es ist ein großes Taktieren und Rangieren gerade.

    Als ich auf dem Heimweg war, meldete M mir einen erneuten Ausbruch ihrer Erkältung. Zur schnelleren Genesung wollte ich ihr Eis mitbringen, aber das Eiscafe war ebenfalls wegen Erkältung geschlossen. Zu Hause fand ich ein kleines Häufchen Elend im immerhin schönen neuen Bett vor, morgen werde ich daher zu denjenigen zählen, die wegen krankem Kind nicht im Büro sind.

    Abendessen nach Plan, Katzenkraulen und nun schauen wir alle drei mit hochgelegten Füßen Thor - Ragnarok.

     
    Ich hatte vor einiger Zeit den DM Alverde Waschschaum (grün) mit dem DM Alverde Haarschaum (rosa) verwechselt.
    Jeweils das falsche an falscher Stelle angewendet. Der Waschschaum im Haar war nur gering merkwürdig, erst beim Haarschaum im Gesicht hat mich der falsche Geruch um die Nase herum auf die Idee der Fehlanwendung gebracht.
     
    Es ließ sich bei mir nicht mehr klären. Aber es war unangenehm.

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    Das mit den Brexit-verursachten Statusverschiebungen finde ich interessant. Ich nehme an, Großbritannien verliert an Gewicht? Und ist es den Beteiligten bewusst, oder nur für Sie offensichtlich?
     
    Eine EU-Zentrale sollte in der EU sein.
     
    ;)

    Ich nehme an, der Prozess wurde bereits in Bewegung gesetzt. Ist er unumkehrbar? Was passiert, wenn die Briten es sich doch noch anders überlegen?

    Ich will nicht zu neugierig sein, aber die ganze Sache fasziniert mich seit langem. Wie bereitet man sich auf etwas vor, das so unbestimmt und vage ist?
     
    Ich kann das nur ganz grob sagen: die ersten Veränderungen passierten unmittelbar nach dem Referendum, nicht im Sinne von Vorbereitungen, sondern es wurden einfach bestimmte Dinge gestoppt. Keine Entsendungen mehr über März 2019 hinaus geplant, keine Investitionen mehr in internationale Strukturen auf britischem Boden, generelle Überlegungen, ob eine Abhängigkeit vom Büro dort besteht, festgestellt, dass das in den allermeisten Punkten nicht der Fall ist, die wenigen Punkte, in denen es der Fall ist, einer Risikoanalyse unterzogen.

    Dann haben wir abgewartet, wie der Deal aussehen würde ;-)

    Die Stimmung hat sich dann über die letzten Jahre schon ganz generell ohne jegliches Zutun verändert, weil das Büro in Großbritannien eben immer nur noch "unter Vorbehalt" mitgedacht wurde, und seit etwa einem halben Jahr unter immer größerem Vorbehalt. So wird z.B. ein neu eröffnetes sehr kleines europäisches Büro nicht mehr - wie eigentlich Standard wäre - von der (noch) europäischen Zentrale in GB in Bezug auf die Infrastruktur unterstützt, sondern überwiegend vom deutschen Standort aus. Die Titel der europäischen Leitung in verschiedenen Bereichen, die bislang immer in London ansässig waren, wurden komplett gestrichen, weil man beim Nachdenken, ob es notfalls auch ohne sie ginge, festgestellt hat dass sehr wohl recht problemlos ja. Daten wurden umgelagert ins Mutterhaus, das zwar sowieso Drittland ist, aber immerhin eins, mit dem Abkommen bestehen.

    Generell sind die übrigen europäischen Büros - so lange sie nicht in einer Abhängigkeit vom britischen Büro stehen - eher Brexit-Gewinner. Es fällt eine Vormachtstellung weg, dadurch entsteht ein leerer Raum, den man sich nehmen kann (wenn man schnell und durchschlagkräftig genug ist) und das sind die Statusverschiebungen, die ich erwähnte. Das Problem mit dem Brexit liegt in diesem Kontext - mit allem persönlichen Bedauern, das ich dabei empfinde - ganz überwiegend beim britischen Büro. Wie sie sich dort vorbereiten weiß ich nur in einzelnen Details, die ich hier nicht schildern kann.
     
    Faszinierend, danke! Persönlich hoffe ich ja immer noch, dass dem Irrsinn ein Ende bereitet wird. Allerdings ist in vielen Fällen -- vermutlich auch in Ihrem -- the damage already done, d. h es sind Entwicklungen angestoßen worden, die selbst im Fall eines Verbleibs in der EU unumkehrbar wären.

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