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    Samstag, 17. November 2018
    Familiengeschichten

    (gestern fiel aus wegen Schnupfen)


    Mama N: Der G geht es auch schlecht.

    Frau N: Was ist denn mit ihr? Wie alt ist sie jetzt?

    Mama N: Gut 70. Sie ist neulich von der Couch gerutscht und kam nicht mehr vom Boden hoch. Da hat der P (Ehemann) die A (Tochter) angerufen.

    Frau N: Die Tochter? Nicht den Krankenwagen?

    Mama N: Die A hat dann den Krankenwagen gerufen und dann war die G im Krankenhaus am Tropf. Aber sie hat sich bekrabbelt und ist jetzt wieder so schlecht gelaunt wie immer und kommt ins Pflegeheim.

    Frau N: Ins Pflegeheim? Nicht mehr nach Hause?

    Mama N: Sie bekommt das mit dem Trinken und dem Zucker messen nicht mehr hin.

    Frau N: Ach herrje. Und der P? Können sie vielleicht über kurz oder lang so ein betreutes Seniorenwohnen bekommen, so zusammen nur mit Hilfe?

    Mama N: Die G ist doch froh, dass sie den P los ist!

    Frau N: Was?!

    Mama N: Der hat sie schon Jahre genervt. Schon immer eigentlich, aber als er noch gearbeitet hat, war er ja nie da.

    Frau N: Naja aber der P ist doch seit fast 20 Jahren in Rente!

    Mama N: Ja, und die G hat jeden einzelnen Tag über ihn geschimpft!

    Frau N: Aber auf die Idee gekommen, auszuziehen, ist sie nie? Die G war doch nie in einer Situation, in der sie abhängig von ihm gewesen wäre oder so. Versteh ich nicht, dass sie da bis zum Pflegeheim wartet. Flucht ins Pflegeheim, das ist ja völlig absurd!

    Mama N: Na so hat die Situation auch ihr Gutes.

    Frau N: Was sagt denn der P dazu?

    Mama N: Der P hat die Zeit seines Lebens. Der hat jetzt seine Ruhe und die A kommt ja jeden Tag, die war immer sein Lieblingskind. Die A kocht auch für ihn.

    Frau N: Die A? Die ist doch total mit Karriere und so und ständig Geschäftsreisen, wie kriegt sie das denn hin?

    Mama N: Praktischerweise ist die A ja durch die Fusion bei ihrem Arbeitgeber arbeitslos geworden.

    Frau N: Praktischerweise?

    Mama N: Ja, so ist die A jetzt vormittags beim P und kocht ihm mittags und dann fährt sie nachmittags zur G und verbringt Zeit mit ihr. Denen geht es beiden sehr gut, dem P und der G!

    Frau N: Und wie geht es der A?!

    (betretenes Schweigen)

     
    Sooooo schön...
    ...dass Sie wieder bloggen! Ich habe die ganzen skurrilen Geschichten sehr vermisst. Und hege die leise Hoffnung, dass Sie noch ein paar aus den letzten Monaten nachtragen, wenn der November vorbei ist...

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    *schweigt betreten* ;)

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    Ich geniese das Lesen auch sehr - das darf wirklich gerne so weitergehen! Schönen SO!

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    Schrille Geschichte. Könnte man auch mit "Das Elend eines reichen Landes" betiteln.

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