Im Eingangsbereich des Kindergartens - Frau N. möchte gerade die Sachen des Kindes verstauen.
Mademoiselle: "Mama, nicht machen, der A. hängt jetzt immer die Tasche für mich auf."
Frau N: (fragender Blick an kleinen Jungen daneben)
Junge: (nickt, nimmt die Kindergartentasche und hängt sie an einen Haken)
Mademoiselle: (lächelt - dann ein kritischer Blick.) "Danke. Aber eigentlich möchte ich die Tasche lieber am ersten Haken hängen haben. Morgen machst Du das dann richtig."
Mannmannmann. Was für eine Zicke!!
Zwischendrin immer wieder kleine Tropfen der Erkenntnis, die sich zu einem Regenguss entwickeln. Die Erkenntnis, nichts Besonderes zu sein. Nicht, dass die Logik dies nicht sowieso diktieren würde, aber das Ego und die Logik sind gute Freunde und so hält der eine den Mund wenn der andere spricht.
- Willkommen auf dem Boden der Tatsachen. Oh, schon wieder auf dem Sprung? Na, wie Du meinst. Du weisst ja, ich bin immer da, du kannst jederzeit auf mir bruchlanden, schön hart und schmerzhaft. Was, noch nicht? Gut, heb ruhig nochmal ab in die nächste Runde. Ich warte.
- Ja, ich weiss, danke für das Angebot.
Meine Eigenschaft des Jahres 2007: Grenzenlose Naivität.
Es läuft nicht gut. Genauer gesagt läuft es katastrophal und kann so nicht weitergehen.
Sie schleicht durch die Gänge und ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Das Gesicht ist freudlos und die Augen stumpf. Keine Spur mehr von der alten Energie und dem mitreißenden Lachen.
Ich weiß nicht, was passiert ist und schon gar nicht wie, könnte auch keinen Zeitpunkt beginnen, an dem es anfing. Ein schleichender Prozess war das, immer mehr Ungenauigkeiten, Nachlässigkeiten, hier ein Fehler, da einer, noch einer, mittlerweile klappt fast gar nichts mehr. Auf Nachfragen kam nichts, es hatte alles irgendeine Erklärung und einen Grund, Versehen, Missverständnis, unglücklicher Zufall, ja, das kommt vor, und je mehr nachgefragt wurde, desto mehr wuchs der Druck und desto schlimmer wurde es. Im nächsten Schritt daher die "Schonhaltung": weniger Kritik und deutliche Entlastung durch Umverteilung von Arbeit, in der Hoffnung, ihr dadurch auf die Beine zu helfen, damit sie sich einmal ordentlich fangen und stabilisieren kann. Mit dem Ergebnis, dass ich mich mittlerweile frage, was sie überhaupt noch macht - und die wenigen Dinge, die noch bleiben, sind fehlerhaft.
Wenn wenigstens ein Einsehen da wäre, aber sämtliche Gespräche blieben fruchtlos. Unverständnis, Tränen, Wut - aber es wird immer alles wegerklärt und dazu schleichen sich reihenweise Formfehler ein: Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit und Vertrauensbrüche.
Das geht so nicht. Es wird jetzt den finalen Warnschuss geben, in aller Deutlichkeit, und wenn das nichts bringt kann ich auch nicht mehr weiterhelfen.
Herr N., nasal: Ich geh ins Bett.
Frau N., am Laptop: m-hm
5 Minuten später
Frau N. (das Schlafzimmer betretend, entsetzt): Du schläfst ja!! Ich dachte wir machen jetzt Sex!
Herr N.: Ich bin krank!
Frau N: Jetzt passts aber gerade nicht mit dem krank sein, das kannste wann anders machen!
Herr N. verwirrt: Ja aber dann soll ich doch auf die Kleine aufpassen weil Du zum Sport willst...
Frau N: Mann! Zwischen Sex-Ende und Sport-Anfang ist Dein Zeitfenster für Krankheit!
Herr N.: Äh...
Ich geh dann jetzt mal zum Sport.
Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist dieser eigentlich recht seltene Besuch hier, zu dem ich so ein zwiespältiges Verhältnis habe, immer schon hatte. Und zum zweiten Mal in diesem Jahr, und mehr noch als beim letzten Mal, bemerke ich, wie sehr ich mich verändert habe. Wie der Zwiespalt nicht mehr an mir zerrt, sondern ich ihn einfach wahrnehmen und annehmen kann, ohne dass es mich anstrengt. Wie eine neue Leichtigkeit, die ganz echt ist, die nicht mehr damit einher geht, ein Anders-Sein zu kultivieren, weil es mit dem Gleich-Sein nicht funktioniert. Sondern die sich aus dem Gefühl ergibt, dass es ok ist, dass es gut so ist, wie es ist, und egal ob gleich oder anders. So dass ich ehrlich lächeln kann und Nuancen sehe, die es zu vertiefen lohnt.
Als hätte ich ein paar Takte Ruhepuls gefunden. Ich weiß nicht wann und wie das passiert ist, aber es tut unendlich gut.
Für mein nächstes Leben wünsche ich mir, besser nachgeben zu können. Eigentlich muss ich das ja meinen Eltern anlasten. Besser: meiner Mutter. Meine Mutter hatte früher beinahe panische Angst vor Polizisten und anderen Personen mit "Authorität". Sie nahm sich vor, ihre Kinder so zu erziehen, dass sie derartige Ängste niemals empfinden, und das ist ihr auch gelungen. Ob das so ohne weitere Einschränkung günstig und ist, sei dahingestellt.
Gerade denke ich zum Beispiel, es wäre günstiger gewesen, dem Chef gegenüber heute mittag den Mund zu halten. Weiß aber andererseits, dass ich völlig im Recht bin und der einzige Punkt auf der Gegenseite die höhere Machtposition ist. Dass dieser Punkt jedoch ein knock-out Kriterium ist, sagen mir wiederum mein Verstand und meine Erfahrung. Leider haben beide keinerlei Durchsetzungsvermögen gegen frühkindliche Prägung, und diese legt mir nahe, in der nächsten Runde noch einmal nachzulegen statt beschwingt über die goldene Brücke zu tänzeln, zu der mich meine beiden Kollegen nervös gestikulierend dirigieren möchten.
Unzusammenhängend, aber wo wir gerade bei Wünschen sind: Der Wunsch, ein bisschen weniger "clever" zu sein, im Sinne von 1 und 1 zusammen zählen zu können und intuitiv Verbindungen aufzudecken, schließt sich gleich darauf an. Für den Seelenfrieden.
Heute morgen dachte ich an Frau Pandora. Nämlich als ich die Weingläser vom Vorabend, die im Spülbecken warteten, extra vorsichtig säuberte um ausnahmsweise nicht das Glas am Wasserhahn zu zerschlagen. Und als ich dann entdeckte, dass das Geschirrhandtuch schon etwas abgegriffen war und daher ein ganz frisches aus dem Schrank nehmen wollte, damit es keine Flecken oder Schlieren gibt. Dabei in weiser Voraussicht das Glas abstellte, um nicht auf dem Weg zum Schrank oder beim Öffnen der Tür einen anderweitigen Unfall zu provozieren.
Ja. Danach dachte ich nicht mehr an Frau Pandora, da dachte ich nur noch an das Glas. Bzw. daran, wo ich es bloß hingestellt haben könnte. Als ich mich nämlich mit dem frischen Geschirrtuch in der Hand wieder am Spülbecken einfand, war es verschwunden und ist bisher (das ist nun fast fünf Stunden her) nicht wieder aufgetaucht...
Search Request: Sex am Wickeltisch
Bleiben Sie locker. Ein Wickeltisch ist ein Möbel wie jedes andere auch. Wenn Sie dafür googeln müssen, haben Sie irgendwas falsch verstanden.
Ich finde das ja Klasse und würde wahnsinnig gerne mitmachen. Zum einen natürlich, weil es im November statt findet. Und zum anderen, weil es so absolut irre und schwachsinnig ist.
Mein persönlicher Haken an der Sache ist, dass ich noch nie Ambitionen hatte, ein Buch zu schreiben. Umso besser eigentlich, das in 30 Tagen zu erledigen. Mit meiner Tippgeschwindigkeit gäbe es auch keine Probleme. Allerdings hab ich kein Thema. Es soll ja Leute geben, die lauter Themen im Kopf haben für zukünftig zu entstehende Texte. Ich hingegen habe lauter Texte zu Themen, zu denen ich eigentlich nie etwas schreiben wollte.
Also. Ghostwriting-Bedarf, irgendwer? Ende November ist das Ding fertig!
Man sagt ja, dass Freundschaft wachsen müsse. Ich finde das gar nicht. Ich schließe meine Freundschaften Knall auf Fall und von jetzt auf gleich. Und ich bin damit noch nie auf die Nase gefallen. Von Freunden spreche hier, nicht von Bekannten. Von Leuten, denen man in die Augen sieht und weiß, dass sie einen im Idealfall für den Rest des Lebens begleiten. Mal näher dran, mal weiter weg, aber deshalb nicht weniger wichtig.
Ich beklage mich immer mal wieder, dass in meinem Fall eher das "weiter weg" zutrifft. Aber ich glaube, ich habe mich wirklich nicht zu beklagen. Wenn ich - wie letztens nachts - im Traum den absoluten persönlichen Super-GAU produziere, leichtfertig selbstverschuldet und unglaublich dumm, fallen mir beim panischen Aufwachen fünf Personen ein, an die ich mich wenden könnte. Die mir nicht helfen könnten, denn da wäre nichts zu helfen, aber die da blieben statt sich angewidert abzuwenden. Die zwar hilflos, aber nicht überfordert wären und die die Misere mit mir aushalten würden. Die nicht kritiklos wären, sondern mit vermutlich schärferer Zunge als der Rest der Welt verbale Kopfnüsse für unerträgliche Blödheit verteilen würden - aber immer zu mir stünden.
Interessanterweise kommen diese fünf Personen aus meine verschiedensten Lebensbereichen und -phasen. Und sie kennen einander, stehen sich aber bestenfalls gleichgültig gegenüber. Teilweise können sie einander jedoch auf den Tod nicht ausstehen.
- Heute zum ersten Mal in diesem Jahr die Winterjacke getragen. Es zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, dass ich beim Griff in die Tasche nicht die erwarteten alten Taschentücher, ertaste, sondern eine Muschel und eine halbe Hand voll feinem Sand.
Man sollte sich öfter solche Überraschungen vorbereiten.
- Kein gutes Bauchgefühl und der Eindruck, dass ein Kreis sich schließt, oder richtiger: dass ich einen Kreis schließe. Durch viele kleine Handlungen und Entscheidungen, unbewusst und beinahe unbemerkt von mir selbst. (Ich kann das recht gut, Dinge unbemerkt von mir selbst erledigen.) Der Gedanke, dass es so sein könnte, macht mich traurig, aber auf eine abwartende Weise traurig. Ich habe den Anfang nicht gesteuert und werde den Teufel tun, mich am Ende einzumischen.
- Nonsense-Kommunikation am Kiosk:
Kioskmann (mit Blick auf den leeren Buggy, den ich schiebe): Wo ist denn Ihre Füllung??
Ich (gespielt erstaunt): Wie? Oh, Huch!!!
KM: Tja, man gewöhnt sich ja auch so an die Dinger, die wachsen einem ja fast an und sind die Kinder dann aus dem Haus geht man mit dem leeren Wagen spazieren...
Ich: Ja, und ohne kommt man dann auch kaum noch vorwärts, man wird ja nicht jünger.
KM: Einmal das goldene Blatt und die Apotheken-Rundschau?
Ich: Ach, nee, doch lieber das aktuelle Frankfurt geht aus...
Hier ist es ja anonym. Deshalb poste ich dieses hier für jemanden, der anonym bleiben möchte.
Um kurz nach Mitternacht fällt nach dem 3. oder 4. Schluck das letzte (und erste) gekühlte Bier aus der Hand.
Zwei Möglichkeiten:
a) Es sollte einfach nicht sein.
b) Jetzt erst recht.
Waaaaaaaaaaaaaaaaahhhh!!
[Nachtrag: Variante b), und dann nach der Hälfte des Glases wegen "genug" entsorgt.]
10:22 der Restfamilie am Zug winken.
Dann zum Ticket Vorverkauf schlendern und denen die Hölle heiß machen dort mal freundlich nachfragen.
Danach Wochenmarkt, unbedingt frische Feigen sowie diesen hammerscharfen angemachten Frischkäse und Sesamringe kaufen. Irgendwo an den Markt setzen und statt Mittagessen frühstücken.
Auf dem Rückweg Brille richten lassen und einen kurzen Streifzug durch Drogerie und Supermarkt. Unbedingt Mäusekäufig sauber machen.
Dann zum Sport, je nach Befindlichkeit gefolgt von Mittagsschlaf, Lesen oder Internet.
Snack bestehend aus frischen Feigen, hammerscharfem angemachten Frischkäse und Sesamring.
Gegen 17:30 Umziehen, Anmalen und auf zum Abendprogramm.
Vielleicht läuft das auch alles ganz anders ab. Nicht, dass das schlimm wäre.
[Aktueller Stand 13:33 Uhr: Bei der Sache mit dem Mäusekäfig angekommen. Das mit den Tickets verlief unerwartet zeitunaufwändig und ergab sogar noch eine Kaffeeeinladung. Allerdings festgestellt, dass dringend die ganze Wohnung komplett aufgeräumt werden muss. Ersatzweise müssen Wege vom Eingang zur Couch (für Frau Violinista) und von der Couch zum Kühlschrank (für die Getränkeversorgung) geschaffen werden. Mal sehufräumen dauert aber lang. Dafür isses jetzt hier echt scen, wie das zeitlich hinkommt. Dafür hab ich den Snack schon erledigt. Ich bin gut! Sport scheint zeitlich noch möglich.]
[15:41 Uhr: Boah, Aufräumen dauert aber lang. Dafür isses jetzt hier echt schick. Jetzt reiß ich die Fenster auf und geh zum Sport und wenn ich wieder komme, hach, dann auf die Couch und Füße hoch und Musik an... nur nicht einschlafen, um kurz nach 7 fährt der Zug.]
Ein Stöckchen vom Herrn Chauvi
1. Lieblings-Schlafklamotte?
Na. My corporate nightie natürlich.
2. Lieblings-Bettwäsche?
Die Decke darf nicht zu schwer sein und der Bezug darf sich keinesfalls statisch aufladen. Sonst ist mir alles egal.
3. Lieblings-Schlafposition?
Auf dem Bauch, das linke Bein angewinkelt, Kopf auf dem rechten ausgestreckten Arm, linke Hand unterm Kinn. Fast stabile Seitenlage.
4. Hast du ein Einschlafritual?
Augen zu machen.
5. Hast du ein Kuscheltier, Knuddelkissen o.ä.?
Nein.
6. Was machst du, wenn du nicht schlafen kannst?
Kommt so gut wie nie vor. Falls doch, stehe ich wieder auf und tu so als wäre Tag.
7. Wie groß ist dein Bett?
2x2m, aber ich teile es mit 1-2 Personen.
8. Wie viele Kissen hast du?
Ich habe eins, das ich aber nicht benutze.
9. Linke oder rechte Seite?
Egal. Schon mehrere Schlafpartner durch spontanen Wechsel in Verwirrung gestürzt.
10. Wie lässt du dich wecken?
Der eine Wecker, den ich schon immer habe, oder durch das Kind.
11. Stehst du direkt auf oder bleibst du liegen?
Im Normalfall springe ich sofort aus dem Bett. Ernsthaft. Ich hasse es, geweckt zu werden, und unternehme alles, damit es mir an einem morgen keinesfalls mehrfach passiert.
12. Dein erster Gedanke am Morgen?
(?)
13. Was machst du, um wach zu werden?
Nichts spezielles. Früher oder später erreiche ich diesen Zustand von selbst.
Ich werfe das weiter an Frau Violinista und an die Frau Lunally und an die Frau Pandora.
