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    Donnerstag, 4. Juni 2020

    Das Anstrengende an einer Pandemie ist, also neben den ganzen "Sachen", die irgendwie zu machen sind, eher so ein Anstrengungsgrundrauschen:

    Dass ständig alles wieder ein bisschen neu gedacht werden muss, weil es neue Erkenntnisse gibt. Maßnahmen werden getroffen oder abgeschafft, daran muss man denken und dazu muss auch immer eine eigene Position gefunden werden. Und die ist dann auch noch bei jedem anders. Ich bin mental noch nicht bei Restaurant drinnen, bei Chor, bei Karaoke. Ich bin aber vielleicht bei Restaurant draußen, Freunde treffen, S-Bahn-fahren und Büro. Vor einem Monat war ich noch bei Home Office vor zwei Wochen noch nicht bei S-Bahn-Fahren, vielleicht gehe ich in weiteren zwei Wochen in die Kirche? (kleiner Scherz). Oder ich besuche mein Eltern? Oder ich fahre doch nicht mehr Bahn, wenn sie voller wird?

    Ich weiß es nicht, es entwickelt sich alles, muss eben immer wieder neu gedacht und umgedacht werden und dann ausgehalten werden, dass andere eben anders denken und ihre Position anders setzen. Warum machen sie das anders, warum sehe ich das nicht wie sie, habe ich irgendwo falsch gedacht, haben sie irgendwo falsch gedacht? Sehr wahrscheinlich ist nichts davon der Fall sondern wir sind eben einfach unterschiedlich.

    Anstrengend ist das trotzdem, und zusätzlich nochmal, wenn ich auch Maßnahmen für andere festlege, die der eine dann zu locker findet und der andere zu streng und ich selbst, naja, ich weiß es doch auch nicht, es ist einfach das, was ich in dem allgemeinen Durcheinander in diesem Moment und soweit es mir irgendwie möglich ist, das zu beurteilen, für angemessen halte.

     
    Danke
    Das Ich-weiß-es-doch-auch-nicht-Gefühl, genau das ist es.

    Wenn die Schwiegereltern auf die Bitte, doch wenigstens Abstand zu halten, antworten: "Wir sehen das nicht so eng" und ich selber nur "Aber ich." sagen kann.

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    !!!!
    ... Anstrengungsgrundrauschen!!!! 👍
    Lieben Gruß ☔.

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    Genau das.

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    Immer neu denken, abwägen,
    das Risiko bemessen, und das noch mindestens ein Jahr lang.
    Bleibt dieses Verhalten dann hinterher?
     
    Das Verhalten an sich war vorher schon da, wir wägen immer ab und entscheiden, aber selten so weit außerhalb unserer Wissen- und Komfortzone und selten über lange Zeit hinweg mit so viel Druck im Nacken.

    Die Anstrengung wird weniger, je mehr Routine einkehrt (und ja, auch an unangenehme Dinge, auch an den Druck im Nacken gewöhnt man sich).

    Tatsächlich ist die Anstrengung bei mir schon viel weniger geworden, trifft allerdings nun auf einen ziemlich ausgelutschten Akku. Das spannende ist nun, was schneller abflacht: die Anstrengungskurve oder der Akku. Wenn die Kurven sich schneiden, geht es steil bergauf, wenn sie parallel verlaufen wird es duster ;-)

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