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    Montag, 28. Juni 2021
    29062021

    Ich muss morgen unbedingt irgendwann am Arbeitstag eine Überstunde abfeiern und in dieser Zeit Privatkrams erledigen, der nur zu "Geschäftszeiten" erledigt werden kann. Es ist sehr dringend (geworden). Dies ist ein Vorsatz.

    Sonntag, 27. Juni 2021
    27062021

    Kurz dachte ich heute, ich hätte geträumt, dass die Diktierfunktion meines Handys nun begreift, wenn ich mich um sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter bemühe. Meiner Erinnerung nach saß ich neulich irgendwann an einem Bahnsteig und diktierte etwas (es ist mir zu mühsam, am Handy zu tippen). Dabei verwendete ich den Glottal Stop und das Handy schrieb irgendwas mit ":innen". Davon erzählte ich heute in einem Chat - konnte das Ganze dann aber nicht mehr reproduzieren, so dass ich für kurze Zeit annahm, ich hätte diese gesamte Episode geträumt. So weit ist es schon gekommen. Dachte ich.

    Ist es aber doch nicht so weit gekommen oder es ist noch weiter gekommen, das ist nun Auslegungssache, mein Fehler beim Ausprobieren war es nämlich, einzelne Worte zu verwenden. Wenn ich einen Satz spreche, erkennt die Diktierfunktion den Glottal Stop tatsächlich, auch wenn sie ihn nicht in : oder * umsetzt sondern in eine Binnenmajuskel.

    Das gefällt mir.

    Samstag, 26. Juni 2021
    26062021

    Ich lief heute einfach so zwei Stunden draußen herum - erst, um ein Rezept in der Apotheke abzugeben, das Rezept hatte ich aber, weil ich den Tag zunächst anders gedacht hatte, in einer anderen Tasche. Es war aber schön, herumzuspazieren, vielleicht, weil keine Maskenpflicht mehr herrschte, jedenfalls fühlte es sich leicht und luftig an und so lief ich einfach immer weiter in Richtungen, die mir gerade einfielen.

    Freitag, 25. Juni 2021
    25062021

    Heute war ich zum ersten Mal seit längerem (seit Pandemiebeginn evtl.?) in größerer Runde essen. Es waren insgesamt 7 Personen und wir saßen draußen.

    Eine Woche vorher hatte ich nachgefragt, ob Test oder Impfnachweis oder so etwas notwendig wären - drinnen ja, draußen nein wurde mir gesagt. Ob sich das in der letzten Woche nochmal geändert hat, weiß ich nicht.

    Insgesamt war ich über die Abwesenheit von irgendwelchen Maßnahmen überrascht. Weiß nicht, ob die schon komplett abgeschafft sind oder ob es sie nie gab, denn ich war ja bisher nicht in Restaurants, naja, das letzte Mal glaube ich letzten Sommer und da wurden noch fleißig Kontaktdaten erfasst und Desinfektionsmittel stand an allen Ecken und Enden - Desinfektionsmittel habe ich heute gar nicht gesehen (aber auch nicht gesucht). Heute lag ein QR-Code auf dem Tisch, zum Einchecken, hätte mir das niemand gesagt, dass er dazu dient, hätte ich das nicht gewusst, es stand nicht dabei und es sind ja ständig immer überall QR-Codes, die scanne ich ja nicht auf Verdacht alle ein. Papierlisten waren keine sichtbar, wir wurden auch nicht zum scannen aufgefordert, eine Kollegin tat es aber und ich bat sie, mich als Begleitung anzugeben, damit ich mich nicht damit befassen muss. Ich weiß natürlich auch nicht, ob man sich überhaupt noch irgendwo erfassen lassen muss, weil ich mich mit diesen Themen nicht mehr beschäftige, das ist mir zu komplex geworden, ich mache einfach, wozu ich aufgefordert werde.

    Das Zusammensitzen in großer Runde gefiel mir außerordentlich gut. Das Essen hingegen hätte für mich nicht unbedingt sein müssen, viel zu große Portionen (also: nicht größer als sonst aber ich habe mir wohl angewöhnt, nur zu essen, bis ich satt bin) und eigentlich habe ich noch nie sonderlich gerne beim Essen geredet, ich finde, da man beides mit dem Mund tut wird es stressig, wenn beide Tätigkeiten gleichzeitig ausgeübt werden sollen. Das war mir auch präpandemisch aufgefallen, aber da ich nun für länger aus dieser "Reden&Essen-Nummer" raus war widerstrebt es mir, mich wieder hineinzubegeben. Vielleicht mache ich das einfach nicht mehr.

    Und der Service war außerordentlich schlecht, im besten Fall hatte das Personal schlicht verlernt, wie es geht, aber sie waren so wurschtig, dass ich eher auf keine Lust tippe.

    Insgesamt also ein Erlebnis mittlerer Qualität. Am Sonntag probiere ich es nochmal aus, dann mit Frühstück.

    Mittwoch, 23. Juni 2021
    23062021

    Die Nerven liegen blank.

    Bei mir wegen Rücken. Seit gestern hat sich mein unterer Rückenbereich von geschmeidigen Muskeln zu Beton verhärtet. Ich vermute, es ist ein neue Ausprägung von PMS, mein Körper lässt sich da immer mal etwas Neues einfallen, von so trockenen Augäpfeln, dass ich nicht mehr blinzeln kann über schmerzende Fingergelenke zu einer starken emotionalen Ergriffenheit gegenüber der ganzen Welt. Warum nicht auch wehenartige Rückenschmerzen, die man auch wehenartig veratmen kann?

    Sie kamen gestern tagsüber, wurden über Nacht nicht wirklich besser, heute morgen konnte ich zunächst nicht aufstehen, nach 15 Minuten Aufdehnen der Muskulatur ging es dann aber, nach weiteren 15 Minuten konnte ich sogar aufrecht stehen und dann ging alles ganz schnell, schon nochmal 15 Minuten später konnte ich Katzenklos saubermachen, Socken im Stehen anziehen und Schnürsenkel binden. Es ist alles ganz einfach handhabbar, der Trick ist nur, in jeder Stunde 10 Minuten für Dehnübungen zu reservieren.

    Sie kennen mich aber als schnell gelangweilten Menschen und ich habe keine Lust, 1/6 meiner Wachzeit mit Dehnübungen zu verbringen, also habe ich Schmerzen und mit diesen Schmerzen begegne ich anderen Menschen, die ebenfalls Schmerzen haben, aber keine Rückenschmerzen: ihre Schmerzen speisen sich meiner Interpretation nach aus dem Verlust sämtlicher Bewältigungsstrategien für die Begegnung mit Leuten, die anders sind als man selbst. Immer mehr Personen kehren aus ihrer Einsiedelei oder selbstgewählten Gesellschaft in das Büro zurück und begegnen sich nun, mit ganz unterschiedlichen Meinungen, Haltungen, Emotionen und nicht nur fernmündlich oder schriftlich. Das ist anstrengend.

    Ich bin aber ja mit meinem eigenen Schmerz beschäftigt und daher schnippisch, wenn A mir sagt, dass B berichtet hat, dass C zu Hause nicht wirklich arbeitet, aber C hätte gesagt, dass D so gut wie nicht erreichbar sei und D klage über von Bs Schreibtisch auf den eigenen hinüberquellende Arbeit und was man daraus mitnehmen könnte? Daraus kann man zum einen mitnehmen, sage ich, dass man nicht über Kolleg*innen lästern soll und zum anderen, dass alle, die über die eigene Arbeitsbelastung sprechen möchten, das gern mit mir tun können und dass aber alle, die über die Arbeitsbelastung Dritter sprechen möchten, mich ersetzen müssten und diese freudige Verheißung sehe ich nicht am Horizont.

    Dann mache ich doch wieder Dehnübungen. Für den Rücken, nicht für die Geduld.

    Da werden wir, so meine Prognose, noch sehr viel Spaß bekommen in der nächsten Zeit und wäre ich weniger konfliktfreudig würde ich deshalb jetzt schon einmal schlecht schlafen. Aber so, wie es ist, schlafe ich nur wegen Rücken schlecht.

    November seit 5606 Tagen

    Letzter Regen: 22. Juli 2021, 19:32 Uhr