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    Dienstag, 9. August 2016
    Die Tücken des Konsums

    Ungefähr Januar: Der beste Rucksack der Welt geht kaputt. Frau N. benötigt einen neuen, pronto. In Ermangelung einer perfekten Alternative wird ein Rucksack bestellt, der hübsch ist, nicht allzu teuer und zu 80% tauglich.


    Ungefähr Juli: Der Übergangsrucksack hat sich mittlerweile als Dauerrucksack etabliert, geht aber nun kaputt und zwar: der Reißverschluss. Frau N. behilft sich irgendwie und fährt in den Urlaub.


    Ungefähr August: Frau N. kehrt voller Tatendrang aus dem Urlaub zurück und beschließt, sich zu empören. Sie sucht die Bestellung des Rucksacks heraus und schreibt dem Versender, dass es nicht okay ist wenn Reißverschlüsse nach 6 Monaten kaputt gehen und dass der ich etwas ausdenken möge.


    1 Tag später: Der Versender bietet Rücknahme an und schickt ein Rücksendeetikett mit chinesischen Schriftzeichen, unfrankiert. Frau N befasst sich näher mit der Frage, wo sie da eigentlich im Januar bestellt hatte. Offenbar in China. Und AGBs nicht gelesen, Rücknahme nur auf eigene Kosten (ca. 40 Euro Porto für ein Paket dieser Größe nach China).

    Frau N. ärgert sich. Stellt dann ethische Überlegungen an, dass es sowieso schlecht ist, einen Rucksack aus China zu kaufen, der um die halbe Welt geschickt wurde, und dass die chinesischen Fabrikarbeiterinnen bestimmt kein gutes Gehalt bekommen, der Rucksack sicherlich voller Chemikalien ist oder zumindest war und sowieso chinaproduktartig-minderwertig. Frau N. fühlt sich schlecht und folglich gerecht bestraft durch den Rucksacktotalausfall. Denkt kurz über katholischen Ablasshandel nach und geht zu Bett.


    1 Tag später: Frau N is heute anders gestimmt, nämlich kommunikativ. Schreibt dem Rucksackverkäufer eine Mail:

    "Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für das Rücksendetikett, das ich aber nicht in Anspruch nehmen möchte. Ich habe festgestellt, dass das Porto für die Rücksendung fast den Warenwert erreicht und finde es deshalb und auch generell nicht sinnvoll, den Aufwand zu betreiben einen kaputten Rucksack herumzuschicken.
    Finden wir nicht eine andere Lösung? Ich könnte Ihnen ein Foto von dem Defekt schicken oder auch ein Video, in dem ich den Reißverschluss ergebnislos zuziehe und dabei traurig gucke. Anschließend könnte ich den Rucksack vor Ihren Augen mit bloßen Händen (oder einer Schere) zerfetzen, damit Sie sicher sein können, dass ich mich nicht bereichere. Wie wäre das? Viele Grüße, Ihre Frau N."

    Frau N. geht in Erwartung einer ablehnenden maschinellen Antwort schlafen, ist dennoch gut gestimmt weil sie sich vorstellt, den Rucksack vor laufender Videoaufnahme zu zerreißen. Hat den Vorfall am nächsten Morgen komplett vergessen und wenig später schon einen neuen Rucksack, von @littlebinf abgekauft, die ihn sonst irgendwohin (Land unbekannt, vielleicht auch China?) hätte zurückschicken müssen.


    Heute: Frau N. erhält die allerniedlichste Service-Mail der Welt vom Rucksackverkäufer, nämlich:

    "Sehr geehrte Dame,

    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Es tut mir leid das Sie traurig sind. Jetzt haben wir Ihnen €52.99 vollständig rückerstattet. Das Geld wird auf Ihr Konto zurückkehren. Wenn Sie freie Zeit haben, nicht sehr beschäftigt oder gestresst sind, überprüfen Sie bitte. Es gibt das Foto über die Rückerstattung im Anhang. [Screenshot von einem chinesischen Onlinebanking angehängt].
    Aber die Rückerstattung kann nicht auf Ihr Konto sofort zurückehren! Es wird etwa 3 Tage dauern. Obwohl das Geld nur durch den Computer geht.

    Sie brauchen uns nicht die Ware zurückzuschicken. Aber wir werden alle unsere Artikel überprüfen, sich mit dem Thema beschäftigen und uns verbessern!

    Wir sind traurig über die Unannehmlichkeiten.
    Ich wünsche Ihnen gesund und glücklich die ganze Zeit in Ihrem Leben!

    Ihre Freundin"

    Frau N. geht heute schlafen mit dem Vorsatz, immer nur noch in China zu bestellen, weil man von dort so tolle Mails bekommt.

    Montag, 8. August 2016
    Nochmal 11 Fragen

    Lanika hat mir einen Award verliehen (Dankeschön!) - früher hat Oma noch "Stöckchen" gesagt. Das bedeutet jedenfalls wieder 11 Fragen und zwar diese:

    1. Wenn du dir selbst einen Namen geben könntest, welcher wäre das?

    Ja, nun, also jedenfalls nicht Novemberregen. Das war damals nicht so durchdacht und auch nicht langfristig ausgelegt. Irgendeine bedeutungslose Zahlen-/Buchstabenkombination wäre mir recht.

    Immer, wenn ich mich über meinen Namen gräme, denke ich aber daran, dass es Frau Herzbruch (aus ähnlicher Unachtsamkeit) viel schlimmer erwischt hat und dann muss ich lachen.

    2. Dein Haus brennt und du schaffst es noch eine Sache mitzunehmen. Welche ist das?

    Da bin ich sehr pragmatisch und würde den Ordner mit den wichtigen Unterlagen nehmen. Wäre sehr anstrengend, das alles wiederzubeschaffen.

    3. Du hast einen Wunsch frei. Was wünschst du dir?

    Ich wünsche mir, dass alle, die ich mag, glücklich sind. Oder von mir aus auch sowieso alle.

    4. Was macht dich richtig glücklich?

    Sorglosigkeit.

    5. Was ist dein Lieblingsbuch und warum?

    Ach es gibt so viele gute Bücher und dann kommt es ja immer auf Stimmung und Anlass an, welches gerade besonders gut passt.

    Das Buch, das ich am öftesten gelesen habe, ist "The Game of Kings" von Dorothy Dunnett. Was aber zum einen daran liegt dass ich die verschiedenen Handlungsorte kenne und es dadurch immer wie ein kleines Wiedersehen ist. Zum anderen liegt es daran, dass das Buch ziemlich komplex ist und ich immer wieder etwas finde, das ich beim ersten Mal nicht verstanden habe, was auch an den zig Zitaten in unterschiedlichen Sprachen liegt. Die deutsche Fassung (Das Königsspiel) gibt es gerade für 1 Cent bei Amazon.

    6. Wenn es nur noch eine Jahreszeit geben könnte, welche würdest du wählen?

    Ähm, September.

    7. Du hast die Chance in die Vergangenheit zu reisen. Welchen Moment möchtest du noch einmal erleben?

    Keinen, danke, ist alles gut so, wie es in der Erinnerung ist.

    8. Gibt es ein Land, welches du gerne einmal bereisen möchtest?

    Irland.

    9. Magst du Nacht oder Tag mehr?

    Tag, ganz definitiv. Nachts ist alles schwieriger.

    10. Würdest du gerne Gedanken lesen können?

    Auf gar keinen Fall!

    11. Wenn du etwas an dir ändern könntest, was wäre das?

    Dann wäre ich nie mehr müde.


    Jetzt kommt der Teil, bei dem ich 11 neue Fragen ausdenken und an 11 Personen verteilen soll aber ich mache wieder einfach 11 Fragen und wer Lust hat fühlt sich gerne aufgefordert, die zu beantworten.

    1. Wie geht es Ihnen heute?
    2. Wie finden Sie die Sache mit Pokémon-Go?
    3. Haben Sie Pläne für das kommende Wochenende?
    4. Was machen Sie, wenn Sie nicht schlafen können?
    5. Haben Sie schonmal die ISS vorbeifliegen sehen?
    6. Wie ist das bei Ihnen mit Vertrauen: Vorauskasse oder auf Rechnung?
    7. Also wenn wir jetzt zum Karaoke gehen, welches Lied singen Sie dann auf jeden Fall?
    8. Worüber machen Sie sich gerade Sorgen?
    9. Welche Chipssorte finden Sie am besten?
    10. Wahlrecht ab 16, ja oder nein?
    11. Welchen Luxus leisten Sie sich?

    Sonntag, 7. August 2016
    Else

    Von @littlebinf bekam ich mal einen Zugang für eine Handyapp geschenkt - Komoot - mit der man Wanderungen und Radtouren planen kann. Über ein Jahr habe ich mich aber nicht richtig damit befasst, wie das ganze funktioniert doch gestern war es so weit: wir sind zusammen losgezogen und ich erfuhr, dass man nicht nur Touren planen kann (geplant hatte ich nämlich schon) sondern "Else" zeichnet auch auf, wenn man es ihr anordnet. Ein paar Bilder von unserer Tour gestern gibt es hier.

    Heute habe ich Else gleich eigenständig getestet, auf dass Sie mich zu einer Einladung zum Waffelessen lotse. Wir müssen uns noch etwas aneinander gewöhnen, Else sagt manchmal, finde ich, etwas unklar an und Else findet, ich handele öfters zu eigenmächtig. Ich könnte schwören, die Programmierer haben es so eingerichtet, dass ihr "Die Route wird neu berechnet" von Mal zu Mal passiv-aggressiver klingt.

    Samstag, 6. August 2016
    Zufall

    Am Morgen überlegt, mit der @littlebinf in den Park zu gehen und ihr von dem tollen Lichterfest zu erzählen, das dort jährlich stattfindet, bei dem ich aber noch nie war, wei lich entweder verpasst habe, dass es stattfindet, oder am entsprechenden Tag keine Zeit hatte.

    Auf dem Weg zum Park ein Plakat gesehen: das Fest war heute.

    :-)

    Freitag, 5. August 2016
    WmdedgT 8/2016

    Was das ist und die anderen Wmdedgts finden Sie hier.

    Genau wie Frau Brüllen schlafe ich heute aus und der Wecker klingelt erst um 7 Uhr - Herr N und Mademoiselle haben nämlich noch Urlaub, das bedeutet, es gibt keine Badezimmerbenutzungsordnung und nichts zu klären oder besprechen und deshalb geht bei mir alles sehr schnell. Der S-Bahn-Tunnel ist momenten ja gesperrt und mein Fahrrad ist von Handwerkern, die unzählige Löcher in unser Haus gebohrt haben und nun irgendwas wachsig riechendes hineinspritzen, eingebaut, also stehe ich seit Mittwoch (bis dahin hatte ich Urlaub) jeden Morgen kurz ratlos vor dem Haus und weiß nicht genau, wie ich ins Büro kommen soll. Es ist nicht so, dass es keine Möglichkeiten gäbe, es gibt nur sehr viele unterschiedliche mit ebensovielen unterschiedlichen Bedingungsfaktoren, das morgens auszuwerten überfordert mich, so dass ich meist erst kurz in die eine Richtung gehe, dann den Kopf schüttele, mich umdrehe und in die andere Richtung gehe und anschließend ruckartig in die dritte mögliche Straße einbiege und mich auf gut Glück an den Bahnhof setze und zwischen 2 und 35 Minuten ausharre, bis ein Zug kommt.

    Im Büro ist es im Moment ein bisschen anstrengend, was daran liegt, das ich erst seit drei Tagen aus dem Urlaub zurück bin und sich einiges angesammelt hat. Mittlerweile ist aber alles gesichtet und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht. Ein bisschen Zeit kostet es auch immer wieder, Personen zu erklären, dass ihr "ich habe mir das aber für heute notiert" nicht an sich ein Merkmal für Prioriät darstellt. Außer natürlich, man ist der Oberchef, der ist aber nicht da.

    Viele Leute, viele Sachen, viele Anrufe, sehr viele Mails, es fließt so alles vor sich hin, die Mittagspause vergesse ich und gegen 16 Uhr merke ich, dass ich nur noch Sachen von links nach rechts schiebe und mich gedanklich im Kreis drehe, also packe ich alles zusammen und fahre nach Hause. Unterwegs ruft Mademoiselle an, sie war beim Rudern und ist gekentert und hat Appetit auf Obst und es ist keins im Haus, ob ich noch welches mitbringen könnte. Ich kann, allerdings erst, nachdem ich nochmal eine halbe Stunde wegen einer Signalstörung an einem Bahnhof stand.

    Mit Johannisbeeren und Äpfeln machen wir es uns dann auf der Couch bequem, später bibt es noch Nudeln mit Tomatensoße und werfe die nassen Sachen in die Waschmaschine, überlege, ob ich die 1,5 unausgepackten Urlaubskoffer noch angehen sollte aber entscheide mich dagegen. Zu anstrengend, lieber weiter Johannisbeeren essen, Katzen kraulen und ein Buch lesen.

    November seit 4958 Tagen

    Letzter Regen: 16. Oktober 2019, 15:54 Uhr