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    Dienstag, 28. August 2007
    Novembergirl

    Da ich ihn mir so erbettelt hatte (und schließlich Herr Cabman mich erhört hat), wollte ich ihn ja erst gar nicht weitergeben:



    Nun habe ich aber doch noch jemand Würdiges gefunden. Voilà, Herr Chauvi :-)

    Danebengekippt

    Habe mir gerade eine halbe Tasse lauwarmen Kaffee in den Ausschnitt gegossen. Warum? Weil beim Internet gucken fast eingepennt.

    War aber gar nicht mal so unangenehm...

    Schwarze Oberbekleidung im Büro ist immer eine gute Wahl.

    Ts

    Da wollte ich mal (so ganz aus mir selbst heraus) an meinen Manieren arbeiten und das Wasser im Büro nun immer aus einem Glas trinken, tja, und dann ist keins da, gähnende Leere in allen Schränken.

    Dann halt nicht.

    Ich denke, diese Unzulänglichkeit des Arbeitsplatzes berechtigt jetzt erstmal wieder zu einer halben Stunde Internet, so als Ausgleich.

    (Ja, keine Lust heute. So gar nicht...)

    (kratz)

    Regensehnsucht

    Spotten Sie nur, aber es muss jetzt raus: in Wirklichkeit bin ich ein kleiner Sonnenschein und entgegen dem, was ich gerne behaupte, entzieht sich mir der Regen wo immer er kann.

    Fahren Sie mit mir in den Urlaub - Sie haben Schönwettergarantie und können beobachten, wie ich mir sogar im Herbst in Schottland einen Sonnenbrand hole. Nehmen Sie mich mit in den Biergarten - Sie können garantiert den ganzen Abend draußen sitzen und sich von Mücken zerstechen lassen. Manchmal glaube ich, dass ich nur des Wetters wegen so oft zum Grillen eingeladen werde.

    In meinem persönlichen Horrorsommer 2003 habe ich vom 30. Mai bis 7. Oktober nicht einen Tropfen Regen gesehen. Es hat geregnet, ja - aber nie dort, wo ich gerade war. Ja, ich habe die Tage gezählt. Und ja, ich saß manchmal heulend vor dem Wetterbericht und hätte am liebsten mit der Faust auf die kleinen gelben Sonnen überall geschlagen. Regenbekleidung besitze ich gar nicht. Auch keinen Schirm. Ich werde selten öfter als einmal pro Jahr wirklich nass. Meine Schlechtwetterausrüstung besteht aus Haargummi und Kontaktlinsen.

    Heute Nacht habe ich von strömendem Regen geträumt, durch den ich ging (mit Haargummi und Kontaktlinsen halt), um Lebkuchen zu kaufen. In der Eisdiele, die kein Eis mehr verkaufte sondern Weihnachtsgebäck, weil der Sommer nämlich vorbei war. Hehe. Bald isses so weit. Ich freu mich schon.

    Sonntag, 26. August 2007

    Also so einen Baum, sagt mein Bäcker und Botaniker (und eigentlich auch mein eigener Verstand), den gibt es gar nicht. Dass ich die Blätter und Früchte in der Hand halte, ist dabei irrelevant. Zugegeben, manchmal kommt mir das auch alles reichlich irreal vor. Aber die zahlreichen Mückenstiche sind echt.

    "Geh da nochmal hin und mach Fotos". Nochmal halt ich ja für eine hervorragende Idee. Aber jetzt gerade wünsche ich mir erstmal einen Invert-Igel-Anzug, zum Dauerbekratzen immer und überall.

    Freitag, 24. August 2007
    Manege frei!

    So, heute Abend sorge ich dann dafür, dass 40 Leute sich nicht übermäßig betrinken und dieses Jahr weder Kollegen betatschen noch dem Fahrer ins Lenkrad greifen und ebensowenig alkoholinduzierte Treppenstürze und Faustschläge stattfinden. Ja. Soweit der Plan.

    Jetzt überlege ich noch, wegen der Kleidungsfrage. Mir ist ja sehr nach reißfestem Stoff und tretfähigem Schuhwerk. Allerdings sind meine Vorgänger der letzten 5 Jahre samt und sonders mit der autoritären Linie gescheitert. Vielleicht wäre es an der Zeit, es mit Charme, Dekolleté, Rock und hohen Schuhen zu versuchen.

    Ja, ich denke, das versuche ich mal. Wenn es dieses Jahr wieder schief geht, wird die Veranstaltung nämlich ersatzlos gestrichen.

    Das Haus im Wald

    Heute Nacht biss ich im Traum einer Kuh die Kehle durch.

    Bevor Sie mich jetzt für eine von den ganz Hartgesottenen halten, sage ich gleich, dass die Kuh die Größe eines durchschnittlichen Goldhamsters hatte. So im Nachhinein glaube ich, die Kuh war von Gary Larson inspiriert (dieser Cartoon mit der Kuh und dem Kaffee und der Milch) - ja, ich bin fast sicher, denn selbst die Kaffeemaschine, in deren Filter die frisch erlegte Kuh fachmännisch eingesetzt werden musste, sah aus wie in dem Cartoon. Allerdings ging es nicht um die Zubereitung des Morgenkaffees, sondern das Tier und die Kaffeemaschine, die übrigens unbedingt kobaltblau sein musste, waren zentrale Bestandteile der Selbstschussanlage (vergiftete Pfeile), die es zu aktivieren galt.

    Es war nämlich so, dass die Rotweinfreundin und ich uns von den anderen abgesetzt hatten. Es war ja nicht das erste Mal, dass wir uns für einen anderen Weg als der Rest entschieden, und dabei die dollsten Sachen erlebten. Während die anderen (fragen Sie mich nicht, wer!) es (fragen Sie mich nicht, was!) also über die Straße und per Flugzeug versuchten, nahmen wir den Weg durch den Wald. Wir wussten, ja, dass das alte Haus noch da war.

    Tatsächlich waren auch einige alte Bekannte da. Als wir an den Sicherheitsvorkehrungen vorbei waren (da hilft einem keiner bei! Wer das nicht selbst schafft, hat dort nichts zu suchen!), gab es ein großes Hallo. Später hätten wir uns gemütlich zusammen gesetzt und Geschichten ausgetauscht. Sogar die Besitzerin des Zufluchtsortes mitten im Wald war schon aus ihrem Schlafzimmer gekommen.

    Aber vorher mussten wir natürlich die Selbstschussanlage wieder in Gang setzen. Sicherheit geht vor. Und dabei erwachte ich leider. Also kurz nach dem Biss in die Kehle der Kuh. Als ich sie fachmännisch in den Filter der kobaltblauen Kaffeemaschine einsetzte, mit dem verwunderten Gedanken, dass der Geschmack in meinem Mund gar nicht metallisch, sondern einfach nur salzig-dickflüssig war.

    ***************************************************

    Traumdeutung, anyone?

    Donnerstag, 23. August 2007
    Oh.

    Es haut mich immer wieder um, dass dieser Mann tatsächlich auf mich hört.

    Verkehrte Welt

    Auch komisch - im betrunkenen Zustand die Unhaltbarkeit der ganzen Situation sehen und das eigene Verhalten unmöglich und unverständlich finden. Das Letzte bis möglicherweise Allerletzte sowieso.

    Wieder nüchtern dann nasekräuselnd zufrieden darüber Grinsen. Man lebt nur einmal (äh - oder?). So what?

    Donnerstag, 23. August 2007

    Am frühen Nachmittag plötzlich die ganze Welt in hoffnungslosem, mutlosem Sepia, und ertränkt in Gedanken, das alles hinzuwerfern und bleiben zu lassen (als ob das noch möglich wäre!), wie ich es nicht an mir leiden kann (an anderen auch nicht), und schnell verkrochen, denn in diesen Sepiamomenten brauche ich für meine Zunge einen Waffenschein (das ist jetzt rein verbal gemeint), wäre es doch möglich, muss es doch so sein, dass irgendwo noch Farbe ist und was, wenn nicht Blut, wäre rot, so lassen wir es fließen und schneiden immer tiefer. Also Einzelhaft und aussitzen, in ein paar Stunden ist alles vorbei und die Farbe kehrt zurück, hoffentlich auch in die Gesichter, wenn ich mich ausreichend zusammengerissen habe.

    Abends auf der Party als Fremdkörper gefühlt und neben der Tür zwecks Flucht gelungert, plötzlich einsetztende laute Musik geht mit plötzlichem Schweißausbruch einher und dann sind - ebenso plötzlich - die Farben wieder da, und was für Farben, absoluter Overkill, Zuckerwatte, bunte Bonbons, ein Schokoladenbrunnen, farbige Fruchtshakes, Brause, bemalte Gesichter, leuchtende Augen, ein roter Cadillac, die Fassade grün und orange angestrahlt und derselbe Fotograf mit den schlechten Zähnen, der es schon letztes Jahr auf uns abgesehen hatte und die Bilder nie schickte, und nirgenwo Wasser in Sicht, deshalb roten Wein getrunken, viel viel roten Wein, und eine unbekannte Treppe mit Kerzenbeleuchtung hinaufgestolpert in diesem Hotel, in dem ich jede Ecke kenne, in einen Raum, in dem alles richtig war, mit einer Couch zum versinken und sich selbst wieder finden in diesem Emotionswirrwarr. Mehr Wein.

    Nochmal aufgerafft und mit ziemlicher Schlagseite zurück ins Büro, dort unbestimmte Zeit mit offenem Mund und an die Scheibe gelehnter Stirn von oben auf die nächtliche Stadt gestarrt, auf die Aussicht, die ich jeden Tag sehe und tatsächlich, auch wenn Besucher es immer anzweifeln, jeden Tag bewusst sehe, aber selten so sehe, mit diesen irrsinnigen Lichtern und Farben vor der Erinnerung an eine Welt in Sepia und an vieles anderes. Einen Computer befreit, alles abgesprochen, aber dennoch kamen wir uns vor wie die Panzerknacker persönlich, in Anbetracht der Uhrzeit und des Zustandes aller Beiligten.

    Taxifahrt nach Hause und in den Straßen überfallen von einem ganz neuen Gefühl von, hm, Heimat? Hier?? (Vielleicht muss man erst wegfahren, um anzukommen? So wie man erst loslassen muss, um Sicherheit zu finden?)

    Desillusionierend...

    Heute vor einer Woche mit heruntergelassenem Fenster und einem Wegbier in der Abenddämmerung über dier Bergstraßen gerast. Wir kamen uns saucool vor. Etwa fünf Minuten lang. Dann die Erkenntnis, dass wir den Kindersitz hinten rausnehmen sollten. Achja, und den Bär-und-Tiger Sonnenschutz. Sicher bräuchten wir für wahre Coolness auch einen ganz anderen Wagen.
    Immerhin haben wir keinen "Doppelname-an-Bord"-Aufkleber am Heck. Es ist noch nicht alles verloren

    Montag, 20. August 2007
    Gratis

    Von der ersten Einkaufstour nach dem Urlaub heute morgen mit doppelt so viel zurückgekehrt, wie ich kaufen wollte. Und ich meine jetzt nicht, dass eine Kaufrausch-Attacke zugeschlagen hätte oder dass das Kind hinterrücks den Wagen vollgepackt hat, sondern dass es anscheinend momentan an der Tagesordnung ist, den Einkäufern alles mögliche noch gratis oder als Zugabe zu geben, ob sie wollen oder nicht.

    Relativ harmlos begann es noch mit einem Besuch beim Optiker, der die Brille richten sollte und lieber gleich ein neues - kostenloses - Gestell herausrückte. Weil sich die Schraube nicht mehr so recht festziehen lässt. Mein Einwand, aus dem selben Grund hätten wir das Gestell erst vor drei Wochen getauscht wurde missachtet und mein Vorschlag, man möge das doch einfach mit Sekundenkleber festbappen sehr negativ aufgenommen. Nun gut.

    Weiter beim Bäcker. Ein Vollkornbrot gekauft und zusätzlich eine Flasche Orangensaft gereicht bekommen. "'Tschuldigung, ich wollte keinen Saft kaufen". - "Der ist aber gratis, zum Brot!". "Ich mag aber keinen Saft." - "Das ist aber jetzt ihrer, der gehört dazu, machen Sie Platz, der nächste bitte...". Aha. Ok. Bestimmt kommt bald Besuch.

    Dann weiteres Shopping im Kindereinkaufsparadies mit dem vielen Spielzeug, zwecks Erwerb einer Kindergartenausrüstung (Tasche, Brotdose, Hausschuhe, Regenjacke) unter Verwendung eines 5 Euro Rabattgutscheins, der sich - unter einer Fülle anderer Gutscheine - in einem dem Kind vorab zum Geburtstag zugeschickten bunten Heftchen befand. An der Kasse Rabattgutschein vorgelegt und Kreditkarte gezückt. "Haaaaaalt, Sie haben ja die anderen Gutscheine noch gar nicht eingelöst!" - "Danke, ich möchte die Sachen nicht." - "Das ist aber umsonst!!" - (murmelnd) "Allerdings, deshalb ja..." Und noch bevor ich zu einer sprachlichen Belehrung ansetzen konnte, wurde ein (vermutlich 1-Euro-)Jobber angewiesen, mir die ganzen Gratis-Artikel aus dem Regal zu suchen, so dass wir beladen mit füchterlich pinken Barbie-Geburtstagseinladungen, Lego-Trinkhalmen mit Japanern drauf, einer rosafarbenen Katzenkopf-Plastikgirlande, einer Packung Herzchen-Luftballons (das einzige halbwegs sinnvolle Utensil!), und einem weiteren Plastikball für unsere bestimmt schon an die 20 Stücke umfassende Plastikballsammlung überwältigt den Laden verließen. Was ich nicht sah, war, dass man mir hinterrücks - ohne Gutschein - auch noch mehrere Kleinpackungen von irgendwelchen Cerealien mit Schokolade, die hier genausowenig verzehrt werden wie Orangensaft, in die Tüte gestopft hatte. Und einen Gutschein für einen heliumgefüllten Ballon. Und einen für die regionale Tageszeitung.

    In der Fußgängerzone konnte ich einem Fitness-Studio-Gutschein geschickt ausweichen. Vor der Drogerie wurde mir jedoch ein durchsichtiges Plastiktäschchen mit Papiertaschentüchern, einer Minitube Zahnpasta und Slipeinlagen für Tangas (heißen die dann Tangaeinlagen?) überreicht. An der Eisdiele bat ich um eine kleine Kugel Eis fürs Kind, bekam statt dessen zwei zum Preis von einer (und einen bösen Blick für die vermeintlich missgünstige Rabenmutter - das Geschrei, wenn meinem superpingeligen Kind schmelzende Eiscreme über die Hände läuft, muss sich der Verkäufer ja nicht anhören). Das Eis landete noch vor dem Schuhgeschäft (die Hausschuhe gab es im Kinderparadies nicht in der passenden Größe, so dass auch 3 zum Preis von 2 nicht verlockend waren...) im Mülleimer, wurde dort jedoch durch eine Tüte Gummibärchen (gratis), ein Werbefähnchen und ein Comic ersetzt (gibt es etwas blöderes, als Comics vorzulesen??).

    Jetzt endlich zu Hause. Heute nachmittag muss ich nochmal los. Das, was ich wirklich haben wollte, konnte ich zusätzlich zur gesammelten Gratis-Last nicht mehr tragen.

    Sonntag, 19. August 2007
    Noch Heu in den Haaren

    Sooooo, da sind wir wieder. Komisch, richtig komisch, hier zu sitzen, und mein Passwort fiel mir zuerst nicht ein und dann installierten sich eeeeewig Softwareaktualisierungen und nun ist sogar das Tippen ganz ungewohnt, die Finger haben das Gefühl für die Tastatur verloren. Meine Güte, das waren doch nur zwei Wochen, keine zwei Jahre! Und kennen Sie das, wenn man so enorm viele interessante Dinge zu lesen hat, dass man komplett überfordert ist und hektisch zwischen Inbox(en), Blogs und anderen Seiten hin- und herklickt und mit der anderen freien Hand gierig durch Briefe und Zeitschriften wühlt? Himmel!

    Jetzt erstmal in Ruhe umschauen. Hach, schön. Sieht ja ganz ordentlich aus hier. Naja, die Pflanzen, besonders die auf dem Balkon, hätte er etwas öfter gießen können. Aber immerhin hat er sie nicht geraucht.

    Was quiekt denn da so jämmerlich in der Ecke? Hatte ich mich nicht mit Mann und Kind vor der Abreise noch versöhnt? Ich hätte schwören können... naja, morgen kommt die Putzfrau, die lasse ich da mal durchgehen. Und wo ich das Telefon da neben der Couch liegen sehe, fällt mir ein, dass ich vielleicht die Sache mit der Gesprächsaufzeichnung hätte erwähnen sollen. Andererseits hat er ja ein Handy, das Festnetzding hat er bestimmt nur für mich und meine "bin wieder da"-Anrufe bereitgelegt. Und dass er den Kühlschrank randvoll mit Bier gepackt hat, rechne ich ihm hoch an.

    Also von Herzen Dank für die wundervolle Urlaubsvertretung.

    Samstag, 18. August 2007
    Das Ende der Urlaubsvertretung rückt näher

    Der große Vorteil einer regenlastigen Site wie dieser ist, dass man so gut wie nie gießen muss. Insofern war das mit der Urlaubsvertretung ja recht einfach. Und bald geht diese auch schon zu Ende. Dadurch, dass ich so untätig war, hatte ich kaum Gelegenheit, mich daneben zu benehmen. Das ist gut.

    Jetzt noch schnell den Spirituosenschrank wieder auffüllen und die DVDs mit den schweinischen Filmen Naturdokus wieder unters Bett legen. Vielleicht noch vorsorglich einkaufen und den Kühlschrank füllen - nach so einem Urlaub hat man da ja selber keine Lust zu. Ach ja, die Weizengläser wollte ich nochmal durchspülen und die kostenpflichtige S*e*x-Hotline Nummer der Zeitansage aus dem Nummernspeicher des Telefons löschen. Mannmannmann, ist ja doch schon ganz schön viel, was man nach so einer Urlaubsvertretung machen muss, merke ich gerade.

    Und falls die Nachbarn sich beschweren sollten: Das war keine Orgie, sondern nur ein nettes Beisammensein und alle drei Damen waren über 18, auch wenn das dieser pingelige Herr von nebenan anders sah! Gut, wir waren vielleicht ein kleines bisschen laut, aber sooo laut nun auch wieder nicht. Die Klingel hört man eh schlecht, finde ich. Wir haben das mal getestet, nachdem die Polizei die Tür eingetreten hatte und sowohl die Herren von der Einwanderungsbehörde, wie auch dieser Maskierte vom Sondereinsatzkommando waren mit mir einer Meinung: die Klingel ist schon sehr leise. Die Rechnung liegt übrigens in der Küche - sowohl für die Tür, wie auch für den nächtlichen Einsatz. Die Sache mit der Körperverletzung übernehme ich, war ja auch meine Faust in der hässlichen Fresse des Nachbarn. Hoffentlich ist der nicht sauer deswegen.

    Dein Tagebuch zwischen den ganzen Literaturschinken zu verstecken ist ja eine schlaue Idee. Wahrscheinlich bin ich der erste, der es zwischen "Moby Dick", "Krieg und Frieden" und Goethes gesammelten Werken entdeckt hat. Mein lieber Mann, mir ist jetzt noch ganz warm. Du machst ja Sachen. Tststs.

    Den Müll wollte ich eigentlich auch runterbringen, aber ich wusste nicht, wo die Mülltonnen stehen. Ich habe die Säcke in dem Zimmer mit den ganzen Spielsachen zwischengelagert. Du solltest das Zeug aber schnellstmöglich runterbringen. Als ich letzte Woche einen Sack mit gebrauchtem Katzenstreu dazu gestellt habe (bei mir ist die Mülltonne schon voll. War ja ok, dass ich das bei Dir dazugestellt habe, oder?), roch es ein bisschen seltsam und das Quiecken in der Ecke kam mir auch sonderbar vor.

    Naja, jedenfalls ist es schön, wenn die Hausherrin bald wieder da ist. Mal sehen, ob sie einen kleinen Obulus springen lässt, weil ich so gut auf alles augepasst habe.

    Montag, 13. August 2007
    Mea Culpa

    Tun Sie es ruhig. Beschimpfen Sie mich als die Worst Urlaubsvetretung ever. Sie haben ja recht und ich habe deswegen auch ein schlechtes Gewissen. Aber es gibt, wie es das immer gibt, natürlich Gründe für mein Versagen. Diese Gründe darzulegen erspare ich Ihnen und vor allem auch mir. Es gibt sie aber, seien Sie sich dessen gewiss.

    Ich erzähle Ihnen mal, wie das ist, wenn man keinen Urlaub hat, diesen aber einigermaßen pseudoreal simuliert: Nach dem Nachhausekommen fliegen die Büroklamotten mitsamt den Socken in die Ecke. Stattdessen kommt eine ausgeleierte, extrem hässliche aber unglaublich bequeme Jogginghose zum Einsatz, dazu Latschen, die entfernt an FlipFlops erinnern, aber keine sind. Ein buntes Hemd, das Jürgen von der Lippe wahrscheinlich genauso traumhaft stehen würde wie mir komplettiert das textile Urlaubsbild. Ich ignoriere, dass es für unbesockte Füße eigentlich zu kühl ist und bequeme mich auf den Balkon. Irgendwo blöken einige Schafe, ich konnte sie aber noch nicht lokalisieren. Von ein paar Häusern weiter rechts dringt gedämpfter Baulärm herüber, wie er schöner an der Costa Brava nicht sein könnte. Weit in der Ferne plärren ein paar verwöhnte Gören (die Kinder hier sind alle verwöhnt) und das Rauschen der Autobahn kann man durchaus als Meeresrauschen interpretieren.
    Das Weizenbier sollte gut gekühlt sein und der Aschenbecher nicht weit. Auf dem Heimweg habe ich mir überlegt, mir eine Bildzeitung zu bersorgen, um es noch einen Hauch realer wirken zu lassen, es dann aber doch sein lassen. Man kann auch übertreiben.

    So sitze hier nun also und merke: das ist nicht Urlaub, das ist armselig! Das ist die Autobahn und nicht das Meer. Der Kran zieht keinen neuen Hotelkomplex hoch, sondern erweitert den Wintergarten (oder was auch immer) und die Füße werden auch kalt. Ich bin nicht nur eine lausige Urlaubsvertretung, ich kann noch nicht mal richtig Urlaub simulieren. Das ist doch zum Verzweifeln. Aber nächste Woche wirds ja wieder regnen, nicht nur in Gesamtdeutschland, sondern vor allem auch wieder hier. Und dann kriege ich wegen meines miesen Vertretungsjobs bestimmt höllisch Ärger. Da will ich aber jetzt noch gar nicht dran denken.

    Montag, 6. August 2007
    Wenn man...

    Urlaub hat, liegt man um diese Zeit bestimmt noch im Bett, schläft sich den anstrengenden Urlaubsvortag aus den müden Gliedern und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein.

    Grmpf. Habe ich schon erwähnt, dass ich ein klitzekleines bisschen neidisch bin?

    November seit 7241 Tagen

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