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    Donnerstag, 22. August 2019

    Wieder ein paar Minuten vor dem Wecker aufgewacht, daher hatte ich immerhin schon einen Tee in der Hand, als das Kind mit Laune an mir vorbeistürmte.

    Der Muskelkater war deutlich und auf das Level "ignorierbar" abgeklungen aber ich fühlte mich leicht zerschlagen - vielleicht war die Nacht zu kurz.

    Auf dem Weg ins Büro stellte ich fest, dass beide Handbremsen am Fahrrad nicht funktionierten, zum Glück hat es aber Rücktritt. Das war mir gar nicht bewusst! Aber der Körper reagierte zum Glück instinktiv - ich habe mit Rücktrittbremse das Radfahren gelernt und das steckt sohl ganz tief in mir drin und kommt, wenn nötig, hervor.

    Vor dem Rapunzelturm überfiel mich nach langer Zeit unglaublicher Durst auf eine Vanilla Latte mit extra Shot. In einem Moment der Entscheidungsschwäche wechselte ich viermal hintereinander die Straßenseite, stand dann am Ende doch vor Starbucks, prüfte das Guthaben in der App und sah, dass es zu wenig war, wollte aufladen, erinnerte mich nicht an das Passwort, dachte mir "Pappbecher sind eh scheiße" und ging weg.

    Ankunft im Büro um kurz nach 9. Unaussprechliches unterbrochen von unbefriedigenden 20 Minuten Mittagspause in der Kantine (Pizza, mittelgut) bis 16:45 Uhr, sehr zerschlagen. Das war kein guter Bürotag.

    Zu Hause erfreute ich mich an der geputzten Wohnung und bereitete dem Kind Pfannkuchen zu. Dann brachen wir gemeinsam auf um Elternabend, M schickte mich dort aber nur in die richtige Richtung (die Schule ist sehr groß und ich kenne mich dort nicht gut aus) und verschwand dann mit Freunden im Park. Der Elternabend war unspektakulär, es gab keine außerordentlichen Verrücktheiten, die meiste Zeit beschäftigte ich mich damit, drei Damen zu beobachten und zu überlegen, warum sie mir so furchtbar unsympathisch sind, obwohl ich sie doch überhaupt nicht kenne. Ich kam bis zum Schluss nicht so richtig darauf. Es hatte etwas damit zu tun, dass für sie alles immer ganz klar war, mit absoluter Sicherheit und alle für alle gleich. Nicht, dass ich sagen könnte, was daran schlecht ist. Ich muss noch darüber nachdenken.

    M holte mich an der Schule wieder ab, wir spazierten zurück und deckten dabei ein schweres Erziehungsversäumnis auf: das Kind hat nie "Life of Brian" gesehen. Wir werden das am Wochenende nachholen.

    Zu Hause gab es noch die kalten Pfannkuchen und dann Katzen kraulen, Schaukelstuhl, Internet lesen. Noch einen großen Käfer aus Ms Zimmer gefangen und auf den Balkon geworfen, dann Feierabend.

     
    Gut wenn man noch einen Rücktritt hat.
     
    Ich war mir lange nicht bewusst, dass es Räder ohne Rücktritt gibt. (Meine beiden Räder sind sehr alt, werden aber aus sentimentalen Gründen nicht ausgetauscht -- das eine hatte mir mein Opa gebaut "für wenn du groß bist", mit dem anderen habe ich diverse Abenteuer in Spanien und einen schweren Unfall in Berlin (üb)erlebt.)

    Bis ich dann mal einem netten Fahrradverleiher auf den Seychellen erklären wollte, dass an dem mir angebotenen Fahrrad der Rücktritt nicht funktioniert, was dadurch kompliziert wurde, dass mir weder das englische noch das französische Wort dafür und ihm das Konzept Rücktritt insgesamt unbekannt war.

    Ich habe mich dann daran gewöhnt -- aber durch instinktive Betätigung des nicht vorhandenen Rücktritts dennoch so einige Schrecksekunden erlebt.

    Ich freue mich schon jetzt auf den Blogpost zum Thema "Besuch beim Fahrradmann / esoterischen Fahrradladen".

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    Letzter Regen: 22. September 2019, 07:25 Uhr