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    Sonntag, 25. August 2019

    Wie ein Sonntag, an dem gar nichts besonderes ansteht, so mühsam sein kann verstehe ich auch nicht. Lag natürlich am Wetter: der Sommer ist zurück, blablabla, und damit Kopfschmerzen und Benommenheit.

    Von 8 bis 10 mit immer stärker pochenden Schläfen und immer wirreren Träumen im Bett gewälzt, dann aufgestanden, Kaffee half aber nicht, zu nichts aufraffen können, irgendwie geschafft, zu duschen und die Katzen zu füttern, bevor M zum Wettkampf gefahren werden musste. Sowieso auch nervig, diese Wettkampffahrerei, warum muss man das immer in irgendwelchen Sporthallen in irgendwelchen Dörfern machen, in die man nur per Auto kommt. Also 30 Minuten in gleißender Sonne durch Gegend gefahren. Felder blabla, Mais blabla, Lärmschutzwände blabla, Umgehungsstraße, Einfallstraße, Wohngebiet, Sporthalle, Kind abgesetzt, das ganze Retour.

    Zu Hause Herrn N angetroffen, der rasch zwischen zwei Konzerten (Rammstein in Wien und Metallica in Mannheim) dazu kam, in Bad Offenbach ein Spiegeleibrot zu verschlingen. Dann war er wieder weg. Ermattet setzte ich mich wieder in den Schaukelstuhl.

    Es drängten Tätigkeiten. Die Einkäufe von letzter Nacht waren noch nicht verräumt, die Spülmaschine nicht ausgeräumt, ein Berg Wäsche vorhanden und ich fahre morgen weg, auf ein zweitägiges Seminar, dafür muss ich das Gepäck vorbereiten (weil natürlich wieder alles knapp wird, morgen ist ja noch Arbeit und hin und her und dann Zug und so weiter) und eigentlich wollte ich mich selbst auch noch vorbereiten. Mental, Sie verstehen. Dann war da die Zucchini, mit der sollte auch noch zumindest zur Hälfte etwas passieren und ich wollte Essen kochen, um es später essen zu können. Aber alles so anstrengend wegen Sommer.

    Endlich raffte ich mich auf, aß meditativ ein großes Stück der Zucchini roh, um ihren Geschmack und damit Eignung für unterschiedliche Gerichte zu überprüfen. Hervorragend. Sie schmeckte mild und nussig und frisch, ideal für einen Mandel-Limetten-Zucchinikuchen mit Zuckerguss. Den machte ich, er kam in den Ofen, gleichzeitig lief die Wäsche und die nächste Spülmaschinenladung und kochte ein Karotteneintopf auf dem Herd, der war ja schon für vorletzte Woche geplant gewesen, die Karotten waren langsam fällig.

    Allerdings rief kurz vor Fertigstellung das Kind an. Offenbar wurde schneller geturnt als sonst, jedenfalls sollte ich sofort zum Abholen losfahren. Das konnte ich gut verstehen, in dem Dorf ist ja nix und die anderen Mütter (Väter nicht mitgemeint, es sind immer ausschließlich Mütter) waren zwar vor Ort geblieben (hüstel), eine Mitnahmeabsprache hätte aber nichts gebracht, weil alle wieder um in ganz andere Dörfer in der anderen Richtung müssen. (an dieser Stelle vielfältige Flüche vorstellen).

    Ich schaltete also alle Geräte aus, hoffte, der Ofen würde den Kuchen mit der Restwärme fertigbacken und fuhr dann noch einmal 30 Minuten in die eine Richtung und dann 30 Minuten wieder denselben Weg zurück, kurz vor der Haustür bekam M unglaublichen Appetit auf einen veganen Burger und ach, ich kenne das selbst, wenn man einen Jieper auf was hat, hilft was anderes nicht viel. Wir drehten also noch einen Extraschlenk, holten Burger, fuhren dann nach Hause. Kuchen aus dem Ofen (ist trotzdem gut geworden), Guss drauf, wieder ermattet in den Schaukelstuhl.

    Zwischenzeitlich war die Erledigungssituation sogar einigermaßen bedrohlich geworden, es war ja nun fast 21 Uhr und immer noch so gut wie alles ungelöst. Hinzu kam, dass M plötzlich einfiel, dass sie sich ja natürlich und schon immer sehr zum Geburtstag ein Rennrad wünscht, bzw. ein halbes, die andere Hälfte würde sie von Erspartem finanzieren, und das eigentlich gern jetzt sofort online eingekauft hätte, so dringend war es plötzlich. Haben wir nicht gemacht, aber es ging auch nochmal genug Zeit damit drauf, zu erklären, warum nicht.

    Eine gute Stunde weiter ließ sich nun wirklich nichts mehr aufschieben. Jetzt ist der Möhreneintopf tiefgefroren, die Küche sauber und die Einkäufe verräumt, die Wäsche gemacht, die Reisetasche gepackt, der Kuchen halb gegessen. Mental vorbereitet bin ich nicht, aber vielleicht wird das auch überschätzt.

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